Zu Besuch in Murnau

Vor Jahren zeigte Johannes Auerbacher im DSO-Forum eine beeindruckende Artikelserie mit zahllosen tollen Bildern seines nicht minder tollen Bahnhofes Murnau und der Heimanlage, die er um dieses Fremodul gebaut hat.

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Das fanden wir damals schon zu schade, um den üblichen DSO-Forumstod — verlinkt auf Seite drölf, ohne Bilder dank verrotteter Links zu kostenlosen Bilderhostern — zu sterben.

Deswegen habe ich damals schon klargemacht, was ab heute Wirklichkeit wird: die Serie kommt auf Modellbahnfrokler! Allerdings nicht alles auf einmal, sondern heute erstmal nur der erste Teil: In Murnau wird Ng 8013 zu Ng 8014.

Fortsetzung folgt.  Hach, ick freu mir. :-)

Seitenschutz für Module Teil II

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich hier bereits über meine Schutzplatten für den Modultransport berichtet. Die haben meine Module gut beschützt, aber die Lackschicht hat doch etwas gelitten, wenn Dreck dazwischen war. Dagegen habe ich dann Schaumstoffstreifen, die eigentlich zur Fensterisolation genutzt werden, aufgeklebt. Das war ein voller Reinfall: Statt den Lack zu schützen, haben sie ihn angelöst und glänzende Streifen hinterlassen.

Durch Schutzstreifen verdorbene Seitenfläche.
Durch Schutzstreifen verdorbene Seitenfläche.

Das war also schonmal nichts. Stattdessen habe ich nun einen zweiten Versuch mit großflächig aufgebrachtem Filz gemacht. Es gibt selbstklebende Meterware, die leider recht teuer, aber fix und sauber verarbeitet ist. Pro Moduldoppeldecker (Zwei Seiten) habe ich jetzt ca. 15€ bezahlt, was schon schmerzt, aber hoffentlich eine endgültige Lösung ergibt.

Der Filz lässt sich nicht wirklich präzise zuschneiden. Ich habe ihn daher mit grobem Übermaß aufgeklebt und danach entlang der Kante der Hartfaserplatten mit dem Cutter abgeschnitten. Dabei kommt es ohnehin nicht auf den letzten Millimeter an.

Benötigtes Material und Werkzeug: Die Seitenwand mit bereits aufgeklebtem Filz (Zu sehen von unten, glänzend die Kleberschicht), ein Cuttermesser zum Trimmen und vorne rechts ein Reststück von oben.
Benötigtes Material und Werkzeug: Die Seitenwand mit bereits aufgeklebtem Filz (Zu sehen von unten, glänzend die Kleberschicht), ein Cuttermesser zum Trimmen und vorne rechts ein Reststück von oben.

So beklebt bleiben die Schutzbretter so unkompliziert nutzbar wie bisher, aber schützen noch besser.

Modulseiten mit fertiger Abdeckplatte.
Modulseiten mit fertiger Abdeckplatte.

Das eingepackte Modul wird dadurch noch etwas dicker (ca. 5mm pro Doppeldecker), aber das halte ich für verschmerzbar.

Seitenschutz im Einsatz: Der Gurt hält alle Schichten zusammen, die im einzelnen sind: Hartfaserplatte, Filz, Lack, Multiplex-Modulseite.
Seitenschutz im Einsatz: Der Gurt hält alle Schichten zusammen, die im einzelnen sind: Hartfaserplatte, Filz, Lack, Multiplex-Modulseite, Multiplex-Beinhaltebrett.

Mal sehen, ob ich dieses Mal wieder nach einem halben Jahr fluche. Ich hoffe, dass es mir erspart bleiben wird.

Neunzehnhundertachtundzwanzig!

Nanu?  Eine grüne Lokomotive?

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Das erste Fremo-Epoche-2-Treffen in Westdeutschland, letztes Wochenende in Bad Oeynhausen, hat eine lange Zeit schwelende Leidenschaft neu entfacht: Ermel ist jetzt wieder Epoche-2-Fan!  Die gezeigte Lok, eine Brawa-G 5.4, hat daran einen nicht unerheblichen Anteil, aber das ganze Arrangement und Rollmaterial war eine einzige nichtendenwollende Labsal für meine computernummergeplagten Augen.  Jeder einzelne Zug war eine Augenweide!  Dazu kam dann noch ein sehr gelungener Fahrplan, extrem angenehme Mitspieler, wenige, aber umso schönere Betriebsstellen und ein allgemeines Gefühl der Tiefenentspannung — so viel Spaß hatte ich beim Fremo jedenfalls seit Jahren nicht mehr.  Und wenn der Blick dann rüber zum Epoche-3-bis-4-Arrangement im selben Saal schweifte, gleich nochmal so viel — Krönung war die Kombination von blau-beiger 290, Vh 14, G 29 und Tds (Ktmm 69, wenn das hilft) mit braunem Rahmen im selben Zug … :-/

Und Ermel wäre nicht Ermel, wenn das nicht Auswirkungen auf seine Fahrzeug- und Modulpläne hätte.  Dies sei also als Warnung verstanden: wer eine Allergie hat gegen grüne Dampflok, kurze und dafür umso langatmiger beschriftete  Güterwagen oder die Farbe Braungrün, der wird in nächster Zeit hier schlimme Qualen zu erdulden haben :-)

Vielen Dank an Tobi für das (von mir leicht, aber sehr dilettantisch, retuschierte) Bild — hier sind die anderen. Update: Weitere Bilder von Patrick und Markus.

