Von Fensterbänken und Althippies

Es ist ja nicht so, daß Wikings Ankündigung eines T1a, also der ersten Generation des VW-Transporters aus den Jahren 1949 bis 1955, bei mir Freudentaumel ausgelöst hätte — da war ich ja von ihrem T1c, also Baujahr 1963 bis 1967, schon vorgewarnt, daß das nicht unbedingt ein Supermodell werden müsse. (Mehr zum T1c hier bei Mo87, wobei ich mit dem positiven Fazit des Autors nicht konform gehe.)

Aber es gibt ja den Brekina-T1, sowohl als T1a als auch als späten T1b (1961-63), von denen das jüngere Vorbild zwar auch das jüngere und deutlich bessere Modell, der nun immerhin auch schon im Modell 31 Jahre (!) alte T1a aber auch immer noch ganz ordentlich ist.

brekina-t1a

Auch zu dem gibt es natürlich einen Artikel bei Mo87, diesmal sogar von mir, weshalb ich mir dort auch das obige Bild ausgeborgt habe.

Trotzdem war ich als Bullifan und Epoche-3a-Modellbahner natürlich neugierig, was Wiking da nun abliefern würde nach seiner Urbulli-Ankündigung. Vorweggenommenes Fazit: Nein, ich habe mir keinen gekauft, dafür war mir das Geld selbst unter Berücksichtigung der Möglichkeit, dann einen ausführlicheren Verriß schreiben zu können, zu schade.

Deswegen hier nur diese Gegenüberstellung von Vorbild und Wiking-„Modell“ aus im Netz geborgten Bildern — das Vorbildfoto ist uralt und wohlbekannt, und das Modellfoto ist nicht so toll, daß ich ihm eine nennenswerte Schöpfungshöhe zugestehe, insofern hab ich da wenig Gewissensbisse bei. Zu den bunt markierten Stellen gibt’s dann unten noch was.

wiking-t1a-kritik

Auf den ersten Blick fällt auf, daß der Wiking-T1a eine viel zu klobige Nase hat. Außerdem wirken die Scheiben und auch der ganze Wagen zu hoch und/oder zu kurz. Woran es genau liegt, kommt gleich, erstmal laßt bitte die Bilder auf Euch wirken, auch im Vergleich zum Brekina oben.

Alles in allem fühlte ich mich auf den ersten Blick an diesen Kameraden hier erinnert, was auch die Überschrift zu erklären helfen dürfte ;-)

Kommen wir aber zu den in den Vergleichsbildern markierten Details:

  • Die Frontwand steht entweder senkrecht oder nach vorn geneigt, sollte aber nach hinten geneigt sein. Das sorgt zusammen mit dem m.E. zu breiten „V“ für den Eindruck der geschwollenen Nase.
  • Vor den Frontscheiben befindet sich eine vorbildwidrige Fensterbank, also ein horizontaler Absatz. Außerdem sind die Frontscheiben zuwenig zugepfeilt, stehen also in einem zu stumpfen Winkel zueinander. Dazu noch viel zu dicke Dachsäulen und zu tiefe Fensterhöhlen, und schon sieht es nach allem aus, aber nicht nach dem hier höchst filigranen Vorbild. Vielleicht sehen die Frontscheiben ja auch nur deshalb zu schmal und zu hoch aus?
  • Auch die Rückseite ist zu rundlich, was den cartoonhaften Eindruck noch verstärkt.
  • Unter den Seitentüren befindet sich ein völlig unerklärlicher hoher senkrechter Türschweller. Das Modell ist auch 1,5 mm zu hoch; was davon aufs Konto des Schwellers geht und was auf das des augenscheinlich zu hohen oberen Teils, kann ich mangels Modell nicht sagen, aber es spielt ja auch keine Rolle eigentlich.
  • Die umlaufende Regenrinne ist viel zu stark ausgeformt. Dadurch ist des Vorbilds charakteristische „fliehende Stirn“, eins der Hauptunterscheidungsmerkmale zum T1b ff. und Quelle seines Spitznamens „Glatzenbulli“, kaum noch zu erkennen.
  • Die Türgravur sollte eigentlich eine zusätzliche ums Türfenster umlaufende Fuge haben. So wie dargestellt wäre das ein VW-Kastenwagen-Coupé, wissenschon, mit rahmenlosen Türscheiben. Daß zusätzlich sowohl die Türfugen als auch die leidige Trennfuge zwischen den Karosseriehälften noch breiter sind als beim diesbezüglich schon grenzwertigen Brekina-Modell, sei nur am Rande erwähnt.
  • Das Modell muß die zu kleinen Felgen seiner jüngeren Geschwister auftragen. Beim Vorbild hatten T1a 16″-Felgen, T1b 15″, T1c 14″. Brekina hat das leider seit der Modellüberarbeitung genauso gemacht, aber die alte Version des Brekina-T1a hatte sehr schön riesige und schallplattenschmale Räder, die sehr gut zum T1a passen.
  • Edit(h) ergänzt: Irgendwie ist mir erst ein paar Tage später aufgefallen, daß an der vorderen Tür zwar im Gegensatz zum Brekina-Modell beide Türscharniere nachgebildet sind, dafür aber die vordere Türfuge unterhalb der Gürtellinie fehlt.  Was umso mehr auffällt, als daß sie oberhalb der Gürtellinie vorhanden ist, aber zu weit innen (Richtung Fahrzeugmitte) im Dachholm liegt und wie auch alle anderen Fugen grotesk überdimensioniert ist.

