Diema DL 6 — Teil 1: Vorbild und Bausatzvorstellung

In der Umgebung Diepholzs gibt es zahlreiche Moore, die bis heute zur Torfgewinnung bewirtschaftet werden. Dabei wird der Torf nach wie vor von Feldbahnen aus dem Moor zu Verladeeinrichtungen gefahren, von wo aus er dann in die weite Welt verkauft wird. In dieser Umgebung florierte die Diepholzer Maschinenfabrik, kurz Diema, die sich auf die Fertigung von kleinen Industrielokomotiven spezialisiert hatte. Die kleinste Lok im Lieferprogramm war die DL 6, die von 1955 bis 1970 in (vergleichweise) großer Stückzahl gebaut wurde. Bei nicht einmal 2m Länge über Puffer hat sie mit voller Last immerhin 8km/h erreicht!

Der britische Hersteller KBscale, bekannt aus dem Artikel von Ulrich auf der Haupt-Website, bietet ein ganzes Spektrum an Fahrzeugen in 014 (Maßstab 1:43,5, 14mm Spurweite) an. Darunter auch eine Diema DL 6. Eigentlich bin ich ja bei H0 zuhause, aber bei einer Diepholzer Lokomotive auf 600mm Spurweite konnte ich einfach nicht nein sagen!

Bei Anlieferung erhält man eine hübsche weiße Kartonschachtel mit in schwarzem Seidenpapier eingeschlagenen Bauteilen. Die Anleitung ist kurz und fängt mit den Worten „As supplied this kit assembles into a Diema DL6 locomotive.“ an — ein Euphemismus ohnegleichen. Vielleicht ist das aber mit ein wenig mehr Übung des Erbauers durchaus der Fall und man muss nicht mehr so viel selbst bauen, wie ich das musste…

Übersicht über den Inhalt des Bausatzes für eine Diema DL 6 von KBscale
Übersicht über den Inhalt des Bausatzes für eine Diema DL 6 von KBscale

Geliefert werden zwei Messing-Ätzbleche für Rahmen und Motorhaube, ein Neusilber-Ätzblech für das Fahrwerk, die notwendigen Getriebebauteile und der Motor, einige Gußteile (Bremsbacken, Getriebegehäuse,  Radlager, diverse Details) sowie etwas Draht und Kabel zur Vervollständigung. In der Schachtel ist tatsächlich alles enthalten, was man für die vollständige Montage des Bausatzes benötigt — und das bei einem meines Erachtens überaus günstigen Preis!

Der Bausatz ist im Maßstab 1:43,5 gehalten, was bei 600mm Vorbildspurweite recht genau 14mm Modellbahn-Spurweite ergibt. Dennoch habe ich die Lok in der 12mm-Variante gekauft und auf 13,3mm umgespurt, was den von mir gewünschten 600mm im Maßstab 1:45 entspricht. Warum dieser Bruch, mag man sich fragen? Nun, hierzulande ist 1:45 scheinbar weiter verbreitet und außerdem gibt es von Paul Petau wunderschöne Loren, die aber in 1:45 gehalten sind und deren Rahmen keinen Platz für weitere Spuren als 13,3mm lässt.

Diema DL 6 von KBscale
Diema DL 6 von KBscale

Ich habe die Lokomotive mit einigen Abweichungen zum Bausatz aufgebaut und werde darüber in loser Folge in mehreren Artikeln berichten. Los gehts mit dem Fahrwerk!

56.2: Nun endlich ein Test der Liliput-Lok

liliput56kritik-lokfuehrerseite-sm

So, nachdem Fremo-Kollege Andreas Boecker freundlicherweise seine neue Liliput-56.2 vermessen, fotografiert, getestet und zerlegt hat, ist sie zwar noch nicht fertig, aber in alter Tradition trotzdem online, unsere Modellkritik. Wer da noch was beizusteuern hat — oder ein ähnliches Traktat über die Märklinlok –, der sei dazu herzlich eingeladen!

