Wenn wir da was raussägen, paßt er in die Marktlücke

Ja, ich weiß, man soll ja nicht undankbar sein, und es ist ja schön, daß Tillig aka Sachsenmodelle überhaupt mal einen Kleinviehwagen der Verbandsbauart, DB Vh 14, gemacht hat. Aber trotzdem muß ich das nicht verstehen: Sie nehmen dafür das Fahrwerk vom Gw 01, obwohl es ca. 3 mm zu lang ist? Und verpassen dem Gw Preßblech-Achshalter, die für den falsch sind, für den Vh 14 aber richtig? So daß dann beide Wagen falsch sind?

Wie es richtig geht, hat dann ein paar Jahrzehnte später Fleischmann gezeigt: die haben dieses Fahrwerk mit Fachwerkachshaltern gebaut und außer dem Gvw 01 und dem Ovw 01 auch eben nicht den Vh 14 draufgesetzt, sondern dessen preußischen Vorgänger, den Vwh 04. Schwupp, alle drei Wagen richtig, denn der Vwh 04 ist eben ein Stückchen länger als der Vh 14. (Einen Gw 01, der auf das Fahrwerk auch noch draufgepaßt hätte, haben sie sich indes gespart, wohl wegen des bis auf die Länge sehr ähnlichen G 02 im Programm.)

Naja. Nu stehen wir da, mit einem zu langen Vh 14 und einem Uralt-Gußmodell von Trix …

vh14-samo-trix

… welchletzteres mit Fleischmann-V 90-Türen, Endfeldverstrebungen, Roco-Fahrwerk und weggefeilter erhabener Beschriftung schon leidlich brauchbar wirkt, aber irgendwie auch nicht die Lösung darstellt (sondern Mitte der 80er, als es das Sachsenmodell noch nicht gab, mal angefrokelt wurde und irgendwann sicherlich auch noch mal fertiggestellt wird). Die Höhendifferenz zwischen den beiden ist mir übrigens erst auf dem Bild aufgefallen; Nachmessen ergab, daß hier der Trix falsch ist (puh! ;-) ). Um den soll es aber hier sowieso nicht gehen, sondern um das Tillig-Sachsenmodell.

Da kann man nämlich doch einfach die überschüssigen drei Millimeter rausschneiden? Klar kann man. Von meinen ersten beiden, einer davon sogar mit Bremserhaus, muß ich mal gelegentlich Bilder nachreichen, die liegen in irgendeiner Schadwagenkiste. Aber letztes Wochenende fand sich dann noch in einer anderen Kiste dieser hier …

vh14-samo-ep2-gekuerzt-roh

… und wurde sogleich begriffstangt und besignalhaltert. Gekürzt ist er schon, wie unschwer zu erkennen; bei dieser Variante mit Lüftungsklappen in den Türen bleibt einem leider keine Wahl, als mittig durch die Türen zu schneiden und dann eine Spachtelorgie zu machen. (Oder natürlich auch hier Fleischmanntüren zu spendieren, so man noch welche in der Kiste hat.)

Bei der anderen Version ohne diese Klappen, zu sehen im oberen Bild, schneidet man vorteilhafter am rechten Rand der Tür und muß dann nur die Knotenbleche in den Ecken aus Papier neumachen. Bilder vom Ergebnis kommen, wie gesagt, wenn ich meine Wagen oder Bilder davon mal wiedergefunden habe. Bilder vom Gefrokel selber kommen erst beim nächsten Vh 14 …

Zu ergänzen bleibt noch, daß das Fahrgestell an den Enden eingekürzt werden muß, der Achsstand stimmt nämlich. Oder man macht, wie erwähnt, einen Bremserhauswagen draus, dafür ist es dann nämlich ziemlich genau richtig lang.

Daß die in der Überschrift genannte Marktlücke — ein korrektes Vh-14-Modell halt — aber auch gerne mal von einem der geschätzten Hersteller geschlossen werden darf, versteht sich ja von selber und bedarf hier keiner weiteren Erwähnung, gell. ;-)

Neue und alte Modellkritiken

Es ist schon ein Kreuz mit dem Froklerblog. Früher waren wir froh, wenn wir mal einen Artikel auf der Website fertighatten, und haben deswegen das Blog eingerichtet, damit man öfter schnell mal was schreiben kann. Und heute? Heute sind wir froh, wenn wir mal einen Blogartikel fertighaben. Seufz.