Alles in allem stellt sich mir dieselbe Frage, die auch beim Herpa-Magic-T1 schon aufkam: Hat der Konstrukteur dieses Modells jemals einen VW T1 länger als einige Sekunden betrachtet? Gibt es in Lüdenscheid kein Internet, keine Monitore, keine Digitalkameras?

Und nein, die Ausrede, es handle sich um die „traditionelle Formensprache“ früherer Zeiten, auf die die Wiking-Sammler ja mit sofortigem vermehrten Speichelfluß reagieren, kann ich nicht gelten lassen, denn diese traditionellen T1-Modelle, egal ob unverglast oder verglast, sahen sehr deutlich anders aus als diese Neukonstruktion. Und sie waren auch näher am Vorbild — im Falle des unverglasten allerdings nicht an dem des realen Wagens, sondern an dem seiner zeitgenössischen Werbung.

Naja. Wenigstens ist Wiking als anerkannter Doppelentwicklungs-Weltmeister ja vom Vorwurfe befreit, interessante Vorbilder für fähigere Hersteller zu „verbrennen“ … ;-)

Der neue Omm 33 (Villach) von Roco

Ohne große Wertung, aber mit einem positiven Grundgefühl zeigen wir ein paar Bilder vom neuen Omm 33 (Villach) von Roco, zunächst in der Version mit Bremserhaus.

villach-s

villach-brh

villach-achshalter

Größere Versionen aller Bilder (und zwar viel größere) gibt es wie gewohnt durch Draufklicken, weitere, darunter auch Vergleichsbilder mit anderen Modellen, hinter dem „Weiterlesen-„-Link.

weiterlesen Der neue Omm 33 (Villach) von Roco

Die Kraft, die aus dem Keller kommt

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Nein, es geht nicht nur um Unterflur in den neuesten überflüssigen Artikeln bei Modellbahnfrokler.  Es gibt dort je eine Übersichtsseite zu Büssing-Haubenwagen und –Frontlenkern, soweit sie für die Epoche 3 von Bedeutung sind.  Natürlich mit Frokeltips und illustriert mit Modellfotos, wenn auch noch mit viel zu wenigen — Ergänzungen folgen immer dann, wenn mal wieder ein Büssing-Modell fertig wird, also immer mal wieder über die kommenden paar Jahrzehnte ;-)

Feldgrau? Das ist doch nur Grundierung!

Bitte keinen Schreck kriegen …

dreitonner-bofm

… wir machen jetzt nicht in Wehrmacht! (Also keiner der mir bekannten Modellbahnfrokler jedenfalls.) Solch feldgraue Lasterchen verschwanden aber genau wie die Nazis nicht 1945 spurlos von der Erdoberfläche, sondern suchten sich, im Regelfall natürlich umgefärbt, in der neuen Zivilgesellschaft eine Wirkungsstätte. Zumindest bei den Lastern ist dagegen ja auch nicht viel zu sagen, und so verdienen sie schon einen zweiten bis dreiundzwanzigsten Blick, die Wehrmachts-Dreitonner aus dem Vertrieb von Herpa und Busch — jetzt neu in unserer Rubrik Modellkritik!

