Kauftip: Draht-Biegelehre von Christian Kettner

Mal wieder so ein Werkzeug, das man einmal benutzt und sich dann fragt, wieso man sich jahrelang ohne es abgequält hat:

drahtbiegelehre

Das ist die Griffstangen-Drahtbiegelehre © by Christian Kettner, Vertrieb über digitalzentrale.de — meine kommt allerdings von H0fine.de.

Egal woher man sie hat: damit wird das Biegen gleichlanger und damit passender Griffstangen ein Kinderspiel! Draht mit der Zange einmal abwinkeln, ins richtige Loch stecken, auf der anderen Seite in der Kerbe umbiegen, abschneiden, fertig. Geht schneller, als diesen Absatz zu lesen.

Die Abstufung beträgt 0,25 mm, der maximale Drahtdurchmesser 0,4 mm. Und das Bild ist geklaut von und damit wohl auch © by H0fine.de, ich habe es lediglich gedreht. Uneingeschränke Kaufempfehlung, das Dings gehört in jede Frokelutensiliensammlung!

Kauftip: Biegelehre von Trumpeter

Trumpeter, der chinesische Hersteller von Plastikbausätzen, hat auch eine Reihe sehr schöner Werkzeuge im Programm. Dabei ist eine (im Vergleich mit anderen Marken) günstige Biegelehre für geätzte Messingbauteile, die zudem in Deutschland auch noch über Faller in quasi jedem Modellbahngeschäft erhältlich ist.

Es gibt sie in drei Größen: 79x162mm für 43,79€ UVP (Faller 759931), 79x59mm für 28,49€ UVP (Faller 759932) und 59x59mm für 24,29€ UVP (Faller 759933). Die Preise sind im Versandhandel sogar noch etwa 25% unter der UVP zu finden. Die kleinste Lehre ist mir zu einschränkend klein, die größte zu unhandlich — aber die mittlere ist für H0-Bausätze nahezu ideal geeignet, vielleicht mit Ausnahme von geätzten Güterwagen-Langträgern. Zusätzlich zur Biegelehre braucht man noch eine scharfe Klinge, um das Blech an der Biegekante nach oben drücken zu können. Es sind zwar kleine Kunststoffteile für genau diesen Zweck dabei, die taugen aber nicht viel. Eine einfache Abbrechcutterklinge funktioniert viel besser!

Das Arbeiten damit ist eine Freude: Man legt das Blech unter die Kante und biegt es nach oben. Nicht mehr und nicht weniger. Entgegen aller Erwartungen wird es exakt gerade, bekommt keine Dellen und biegt sich auch nicht an der falschen Stelle. Um auch schwierige Teile mit Innenecken biegen zu können, sind zahlreiche verschiedene Breiten bis hin zur Spitze enthalten. Durch einfaches Lösen, um 90° drehen und wieder festziehen des Oberteils lassen sie sich nutzen. Besonders lange Bauteile lassen sich exakt ausrichten, indem man sie erst an einem Ende unter der Kante ausrichtet, dort mit dem Zeigefinger das Oberteil der Biegelehre herunterdrückt, dann das andere Ende ausrichtet und mit dem Mittelfinger die Biegelehre dort auch schließt, bevor man sie mit der Knebelschraube festspannt. An der Rückseite ist eine Drahtbiegelehre enthalten, die ich aber (noch?) nicht genutzt habe.

Alles in allem zwar ein wenig spannendes Werkzeug, das aber eine sehr gute Hilfe ist und seine Aufgabe perfekt erledigt. All das bei geradezu trivialem Bezug und günstigem Preis. Was will man mehr?

Gezähmter Wüstenwind: Sandstrahlen von Messingbauteilen

Nach dem Löten von Messingbausätzen müssen diese gründlich gereinigt werden, um eine einwandfrei lackierbare Oberfläche zu erhalten. Die Flußmittelreste bekommt man zwar mit warmem Wasser und einer Bürste entfernt, dies ist aber viel Arbeit. Schöner ist es da, das fertige Werkstück mit Sand zu strahlen; dadurch verschwinden nicht nur alle Flussmittelreste, sondern auch überschüssiges Lötzinn lässt sich (in Maßen) ‚wegblasen‘. Außerdem entfernt man auch eine eventuell vorhandene Oxidschicht und kann prima brünieren.

