Nochmal zu pa-Behältern

Getreu dem Open-Source-Grundsatz „ship early, ship often“ werden ja Seiten bei Modellbahnfrokler nach ihrer Erstveröffentlichung meist länger und öfter bearbeitet als vorher. So auch die Grundlagenseite über pa-Behälter, auf der mittlerweile die Behälter-Tabelle, aus der sie einst (ähm … letzte Woche) noch fast ausschließlich bestand, fast schon eine Nebenrolle spielt. Insofern: schaut doch nochmal rein (falls Ihr den Link am Ende des BTms-55-Sermons überhaupt bemerkt hattet).

Leser fragen: VW-Autotransport-Ganzzüge

Eine weitere Leserfrage und mein Versuch einer Antwort. Frank Müller fragte (vor geraumer Zeit, irgendwie ist dieser Artikel im Entwurfsstadium hängengeblieben, sorry dafür!):

a) Können nicht doch Bullis (oben) und Käfer (unten) ganz kurz zusammen auf einem Offs 55 transportiert worden sein – nämlich in der Zeit von 1955 (erster Einsatz der Offs 55) bis 1956 (Verlagerung der Bulli-Produktion von Wolfsburg nach Hannover)?

b) Wie sind denn wohl von 1956 bis 1959 (bis es die Offs 60 gab) die Bullis aus Hannover abtransportiert worden? Nur mit Flachwagen? Wäre natürlich vorstellbar… oder womöglich mit Offs 55 mit leerem Unterdeck? Und wenn das so war, hätte dann ein Zug auf dem Weg von Hannover nach, sagen wir mal Berlin, nicht kurz in Wolfsburg „halten“ können, um das Unterdeck mit Käfern zu füllen? Nein, ist wahrscheinlich zu abwegig, viel zu viel Rangieraufwand und Wartezeit. Aber ein paar fertig mit Käfern gefüllte Offs 55, Off 59 oder Off 52 an einen Bulli-Zug anhängen, das wäre doch vielleicht möglich…?

Ich suche natürlich nur eine Begründung, dass ich alle Autotransporter (jetzt dann wohl endlich von Exacttrain auch vernünftige Offs 55) in einem Zug unterbringen kann. Autotransportzüge sind toll, aber zwei Ganzzüge wollte ich mir dann doch nicht zulegen, wenn es sich vermeiden lässt.

Fangen wir mit der letzten Bemerkung an: Offs 60 waren so konstruiert, daß sie Bullis (und andere Kleintransporter) im Ober- und Unterdeck befördern konnten — aber sie liefen selbstverständlich auch in gemischten Zügen mit Off 52, Offs 55 und Off 59 in der PKW-Beförderung. Gegen Deinen gemischten Ganzzug spricht demnach gar nichts!

Die Mischbeladung Bullis und Käfer hingegen halte ich bis zum Beweis des Gegenteils für unwahrscheinlich. Grund: Als der Bulli noch aus Wolfsburg kam, spielte er stückzahlmäßig im Vergleich zum Käfer praktisch keine Rolle. Bullis wurden in Wolfsburg mehr oder weniger handgeklöppelt, während Käfer direkt vom Fließband auf die Doppelstock-Autotransportzüge krabbelten. Da einzelne Bullis in den Käferzug zu steuern und dann noch dafür zu sorgen, daß sie auch auf einem Offs landeten, erscheint mir viel zu aufwendig — die werden sie irgendwo an der Ladestraße des Werks auf Flachwagen geladen haben und gut.

Flachwagen ist eh ein gutes Stichwort — es gibt Bilder von der Bulli-Entladung im Hamburger Hafen (zum Export in die USA), wo die Bullis ausnahmslos auf Flachwagen verladen sind und mit dem Kran runter (und in den Schiffsbauch) gehievt werden. Die Verwendung eines der ohnehin knappen Offs 55 (denn wegen der Autotransportwagen-Knappheit hat man ja nur die an sich bereits veralteten Off 59 (um-)gebaut) zum Transport von Bullis im Oberdeck bei leerem Unterdeck kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Also: Käfer auf Flachwagen, mit dem Aufkommen der Off-Generationen dann sehr bald in diesen — aber zumindest anfangs auch gemischt mit Flachwagen, wobei die Flachwagen aber an den Enden des Zuges hingen; Bullis auf Flachwagen, mit Aufkommen des Offs 60 dann sicher auch in gemischten Zügen aus beidem.