Seitenschutz für Module

Nachdem ich kürzlich an dieser Stelle von meiner Technik zum Lackieren von Modulen berichtet habe, müssen die Oberflächen natürlich auch irgendwie geschützt werden. Sonst rutscht spätestens bei der ersten scharfen Kurve alles im Auto ein bisschen umher und zerkratzt sich gegenseitig.

Aber auch sonst ist eine seitliche Abdeckung sehr sinnvoll: Sie schützt nämlich nicht nur die Außenflächen, sondern auch die Geländegestaltung vor Staub bei der Lagerung und vor herumpolternden Gegenständen beim Transport.

Seitenabdeckung aus Hartfaserplatte
Seitenabdeckung aus Hartfaserplatte

Als Material für die Abdeckungen habe ich herumliegende Reste aus 3mm Hartfaserplatte genommen. Mit ihren 68cm Breite passen sie halbiert sehr gut zu meinen 35cm hohen Doppeldeckern. Müsste ich neues Material kaufen, würde ich das selbstverständlich exakt passend wählen. Befestigt werden sie mit Klettstreifen, die an der Innenseite der Module eingeklebt sind. Dabei hat sich bei mir selbstklebendes Material von Velcro bewährt, das der örtliche Stoffladen führt; zahlreiche noname- (oder lowname-) Produkte fielen nach einer kurzen Zeit einfach wieder ab. Velcro hat auf der Rückseite einen echt widerlichen, sehr zähen Klebstoff, der beim Schneiden die Schere zusetzt, aber auch auf Lackoberflächen gut hält.

Die Klettstücke sollten gegenüberliegend im Doppeldecker eingeklebt werden und möglichst nah in den Ecken sitzen. Bei den gezeigten kurzen Modulen (36cm) reichen zwei; bei normalen Streckenmodulen habe ich drei Befestigungen. Die Hakenseite sitzt im Modul.

Befestigung mittels Klettstreifen
Befestigung mittels Klettstreifen

Die Gegenseite dazu sind über die Seitenwand laufende Riemen mit eingenähten Klettstreifen. Die Riemen sind mit den Abdeckungen verklebt; dabei habe ich verschiedene Klebstoffe ausprobiert und alle von der weißen Beschichtung der Hartfaserplatten wieder abziehen können. Der einzige, der dauerhaft hält, ist Beko Allcon 10.

Der von mir verwendete Klebstoff
Der von mir verwendete Klebstoff

Den Riemen gibts im Stoffladen vom Meter. Ich schneide ihn selbst zu und nutze dafür meinen Gaslötkolben mit Schneidklinge. Die Riemen werden in zahlreichen Farben angeboten; wenn du nicht rot wählst, können wir unsere Platten gut auseinanderhalten.

Abtrennen der Riemenstücke mit einer heißen Klinge
Abtrennen der Riemenstücke mit einer heißen Klinge

Der eigentliche Trick zum rationellen Anfertigen der Abdeckungen ist das Nähen der Klettstücke auf die Riemen in Serienfertigung. Ich vernähe immer einen Riemen, lege dann aber direkt den nächsten an und arbeite weiter. Dadurch muss ich weniger oft den Faden festhalten.

Effizientes Vernähen aller Bänder auf einmal
Effizientes Vernähen aller Bänder auf einmal

Auf jedem einzelnen Riemen gehe ich mit der Nähmaschine einmal vorwärts, dann rückwärts, dann wieder vorwärts und setze beim letzten Durchgang schon den nächsten Riemen an.

Klettband und Riemen werden stabil vernäht
Klettband und Riemen werden stabil vernäht

Auf diese Art und Weise konnte ich die gezeigten elf Riemen beidseitig in weniger als einer halben Stunde vorbereiten, sodaß sie nur noch aufgeklebt werden müssen.

Einseitig vorbereitete Haltestreifen
Einseitig vorbereitete Haltestreifen

Die Abdeckungen haben bei mir einige Transporte mitgemacht und sich sehr bewährt. Von balsine kam noch der Verbesserungsvorschlag, innen auf die Hartfaserplatten Filzstreifen zu kleben; das möchte ich noch umsetzen. Aber auch so schützen sie schon sehr gut, hinterlassen aber keine sichtbaren Befestigungen am Modul und erschweren Auf- und Abbau kaum.

Ein Problem ergibt sich, wenn die Klettstreifen auf der Innenseite der Module nicht in den Ecken eingeklebt werden können: Dann ist nämlich das Ende der Hartfaserplatten nicht gehalten und klafft auf. Ich möchte hier noch elastische Bänder aufkleben, die um die Schraubenköpfe auf den Stirnseiten greifen. Bei normalen Streckenmodulen ist aber in den Ecken üblicherweise genug Platz.