Unabhängig vom Material rauht das Sandstrahlen den Untergrund auf, sodaß Lack noch besser haftet. Diese Gründe haben dazu geführt, dass ich mich vor einer Weile nach einer für den Modellbau geeigneten Möglichkeit umgesehen habe.

Überblick über verfügbare Sandstrahlgeräte

Für den Modellbau gibt es einige geeignete Angebote, hier nur die gängisten:

Kaleas (ehem. Böhler)-Strahlkabine

Diese Kabine arbeitet im Gegensatz zu allen anderen mir bekannten Angeboten mit Unterdruck, das Strahlgut wird in die Kabine hineingesaugt. Das hat einen ganz großen Vorteil: Der Dreck wird nicht nach außen gedrückt, sondern eher in die Kiste hinein gesogen. Möchte man den Sand mehrfach verwenden, muss man einen Staubsauger mit sauberem Beutel benutzen und den Sand nach der Benutzung aus diesem zurückschütten.

Was mir beim Ausprobieren nicht gefiel, war die Handhabung des Werkstücks. Die Strahllanze wird durch Löcher im Deckel geschoben, was die Positionierung stark einschränkt. Das Werkstück hängt an einer Klammer, aus der es mir mehrfach herausgerutscht ist, was hässliche Riefen in der Oberfläche hinterlassen hat.

Mini-Baumarktkabine

Von zahlreichen Anbietern, beispielsweise von Güde, gibt es verhältnismäßig kleine Strahlkabinen. Diese sind aufgebaut wie ‚richtige‘ Kabinen aus der Industrie, nur eben im Miniformat. Mir geht die Miniaturisierung jedoch noch nicht weit genug, denn mit 60x50x50cm und über 20kg (mit Sand) sind die keineswegs handlich und nicht mehr nach getaner Arbeit ins Regal zu stellen.

Badger 260

Dies ist eine umgerüstete Airbrush-Pistole (von der  Badger 250 unterscheidet sie sich nur durch die Düse), die nun eben Sand versprüht. Sie hat keinerlei Einhausung und macht daher bei Benutzung unheimlich viel Dreck. Das Sandstrahlergebnis ist aber bei einem günstigen Preis absolut einwandfrei, und daher habe ich mich für diese Pistole entschieden und eine kleine Kabine drumherum gebaut.

Der mitgelieferte Sand reicht für etwas mehr als eine Füllung und hat etwa Körnung 180.

Weitere Möglichkeiten

Im Dental- oder Goldschmiedebedarf gibt es zahlreiche Geräte, die für unsere Anwendungen geeignet wären. Diese dienen dort dazu, kleine Gussteile zu reinigen. Im Gegensatz zu den reinen Hobbygeräten sind diese Anlagen aber enorm teuer und wurden von mir daher nicht weiter angesehen. Als Beispiele seien hier nur das Angebot der Firmen Fischer und Sperling genannt.

Bau meiner Sandstrahlkabine

Wie oben bereits geschrieben, habe ich mich für eine Badger-Pistole entschieden, die aber zuviel Dreck macht. Daher muss eine Kabine her, die den Sand auffängt und den Arbeitsplatz sauber hält.

Badger Sandstrahlpistole
Badger Sandstrahlpistole

Die Anforderungen sind also, den Arbeitsraum möglichst vollständig abzudichten,  dabei aber die Arbeit möglichst wenig zu behindern. Dies lässt sich mit einer geschlossenen, klaren Kiste mit dicht eingesetzten Gummihandschuhen zur Bedienung erreichen.

Als Grundlage meiner Sandstrahlkabine dient mir eine Rotho Clear Box 18l mit durchsichtigem Deckel. Diese hat die Maße 40×33,5x17cm und ist damit perfekt geeignet um kleine Modellbahnwerkstücke zu sandstrahlen, aber nimmt schön wenig Lagerraum ein. In zwei eingesägten Löcher sitzen aufgeschnittene Abdeckkappen von HT-Rohren, über die innen die Handschuhe gezogen sind. Als Handschuhe dienen mir Camapren 726, die eigentlich für den Schutz gegen Chemikalien gedacht sind, aber mit ihren langen Stulpen auch hier gut geeignet sind. Die Luftzufuhr erfolgt über einen in die Wand eingeklebten Stecknippel, der innen über ein Stück Schlauch mit der Pistole verbunden ist.