56.2: Die Modellvergleichstabelle

Da die Informationen zu den beiden 56.2 mittlerweile in den Foren weit verstreut sind zwischen den ganzen Meinungen und Anfeindungen, dachten wir (Ermel und Erik) uns, wir tragen mal das ganze Pro und Kontra in Tabellenform zusammen. Kaum ein paar Stunden mit glühender IRC-Verbindung später waren wir uns auch schon über die nun hoffentlich einigermaßen neutralen Formulierungen einig. ;-)

Neue Erkenntnisse werden in diesen Artikel eingepflegt werden, also am besten bookmarken!

Et voilà:

Lok-Tender-Verbindung
Mätrix Liliput
Kuppelabstand zu groß, sonst aber alles okay. Korrektur einfach. Völlig unförmige, klobige Deichsel als vorbildwidrig ausschwenkender Teil des Lokrahmens. Dadurch bedingt fehlende Teile am Lokrahmen. Absolut indiskutable Optik. Korrektur schwierig.
Vordere Pufferbohle
Mätrix Liliput
Puffer märklintypisch zu hoch, Pufferbohle in sich zu flach. Die Höhe der Oberkante scheint aber zu stimmen — und entgegen ersten Meldungen auch die Höhe der Stufe im Umlauf. Dann wäre die Korrektur relativ einfach: Pufferbohle unten verlängern, Puffer nach unten versetzen. Entgegen der ursprünglichen Annahme, daß alles stimmig ist, hat eine genaue Betrachtung des Models gezeigt, daß die Pufferbohle zu dick ist. Vermutlich wurde dies so gemacht, um die Lichtleiter unterzubringen. Die Pufferbohle ist nach hinten hin fast doppelt so dick, wie sie sein sollte. Dadurch reicht sie näher an die Schutzbleche des Vorläufers heran und hängt teilweise über den Bahnräumern, welche normalerweise hinter der Pufferbohle sitzen. Korrektur relativ einfach, jedenfalls nicht schlimmer als bei Mätrix.
Vorlaufdeichsel
Mätrix Liliput
Radposition scheint stimmig. Bahnräumer an der Vorlaufdeichsel. Schutzbleche zu kurz und zu weit oben/außen. Korrektur relativ einfach. Rad scheint zu weit vorn zu stehen, Deichsel müßte gekürzt werden. Schutzbleche auch zu weit oben, aber nicht so weit wie bei Mätrix. Wenn’s einen denn stört, wäre eine Korrektur relativ einfach.
Kesselaufbauten
Mätrix Liliput
Nix zu mäkeln. Leitungen scheinen etwas weniger plastisch zu wirken als bei Liliput, aber völlig okay so. Der Schlot sitzt vorbildgerecht auf einer „Krempe“, die aber deutlich zu dick ausgefallen ist. Abziehen, feilen, einstecken — wie hier bisher angeregt — reicht nicht, da die Krempe auch im Durchmesser zu groß ist. Trotzdem ist die Korrektur relativ einfach: Schlot ab, Loch zu, Weinert-Schlot drauf. Rest wirkt aber prima, trotz Zweifeln an der korrekten Führung der Sandfallrohre, und es gibt auch schon mehrere Varianten der Dom- und Luftkesselanordnung.
Führerhaus
Mätrix Liliput
Auch hier alles okay, bis auf die fehlenden Tendertüren. Bisher nur die Version mit Dachaufsatz erhältlich, evtl. paßt aber das Runddach-Führerhaus der 55.25. Dachaufsatz zu hoch, wirkt viel zu klobig. Wegdremeln und Neubauen wäre recht heftig, aber Führerhaus tauschen oder gleich die bereits angekündigte Variante mit Tonnendach kaufen ist als „Korrektur“ einfach. Tendertüren sind vorhanden, stehen aber schräg nach innen und sollten ersetzt werden.
Räder und Steuerung
Mätrix Liliput
Feine Metallräder mit märklintypisch sehr großen Spurkränzen (wie es bei der DC-Version von Trix aussieht, bleibt abzuwarten), Fangeisen der Treibstange fehlt. Korrekturen relativ einfach, da sich die Radsätze nach unten entnehmen lassen. Feine Metallräder mit normalen NEM-Spurkränzen, Steuerung vollständig, aber vor allem wegen der mit einer Sechskantmutter alter Tradition befestigten Gegenkurbel nicht so schön wie die der Konkurrenz. Wer RP25 braucht: Korrektur einfach, da sich die Radsätze nach unten entnehmen lassen.
Betriebseigenschaften
Mätrix Liliput
Hier muß geklärt werden, ob die von einem Tester angegebene Mindestgeschwindigkeit von >1 cm/sec (!) getriebe- oder decoderbedingt ist. Endgeschwindigkeit stark überhöht (ca. 120 km/h). Korrekturaufwand undefiniert. Es scheint aber relativ wahrscheinlich, daß es sich eher um ein Decoder-„Feature“ handelt. Endgeschwindigkeit ebenfalls überhöht (die berichteten Werte liegen bei 100 bis 120 km/h). Sonst keine Klagen zum Antrieb, im Gegenteil, vom weichen und leisen Lauf wird allgemein geschwärmt — aber der Tender soll sich unter Last schrägstellen. Egal, da die Lok-Tender-Kupplung eh komplett neu muß. Langsamfahreigenschaften laut Youtube-Video okay, Auslauf aus Vorbild-Höchstgeschwindigkeit 9 cm. (Zahlen laut MEB-Test.)
Lackierung und Beschriftung
Mätrix Liliput
Während das Schwarz bis auf ein paar kleine, schnell behobene Fehlstellen, die auch nicht serientypisch sein müssen, sehr gut wirkt, gibt’s im roten Teil ein paar Unschönheiten, am schlimmsten das unlackierte und sehr plastikhaft wirkende Tenderfahrgestell. Korrektur einfach. Die Bedruckung ist tadellos. Zur Beurteilung hinreichende Bilder liegen noch nicht vor; auf den bisher verfügbaren haben wir aber immerhin noch nichts zum Mäkeln gefunden …