Aber das wird sich wieder ändern, haben wir (naja, einige von uns) sich vorgenommen. Und heute geht’s los: mit einer brandneuen Modellkritik der Brawa-55.0 alias pr G 7.1, einer nicht ganz so neuen, aber bisher nicht auf der Website verlinkten Modellkritik der Liliput-56.2-8 alias pr G 8.1 mit Laufachse, beide aus der Feder von Andreas Boecker, und einer uralten, früher vielleicht auch mal verlinkt gewesenen, aber seit Jahren irgendwie verschütt gegangenen Modellkritik der Brawa-E 77 von Manfred Schmid.

Und wem das zu lokomotivlastig ist, der darf auch schon mal einen Blick auf Ermels Umbaubericht zur Leigeinheit aus Gllvweh und Glleh, besser bekannt als ehemalige Pwg pr 14 und Gl 11, werfen. Obwohl der weder fertig noch auf der Website verlinkt ist bis jetzt.

Zugegeben, für die Blogleser ist das jetzt nicht alles neu. Das ist halt Euer Informationsvorsprung gegenüber den Nur-Website-Besuchern :-) Aber, auch wenn wir das schon öfter versprochen haben: Das ist nur der Anfang. Auch wenn gewisse Unterstellungen, es habe schon 2 Jahre keine Updates der Website gegeben, falsch waren … eins ist auch eins zuviel.

Der Messebericht

Ein neues Jahr, eine neue Messe. Wir sind hier zwar bekanntlich alles andere als konsumgläubig, aber herrjeh, man kuckt dann doch immer wieder in die PDFfe, oder? Und wie in jedem Jahr gibt es auch diesmal wieder ein paar hübsche neue Dinge, die der Frokler Interesse wecken.

Wir haben ja über die Jahre, die dieses Blog inzwischen alt ist, schon einige Formate für den Messebericht ausprobiert. Ich weiß nicht, wie es Euch ging, aber ich fand den von 2011 am besten gelungen: jeder notiert halt, was er interessant findet, und alles kommt in dieselbe, alphabetisch nach Herstellern sortierte Liste. Das machen wir, so beschließe ich jetzt einfach mal, dieses Jahr wieder.

Und ich fange an — hoffentlich bleibe ich nicht der einzige, der diesen Artikel mit Bekanntwerden von Neuem (oder von mir Übersehenem oder nicht als berichtenswert Erachtetem) aktualisiert! (Ja, das war ein freundschaftlicher Anstupser für meine geschätzten Mitautoren hier. Schwingt die Tasten, Jungs! :-) )

Es sei noch mal ausdrücklich darauf hingewiesen, daß dieser Bericht weder vollständig noch alleinseligmachend sein soll, sondern nur die (wenigen) Dinge aufzählt, die die Autoren hier wirklich freuen! Ergänzungen bitte gern als Mail oder Kommentar, sie werden wohlwollend geprüft ;-)

A.C.M.E. macht seinem Namen, der ja schon viel länger, als es diese Firma gibt, bekanntlich für „A Company Making Everything“ steht, zunehmend Ehre. Oder vielleicht sollte man eher A.C.A.E. sagen, mit dem zweiten A für „announcing“, denn die Lieferzeiten …  Die beiden bemerkenswerten Neuankündigungen, den DB-Schweröl-Dienstkesselwagen (Nr. 40199) und den EVA-Gaskesselwagen (Nr. 45029 im Zweierset), sollen jedenfalls auch letztes Jahr schon angekündigt gewesen sein. Interessanter fand ich aber eh, was es da inzwischen alles an FS-Satteldachwagen gibt: hölzerne F, wie wir sie von Piko kennen (Nr. 40130), aber auch mit Bremserhaus (Nr. 40140); hölzerne Kühlwagen Hg mit Bremserhaus (Nr. 40071); blecherne Kühlwagen, auch mit kurzem Achsstand und mit Bremserhaus (Nr. 45021 im Dreierset); blecherne Pwg, Entschuldigung, Dm (Nr. 40151) und einen anscheinend aus Blech-F umgebauten Behelfspostwagen UF (Nr. 40121). Sicher, braucht man nicht alles in Deutschland — aber für Satteldachwagen gibts auf dieser Seite ja traditionell eine gewisse Affinität. (ermel)