Die vollständige Sandstrahlkabine
Die vollständige Sandstrahlkabine

Erfahrungen

Die Kabine ist groß genug, um die üblicherweise bei meinen Basteleien anfallenden Bauteile zu strahlen. 26,4m-Wagen in H0 könnten allerdings schon knapp werden. Mit den Handschuhen lässt sich der gesamte Arbeitsbereich ausnutzen.

Die Badger-Pistole ist durchdacht aufgebaut und lässt sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Sie kommt mit schön wenig Luft aus; mein Kühlschrankkompressor ist noch unterfordert. Ab ~3 bar ist der Abtrag wirklich sichtbar. Das Ventil ist hält der Staubkontamination nicht stand und verklemmt in der unteren Stellung, lässt sich aber mit sanftem Zug wieder schließen.

Die Pistole ‚verschluckt‘  sich manchmal an leicht verklumptem Sand (den man das 5. Mal recyclet hat…). Dann reicht es aber aus, die Düse kurz abzudecken, was den Luftstrom umkehrt und den gesamten Ansaugbereich freibläst.

Frisch verlötete Neusilber-Schienenprofile
Frisch verlötete Neusilber-Schienenprofile
Nach dem Sandstrahlen haben sie eine schön homogene, leicht matte Oberfläche.
Nach dem Sandstrahlen haben sie eine schön homogene, leicht matte Oberfläche.

Das von Badger mitgelieferte Strahlgut ist außerordentlich fein, aber gut zum Bearbeiten von Messingblech geeignet. Bei meinem Lieblingsairbrushhändler DieDuese gibt es ähnliches Strahlmittel, das aber vergleichsweise teuer ist. Andererseits reicht ein halbes Kilo schon für eine ganze Weile.

Wenn die Pistole leer gestrahlt ist, und man sie wieder füllen muss, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man zieht die Handschuhe aus, öffnet die Kiste und füllt von außen nach, oder man legt eine kleine Schaufel mit in die Kiste und arbeitet drinnen. Beides geht, beides ist ähnlich lästig.

Die Pistole baut Überdruck in der Kiste auf und bläst Sand durch die Deckeldichtung hinaus. Dies lässt sich nicht vermeiden, ohne gezielt Unterdruck aufzubauen und einen Filter in die Abluft zu setzen, was mir aber zu kompliziert zu sein scheint. Solange man etwas aufpasst und nicht in die Deckelkante zielt, ist dies aber unkritisch. Das bisschen Sand, das austritt, kann schnell  weggesaugt werden.

Alles in der Kiste wird dreckig. Was einmal drin ist, sollte nicht mehr herausgenommen werden. Bei mir ist zwischen Pistole und Schlauch eine Steckkupplung (Ich dachte erst, die Pistole ohne Kiste verwenden zu können, und habe an allen Luftgeräten Steckkupplungen), die aber schon nach wenigen Strahlnutzungen völlig versandet ist und vermutlich nur noch ein Dutzend Steckvorgänge überstehen würde.

Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden. Die Sandstrahlkiste ist handlich, dennoch (knapp) ausreichend groß, und bringt gute Ergebnisse.

Kauftip: Skalpells von Conrad

„Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Das bestätigte sich auch bei diesem „Schnitzarbeiten-Satz“, wie Conrad die drei Skalpells zu nennen beliebt:

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Die hatte ich vor Jahren schon mal gekauft und fand sie auch ganz okay — besonders das mittlere liegt sehr gut in der Hand, finde ich. Das mit dem roten Griff nicht so, aber wenn man mal richtig zupacken muß, mag auch das einen Sinn haben. Nur leider brachen ihre Klingenhalter-Gewinde recht bald ab, da aus billigem Plastik. Aber egal, heute habe ich sie nochmal gekauft.