DIN 605: Die perfekte Modulbeinhalterschraube

Für Modulbeine gibt es zahlreiche Lösungen. Eine, die sich im Fremo bewährt hat, sind einzelne Beine aus Aluminium-Vierkantrohr, die in passende Aufnahmen am Modul gesteckt werden. Diese Aufnahmen gab es früher über den Bauchladen als geschweißte Stahlkonstruktion mit entsprechenden Toleranzen. Mittlerweile hat sich auch hier die Lasertechnik durchgesetzt, die aktuell erhältlichen Beinhalter sind daher sehr präzise gefertigt und problemlos gegeneinander austauschbar.

Nach wie vor müssen die Beinhalter aber irgendwie am Modul befestigt werden. Da ich ein Fan glatter Modulaußenseiten bin, kommt einfaches Durchschrauben nicht in Frage. Bei vorherigen Konstruktionen habe ich einfache Inbus-Senkschrauben in eingeleimten Brettchen verwendet. Dabei verschwindet der Kopf dann zwischen dem eingeleimten Brettchen und der Modulseite, sodaß die Schrauben nicht nachgezogen werden können.

Wesentlich geeigneter, mir aber bis vor kurzem völlig unbekannt, sind Senkschrauben mit Vierkantansatz nach DIN 605. Diese Schrauben haben einen Senkkopf mit 120° Winkel, der die Schraubenkraft bei geringer Länge auf eine große Fläche verteilt, und darunter einen Vierkant, der sich ins Holz zieht und die Schraube gegen Verdrehen sichert. Die Rückseite des Kopfes ist vollständig eben. Die kleinste Größe, die ich gefunden habe, ist M8x30. Für unsere Anwendung ist sie ideal geeignet, weil die Länge gerade ausreicht und die Löcher in den Modulbeinhaltern auf M8 bemessen sind.

Die Schraube DIN 605 M8x30 einzeln.
Die Schraube DIN 605 M8x30 einzeln.

Die Senkung lässt sich mit einem Maschinensenker mit 120° Spitzenwinkel und 20,5mm Durchmesser einfach einbringen. Der Durchmesser passt dabei perfekt zu M8-Schrauben, allerdings müssen Senkungsachse und Bohrungsachse schon recht gut übereinstimmen, sonst sitzt die Schraube am Ende schief.

Zum Versenken ist eine Senkung mit 120° und 20,5mm Durchmesser notwendig
Zum Versenken ist eine Senkung mit 120° und 20,5mm Durchmesser notwendig

Die Schraube kann dann mit einem Akkuschrauber oder einer Ratsche in das Holz gezogen werden. Ich habe dabei bereits die Beinhalter montiert und werde später über die gesamte Einheit drüber lackieren. Prinzipiell ließen sich die Schrauben auch einfach nur ins Holz setzen, dann könnten die Beinhalter nach dem Lackieren montiert werden.

Unten: handfest. Oben: Vierkant vollständig ins Holz gezogen.
Unten: handfest. Oben: Vierkant vollständig ins Holz gezogen.

Nach dem Festziehen sitzt der Schraubenkopf auf der Rückseite bündig im Holz versenkt, das Brettchen kann nun vollflächig ins Modul geleimt werden.

Bündig versenkte Köpfe von der Rückseite
Bündig versenkte Köpfe von der Rückseite
Fertig montierte Modulbeinhalter
Fertig montierte Modulbeinhalter

Einzig zwei Nachteile haben die Schrauben meines Erachtens: Ich habe noch keine Quelle für verzinkte Schrauben gefunden, die sinnvolle Gebindegrößen anbietet, und daher die hier gezeigten schwarzen gewählt. Mein Schraubenhändler hätte zwar verzinkte Schrauben besorgen können, allerdings im 1000er-Paket für über 100€. Das zweite ist der ungewöhnliche Winkel des Kopfes. Durch die Wahl des mit 120° sehr flachen Winkels wird der Schraubenkopf bei gleicher Baulänge breiter gegenüber einem mit 90° abgeschrägten Kopf, was in Holz prinzipiell vorteilhaft ist. Allerdings sind die 120°-Senker recht speziell und kosten daher deutlich mehr als übliche 90°-Senker; ich habe ~25€ bezahlt.

Lackieren von Modulkästen

Heute soll es mal um etwas anderes als den sonst hier üblichen Kleinkrammodellbau gehen: Das Lackieren eines kompletten Modulkastens! Ich habe mittlerweile einige Kästen lackiert und dabei vermutlich jeden Fehler gemacht, den man machen kann. Mittlerweile sieht es auch ohne Malerausbildung gut aus, aber vielleicht kann der eine oder andere von euch ja noch wertvolle Hinweise beisteuern. Daher hier mein Workflow mit der expliziten Bitte um Tips und Hinweise, wie es besser oder einfacher ginge!

Materialien und Werkzeug

Zunächst braucht man natürlich Farbe, aber welche? Außerdem natürlich das zum Auftragen und Glätten notwendige Werkzeug.

Lacke und Spachtel

Acryllacke sind weniger gesundheitsschädlich und umweltfreundlicher als lösemittelhaltige Lacke und daher prinzipiell zu bevorzugen, haben aber für Module einen ganz eklatanten Nachteil: Sie trocknen sehr langsam und sind jahrelang leicht klebrig. Normalerweise bemerkt man das nicht, wenn man aber Module mit Maschinenschrauben aneinanderzieht und ein Wochenende so gepresst stehen lässt, kann man sie am Ende voneinander losbrechen. Um dies zu vermeiden nutze ich nur Lacke auf Lösemittelbasis, mit denen ich dieses Problem noch nicht hatte.