Artitec leitet aus seinem letztjährig angekündigten, aber noch nicht ausgelieferten SSy 45 nun auch die Nachkriegsserie SSy 55 mit anders geformtem Langträger und neuen Drehgestellen ab, stellt ihm außerdem den dreiachsigen SSym 46 zur Seite und kündigt alles in etlichen Varianten an. Und Ermel ist hin-und-hergerissen zwischen modelloptikbedingtem Ärger und kontostandsbedingter Freude, daß das Material für seinen Panzerzug von Roco und Liliput schon seit Jahrzehnten hier herumliegt … Die gedeckten Güterwagen CHHP und CHKP der NS, Gl-Wagen quasi, sind hübsch, aber anscheinend nicht im EUROP-Park gewesen. Und vom wunderbaren DAF-Lastwagen der 50er und frühen 60er Jahre gibt es gerade mal eine neue Variante — schade, die Ursprungsversion der Baujahre ’50 bis ’54 hatte ich erhofft … na, vielleicht kommt sie ja noch mal. Beim Zubehör ist der deutsche Gelenkwasserkran vielleicht endlich mal ein würdiger Nachfolger des legendären Bochmann & Kochendörfer-Modells. (ermel)

Auhagen ist ja seit der Genesis des Fabrikbaukastens einer der wenigen mit Spannung erwarteten Neuheitenprospekte hier. Und erwartungsgemäß kommen auch die letztes Jahr an der Halbrelief-Lagerhalle zu sehenden Wandteile für Laderampen nun einzeln, in sämtlichen Farb- und Formvarianten; bei genauem Hinsehen scheint allerdings die Rampenhöhe etwas üppig zu sein (danke für den Hinweis, Tobi), einfach so bauen und auf den ebenen Fabrikhof stellen wird da wohl nicht funktionieren. Auf jeden Fall brauchbar sind aber die Wandteile unten ohne und oben mit Fenstern; sie gibt es sowohl mit vollwertigen als auch mit den kleinen, die über dem Rampendach liegen. Bemerkenswert auch die Blechtore, die man einfach davorsetzen kann.
An neuen Gestaltungsteilen ist natürlich das Dampfhammer-Set zu nennen. Aber auch der Gabelstapler und die Schwerlastanhänger wirken schön altertümlich, und die Transportkisten und -rahmen kann man eh immer gebrauchen — schöne Kleinigkeiten mit, auch das sei erwähnt, akzeptabler Preisgestaltung!
Abseits der Fabrik gibt es einen neuen, sehr filigran überdachten Bahnsteig, eine angenehm unauffällige, aber beim zweiten Hinsehen wunderschöne kurze Blechträgerbrücke, mobile Förderbänder und neue Schieferdachplatten.
Insgesamt also mal wieder viel Schönes und Nützliches bei Auhagen. Wieso bin ich dann enttäuscht? Weil erstmals, seit es den Fabrikbaukasten gibt, keine neuen Gebäude auf dieser Basis mit neuen Wandteilen im Prospekt sind. Hoffentlich ist das nicht der Anfang vom Ende des Ausbaus dieser Serie — da könnte man noch so viel Schönes mit machen! (ermel)