Fazit

Haben wir noch keins, aber mittlerweile tendiert Erik deutlich Richtung Mätrix und Ermel genauso deutlich Richtung Liliput. Es bleibt also spannend — und wenn wir uns, was nicht unwahrscheinlich ist, nicht einigen, profitiert Ihr, liebe Leser: dann bekommt Ihr Frokeltips zu beiden Lok — is doch schön, oder? :-)

Updates

  • 2.12.12: Hinweis zur zu dicken Pufferbohle bei Liliput (erik)
  • 3.12.12: Hinweise zur Schlotkorrektur und den Sandfallrohren bei Liliput und zum Antrieb bei Mätrix  (ermel)
  • 7.12.12: Hinweise zur Schlotkorrektur bei Liliput korrigiert; Hinweise zur Steuerung bei Liliput; neuer Abschnitt zu Lackierung und Beschriftung (ermel)

Mal wieder 56.2…

Lange haben wir auf eine 56.2 in H0 warten müssen (das Weinert-Modell und den Günther-Bausatz mal außen vor gelassen). Nachdem Liliput sein Modell angekündigt hatte und wegen dem bekannten Beton-Sockel-Intermezzo nochmal zwecks Überarbeitung den Erscheinungstermin verschoben hatte, kam Märklin auf den Plan und kündigte Mitte des Jahres eine 56.2 als Insider-Modell an.

Nun denn, die scheinen sich abgesprochen zu haben, und letzte Woche auf der IMA in Köln konnte man gleich beide Modelle anschauen. Fotos dazu gibt es unter anderem in einem DSO-Thread.