Material; von links nach rechts: Verdünnung, Decklack, Vorlack. Davor: Feinspachtel.
Material; von links nach rechts: Verdünnung, Decklack, Vorlack. Davor: Feinspachtel.

Als Grundierung hat sich bei mir Zero Vorlack bewährt, als Decklack Zero Satina. Letzteren gibt es in allen RAL-Farbtönen, obwohl uns natürlich RAL 7001 völlig ausreichen würde! Zusätzlich wird das passende Lösemittel benötigt, ich nutze einfachen Terpentinersatz.

Um Unebenheiten in den Oberflächen auszugleichen reicht eine Einkomponenten-Feinspachtelmasse, die zwar nicht perfekt haftet und keine größeren Löcher füllt, aber einfach zu verarbeiten ist. Im Farbhandel wurde mir dazu Jansen Ahrweitex empfohlen, die unseren üblichen Modellbauspachtelmassen sehr ähnlich zu sein scheint.

Keine gute Idee: Streichen

Aus Fehlern lernt man, aber manche sollte man am besten gar nicht erst machen: Module mit einem Pinsel streichen. Die Spuren zeichnen sich auch bei verdünnter Farbe (die dann im übrigen überall hinläuft) ab, es ist mir nicht gelungen, die Oberfläche homogen zu kriegen. Daher nutze ich jetzt nur noch Schaumstoffrollen, und zwar nicht zylindrische, sondern welche mit abgerundeten Kanten. Die haben nämlich den Vorteil, dass sie auf Flächen keine glatte ‚Naht‘ hinterlassen, wenn man mehrfach nebeneinander rollt. Es gibt im Farbhandel auch Schaumstoffrollen aus unterschiedlichen Materialien, aber mir ist bei der Benutzung kein Unterschied aufgefallen, daher kaufe ich einfach immer die billigsten. Die Schaumstoffrollen lassen sich nicht auswaschen. Sie werden nur einmal benutzt und daher im Farbhandel gleich im Zehnerpaket verkauft.

Die Farbe entnehme ich aus einer kleinen Farbwanne. Es gibt im Farbhandel aus dünner Plastikfolie tiefgezogene Wannen, die einmal benutzt und dann entsorgt werden. Ich bin mir nicht sicher, ob die Umwelt sich darüber freut oder nicht; einerseits entsteht zwar Plastikmüll, andererseits müsste man die Wannen sonst mit Lösemitteln reinigen. Als Mittelweg nutze ich sie mehrfach, indem ich sie nach Benutzung auswische, Reste antrocknen lasse und bei der folgenden Lackschicht mit der gleichen Lacksorte noch einmal benutze.

Die Farbe wird aus der Wanne mit der Rolle aufgenommen und auf dem Modulkasten verteilt. Erst mit viel Druck, damit alle Vertiefungen auch wirklich mit Farbe gefüllt werden; dann mit weniger bis kaum Druck, um die Oberfläche zu glätten. Die Rolle sollte man dabei nicht nur hin- und herschieben, sondern auch häufiger mal neu ansetzen, um nicht immer mit dem gleichen Walzenabschnitt über den gleichen Oberflächenteil zu fahren. Vor allem an den Kanten muss man darauf achten, den Schaumstoff nicht zu stark auszupressen und dicke Bereiche oder gar Nasen zu erzeugen.

Lackierwerkzeug: Rolle mit Halter, (Einmal-) Farbwanne, Rührstab, Zeitungspapier.
Lackierwerkzeug: Rolle mit Halter, (Einmal-) Farbwanne, Rührstab, Zeitungspapier.

Ganz ohne Pinsel geht es aber doch nicht. Für die erste Versiegelungsschicht auf Innenkanten nutze ich ihn. Ich habe es noch nicht geschafft, große Pinsel restlos zu reinigen, daher kaufe ich mittlerweile nur noch ganz bilige und nutze sie einmalig.

Hilfsmittel für den Lackschliff

Zwischen den einzelnen Lackschichten müssen die Oberflächen geschliffen werden. Ich nutze dazu einen kompakten Einhand-Exzenterschleifer von Bosch, der mir gute Dienste leistet, den ich allerdings erst kennenlernen musste. Sobald man ihn einschaltet, dreht der Schleifteller leer und kommt zügig auf hohe Drehzahl, was beim Aufsetzen zu sofortigem Durchschleifen der Lackschichten führt. Daher: Erst aufsetzen, dann einschalten, oder einschalten und sofort aufsetzen. Insbesondere an den Kanten neigt er dennoch dazu, die Lackschichten durchzuschleifen. Das lässt sich durch starken Druck abmildern, aber vorsichtig sein muss man immer.

Mein kleiner Exzenterschleifer -- ein unersetzlicher Helfer beim Schleifen der lackierten Flächen!
Mein kleiner Exzenterschleifer -- ein unersetzlicher Helfer beim Schleifen der lackierten Flächen!