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Und sie sehen auf den ersten Blick genauso billig aus wie damals. Auf den zweiten allerdings …

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… stellte ich mit Freude fest, daß die damals gebrochenen Teile, im Bild das zweite von links in der oberen Reihe, das ein bißchen nach Bohrfutter aussieht, nunmehr aus Metall bestehen. Das gibt mir Hoffnung, daß die nunmehr also märklinkompatiblen, da aus Ganzmetall bestehenden ;-) Skalpells ein wenig länger halten diesmal. So ein paar Jahrzehnte oder so.

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Klar, die Klingen sind und bleiben Mist — der dunkle Punkt am Ende ist kein Grat, sondern eine umgebogene Spitze, und ja, das ist ab Werk so. Aber die Klingenhalter sind wirklich okay, und wie im dritten Bild zu sehen passen auch bessere Klingen rein — nicht wie dafür gemacht, zumindest nicht diese, aber stabil, und darauf kommt’s an. Und erstmal kann man ja auch die beigelegten Klingen aufbrauchen. Einigermaßen scharf sind sie schon, und ein paar Formen sind dabei, die man sonst nicht so ohne weiteres findet (was auch der ursprüngliche Grund für den Kauf des ersten Sets war).

Der Preis, und damit komme ich zur Pointe dieses Beitrags, entschädigt aber auch für mieseste Klingen:

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Das wäre mir schon eines der drei Skalpells wert, wenn auch vielleicht nicht gerade das mit dem dicken roten Griff.

Ergo: Kaufempfehlung. Logisch, oder?

Update: Der Unterschied zwischen der alten und der neuen Serie ist auch ohne Auspacken und Zerlegen zu erkennen: der Klingenhalter, also das Teil zwischen Klinge und Rändelhülse, war bei den alten aus hellblauem Plastik, bei diesen hier ist er aus silbern glänzendem Metall. Ich weiß ja nicht, wann die das geändert haben — vielleicht sind noch alte in den Regalen irgendwo. Die würd ich jetzt nicht mehr kaufen, obwohl ich vorhin noch glaubte, genau dies gerade zu tun. (Aus dem Off ein trockenes „Ach.“ in der Stimme Vicco von Bülows.)

Gllvweh … was?

Erstmal allerseits ein frohes 2013 und vielen Dank für die ähnlichlautenden Wünsche per Mail, die ich nicht alle persönlich beantworten kann will ;-)

Nun zur Überschrift. Was ist denn nun schon wieder ein Gllvweh? Gedeckt, klar. Dann ll — aha, mal wieder eine Leigeinheit. Das eh ist eh klar :-) — aber w, wenig Ladegewicht, ein uralter Rumpelwagen oder was? Und v, wieso v? Das steht eigentlich doch für Stallungswagen — also Wagen mit besonderen Belüftungsöffnungen in Bodennähe –, was haben die in einer Leigeinheit verloren? Nach längerem Grybeln erhellte mich Timo (danke! Auch für die Megabytes an Bildern und Dokumenten und die gefühlten 98265 anderen Antworten, die er im Lauf dieser Frokelei für mich parat hatte natürlich!), daß es sich wohl um das Zeichen für ein Begleiterabteil handelt, wie es Stallungswagen mitunter hatten — und eben auch der Gllvweh 08 hat. Links im Bild ist er:

gllvweh-links

Wir erkennen: ein ganz normaler Pwg pr 14. Naja, fast. Das Loch an der niedrigen Stirnwand haben normale Pwg nicht, klar, und auch sonst so ein paar Kleinigkeiten. Die sind dann auch der Grund, warum die abgebildete Leigeinheit — die in diesem Post übrigens im Originalzustand zu besichtigen war — dann doch ungefähr den halben Silvestertag und die ganze Silvesternacht an Frokelzeit verschlungen hat. Davon wird nach Erledigung der Restarbeiten dann drüben auf der Modellbahnfrokler-Website unter „Umbau“ zu berichten sein; die Arbeitsschrittbilder sind alle schon im Kasten, immerhin.