That’s the way I Leig it

Na komm, ich hab mir drüben auf der Website jedes Leig-Wortspiel verkniffen, hier im Blog darf ich dann doch mal?  Jedenfalls gibt’s drüben eine neue Übersichtsseite zu den diversen Leig-Einheiten, die hier mehr oder weniger im Entstehen begriffen sind, bei der Gelegenheit mit schickem Literaturverzeichnis und so, alles ganz schnieke.  Schnieker jedenfalls als die schon oft belamentierte Situation bei den Käfermodellen, deren Modellkritik jetzt aber immerhin schon mal Vorbildfotos und ein paar neue Erkenntnisse aufweist.

leig

Viel Spaß damit wünscht: Ermel.

Schemelwagen aus GFN-Modellen

Nach dem Grundsatzartikel Schemelwagen im Fremoeinsatz von vorhin (ich komm mir fast blöd vor, darauf zu verlinken, aber was solls) soll es nun um den Umbau von Fleischmann-Schemelwagen in Schemelwagen-Modelle gehen. Denn so schön der Fleischmann-H 10 (Regensburg) auch aussehen mag, hat er doch gleich drei wesentliche Fehler:

Zu breit. Zu hoch. Zu kurz.

Die Qual der Wahl

Doch der Reihe nach. Fleischmann baut schon seit lange vor meiner Geburt Schemelwagen, na klar. Uns interessieren hier aber nur die allerneuesten, also die aus den letzten ca. 25 Jahren ;-) , zuverlässig zu erkennen am Vorhandensein einer Kurzkupplungskinematik nebst NEM-Schacht, und (mit ein paar Einschränkungen) die diesen unmittelbar vorhergehende Generation mit „Schlitzkupplung“, aber zu den neuen identischen Aufbauten und Drehschemeln.

Am Gebrauchtmarkt findet man außerdem auch noch einen Wagen aus der Einsteigerserie, erkennbar an Trittbrettern statt Sprengwerken unter dem Rahmen sowie zumindest oft an hellgrauen Drehschemeln, und ein noch älteres Modell aus Metall, das die meisten Anbieter in der Elektrobucht aber freundlicherweise auch stolz als solches anpreisen und das als weitere Erkennungsmerkmale unterschiedliche Achsstände mit und ohne Handbremse, Sprengwerke aus Blech und echte Metallkettchen zwischen den Rungen der Drehschemel hat. Die beiden letztgenannten sind für diesen Umbauvorschlag völlig unbrauchbar.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und natürlich ohne Gewähr ein paar Artikelnummern:

  • Das neue, wünschenswerte Modell firmiert u.a. als 855826 (Einzelwagen ohne Bremse, unbeladen, Epoche 1, Korbpuffer), 5222K (Einzelwagen ohne Bremse, unbeladen, Epoche 2, Hülsenpuffer), 5922K (Einzelwagen ohne Bremse, unbeladen, Epoche 3, Hülsenpuffer), 5222F (Einzelwagen ohne Bremse, unbeladen, SNCF Epoche 3, Hülsenpuffer), 5252K (Paar Bremserhaus/ungebremst, Stammladung, Epoche 2, Hülsenpuffer), 595201 (Paar Bremserbühne/ungebremst, Stammladung, Epoche 2, Hülsenpuffer), 955252K (Paar Bremserbühne/ungebremst, Schienenladung, Epoche 3, Hülsenpuffer) und 525201 (Paar Bremserhaus/ungebremst, Stammladung, PKP Epoche 3, Hülsenpuffer).
  • Das alte, eingeschränkt brauchbare Modell lief unter 5831 (Paar Bremserhaus/ungebremst, Stammladung, Epoche 1, Stangenpuffer) und 5223 (Paar Bremserhaus/ungebremst, Stammladung, Epoche 2, Hülsenpuffer).
  • Das Einfachserie-Modell habe ich als 5015 und 5220 gefunden.
  • Das Metallmodell hieß wohl unter anderem 5922 und 1453.

Ergänzungen per Mail oder als Kommentar sind wie immer hochwillkommen.