Die Maschine nutze ich ausschließlich mit Staubsaugerabsaugung, weil sie sonst sehr viel Dreck macht und das Schleifpapier schnell zugesetzt wird. Apropros zusetzen: Für den Lackschliff gibt es spezielles Schleifpapier, das sich weniger schnell zusetzt als normales. Es wird als ‚offen gestreut‘ gehandelt und hat wohl eine geringere Menge abrasiver Körper pro Fläche. Ich nutze Bosch ‚Best for Paint‘ in Körnung 120.

Schöne Seitenwände fangen schon bei der Planung an!

Die Seitenwände sind bei Modulen die Flächen, die man als erstes wahrnimmt. Daher sollten sie nicht nur halbwegs in Ordnung, sondern perfekt aussehen. Dazu gehört für mich, dass keine störenden Unebenheiten, Kanten oder Schrauben drin sind.

Meine Module plane ich daher mittlerweile mit durchgehenden Seitenteilen, das Stirnprofil wird dazwischengesetzt. Das hat funktionell allerdings den Nachteil, dass das Stirnprofil verkippen kann, was zu üblen vertikalen Knicken oder Spalten im Gleis führen würde. Dies ist daher nur ratsam, wenn man sich den notwendigen, präzisen Modulkastenbau zutraut! Meine ersten Modulkästen waren verleimt und geschraubt. Die Schrauben habe ich versenkt und übergespachtelt. Bei den folgenden Lackschichten hat sich das Holz aber anders vollgesogen als die Spachtelmasse, hat sich anders ausgedehnt als die Metallschrauben und war flexibler als die Spachtelmasseschicht. Kurz: Die Schrauben zeichnen sich trotz sorgfältigem Spachteln, Schleifen und Überlackieren in der Fläche als exakter Kreis ab. Um das zu vermeiden, schraube ich meine Module einfach nicht mehr. Lamellos und Holzleim reichen völlig aus.

Zusätzlich hatten meine ersten Module versenkte, blanke Schrauben zur Montage der Beinhalter in den Seitenwänden. Diese fallen sofort ins Auge und machen einen sehr schlechten Eindruck. Bei den folgenden Modulen habe ich daher die Beinhalter auf kleine Brettchen geschraubt, die dann von innen an die Seitenwände geleimt wurden.

Beinhalter auf separat eingeleimtem Brett, um von außen sichtbare Schrauben zu vermeiden. Bei diesem Modul sieht man die Fuge zwischen Stirnprofil und Seitenwange aber immer noch, daher baue ich jetzt mit durchgehenden Seiten und zwischengesetzten Profilen.
Beinhalter auf separat eingeleimtem Brett, um von außen sichtbare Schrauben zu vermeiden. Bei diesem Modul sieht man die Fuge zwischen Stirnprofil und Seitenwange aber immer noch, daher baue ich jetzt mit durchgehenden Seiten und zwischengesetzten Profilen.

Durch all diese konstruktiven Details ergibt sich beim fertigen Modulkasten eine komplett glatte Seitenwand ohne störende Auffälligkeiten. Um einfach schöne Oberflächen zu erhalten, hat es sich bei mir bewährt, alle Einzelteile vor dem Verleimen zu schleifen. Bei mir haben sich für den Holzschliff die Körnungen 120 — 180 — 240 bewährt. Alle Teile von allen Seiten dreimal zu schleifen klingt nach viel Arbeit, geht aber erstaunlich schnell. Nach der Montage schleife ich die Außenseiten erneut, um eventuell entstandene Überstände und ähnliche Ungenauigkeiten bei der Montage auszugleichen. Dabei muss man nur aufpassen, nicht einzelne Stellen zu stark zu schleifen und Beulen in der Oberfläche zu erzeugen. Insbesondere den Übergang des in das Stirnprofil eingelegten Trassenbretts schleife ich nur ganz vorsichtig, sonst ist hier ruck-zuck ein Spalt zwischen den Schienen zweier aneinandergesetzter Module!

Erstmal alles versiegeln: Grundierung

Durch den Auftrag einer Grundierung erhält man eine glattere Fläche, verfestigt die Holzoberfläche und schützt den Modulkasten gegen Verzug durch Feuchtigkeit. Ich trage zwei Schichten auf.

Die erste Schicht dient primär der Versiegelung. Ich trage sie nach sorgfältigem Entstauben der Modulkästen auf alle Oberflächen auf, nach ersten (Fehl-) Versuchen auch auf das Trassenbrett und andere Flächen, die später noch mit Landschaft bedeckt werden. Dabei wird der Lack etwas verdünnt, damit er in die Holzoberfläche einzieht und sich gut mit ihr verbindet. Dies ist auch der einzige Schritt, bei dem ich einen Pinsel nutze: Für schlecht erreichbare Innenkanten auf der Innenseite. Danach gehe ich allerdings mit der Rolle so nah wie möglich in die Kanten hinein, um die Pinselspuren wieder zu verwischen. Die Innenseite ist damit für mich fertig behandelt; alle weiteren Arbeitsschritte bürde ich mir nur für die sichtbaren Außenseiten auf.