Parallel dazu beginnt die Auslieferung der Modelle fast zeitgleich. Auf Ebay kann man seit letzter Woche die Liliput-Maschine ergattern, die Märklin-Lok seit gestern. Natürlich gibt es die Modelle auch ganz normal im Fachhandel.

Leider konnte ich noch keines der beiden Modelle in Natura begutachten. Die diversen Fotos in den Internet-Foren und bei Ebay haben mich dennoch dazu bewegt, meine Eindrücke hier mal kurz zusammen zu fassen. Diese Aufstellung hat keinen Anspruch auf Hunderprozentigkeit und stellt nur meine persönliche Meinung dar. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, sollte ich mich irgendwo irren.

Liliput

– Vermurkstes Rahmenende dank der klobigen, ausschwenkbaren Lok-Tender-Kupplung
– Führerhaus mit Dachaufsatz wirkt auf mich nicht stimmig, der Aufsatz scheint zu hoch und auch in der Form nicht ganz richtig zu sein.
– Schornstein mit „Unterlegscheibe“ – der untere Schornsteinkranz / Schornsteinfuß ist zwar beim Vorbild vorhanden, aber nicht so breit und vorspringend.
– sehr klobige Laternen, zumal das. 3. Spitzenlicht als Reichsbahnlaterne für DB-Loks eine absolute Ausnahme darstellt. Nicht wirklich zeitgemäß, da es genügend Beispiele von aktuellen Modellen gibt, daß es besser geht.
– Die Nachbildung des Bremszylinders auf der linken Seite kann allenfalls als Karikatur bezeichnet werden.
+ Kesselausrüstung wirkt auf mich filigran
+ beide Kesselvarianten verfügbar
+ beide Führerhausvarianten verfügbar (ohne und mit Dachaufsatz)

MäTrix

– es wirkt auf mich, daß die vordere Pufferbohle wie üblich zu hoch sitzt; gut erkennbar auch daran, daß die charakteristische Stufe am Umlauf vorne an der Rauchkammer runter zur Pufferbohlenabdeckung zu klein ist. Das stört für mich das Gesamtbild doch merklich.
– Spurkränze wieder sehr ausgeprägt, bin mal gespannt, ob die Trix-Variante flachere Spurkränze bekommt; zumindest am Vorläufer aber relativ einfach zu beheben.
– Kesselausrüstung scheint etwas grober / robuster als bei Liliput zu sein, kann mich aber aufgrund der Fotos auch täuschen – Auflösung ist jetzt nicht so gut, daß man bis ins letzte Detail alles erkennen kann.
+ Rahmenende unterm Führerhaus gut getroffen
+ Führerhaus wirkt stimmig, auch der Bremszylinder ist vorhanden

Die Laternen sind bei beiden Maschinen nicht super gelungen (bei Liliput schlechter als bei Märklin) und wen das stört, der wird um eine Aufrüstung mit Weinert-Laternen kaum herum kommen. Dies ist aber eine Frage des persönlichen Anspruchs.

Bei beiden fällt mir noch auf, daß der Umlauf und insbesondere das senkrechte Blech vorne an der Stufe zwischen Umlauf und Pufferbohlenabdeckung recht „massiv“ ist. Das ist sicherlich der Fertigungstechnik geschuldet, da man hier nicht beliebig „dünn“ werden kann. Dennoch sind auch gerade diese Teile beim Vorbild äußerst filigran, was zumindest mir auffällt, da ich mich seit einem Jahr intensiv mit dem Thema G8.1 / G8.1 Umbau beschäftige. Vielleicht werden meine (zugegeben, nicht besonders sinnvollen) Eigen-Umbauten auch mal irgendwann fertig.

Alternativen?

Kurz möchte ich hier noch meine aktuellen Umbauten umreißen, die in absehbarer Zeit (hoffentlich) fertig werden (sollen).

Zum einen habe ich eine auf Basis einer MäTrix-55 schon teilweise umgebaute 56.2 in Arbeit.