Der Umbau des neuen Modells

Wie eingangs angedroht, ist das Modell zu kurz, nämlich so lang wie sein Fahrwerksspender, der Om 12 (Breslau/Essen), was beim Handbremswagen 23 und beim ungebremsten 20 Vorbild-cm ausmacht. Das sind doch nur 2,6 bzw. 2,3 Millimeter? Ja, stimmt. Sind es. Sieht man aber trotzdem.

Außerdem sitzt viel auffälliger beim Handbremswagen der Drehschemel nicht mittig über dem Sprengwerk/zwischen den Achsen, sondern mittig im Wagenkasten — auf dem folgenden Bild am hinteren, noch nicht umgebauten Wagen gut zu erkennen auch daran, daß Oliver den Wagenboden nur am Nicht-Handbrems-Ende verlängert hat:

kurz-vs-lang

Alle Modellfotos und der darauf zu sehende Modellbau: Oliver Rasch.

Außerdem fällt die Verlängerung quasi als Abfallprodukt mit minimalem Mehraufwand mit ab, wenn man die fehlende Asymmetrie und das noch auffallendere Problem, die deutlich zu große Breite, behebt. Die Breite fällt nämlich nun wirklich schmerzhaft ins Auge:

breit-vs-schmal

Was beim Betrachten dieses Bildes auffällt: Die Drehschemel selber sehen jetzt auch zu breit aus, oder? Da kann ich aber Entwarnung geben, denn sie ragen auch beim Vorbild deutlich über die Seitenrungen-Halter hinaus. Zugegeben, die Halter sind am Fleischmann-Modell weit klobiger als beim Vorbild, aber der Drehschemel ragt beim umgebauten Modell etwa genauso weit über sie weg:stirnansicht Die GFN-Schemel sind nachgemessen ohnehin weniger zu breit als zu massiv ausgefallen: innen 27,0 mm statt 28,2, aber außen 33,3 mm statt 32,6. Diese minimale Abweichung ist es unseres Erachtens nicht wert, jetzt auch noch den Drehschemel schmaler zu machen, zumal ja dessen Stabilität, gerade im Fremo-Betrieb mit den abnehmbaren Schemeln, auch nicht ganz unwichtig ist. (Trotzdem ist es natürlich schade, daß Fleischmann bei der Neukonstruktion des Modells den auch heute noch schönen Untergestellen keine ebenso schönen Aufbauten gönnen wollte. Aber das nur am Rande.)

Ja. Und als wäre das noch nicht genug der Schmerzen, ist das Ding dann auch noch zu hoch, oder mit anderen Worten: die Ladefläche ist zu dick. Im Modell ist sie mit den seitlichen Rungenstützrahmen und Rungenaufnahmen zu einem „Wagenkasten“ zusammengefaßt, und auch das Untergestell ist ein wenig höher, als der Rahmen des Vorbildes maßstäblich umgerechnet wäre. Das sieht man beim ungebremsten Wagen kaum, beim handgebremsten aber dafür um so deutlicher, denn bei dem ist beim Vorbild der Boden der Bremserbühne fast auf derselben Höhe wie die Ladefläche, nur die unterschiedliche Dicke der verwendeten Bretter gibt eine winzige Stufe:

bodenhoehe

Im Modell ist die Stufe bei weitem nicht so winzig. Auch nach dem Umbau noch nicht, aber schon deutlich unauffälliger als vorher:

hoch-vs-flach

Zusammenfassend ist dieser Umbau also ein geradezu klassisches Beispiel für den „wenn-man-schon-dann-kann-man-auch-gleich“-Effekt:

  • Den beim Handbremswagen fälschlicherweise zum Wagenkasten statt zum Untergestell symmetrisch angeordneten Drehschemel will man auf jeden Fall an die richtige Stelle rücken. Asymmetrie sieht man auch dann, wenn’s nur um ein paar Millimeter geht. Um das spurlos hinzubekommen, muß der Wagenkasten eh zerschnitten werden.

seite-beide

  • Wenn man schon den Wagenkasten zerschneidet, um den Schemel zu versetzen, kann man ihn auch gleich verschmälern.
  • Wenn man den Wagenkasten schon verschmälert, also eh schon am Schleifen ist, dann kann man auch gleich noch an den Teilen und am Fahrwerk was wegschleifen, um ihn zumindest ein bißchen weniger zu hoch zu bekommen.
  • Wenn man also auch am Fahrwerk schon rumschleift und auch sonst alles auseinander ist, dann kann man auch gleich noch die fehlenden paar Millimeter Länge zugeben.