Zwei fertig grundierte (kleine) Module
Zwei grundierte (kleine) Module

Durch die erste Grundierungsschicht kommen einige Unebenheiten im Holz zum Vorschein, die vorher noch nicht aufgefallen waren, aber schnell mit Feinspachtel ausgeglichen werden können. Danach wird die gesamte Oberfläche wieder geschliffen. Ich nutze dazu wieder meinen kleinen Exzenterschleifer, der jetzt allerdings gut gebändigt werden muss, um nicht durch die Oberfläche zu schleifen. Dabei sollte man tunlichst offen gestreutes Schleifpapier nutzen, das sich nicht mit Farbresten zusetzt; bei mir hat sich Körnung 120 bewährt.

Solche Unebenheiten müssen natürlich vor der Lackschicht verspachtelt werden!
Solche Unebenheiten müssen natürlich vor der Lackschicht verspachtelt werden!

Nun folgt eine weitere Schicht Grundierung, allerdings un- bzw. wenig verdünnt. Sie dient nur dazu, kleine Unebenheiten zu glätten, mehr Material aufzutragen, und die Oberfläche robuster zu machen. Danach wird wieder geschliffen.

Schau wie grau

Nach den beiden Grundierungsschichten sollte die Oberfläche schön glatt sein. Nun wird sie noch auf die gewünschte Farbe gebracht: Meine Module sind und werden weiterhin RAL7001 ‚Silbergrau‘, wobei mir RAL7003 ‚Moosgrau‘ (Fremo:87 nutzt diesen Farbton) auch sehr gut gefällt. Den auch üblichen Braun- oder sogar Grüntönen kann ich überhaupt nichts abgewinnen. Braun ist mir zu duster, darunter leidet die Laune beim Durch-die-Halle-Schauen; grün ist zu bunt und zieht zuviel Aufmerksamkeit auf sich.

Fertige Lackschicht im gnadenlosen Gegenlicht.
Fertige Lackschicht (nagut, fast fertig: Sie ist noch nicht ganz trocken) im gnadenlosen Gegenlicht.

Die beiden Lackschichten werden wie gehabt mit der Rolle aufgetragen, dazwischen wird wieder geschliffen. Eventuell sieht der Modulkasten schon nach einer Schicht gut aus, dann reicht das natürlich auch aus. Mir sind zwei Schichten lieber, weil ich mir einbilde, dass die Oberfläche dadurch robuster wird.

Fertig lackiertes Modul
Fertig lackiertes Modul

Im ganzen bekommen meine Module also vier Lackschichten, werden sechsmal geschliffen und einmal gespachtelt. Das mag nach viel Aufwand klingen, aber weil jeder einzelne Arbeitsschritt sehr schnell geht, lässt er sich auch nach der Arbeit noch eben durchführen. So kann man die Module im Laufe einer Woche, vielleicht zwei, eigentlich sehr bequem komplett lackieren.

Prellbock aus Schienenprofilen

Inspiriert von Eriks Prellbock bin ich daran gegangen, für einen geplanten Industrieanschluss drei Prellböcke zu bauen. Das Vorbild ist bei mir das gleiche wie bei ihm, die Bautechnik nicht ganz.

Prellböcke dieser Bauform wurden wohl um 1930 aus alten Schienen zusammengesetzt und zahlreich aufgestellt. Bei mir sollen sie als Gleiabschluss im Anschluss dienen, unterschiedliche Bauarten Prellböcke sollen (neben unterschiedlichen Schotterfarben) die unterschiedlichen Entwicklungsstufen hervorheben. In der nächsten Erweiterung wurden daher vermutlich Rawie-Prellböcke verwendet, doch dazu ein andermal mehr…

Erik hat bei seinem Bau den Bogen als Polygonzug angenähert und das Schienenprofil im ~0,8mm-Abstand eingesägt und dann geknickt. Die Fugen wurden bei ihm danach mit Lotzinn gefüllt. Ich wollte die zahlreichen Sägeschnitte vermeiden und dachte, dass, was in 1:1 aus Stahl gebogen werden konnte, doch auch in 1:87 aus Neusilber zu biegen sein muss.

Das Problem beim Biegen eines Schienenprofils nach oben ist, dass dies genau der Richtung entspricht, in der das Profil am stabilsten ist. Es wird daher immer in einer anderen Richtung ausknicken, was sich insbesondere darin äußert, dass im Bogen der Schienenkopf seitlich wegkippt.

Die ersten Versuche, das Schienenprofil über einen Bohrerschaft zu biegen, waren daher auch entsprechend ernüchternd. Auch Ausglühen bringt nichts: Das Profil knickt immer wieder aus und der Schienenkopf läuft in Wellen hin und her. Das Profil muss also seitlich gestützt werden.

Biegen des Schienenprofils über eine Lehre
Biegen des Schienenprofils über eine Lehre

Dazu habe ich eine Lehre aus 16mm-Aluminium gedreht. Eigentlich ist das überhaupt nicht kompliziert: Es müssen nur ein Einstich mit der Breite des Schienenkopfes (0,9mm) und der Tiefe der Profilhöhe (2mm) sowie an gleicher Position einer mit der Breite und Höhe des Schienenfußes (1,8mm breit, 0,4mm tief) eingestochen werden. Das Profil wird nun einmal zum Glühen gebracht, um es weich zu kriegen, und in der Lehre gebogen. Dabei wird es wieder hart, also wieder glühen, biegen, glühen, biegen. Dreimal, teilweise auch zweimal glühen hat bei mir für einen 90°-Bogen ausgericht. Beim Biegen darf man nicht am Schienenende anfassen, sonst knickt das Profil am Austritt aus der Lehre, sondern man muss mit den Daumen Druck nahe des Radius aufbringen.