Ansich ist aber auch nix bahnbrechend Neues dabei. Gut, für mich schon; ich hab zum ersten Mal in etwas größerem Stil Ätzteile von AW Lingen alias Jochen Leisner und H0fine alias Mathias Hellmann verbaut, und ich glaube, ich werde süchtig …

gllvweh-gllstirn

Hier sind die Kupplergriffe unter den Puffern und die Stirnwandgriffe vom AW Lingen (übrigens dasselbe Bauteil) und die Signalhalter (ebenfalls in Ätztechnik, einmal gefaltet) von H0fine. Schön zu erkennen die für in Großserie angespritzte Teile noch ganz guten, im Vergleich aber doch arg klobigen Eckgriffe des Fleischmann-Modells; der im Bild vordere hat sich auch schon verabschiedet, was endgültig den Ausschlag dazu gab, diese auch noch ersetzen zu wollen. Die Tritte dürfen hingegen bleiben — sage ich jetzt, mal sehen wie ich dann rede, wenn ich erstmal an einem anderen Wagen AW-Lingen-Tritte verbaut haben werde …

Die aufwendigste Baustelle waren aber die Fenster in den Schiebetüren des Glleh 12, also des ex-Dresden. Mit denen bin ich auch nicht 100% zufrieden, in Makroaufnahmen wirken die eher gruselig, aber wenn der Wagen so als Ganzes vor einem steht, geht’s. Neben dem aufwendigen Fensterrahmenbau (das nächste Mal gibts Laser- oder Ätzteile, nochmal mach ich das nicht!) war auch das Vergittern nicht trivial. Dazu hab ich mir folgendes Spezialwerkzeug zusammenimprovisiert:

gllvweh-tuer-gitterwickeln

Der Orregenool-Modellbahnfrokler-Gitterwickler [tm]! Er besteht aus dem Unterteil einer Brekina-Modellautoverpackung (hellgrau mit Farbschmierereien, da vorher als Mischpalette verwendet), zwei Auhagen-Ziegelfriesteilen (rot), drei ihrer Enden beraubten Wattestäbchen (durchsichtig) zur Aussteifung und viel Sekundenkleber. Da fädelt man dann den Draht (bei mir schwarz lackierter 0,25er aus dem Bastelladen) im Zickzack drauf, klebt mit noch mehr Sekundenkleber die Querstreben aus PS drauf, beschwert das Ganze ein bißchen, wartet ein paar Stunden, und schon kann man die Gitter rausknipsen, …

gllvweh-tuer-gitter

… ablängen und hinter die Fenster kleben. Klar, Löten wär eleganter, aber dazu muß man sich wohl erstmal ne Lötlehre nageln oder so, die Hitze werden die Auhagendinger sicher nicht so gern ertragen. Außerdem hatte ich so dünnen Draht eh nur in lackiert da, also bitte. :-)

Das obige Bild zeigt übrigens auch ein Detail, das ich bei allen meinen Leigeinheiten bisher vergessen hatte: den zweiten Tritt unter der Schiebetür, direkt unterhalb der Kastensäulen. Den hatten zwar nicht alle, aber immerhin die meisten Gllh 12, wenn ich mal die mir vorliegenden Bilder so durchkucke.

Aber wie gesagt, mehr zu diesem Umbau demnächst, ich wollt ihn eigentlich nur mal kurz zeigen hier. Zum Abschluß noch die andere Seite:

gllvweh-rechts

Und nochmal ein frohes, glückliches und gesundes neues Jahr Euch allen! Bleibt mir bitte gewogen :-)

Roco-Gms 54: Schmaleres Fahrwerk

Nur weil Brawa einen Gms 54 herausgebracht hat, gehört das alte Roco-, vormals Röwa-Modell ja nun noch nicht zum alten Eisen. Da nicht alle so denken, hat es mir neulich zwei lächerlich billige der Roco-Wagen in die Bastelkiste gespült. Schon angefrokelt, aber das macht ja nichts.

Das einzige wirklich störende optische Problem an diesen Wagen ist ihr zu breites Fahrwerk: zwischen Achshalter und Radscheibe paßt locker ein Preiserfigurenbein, selbst mit NEM-Rädern. Also hab ich mal wieder einen der Wagen experimentell zerlegt und frei nach Tobias Meyers Anleitung die Rahmenaußenträger vom Rest abgeschnitten:

gms54-teile

Übrigens mit dem Stechbeitel, rechts im Bild — ein geniales Werkzeug, das vom Griffstangenabschaben bis zu solch groben Aktionen wie dieser unschätzbare Dienste leistet. Kauft Euch aber einen guten — zweistellige Euros sollte der schon kosten, wenn er Freude machen soll.