Brawa ist, soviel sei verraten, nicht nur alphabetisch, sondern auch programmatisch ;-) durchaus zu recht ganz weit vorn in diesem Bericht, auch wenn drei der Hauptneuheiten mich aus epochalen Gründen kaum bis gar nicht reizen. Dennoch: die Bilder der neuen V 100 taugen schon zur Begeisterung, und mit drehenden Lüfterrädern und einzeln schaltbaren Schlußleuchten zeigt sie auch sinnvollere digitale Gimmicks als ESU mit Kurvenquietschen und Schaltwerksblitz.
Dazu passend gibt es vierachsige Umbauwagen — hoffentlich passen die dann auch zu den 3yg von Fleischmann, dann können wir das Thema auch mal abhaken.
Güterwagen-Formneuheiten gibt es gleich drei. Während der Schiebewandwagen Hbis 299 eher die Freunde der Moderne begeistern wird, sind der fünfständige BTmms 58 und, vor allem, die dazugehörigen Behälter Ekrt 212 und Ddtkr 621 schon eine Versuchung wert, auch wenn der Wagen mir eigentlich zu neu ist. Schade, daß der auf den ersten Seiten des Prospektes zu sehende BTs 30 immer noch nur ein Spur-0-Modell ist, worauf übrigens nicht ich alleine reingefallen bin, gell Steffen :-)
Die dritte Güterwagen-Formneuheit zeigt einmal mehr Brawas Bedeutung als Frokelprojekt-Beeinflusser: der SSlma 44 ist, schon wegen seiner mindestens so netten Unteransicht, schon genauso lange auf unserer To-Do-Liste wie der Smr 35, wird aber wohl nun eher gekauft als gebaut werden; das Fehlen des erwarteten handgebremsten Gms 30 (Oppeln) bei den Brawa-Neuheiten hingegen bedeutet, daß der Umbau von Roco-ex-KMB-Oppeln in Handbremswagen jetzt wohl doch endlich mal ernsthaft angegangen werden muß.
Und, es sei verziehen, noch eine seit Jahren fehlende Variante sei angemerkt: der G 10 in der Version mit zurückgebauter Handbremse, hier erst neulich an Frokelvester Teil 4 zu sehen gewesen, ist und bleibt mehr als überfällig.
Fast hätte ich jetzt die neue Dampflok vergessen: die preußische G 10 (Baureihe 57.10) ist schon eine Versuchung, aber zumindest ich werde wohl doch eher irgendwann [TM] mal meine alte Roco-Lok mit Fleischmann-P8-Kessel weiterbauen …
Trotzdem ein tolles Neuheitenjahr bei Brawa; anscheinend ist man dort, meinem beständigen Gemäkel über stolze Preise und empfindliche Tritte zum Trotze, auf einem guten Weg. Und das ist in einer Zeit der eher durchwachsenen Branchennachrichten ja auch was Schönes. (ermel)

Brekina erfreut mit zwei Nutzfahrzeugen, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Das eine ist relativ neu, sehr klein und war zu seiner Zeit allgegenwärtig: der Renault R4 als Fourgonette, also als kleiner Kastenwagen (Nr. 14700 bis 14702).  Hoffentlich vergeigen sie ihn nicht so wie die Kastenente; aber selbst wenn, gibt es ja nach Tobis Methode neuerdings zwei brauchbare R4-Nasen zum Dranschwarten: eine alte von Wiking und eine neue von Herpa.
Das andere neue Nutzfahrzeug ist dagegen recht alt, ziemlich groß und sehr selten: vom Büssing 12.000 U wurden gerade mal 36 Stück gebaut, und heute existiert noch eines (dieses hier). Trotzdem ein tolles Vorbild; daß das Modell (Nr. 13003) anscheinend zunächst „unverglast“ im 50er-Jahre-Wikingauto-Look angekündigt ist, macht mir keine Bange, da kommt bestimmt auch nochmal ein top-dekoriertes nach. (ermel)
Und, ach ja: Brekina macht den VT 95-Prototyp. Hatte ich nicht mehr auf dem Schirm, als ich den Eintrag schrieb. Nicht meine Gegend. (ermel nach Leserkommentar von Edgar)