Auf diese Weise habe ich mir sechs Bögen für meine drei Prellböcke vorbereitet. Dazu kamen gerade Stücke, 29mm lang, als untere Verstärkung, und zweifach im Abstand von 14mm eingeknickte diagonale Stützen. Der Knick ließ sich gut mit einer Laubsäge einbringen: Einmal bis zum Schienenfuß gesägt, danach die beiden ‚Ecken‘ abgeschrägt. Die Sägeflächen lassen sich mit einer Dreikantfeile noch glätten, indem der Knick etwas aufgebogen wird. Danach einmal zubiegen und auf 45° einstellen, dann den doppelten Knick auf 90°. An dieser Stelle darf man nicht zu häufig biegen: Zweimal aufbiegen, nachfeilen und schließen und die Grenze zum Bruch ist schon erschreckend nahe.

Fertig vorbereitete Bauteile für drei Prellböcke
Fertig vorbereitete Bauteile für drei Prellböcke

Die drei Bauteile werden dann an den Verbindungsstellen mit Lötpaste eingestrichen, mit Klammern aneinandergeheftet und einmal mit dem Lötbrenner erhitzt. Sie haben dann eine erstaunliche Stabilität! Dabei haben sich bei mir Haarklammern mit doppelten Enden bewährt, die im Gegensatz zu denen mit einem Ende nicht seitlich wegkippen.

Verlöten der ausgerichteten Bauteile
Verlöten der ausgerichteten Bauteile
Die fertig verlöteten, aber noch nicht gekürzten seitlichen Baugruppen
Die fertig verlöteten, aber noch nicht gekürzten seitlichen Baugruppen

Nach dem Löten habe ich die Bauteile noch auf identische Maße gekürzt: 20mm von der Unterkante des Verstärkungsprofils bis zum oberen Abschluss, 35mm von der Pufferbohlenanlagestelle bis zum hinteren Gleisende, 75mm Gesamtlänge. Mit einigen Schwellen ergibt sich dann schon ein richtiger Prellbock. Jetzt fehlt nur noch die Holzbohle, die ich aber erst an Ort und Stelle ankleben werde. Dabei werde ich auch das Verstärkungsprofil massiv mit dem Trassenbrett verkleben, eventuell sogar mit 2K-Kleber, damit der Prellbock auch wirklich schützen kann. Selbst wenn mal eine Lok ungebremst darauf fährt, soll er das nicht nur aushalten, sondern vor allem auch die Lok vor einem eventuellen Absturz bewahren!

Drei fertige Prellböcke
Drei fertige Prellböcke

Die drei Prellböcke ließen sich sehr efektiv an zwei Abenden fertigen. Dabei war die Zeitaufteilung ungefähr zu gleichen Teilen experimentieren, wie es klappt, und die sechs Stück anzufertigen. Ein dritter Abend ging für Biegeexperimente drauf.

Weenzen im Modell

Erinnert Ihr Euch noch an Weenzen? Diesen niedlichen kleinen Bahnhof, zu dem ich mal ein paar Bilderseiten eingestellt hatte?

weenzen-winfried

Poltert da doch gerade (naja, vor ein paar Tagen) eine Mail von Winfried Schrader in meine Inbox mit Bildern seines im Werden begriffenen Weenzen-Fremoduls, deren schönstes ich Euch nicht vorenthalten will. Mehr dazu gibt’s auf seiner Website zu kucken und zu lesen — und da sich dort auch sonst das Stöbern lohnt, hab ich es gleich mal da rechts unter „Befreundete Websites“ mit aufgenommen. Gruß nach Weenzen bzw. Bad Münder, und vielen Dank!

Allenstedter Strickmoden: Nullter Probeaufbau

Doch doch, wir leben alle noch. Die traditionelle Sommerpause *hüstel* neigt sich dem Ende … ach komm, was red ich, Ihr kennt uns doch inzwischen.

Zeigen möchte ich diesmal den nullten Probeaufbau der Halle, die dereinst die Allenstedter Strickmoden GmbH beherbergen soll. Gleichzeitig ist das mein erster Versuch mit dem hier schon mehrfach bejubelten Auhagen-Fabrikbaukasten, und was soll ich sagen: das Zeug ist klasse. Hat richtig Spaß gemacht, das zusammenzupappen, nur sind mir leider die Teile ausgegangen nach zwei Wänden. Nach diesen zwei Wänden:

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Selbstverständlich bleibt das Gebäude nicht so bunt und nicht so sauber. Architektonisch wird es aber keine Extravaganzen geben, man soll ja nicht gleich am Anfang übertreiben.