Ganzzüge aus Bullis und Käfern kenne ich nicht, aber sowohl Bullis als auch Käfer wurden nicht ausschließlich in Ganzzügen befördert, sondern auch auf (Gruppen von) Einzelwagen in normalen gemischten Güterzügen.

Leser fragen: Farbe von Güterwagen

Eine neue Rubrik im Froklerblog!  Hier werde ich (oder werden wir, je nachdem) Sachfragen von Lesern beantworten, so wir es können und die Antwort von allgemeinem Interesse ist. Das ist auch ausdrücklich eine Ermunterung, solche Fragen zu stellen — am besten per Mail, aber auch in den Kommentaren gestellte Fragen werden gelesen und wenn möglich beantwortet werden, klar.

Fangen wir gleich mal mit der ersten Frage an. Simon L. fragte:

Nun habe ich einige gedeckte Güterwägen von Roco und Fleischmann erstanden. Laut Literatur wurden bei der DB diese ja wohl alle mit RAL 8012 (rotbraun) lackiert. Bei meinen 6 Wägen habe ich leider 5 verschiedene Brauntöne im Programm. Selbst beim gleichen Hersteller (Roco) sind die Farbtöne z.B. des Gms 54 und des Gmms 60 ziemlich unterschiedlich. Sieht in der Vitrine recht bescheuert aus. Oder gab es in Wirklichkeit bei der DB doch unterschiedliche Brauntöne?

Zunächst einmal ist es richtig, daß alle deutschen Güterwagen seit etwa Ende des ersten Weltkrieges und bis zur Einführung des Farbtons „verkehrsrot“, wenn sie denn braun waren, auch rotbraun waren. (Nicht von Anfang an rotbraun RAL 8012, das gab es damals noch nicht, aber der Farbton hat sich nicht geändert.)

Allerdings waren sie nicht alle lackiert. Insbesondere die von Dir genannten Um- und Neubauwagen mit Wandverkleidungen aus sogenannten „Kunstharzholzplatten“ (heute heißt sowas Spanplatte) waren nicht lackiert, sondern aus in diesem Farbton beschichteten Platten gebaut. Damit einher gingen schon im Neuzustand Abweichungen im Glanzgrad, die leicht als verschiedene Farbtöne erscheinen.

Vor allem aber bedeutet die gleiche Farbe ab (Ausbesserungs- oder Hersteller-) Werk nicht, daß die Wagen dann auch im Betrieb die gleiche Farbe hatten. Verschmutzung und Verwitterung sorgten schnell dafür, daß es ein weites Spektrum an Rotbraun-Schattierungen gab und keine zwei Wagen wirklich gleich aussahen.

Wenn Deine Wagen also nicht gerade das Ausfahrgleis eines Aw oder eine Fahrzeugschau darstellen sollen, sondern einen Güterzug — dann mach Dir keinen Kopp um den richtigen Farbton! Paßt schon.

Ansonsten sei noch ein Blick in das Alterungstutorial auf Modellbahnfrokler.de angeraten — entgegen seinem Namen geht’s darin nicht nur um Alterung, sondern auch um die richtige Farbe von neuwertig dargestellten Wagen.

Autoverkaufszahlen

Interessante Website: Best Selling Cars Blog.  Der Link geht direkt zur wohl für uns interessantesten Unterseite, den historischen Zahlen für Deutschland seit 1946!  Dabei ist natürlich nicht alles so detailliert wie die letzten drei Jahrzehnte, für die jeweils die Top 100 aufgeschlüsselt sind — aber auch die Informationen der früheren Jahre sind äußerst wertvoll, und die alten Fotos, die die Seite beleben, sind auch nicht zu verachten.

Danke an Kai Lahmann für den Link.

Update: Fieserweise wollen die jetzt Geld für die detaillierten Daten.  Ich laß den Link trotzdem mal online, die Fotos werden davon ja nicht wertlos.  Aber mittel-angepißt bin ich schon deswegen.

Can Trains Be Hacked?

Diese recht provokante Frage ist der Titel eines Vortrags von Stefan Katzenbeisser auf dem 28. Chaos Communication Congress (kurz: 28c3), aber der Vortrag selber ist gar nicht so provokant. Stefan erklärt Eisenbahnsicherungstechnik für Laien, von den Anfängen über mechanische Stellwerke und ESTW bis hin zum aktuellen ETCS. Und wirklich für Laien: Das Publikum ist erkennbar eisenbahnmäßig unbeleckt.