;-)

Die Arbeitsschritte im Detail

Da ich selber diesen Umbau noch nicht vollzogen habe (sondern nur mal in grauer Vorzeit aus dem damals brandneuen ungebremsten Regensburg und einem auch noch sehr jungen Handbrems-Breslau einen Handbrems-Regensburg komponiert, der im Gegensatz zum prompt folgenden Fleischmann-Modell desselben aber immerhin schon mal den Drehschemel an der richtigen Stelle hatte), ist dieser Abschnitt naturgemäß noch unbebildert und wohl auch mit einem gewissen Mißtrauen zu lesen.

  • Wagen zerlegen. Der Aufbau und die Bremserbühne sind aufs Untergestell aufgerastet. Nur Mut — wenn Rastnasen abbrechen, macht das gar nichts. :-)
  • Drehschemel vom Wagenkasten abschrauben.
  • Vom Wagenkasten die beiden Rungenstützrahmen absägen. Dazu Wagenkasten kopfüber auf den Tisch legen und z.B. mit der treuen Roco-Säge innen mit dem Rungenstützrahmen als Seitenanschlag durchsägen.
  • Sowohl die Rungenstützrahmen auf der Innenseite (also am Sägeschnitt) dünner als auch die verbleibende Bodenplatte schmaler schleifen oder schneiden, bis alle drei zusammen möglichst nah ans Vorbildmaß von …, ja, eigenartig, das Maß ist in den Vorbildzeichnungen nicht aufgetragen. Nehmen wir die Angabe von Stefan Carstens: 2600 mm, entsprechend 29,9 mm in H0, gemessen zwischen den Seitenrungen oder entsprechend über die Außenseite des Rungenstützrahmens dort, wo keine Rungenaufnahmen sind. Wo war ich? Achja: möglichst nah ans genannte Maß kommen, aber trotzdem über das ggf. außen auch noch etwas schmaler zu feilende Untergestell passen. Genauere Maße gibt’s erst, wenn ich selbst gesägt habe.
  • Das Untergestell nicht nur ggf., s.o., schmaler, sondern auch niedriger schleifen. Vielleicht auch den Wagenboden dünner. Ziel ist es, die Ladefläche so nah wie möglich an die Höhe des Bremserbühnenbodens zu bekommen. (Ob man stattdessen oder wenigstens zusätzlich den Bremserbühnenboden aufdoppeln und/oder die Bremserbühne ein bißchen höherlegen kann? Weiß ich auch erst, wenn ich es versucht habe.)
  • Zum Verlängern des Untergestells reicht’s beim ungebremsten Wagen, beide Pufferbohlen abzusägen und mit ein bißchen Futter dahinter wieder anzukleben. Auch hier wird ein Bild mehr sagen als tausend Worte, wenn ich mal eins gemacht habe. Beim Handbremswagen wird man am Bremserbühnen-Ende wohl zwischen Bühne und Ladefläche anstückeln.
  • Die Ladefläche wird zum Verlängern so auf dem nun längeren Untergestell ausgerichtet, daß die Achse des Drehschemels genau mittig über dem Sprengwerk und damit genau mittig zwischen den Achsen liegt. Anflicken von Polystyrol-Brettern ist dann nur noch eine Fingerübung.
  • Die Rungenstützrahmen werden so seitlich angeklebt, daß sie beim ungebremsten Wagen ebenfalls symmetrisch sitzen. Beim gebremsten befindet sich die äußerste Seitenrunge beim Vorbild 800 mm (9,2 mm) von der Pufferbohle am Nicht-Handbrems-Ende entfernt, aber 820 mm (9,43 mm) vom Ende der Ladefläche am Handbrems-Ende. Okay, die zwei Zehntel sieht nun wirklich keiner mehr, aber im Zweifel lieber etwas näher an das Nicht-Handbrems-Ende. Beim ungebremsten Wagen ist dieses Maß übrigens 805 mm (9,25 mm). Das alles natürlich jetzt mal voraussetzend, daß die Rungenabstände bei Fleischmann nicht auch verkürzt seien, was sie aber vermutlich sind. Beim Vorbild: 2130 mm (24,5 mm). Ob man das ggf. korrigieren mag oder die Rungenstützrahmen einfach so wie sie sind anklebt und nur an den Enden anstückelt, sei dem Leser überlassen. Aber drauf achten, daß gegenüberliegende Rungen auch wirklich gegenüberliegen. Klar. Ich sag’s nur.
  • Der Drehschemel muß, wie oben bemerkt, zwischen Rollennachbildung und Außenkante verschmälert werden. Nein, muß er nach neueren Erkenntnissen nicht. Wie oben in der Stirnansicht zu sehen: ein klein bißchen breiter als der Wagen über die Außenkanten der Seitenrungenhalter gemessen ist er.
  • Wo jetzt noch genug Gewicht unterzubringen ist, kann ich noch nicht sagen.
  • Wenn man mit Kurzkupplungen fährt, muß man diese evtl. ein wenig aus dem NEM-Schacht herausziehen und mit Bohrung und Draht verstiften (oder einkleben). Wenn man, wie wir im Fremo, mit Bügelkupplungen fährt, ist der nun etwas weiter innen stehende NEM-Schacht hochwillkommen.
  • Zu detaillieren gibt es nicht viel. Neue Zettelhalter sind aber Pflicht, denn die fehlen bei Fleischmann. Sie dürfen übrigens auch gern nach unten aus dem Anschriftenfeld herausragen.
  • Beim Bremserbühnenwagen fehlt das hintere Bühnengeländer samt Signalhaltern. Hier ist man wohl auf Selbstbau angewiesen.