Zum anderen baue ich auf Basis einer Fleischmann-55 eine 56.2. Dazu könnte man den bekannten Günther-Umbausatz verwenden. Den gibt es aber nicht mehr, und gebraucht ist er nur selten zu bekommen.

Glücklicherweise hat aber Herr Krüger von Krüger Modellbau das Drama um die Liliput-Maschine aufgegriffen und einen Umbausatz für die Fleischmann-55 konstruiert, der sich am Günther-Umbausatz und an dem Selbst-Umbau von Tobias Meyer orientiert. Ein Prototyp dieses Umbausatzes liegt mir vor, und ich arbeite mit Herrn Krüger zusammen an der Finalisierung. Mehr dazu demnächst hier, wenn es soweit ist.

Edit sagt:

…daß es hier ein paar aussagekräftige Bilder der MäTrix-56.2 zu sehen gibt, die insgesamt meiner Meinung nach Gutes erblicken lassen:

Link zu Stummi

(c) by Erik Streda. Alle Rechte vorbehalten.

56.2: Warum nicht gleich so?

So, nun ist es raus, wie die Liliput-56.2 wohl aussehen wird:

liliput56-serie-final

Das sieht doch ordentlich aus!  Wenn wir nochmal mit dem ersten, GFN-basierten Messemuster vergleichen …

liliput56-muster

… kann man doch eigentlich nicht wirklich meckern.  Gut, zum Jubeln ist es noch zu früh, damit warten wir mal lieber, bis die Lok auf dem Tresen des Händlers liegt — aber ich freue mich sehr, daß Kritik auch mal was bewirken kann bei einem Hersteller.  Wenn die so gut fährt, wie sie aussieht, kann Mätrix die seine jedenfalls behalten — macht ja nix, gibt ja genug Märklinisten, daß auch die kein Flop wird.  Und so soll es ja auch sein: Diese Baureihe fehlte nun wirklich lange genug, daß auch zwei Modelle, ein Kleinserienbausatz und mehrere Umbausätze davon genug Geld abwerfen sollten für ihre jeweiligen Hersteller.

Ich freu mich auf jede 56.2, die dann demnächst im Fremo die viel zu wenigen schon laufenden Exemplare entlasten helfen wird: egal ob GFN-Eigenumbau, GFN/Günther-Umbau, Weinert-Bausatz, Trix-Eigenumbau, GFN/Krüger-Umbau, Mätrix- oder eben Liliput-Großserienmodell.  Aber ich wage mal die Prognose, daß die meisten davon zur letzteren Gruppe gehören werden.

Meine dann wohl auch.

So, und jetzt verspreche ich Euch feierlich, daß ich zum Thema 56.2 nun endlich die Klappe halten werde, bis so eine Lok hier vor der Linse steht.  Ist ja schon fast so penetrant wie das Pwg-pr-Thema hier, normal sollte es doch vorwiegend um Güterwagen gehen, wenn man das Logo so ankuckt, oder?  Ja, sollte es.  Ist auch schon wieder was im Werden diesbezüglich.

Beide Bilder stammen von der Liliput-Website.

56.2: Ging ja schneller als erwartet

Irgendwie lag die 56.2 von Märklin ja schon immer seit Erscheinen der 55.25 in der Luft, nur daß es Märklin — fast möchte man sagen: traditionsgemäß — anscheinend vermeidet, Lokbaureihen anzukündigen, die es nicht schon von einem DC-Hersteller gibt. Insofern war eigentlich klar, daß Liliputs 56.2-Ankündigung ein entsprechendes Modell des „Marktführers“ folgen würde. Aber jetzt schon, vor Auslieferung des (überarbeiteten) Liliput-Modells? Das überrascht mich dann doch. Hier ist ein Bild, die Technik mit Lokantrieb, Motor im Kessel und natürlich, wie bei Märklin nicht anders zu erwarten war, Lärm und Licht und Rauch birgt ebenfalls keine Überraschungen, und beim Preis (Liste 380 Euro) ist es zumindest dem Unterzeichneten auch egal, daß das ein „Insidermodell“ ist, an das man als Normalsterblicher theoretisch eh nicht rankommen sollte.