Das hat den Vorteil, daß man als Eisenbahnfreund eigentlich nicht zu ahnungslos für diesen Vortrag sein kann. Klar, die „Signalabhängigen“ werden eher um die Wette gähnen, aber für Normalos ist das meines Erachtens eine gut investierte Stunde, zumal Stefan das trockene Thema auch recht kurzweilig und in einem charmanten österreichischen Akzent rüberbringt. Und danach weiß man mehr übers Vorbild, das kann ja eigentlich nie schaden.

Also: ab zu Youtube, und viel Spaß dabei!

Firmenanschriften im Wandel der Zeit

Bereits im Oktober bekam ich auf diesen Beitrag über die Schlabonski-Anschriften zunächst einen Kommentar und dann einige Mails von Rene, der sich sehr ausführlich über die Veränderungen von Firmenanschriften, besonders auf Lastwagen, ausließ und sogar ein paar selbstgesetzte Beispiele dazu mitschickte.  Das fand ich schon damals zu schade, um es in den Kommentaren bzw. meiner Inbox versauern zu lassen, deswegen häkele ich jetzt mal (mit der üblichen Verspätung) wenigstens ein Blogposting draus.  Der folgende Text und alle Illustrationen sind von Rene, ich hab nur ein paar Großbuchstaben drübergestreut ;-)  — Ermel

schlabonski-rene-50erAus meiner beruflichen Erfahrung sind mir die Probleme der Logo- und Markenzeichen-Findung vertraut.

Als Hinweis für alle Leser möchte ich folgendes bemerken:

schlabonski-rene-60erJede Zeit hat ihre eigene Typographie (Schrift) und grafische Eigenheiten. Firmen haben stets Anpassungen vorgenommen, um auf der Höhe der Zeit zu sein (z.B. Agfa, C&A, BASF, BMW, …). Es gibt nur wenige, die über eine lange Zeit unverändert blieben (z.B. Friedrich Schulze Mariendorf, Alfred Talke bis etwa 2000).

schlabonski-rene-70erDies liegt vor allem an der Methode der Erstellung von Logo und Schrift für Reklame. In den 50er und frühen 60er Jahren ist Werbung vor allem handgemacht und meist monochrom, die Schrift ist dünn und schreibschiftähnlich. Es gab den Beruf des Schriftmalers.

schlabonski-rene-80erIn den späten 60er und frühen 70er Jahren wurde die Darstellung bunter und fetter. Viel Farbe mit geometrisch konstruierter Schrift und Logos angelehnt an das Space Age.

Die 80er und frühen 90er Jahre sind verspielt, der Großformatdruck in Serie ist möglich und die Computer halten Einzug in die Grafik. Alles, was geht, wird gemacht. Logos werden überladen und Schrift erhält Schatten, Verläufe und Spiegelungen und viel viel Farbe (z.B. Atari). Oft verschwand auch die Schrift aus den Logos (z.B. Fiat).

schlabonski-rene-90er

Umgebrochen auf Modellbahn-Epochen bedeutet dies:
Epoche 3 – Grundfarbe + Highlight-Farbe, Brush Script-Schriften oder Serifen
Epoche 4 – Grundfarbe + Highlight-Farbe, serifenlose Schrift
Epoche 5 – Multicolor, Logos

schlabonski-rene-00er

Soweit Rene. Nun muß man seine Entwürfe nicht unbedingt alle schön finden; trotzdem fand ich seine Ausführungen doch interessant genug, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Auf Schlabonskis Firmendesign haben sie indessen keinen Einfluß. In den 50ern wurden normale Lastwagen eh noch nicht großflächig beschriftet, da kam der Firmenname in den Leuchtkasten über der Frontscheibe und die Adresse auf die Tür, und gut war’s.  Aus dieser Zeit stammt meine Schriftart-Auswahl: Mitropa-Schrift als fette, prägnante Schrift für den Firmennamen, DIN-Engschrift für den Rest.  Und seither hat eben niemand einen Grund gesehen, das oder auch die Farben zu ändern — das mag schon ungewöhnlich sein, aber es gibt ja durchaus auch solche Beispiele aus dem wahren Leben.  Und so tragen eben auch 2011 noch neue taubenblaue Actrosse stolz ihre weißen SCHLABONSKI-Schriftzüge in dieser prägnanten, eckigen Mitropa-Schrift.  Tut mir leid :-)

Nochmal Märklin Pwgs 41

So, mit Hilfe der „Community“ ;-) ist jetzt glaube ich der Kenntnisstand zum Märklin-Pwgs 41 ausreichend, um ein Fazit zu ziehen.