Wie gesagt: das ist nur ein erster Überblick. In späteren Versionen dieses Artikels werde ich die Umbauschritte detaillierter in Wort und Bild beschreiben.

Ein paar Worte zum älteren Fleischmann-Modell

Hier ist das Untergestell nochmal breiter, die Radsätze sind in Achslagerbrücken aus Blech gelagert und die Nachbildungen der Achshalter aus Plastik davorgesetzt (und am Rahmen angespritzt). Das Verschmälern ist offensichtlich aufwendiger, Oliver hat mir da schon mal dieses Bilderfolge zu gemailt. Nix für schwache Magennerven, aber, um den Chronisten selig zu zitieren: Die Mägen von (hier Fleischmann-) Sammlern sind nicht Gegenstand dieser Serie ;-)

schmalersaegen

Genaueres auch dazu: später. Ansonsten ist das Bremserhaus anders, nicht ganz so hübsch, aber durchaus auch brauchbar. Und es fehlt, wie eingangs erwähnt, die Kurzkupplungs-Kinematik — wenn man mit Kurzkupplungen fährt, sicherlich ein entscheidenderes Kriterium als für uns Fremohikaner, die wir am alten Modell nur die dadurch bedingten Löcher in den Pufferbohlen verschließen müssen.

Zum Abschluß, und als Appetitanreger für die Fortsetzungen, ein Bild von Olivers unfertigem ersten Schemelwagenpaar. Der ungebremste Wagen basiert übrigens auf dem alten Modell. Daß er breiter ist als der gebremste, liegt daran, daß es der erste umgebaute ist — man kann ihn mit etwas mehr Schleiferei auch auf das Maß des umgebauten neuen Modells bringen. Der Unterschied wirkt im Bild aber, wohl wegen der Farbe, auch größer, als er mit ca. 0,2 mm tatsächlich ist — das alte Modell ist außerdem auch noch etwas höher (ca. 0,3 mm) als das neue, und Farbe und Fotoperspektive tun ein Übriges. Im Betrieb werden solche Abweichungen genau wie das minimal breiter gebliebene Fahrwerk des alten Modells sicherlich nicht auffallen.

paar-ohne-schemel

Abnehmbare Schemel für den Fremobetrieb

Wie im eingangs verlinkten Einführungsartikel bereits ausführlich erläutert, werden wir bei den Fremo-Wagen die Drehschemel zum Be- und Entladen abnehmbar lassen. Hier schon mal ein Bild des ersten so bezapften Schemels:

schemelzapfen

Fortsetzung, langjährige Leser erwarten nichts anderes, folgt. ;-)