Mal abwarten, was Liliput dann letzten Endes wirklich liefert. Aber bei gut 100 Euro weniger kann man daran einiges verbessern, bis man den Märklin-Preis erreicht hat …

Naja. Ungelegte Eier. Schaun mer mal.

Liliput-56.2: Nun ist es offiziell

Zitat von der Liliput-Homepage:

Die BR 56.2 wird konstruktiv überarbeitet und erhält einen Kessel mit freiem Durchblick. Weiterhin wird etwa der Rahmen bis unter das Führerhaus laufen. Die zurzeit auf Messen oder Prospekten gezeigten Modelle sind Handmuster und basieren noch auf ersten Vorserienmodellen. Die Auslieferung an den Fachhandel ist für Ende 2012 geplant.

Dazu wieder das Bild des alten, Fleischmann-55-basierten Handmusters:

liliput56-muster

Na bitte. Donnerner Applaus nach Altdorf!

Widersprüchliches zur Liliput-56.2

Mehrere Leser machen mich darauf aufmerksam, daß das Liliput-Messemuster der 56.2 in der Version der DR-Ost doch noch den verflixten „Betonsockel“ besitzt:

liliput56-messemusterFoto mit freundlicher Genehmigung des Bildautors „laenderbahn“ aus Stummi

Damit ist dann wohl das bereits gezeigte Messe-Prospektfoto desselben Modells als Photoshop-Kunstwerk entlarvt:

liliput56-serie-2

Die Frage ist, ob das jetzt ein schlechtes Zeichen ist. Nach anfänglicher Schockstarre bin ich inzwischen der Meinung: Nein, muß es nicht sein. Denn warum sollte Liliput sich die Mühe machen, am DR-Modell im Prospekt einen Fehler wegzuphotoshoppen, den das fertige Modell haben wird? Der Aufschrei wäre ihnen doch gewiß. Nein, ich denke, das DR-Messemuster war halt gleichzeitig mit dem DB-Desastermuster entstanden, und man hat sich einfach gespart, es umzubauen.

Dazu paßt dann auch die Aussage des Liliput-Mitarbeiters Filippo Pistone in diesem Video (Youtube) vom Modellbahnshop Lippe:

Also bei der Baureihe 56 im Speziellen werden wir komplett neukonstruieren. Wir wollten ja eigentlich nach der Spielwarenmesse zum Frühjahr die DB-Version der Baureihe 56 ausliefern, haben aber aufgrund der Qualität, die wir […] geprüft haben, festgestellt, so können wir sie nicht auf den Markt bringen. Wir werden die komplett überarbeiten, und es wird dieses Jahr eine Baureihe 56 in DB-Version geben, gleichzeitig oder parallel dazu auch die Deutsche-Reichsbahn-Version, aber eben zum Ende des Jahres. Sprich: durch die Änderungen, die wir jetzt durchführen, verzögert sich natürlich auch der Liefertermin. Uns war die Qualität wichtiger in dem Projekt Moment.

Danke, Herr Pistone, und seien Sie versichert: Uns auch! :-)

Update: Auch Ralf Wittkamp bestätigt in seinem Messebericht auf DSO:

Die BR 56.2 bekommt definitiv einen neuen Kessel mit freien Durchblick. Der Rahmen rückt bis unters Führerhaus (wo er nach Vorbild auch hin gehört). Die Handmuster die an dem Messestand zu sehen waren sind noch auf Basis des „alten“ Modells entstanden.

Es besteht also trotz des ausgesprochen unschönen Messemusters m.E. noch sehr deutliche Hoffnung, daß am Ende alles gut wird.

