Es wird großrädrig

Normalerweise steh ich ja bekanntlich eher auf kleinrädrige Dampflok, aber diesem Anblick hier konnte ich denn doch nicht widerstehen:

01069-buechsenlicht

Darf ich vorstellen: 01 069 gibt sich die Ehre. Ob sie die Nummer behalten darf, weiß ich noch nicht, aber eine Altbaukessel-Lok mit kleinen Vorlaufradsätzen und Wagner-Windleitblechen darf sie bleiben. „Mehr Epoche 3a wagen!“, wissenschon. Die Wagnerbleche kommen aber neu von Weinert, die Materialstärke der Roco-Windleitklötze ist schon heftig, wie oberes Bild leider nur zu deutlich zeigt.

01069-seite

Ob das mit dem Nietentender geht in Epoche 3a? Die 01 bekamen doch recht schnell geschweißte 2’2’T34, getauscht von neuen z.B. 41, wenn ich richtig informiert bin. Naja, wenn sich kein Nietentender-Vorbild findet, wird ein geschwossener ;-) Tender schon aufzutreiben sein.

Und warum es eine olle Gebrauchtlok sein mußte, außer wegen des unwiderstehlichen Preises natürlich? Kuckst Du hier:

01069-durchblick

Diesen Rahmendurchblick haben Rocos neue Kardan-Pacifics nun mal leider nicht mehr. (Durchscheinendes Plastik an Rahmen und Rädern bitte ich zu ignorieren. Bleibt nicht so, versprochen!)

Und hier klinkt sich gleich mal der Hüter des Modellbahnfrokler-Bücherbretts ein: ;-)

In [1] habe ich gleich drei 01 gefunden, die in Epoche IIIa noch große Windleitbleche hatten: 01 090 (Aufnahme vom 6. Mai 1954 bei Recklinghausen mit T 34, S. 106), 01 058  vom Bw Hannover Ost (mit T 34, Aufnahme Ende der 50er Jahre, S. 103) und — Ermel ist halt ein Schoßkind des Glücks — 01 004 im August 1947 in Wuppertal-Elberfeld mit genietetem Tender, großen Ohren und Dreilicht-Spitzensignal (S. 104). Das sollte also auch mit den kleinen Vorlaufrädern passen.

In  [2] ist kein Bild einer großohrigen DB-01 in Epoche IIIa zu finden, das Buch legt den Schwerpunkt auch mehr auf die Loks bei der DR der DDR.

Möglicherweise hat ja ein Leser die neueste Auflage des Baureihen-Buches vom EK im Regal stehen und kann dort mal nachsehen. Vielleicht gibt es ja noch mehr Loks in der von Erik gewünschten Ausführung.

[1]: Wenzel, Hansjürgen: Die Baureihe 01, Freiburg (Eisenbahn-Kurier) 1977(3).

[2]: Manfred Weisbrod/Wolfgang Petznick: Baureihe 01. Geschichte, Bau und Bewährung einer Schnellzuglokomotive, Stuttgart (Transpress) 1999 (unveränderter Nachdruck der 3. Auflage von 1993).

(Vorbildinformationen eingefügt von frank, der besseren Übersicht wegen nicht als Kommentar, sondern direkt im Artikel)

Danke! Aber drei Fragen dazu: 1. 01 004 im Jahr 1947 wirklich mit Dreilicht-Spitzensignal? 2. Wo war 01 004 beheimatet? 3. 01 058 sollte Ende der 50er dann ja (auch?) Dreilicht-Spitzensignal haben, richtig? — Meine Lok bekommt aber zwei Spitzenlichter. (ermel)

Bitte! Drei Antworten dazu: 1. Ja, auf dem Foto hat 01 004 ein Dreilicht-Spitzensignal. 2. Von 1926-1949 in Hamm, später taucht sie in Paderborn auf, wo sie 1959 z-gestellt wurde. 3. Auf dem Bild hat 01 058 nur zwei Spitzenlichter, aber schon keinen Rauchkammer-Zentralverschluss mehr; die Pumpen liegen bereits in der Mitte der Umlaufbleche — auch eine schöne Kombination. (frank)

Hm, dann glaub ich die 1947 eher nicht. Im 41-Sonderheft vom EJ ist auch so’n Fall: eine Altbau-Wagner-41 mit Zweilichtsignal, IIRC 41 029 41 174, angeblich 1958 1968 — da hatte diese Maschine nur leider schon einen Neubaukessel. Sprich: fehldatierte Bilder kommen vor. Egal — es wird sich sicher ne passende Maschine finden, so exotisch ist meine Lok ja nicht. Daß es nach dem Krieg 01 mit Nietentender gab, ist aber gut zu wissen. Das mit den Pumpen ist bei der 01, wenn ich das richtig verstanden habe, nicht umbauzustands-, sondern baujahres- und damit loknummernabhängig. Das war Blödsinn, siehe Kommentare! Meine hat die Pumpen jedenfalls vorn, was für Wagner-01 IMHO der Normalfall war und was ich auch schöner finde — die Maschine wirkt ohne dieses Gedöns am Umlauf noch gestreckter als sowieso schon. :-) (ermel)