Historie:

  • Man gut, daß bei den Artikelnummern „ohne Gewähr“ steht: zwei davon waren verwechselt. Außerdem die Nummern der SNCF- und PKP-Modelle ergänzt. (11.1.16, ca. 20:15)
  • In der ersten Version dieses Artikels war noch vom Schmalermachen der Drehschemel selbst die Rede, und Ermel hatte beim Betrachten von Olivers Bildern den gebremsten Wagen irrtümlich fürs alte Modell gehalten und den ungebremsten fürs neue. (Was zunächst mal nur zeigt, daß der alte Wagen vom Ergebnis her schon noch ganz okay sein muß, gell?) Umgekehrt stimmt’s jetzt aber, die entsprechenden Abschnitte sind korrigiert. (3.1.06, ca. 22:40)

Böhmerland (Davo/Hauler)

Von ehemals Davo, jetzt Hauler gibt es einige wirklich schöne Motorradbausätze in H0, von denen ich kürzlich die Böhmerland aufgebaut habe. Erhältlich sind sie vom fliegenden Tschechen oder über ebay; es gibt sicherlich auch den einen oder anderen Händler in Deutschland.

Die Bausätze sind aus Resin gegossen und der pure Wahnsinn: Bauteile mit nur 0,4mm Querschnitt, Hinterschneidungen, und winzigen, aber exakten Gravuren. So auch hier, wo der Lenker tatsächlich gegossen ist! Dafür muss man das Motorrad aber auch aus etlichen kleinen Teilen zusammensetzen.

Abgetrennte und lackierbereite Bauteile.
Abgetrennte und montierbereite Bauteile

Nach dem Entgraten (so viel ist wirklich nicht dran zu tun!) können die Bauteile lackiert werden. Ich habe mich dabei an zahlreichen im Internet verfügbaren Fotos verschiedener Maschinen orientiert und nicht akribisch exakt die Lackierung eines bestimmten Jahres zu treffen versucht.

Einzelteile lackiert und fertig zum Zusammenkleben.
Einzelteile lackiert und fertig zum Zusammenkleben.

Die Bauteile müssen sorgfältig ausgerichtet werden, weil keine angespritzten Hilfen existieren. Das klappt aber trotzdem recht gut.

Fast fertig.
Fast fertig.

Einige kleine Details sind wirklich fisselig, vor allem der Auspuff, die Leitungen der Bremse und die Hebel am Getriebe. Aber auch das lässt sich lösen.

Fast 50 Jahre Modellbahnentwicklung

Na huch, nach dem G 10-Vergleich Fleischmann 2013 gegen Röwa 1973 (oder so) neulich schon wieder so ein Thema. Völlig unabhängig entstanden. Komisch, wie es manchmal so kommt.

Erinnert Ihr Euch noch an den hier?

om21-roco-brb

Das ist mein alter Roco-Einfachserie-Om 21 mit Märklin-Bremserbühne, inzwischen seit Jahren verdient ausgemustert und ausgeschlachtet (daher das unscharfe Foto mit der Rauhfaser im Hintergrund), zu dem es drüben auf der Website eine fast 14 Jahre alte, hoffentlich unbeachtete Seite gibt. Ja und, fragt Ihr zu recht, warum zeigt der uns das jetzt? Deshalb:

om21-liliput-brh

Das ist der Liliput-Om 21 mit Bremserhaus, Messeneuheit aus 2011 IIRC. Man beachte den gewaltigen Fortschritt bei den Bretterfugen.

Seufz.

Und falls es doch noch wer nicht auf dem Schirm hat: Doch doch, es gibt auch gute Om 21-Modelle da draußen.

Modellkritik: G 10 von GFN und Röwa

Geplant war es nicht, aber irgendwie hat es sich so ergeben, daß der „neueste“ (räusper) G 10 auf dem H0-Markt, Fleischmann seiner mit den 4 Lade-/Lüftungsöffnungen je Seite …

g10-gfn

… sich die Modellkritik teilen mußte mit einem der ältesten, dem von Röwa:

g10-roewa

Zu finden auf Modellbahnfrokler.de.  Doch, doch, das gibt’s noch :-)