Epoche-3a-Treffen in Groß Brunsrode

Nun ist also „unser“ erstes Fremo-Epoche-3a-Treffen in Groß Brunsrode am letzten Wochenende Vergangenheit, und ich muß sagen: es war spitze!

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Timo hat einen wirklich feinen Fahrplan gebastelt mit einigen Spezialitäten wie Stückgutkurswagen (natürlich ne Leigeinheit), Schi-Stra-Bus etc., der außerdem auch noch ziemlich gut funktioniert hat. Trotz teilweise anspruchsvollen Aufgaben kam kaum Streß und kein Streit auf, alles lief, wie man es von Groß Brunsrode (und eigentlich auch sonst beim Fremo) kennt, in ruhigen und entspannten Bahnen ab.

Klar war beim Fahrzeugpark noch keine 100%ige Epochenreinheit zu vermelden, besonders einige Dampflok trugen noch drei Spitzenlichter und/oder DB-Kekse, und auch klassenreformierte Wagen waren vereinzelt zu sehen; trotzdem waren m.E. weniger Anachronismen unterwegs als bei den üblichen Ep-3b-bis-4a-Treffen.  Ich war beeindruckt, was da für Schätze zum Vorschein kamen!

Positiv auch: der übliche wilde Baureihenmix glänzte weitgehend durch Abwesenheit. Neben den Stammbaureihen 38.10, 64 und vor allem natürlich 50 (wir hatten acht davon, glaube ich) gaben nur noch 56.2, 56.20, 58.10, 62 und 74 Gastspiele. Das wirkte sehr harmonisch! Die Dieseltraktion war mit VT 62.9, ein paar Köf sowie jeweils für einen Fahrplan als Gast-Eilzug VT 12.5 und VT 10.5 „Senator“ (!) angenehm zurückhaltend vertreten. Und mit ETA 177 und dem oben schon genannten Schi-Stra-Bus sind dann auch schon alle Triebfahrzeug-BR aufgezählt. So soll es sein!

Meines Erachtens hat „unsere“ Epoche ihre erste Bewährungsprobe jedenfalls glänzend bestanden. Als nächstes brauchen wir unbedingt gelbe Beschriftungen für ein paar typische Wagentypen, bei mir warten Donnerbüchsen, preußische Abteilwagen und diverse Altbau-D-Zug-Wagen auf ihre Rückdatierung … und es müssen ein paar großohrige Dampflok auf die Schiene, kann ja nicht angehen, daß Eriks 50 2602 die einzige war!

gbr-50-thw
Ich freu mich jedenfalls auf unser nächstes Epoche-3a-Treffen! Und auch bei den Nicht-Epoche-3a-Fans unter den Teilnehmern schien mir bei der Abschlußbesprechung wie vorher die Stimmung recht wohlwollend zu sein. Gelästert hat jedenfalls kaum einer ;-)

Beide Bilder sind von Thomas Woditsch; hier geht’s zu seiner Bildergalerie.

Liliput 56.2: Neues Messemuster

Nach der vorsichtigen Teilentwarnung neulich bezüglich des 56.2-Desasters von Liliput gibt es jetzt eine etwas weniger vorsichtige solche.  Hier das im Messeprospekt abgebildete Muster (Windleitbleche nebst Aufschrift bitte ignorieren, das ist halt so ein DR-Ost-Exot als Variante, aber die Normalausführung bleibt ja angekündigt):

liliput56-serie-2

Zum Vergleich nochmal das alte Desaster-Muster:

liliput56-serie

Na also, geht doch: Der Betonsockel ist weg!  Klar, besonders viel Kesseldurchblick zeigt sie in dieser Perspektive nicht, aber das Vorbild war ja auch keine hochrädrige Schnellzuglok.  Bleibt abzuwarten, wie das hintere Rahmenende bei der Auslieferung aussehen wird — aber die Chancen auf eine akzeptable 56.2 sind abermals ein bißchen gestiegen.

Hoffen wir das Beste.