Hier zunächst nochmal ein Vergleichsbild aus Bildausschnitten:

trix-pwgs41-vergleich-3

Von links: Aktuelle Zeichnung von Stefan Carstens (mit freundlicher Genehmigung übernommen aus „Güterwagen, Band 6„); Vorbildfoto von Michael O. (mit freundlicher Genehmigung); Märklin-Werksfoto; Zeichnung von Frank Wieduwilt 2000 bei Modellbahnfrokler;  Merkbuchzeichnung von 1948.

Auch wenn Bildvergleiche nicht 100% passen können, so zeigt dieser doch: Bei Märklin sitzt die Deckleiste zu hoch, dadurch sind die Fenster zu klein.  Man achte einfach mal darauf, wie groß der obere Teil mit dem Fenster in Relation zum unteren ohne Fenster wirkt.  Da zeigen, kleinere Abweichungen hin oder her, die Carstens-Zeichnung und das Vorbildfoto andere Wagen als der Rest.

Was also ist zu tun? Wenn man den Märklin-Wagen tatsächlich korrigieren will, wäre die Deckleiste um etwa einen mm nach unten zu versetzen, die Fenster entsprechend aufzufeilen und der Außenrahmen an der Wagenkastenunterkante um gefühlt etwa einen halben mm nach unten zu verbreitern. Sowohl „Früherwarallesbesser“ (siehe vorheriges Posting hier) als auch Jörg Chocolaty im EJ 4/2010 (siehe Kommentar von Lars zu demselben) haben diesen Weg ebenfalls vorgeschlagen oder gewählt.

Mein Standardspruch in solchen Situationen: „Lieber die als ich!“ :-)

Von mir wird’s einen solchen Umbau nicht geben. Stattdessen warte ich mal ab, bis „Güterwagen, Band 6“ hier in Papierform vor mir liegt (ich freu mich schon drauf), dann wird erstmal was übers Vorbild gelernt und der Mäh-Wagen nochmal abschließend genau vermessen — und dann werden wir wohl doch noch mal den Bastelbogen angehen, was ist schon ein Jahrzehnt unter Freunden …

Und bis dahin dürfen die Mäh-Wagen zähneknirschend im Bestand bleiben, na klar. Dran rumfrokeln werde ich aber nicht mehr, und auch der beschädigte bleibt wahrscheinlich von der Ausbesserung zurückgestellt — ich hab einfach keinen Bock mehr auf die Dinger. Zum Thema Märklin-Pwgs 41 war’s das also vermutlich von meiner Seite, aber zum Thema Pwgs 41 kommt sicher nochmal was.

Allen, die mit Rat & Tat, Fotos & Zeichnungen, Tips & Ideen beigetragen haben, sei an dieser Stelle nochmal herzlich gedankt. So macht das Spaß!

Die kleine Bahn in 1:1

Neulich zu Pfingsten war ich mit Frala mal wieder in Bruchhausen-Vilsen, wo die örtliche Museumskleinbahn einen Zwei-Dampfzug-Betrieb nach Asendorf durchführte.  Die dabei entstandenen Bilder will ich Euch nicht vorenthalten: hier gehts zum Album.

bruchhausen11

Als kleines Schmankerl hätt ich da noch ein Soundfile von der Fahrt der Lok „Plettenberg“ (das ist die mittlere im oberen Bild) mit einem gut besetzten Zug vom Fotohalt in Vilser Holz (mit Anfahrt am Berg) bis zum nächsten Halt in Heiligenberg: Hier saugen bitte (MP3, ca. 3 MB, ca. 6 min, uneditierte Aufnahme aus meinem alten Nokia-Händi).  Oder direkt anhören:

Achja, und dann stand da noch dieser Ommu Klagenfurt Duisburg (DB Omm 37), falsch beschriftet als Ommu 44 der DR (was für einen Klagenfurt passen würde), aber sehr schön restauriert und dank Rollböcken auch prima zugänglich.

ommu44-bruchhausen

Hier gehts zu einem Fuder Detailaufnahmen davon.