Allerdings hab ich im Gegensatz zu Tobias nicht einfach den Rahmen bündig zur Innenseite der Außenlangträger gekappt, sondern möglichst viel vom Originalteil stehenlassen — der stumpfen Verklebung mit der neuen Bodenplatte trau ich nämlich nicht so recht. Die beiden Fahrwerkshälften habe ich sodann auf die originale Bodenplatte geklebt.

Eigentlich wollte ich zu diesem Behufe ja die Öffnungen für die sechs Rastnasen, die die Teile zusammenhalten, nach innen auffeilen, um den dann weiter innen liegenden Rastnasen Platz zu schaffen — es stellte sich jedoch heraus, daß das nicht mal nötig ist: Die Öffnungen bieten genug Spiel, so daß das Rahmenteil, wenn es an der Innenseite der Öffnungen anliegt, genau an der richtigen Stelle landet, um dann statt der Roco-Radsätze mit 25 mm Achslänge die schmalsten erhältlichen Nicht-Finescale-Radsätze, die von Brawa  mit 22,9 mm Achslänge, einzubauen.

gms54-radsatzvergleich

Im Bild allerdings nun doch wieder Finescale-Räder im umgebauten Wagen, denn RP25 Code 110 gibt’s mit dieser Achslänge nur von Weinert, und die hab ich mir noch nicht bestellt. (Muß ich eh, für die Brawa-Wagen halt.) Die Lücke zwischen Ecksäule und Pufferbohlen-Rest am umgebauten Wagen zeigt, wie weit der Langträger und damit die Achshalter nach innen wandern; bei genauem Hinsehen erkennt man auch die Öffnung der Rastnase außen neben dem Langträger.

Bevor allerdings die Räder in den Wagen kommen, müssen die Rahmenteile an die Bodenplatte. Dazu muß noch ein Stückchen PS-Profil auf die Bodenplatte, 0,5 mal 2,5 mm paßt wie dafür gemacht:

gms54-streifen

Die Breite ist indes unkritisch, wichtig ist die Stärke von 0,5 mm. Grund des Ganzen: das abgeschnittene Rahmenteil stützt sich mit dem inneren Längsträger auf den erhabenen Rippen der Bodenplatte ab — da es aber nun weiter nach innen rückt, „trifft“ der Längsträger „seine“ Rippe nicht mehr, sondern die Lücke zwischen den Rippen. Deshalb muß diese Lücke aufgefüttert werden, damit man das stabil verkleben kann.

Außerdem muß leider ein Teil des kultigen alten Roco-Symbols weg (im Bild oben schon passiert), weil da der Außenlangträger zu liegen kommt:

gms54-rocoweg

Wer mag, kann entweder das mittlere Rahmenteil nach Beschnippeln der Schnittstellen an den äußeren wieder einpassen oder auch neue Innenlängsträger bauen. Die Pufferbohlen müssen auf jeden Fall neu, dazu gehören beim Gms 54 Puffer mit großem Pufferteller-Durchmesser (5,2 mm statt der üblichen 4,3). Wer eine Kurzkupplungskinematik braucht, ist vermutlich mit dem Einbau einer Nachrüstkinematik am besten bedient; ich werde in bewährter Weise die originalen NEM-Schächte fest am Boden verkleben und verstiften. Daß man bei der Gelegenheit einem Teil der Wagen die Bremserbühne rauben sollte, sei nur am Rande erwähnt. Und Bremsbacken braucht er ja auch noch — die beiliegenden kommen bei meinen nicht mehr dran, nicht nur weil sie nicht beilagen, sondern vor allem weil sie potthäßlich sind.