Die Holzleiste links deutet die spätere Laderampe an, wobei das Fahrbahnniveau vor der Rampe nicht gleich bleibt, sondern nach links/hinten ansteigt. So kann man am im Bild rechten Tor Lastwagen (und pa-Behälter-Zustellfahrzeuge) und am linken Tor (im mittleren Segment) Kleinlaster niveaugleich be-/entladen. Außerdem entsteht so ein organischer Übergang zum Bahndamm, der hinter der Rückseite entlangläuft. Im linken Segment der Stirnwand ist eine Tür und ein Fenster, da kommt das Wareneingangs- und Versandbüro hin.

Um in der Reihenfolge des Materialflusses im Gebäude zu bleiben: im ersten Stock über dem Versand befindet sich das (nicht große) Materiallager, daran anschließend die Produktion (wo die Strickmaschinen stehen) und das (auch nicht große) Warenlager. Von dort geht’s dann wieder nach unten in die Packerei und zurück zum Versand. Die Verwaltungsräume befinden sich am rechten Gebäudeende in beiden Etagen, die Sozialräume für die Arbeiterinnen und Arbeiter (die Reihenfolge entspricht der Anzahl) in der Nähe des zweiten Treppenhauses in der Mitte der Vorderfront — Männer unten beim Versand, Frauen oben bei der Produktion, logisch.

Seinen Platz finden soll das Gebäude dereinst auf einem meiner ersten beiden zweigleisigen Streckenmodule, deren Kästen hier ja schon jahrelang herumstehen. Die bekommen nun eine Gestaltung mit lockerer Stadtrandbebauung in Epoche 3a — so taugen sie zunächst auch als ganz normale Streckenmodule im Fremo, wo die nächste Stadt ja nie sonderlich weit weg ist, und ebnen trotzdem gaanz vorsichtig und langsam den Weg zu meinem vage geplanten Bahnhof Allenstedt. Von dem gibt es online noch nix zu lesen. Das ist Absicht — wenn ich eine Planung öffentlich mache, bau ich den Kram dann ja bekanntlich eh nicht mehr, und diesen Effekt möchte ich diesmal gern vermeiden ;-)

Schönen Dank an Thomas für die Idee mit der Strickwarenfabrik — ich brauchte ja eine plausible Fabrik direkt neben den Gleisen, die trotzdem keinen Bahnanschluß hat und auch nie einen hatte. Der Name ist der ehemaligen „Göttinger Strickmoden“ entlehnt, bei der meine Tante Uta jahrzehntelang geschuftet und sich die Lunge ruiniert hat.

Epoche-3a-Treffen in Groß Brunsrode

Nun ist also „unser“ erstes Fremo-Epoche-3a-Treffen in Groß Brunsrode am letzten Wochenende Vergangenheit, und ich muß sagen: es war spitze!

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Timo hat einen wirklich feinen Fahrplan gebastelt mit einigen Spezialitäten wie Stückgutkurswagen (natürlich ne Leigeinheit), Schi-Stra-Bus etc., der außerdem auch noch ziemlich gut funktioniert hat. Trotz teilweise anspruchsvollen Aufgaben kam kaum Streß und kein Streit auf, alles lief, wie man es von Groß Brunsrode (und eigentlich auch sonst beim Fremo) kennt, in ruhigen und entspannten Bahnen ab.

Klar war beim Fahrzeugpark noch keine 100%ige Epochenreinheit zu vermelden, besonders einige Dampflok trugen noch drei Spitzenlichter und/oder DB-Kekse, und auch klassenreformierte Wagen waren vereinzelt zu sehen; trotzdem waren m.E. weniger Anachronismen unterwegs als bei den üblichen Ep-3b-bis-4a-Treffen.  Ich war beeindruckt, was da für Schätze zum Vorschein kamen!

Positiv auch: der übliche wilde Baureihenmix glänzte weitgehend durch Abwesenheit. Neben den Stammbaureihen 38.10, 64 und vor allem natürlich 50 (wir hatten acht davon, glaube ich) gaben nur noch 56.2, 56.20, 58.10, 62 und 74 Gastspiele. Das wirkte sehr harmonisch! Die Dieseltraktion war mit VT 62.9, ein paar Köf sowie jeweils für einen Fahrplan als Gast-Eilzug VT 12.5 und VT 10.5 „Senator“ (!) angenehm zurückhaltend vertreten. Und mit ETA 177 und dem oben schon genannten Schi-Stra-Bus sind dann auch schon alle Triebfahrzeug-BR aufgezählt. So soll es sein!

Meines Erachtens hat „unsere“ Epoche ihre erste Bewährungsprobe jedenfalls glänzend bestanden. Als nächstes brauchen wir unbedingt gelbe Beschriftungen für ein paar typische Wagentypen, bei mir warten Donnerbüchsen, preußische Abteilwagen und diverse Altbau-D-Zug-Wagen auf ihre Rückdatierung … und es müssen ein paar großohrige Dampflok auf die Schiene, kann ja nicht angehen, daß Eriks 50 2602 die einzige war!

gbr-50-thw
Ich freu mich jedenfalls auf unser nächstes Epoche-3a-Treffen! Und auch bei den Nicht-Epoche-3a-Fans unter den Teilnehmern schien mir bei der Abschlußbesprechung wie vorher die Stimmung recht wohlwollend zu sein. Gelästert hat jedenfalls kaum einer ;-)

Beide Bilder sind von Thomas Woditsch; hier geht’s zu seiner Bildergalerie.