Es kommt schon noch einiges an Arbeit zusammen, bis der Wagen fertig ist — aber er steht nach einer halben Stunde schon mit schmalem Fahrwerk auf seinen neuen Rädern, das motiviert ungemein!

gms54-vergleich

Erst recht, wenn man noch einen alten Vergleichswagen hat. :-)

Allenstedter Strickmoden: Die erste Wand

Die erste Wand hatte schon letzte Woche ihren Auftritt, hier ist sie nun mit den inzwischen besorgten Ecksäulen, dem im Layout (nicht in der Ausführung) vermutlich endgültigen Firmenschild und in einer wie ich finde sehr viel besser gelungenen Alterung:

strick-farbprobe3

Die Fenster hab ich nur mal behelfsmäßig reingeheftet, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie sie im Gebäude wirken. Ich schwanke da noch zwischen So-Lassen, Supern oder dem ersatzweisen Lasernlassen schönerer Exemplare; vermutlich kommen erstmal die Auhagenfenster rein, aber unlösbar ankleben werde ich die sicher nicht.

Was mich noch etwas betrübt hat, ist die Tatsache, daß es anscheinend keine Anreibebuchstaben mehr zu kaufen gibt. Irgendwo hab ich auch noch welche, aber ob die passende Schrifttypen und -größen haben und für einmal „ALLENSTEDTER STRICKMODEN“ ausreichen, selbst wenn ich sie finden sollte, wage ich zu bezweifeln. Weiß vielleicht einer von Euch noch ne Bezugsquelle?

Update: Wieder ist Verlaß auf die Leserschaft, danke! Nicht nur Letraset gibt’s noch, wenn auch mit einer viel kleineren Auswahl als früher und anscheinend ohne deutschen Vertrieb — auch Avery Zweckform hat noch mindestens eine Sorte Anreibebuchstaben, die Univers Bold in 4 mm. Gibt’s für nen schmalen Euro bei Amazon, sogar versandkostenfrei. Bingo!

Die ist zwar eigentlich zu modern, sie wurde erst 1957 entworfen, aber herrjeh, soo genau kuckt wohl keiner — schließlich ist es ja keine besonders auffällige Schrift, ihre Besonderheit ist eher das Gegenteil. Paßt!

Allenstedter Strickmoden: Ein erster Farbversuch

Nachdem die bestellten Wandteile zwar beim Händler liegen, ich es aber nicht zu dessen Öffnungszeiten dorthin geschafft habe, habe ich als kleine Ersatzbefriedigung mal bei Real einen Deckfarbkasten und ein paar Pinsel mitgenommen und ein Probewandteil gealtert:

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Eigentlich noch zu sauber, aber für’n Anfang schon nicht schlecht, wie ich finde. Die Fensterstürze sind mit der links abgebildeten Acrylfarbe gepinselt, damit das beim Wasserfarbengeplansche nicht wieder abgeht. Frage: Wo gibts den kleinen blauen Pinsel, der rechts auf der grünen Farbe liegt, zu kaufen? Meiner war in dem Alterungsfarbset dabei, aus dem auch die rote Acrylfarbe stammt. Das Ding ist genial, davon brauch ich einen Vorrat.

Update: Na, auf meine (paar) Leser ist Verlaß, dankeschön!  Hier eine Quelle für die Microbrushes, wie die Pinselchen auf gut neudeutsch heißen.

Engschrift gefunden!

Dank eines Hinweises aus dem Kreise der erlauchten Leserschaft (hallo Axel, danke!) kann nun auch die Lücke der „alten“ DIN-1451-Engschrift als geschlossen betrachtet werden: bei kde-look.org findet sie sich bei den „Open Din Schriften„.  Sieht im Windows-Preview etwas holprig aus, aber selbst wenn das an der Schrift liegen sollte und nicht wie ich vermute an Windows: halb so wild, wir wollen ja auch keine Romane damit setzen, sondern Wagennummern …

Edit: damit die Suchfunktion auch bei der Suche nach font diesen Eintrag findet, müssen die wohl auch drinstehen :-)

Noch ne Schriftenseite

Über die Fremo-Mailingliste kam ein Link von allgemeinem Interesse, den ich Euch nicht vorenthalten will: Enkel’s Eisenbahnseiten. Da gibt’s mal wieder Fonts zum Downloaden: für Lokschilder, Bahnhofsschilder und sowas. Natürlich kostenlos. Dazu gibt’s dann noch diverse Anschriftenmuster. Kann man immer mal gebrauchen …