Busch hat in seinem eigenen Neuheitenprospekt (falls es denn schon der Messeprospekt ist) außer dem Vertrieb der Automodelle von Oxford Miniatures nix Interessantes, aber unter „Busch Mikroländer“ wird eine wunderschöne Lanz-Dreschmaschine von 1911 angekündigt. „Mikroländer“ ist eine Kooperation von Brekina, Busch, Faller, Preiser und Viessmann, die dieses Jahr gemeinsam Modelle zum Thema Lanz anbieten wollen. Man darf gespannt sein, auch wenn Buschs andere Angebote zum Thema vom steinalten ex-Praliné-DKW-Kastenwagen über ein für Lanz werbendes Segelflugzeug bis zum unvermeidlichen gelaserten Blechschuppen mich jetzt nicht grad vom Hocker reißen (und Viessmanns beleuchteter Kibri-Bulldog auch nicht, weswegen die auch in der Ignorier-Liste verbleiben).
Das war aber tatsächlich nur der Anfang von Buschs Neuheitenprogramm. Hauptneuheit ist eine als Papierfabrik firmierende mehrstöckige Halle mit rundlichen Dächern, deren Stahlfachwerk-Bauweise nicht nur sehr schön ist, sondern auch das Lasercut-typische Eckenproblem geschickt vermeidet. Die Aufzählung der diversen anderen Lasersachen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen …
Die letztjährige Minol-Tankstelle kommt dieses Jahr für Wessis als BP (Nr. 1577) — das Grün-Gelb-Weiß mutet recht modern an, „gilt“ aber in dieser Form seit 1950 oder so (und mit dem verwendeten Logo bis ’58). Bemerkenswert, aber im Prospekt arg unauffällig: die Absperrung aus Metallpfosten und -kette (Nr. 1023) verdient sicher eine genauere Betrachtung.
Von den Autos möchte ich nur den Hanomag AL 28 mit Gerätekoffer erwähnen — eins der Standard-Katastrophenschutzautos der Republik und eine nach langer Zeit endlich geschlossene Marktlücke. (ermel)

Exact Train hat ja letztes Jahr schon reichlich Vorschußlorbeeren von uns bekommen für den immer noch nicht ausgelieferten Autotransporter Offs 55. Ich will da auch nicht drängeln, Hauptsache er wird dann auch so gut, wie die bekannten Bilder aussehen! Seitdem sind zwei Ankündigungen hinzugekommen: der Gm Nordhausen der DR (DDR) haut mich jetzt nicht so vom Hocker, gespannt bin ich nur auf seine Bretterfugen — aber der zur Messe angekündigte Otmm 52, das ist der mit dem gekröpften Langträger, ist fast genauso hochwillkommen wie der Offs. Endlich mal ein so richtig epoche-3-iger Neubau-Otmm! Die Otmm 61/64 von Piko und Otmm 70 von Roco sind ja eher versehentlich noch nicht computergenummerte Epoche-4-Wagen ;-)  (ermel)

Faller: Besonders hervorstechend ist für mich die Neuheit Schotterwerk samt den Zubehörbausätzen (Backenbrecher, Verladung…). Zwar selbstbewußte UVP, aber dennoch endlich mal was neues in realistischen Ausmaßen. Die alten Bausätze von Faller & Co. waren da ja doch recht verniedlicht und putzig klein.
Auch sehr schön sind die Hochhäuser / Plattenbauten nach DDR-Vorbild. Kann man meiner Meinung nach auch für Anlagen nach westdeutschem Vorbild verwenden, ggf. mit ein wenig Kitbashing. Sehr schön gelungen. Auch wenn ich selbst dafür bei meinen Planungen keine Verwendung finde, hoffe ich doch bald davon ein paar schöne Umsetzungen zu sehen. :-)
Sehr nett finde ich zudem die Läutewerke. Vielleicht nicht ganz so filigran wie vergleichbare Produkte aus dem Kleinserienbereich, aber auch hier kann man was daraus machen. (erik)
Was mir noch auffiel, war das Gebäude des Klempnermeisters Röhrig. Das Gebäude selbst ist ja schon sehr hübsch, aber die aufwändig bedruckten Wände mit Werbung, andersfarbigen Zier-Ziegeln und hellen Mauerfugen (!) machen richtig was her. Daß Klempnerutensilien, Anbauten etc. fehlen, finde ich verschmerzbar. (ermel)

Fleischmann war letztes Jahr ja enttäuschend: außer dem Jahrzehnte überfällig gewesenen Fahrwerk für den O 10 (Halle) ohne Hand-, aber mit Druckluftbremse fand ich da nix zu bejubeln. Machen wir es kurz: außer dem genauso lange überfällig gewesenen Fahrwerk für den Om 12 (Breslau/Essen) ohne Hand-, aber mit Druckluftbremse geht es mir dieses Jahr genauso, allerdings mit der erweiterten Härte, daß der so bestückte DB-Epoche-3-Om 12 (Nr. 521901) dann nicht mal EUROP-beschriftet ist. Denn genau wegen dieser Version war das Fahrwerk doch besonders überfällig, denn EUROP-Om 12 gab es schließlich nur mit Druckluft- und ohne Handbremse! Andererseits — wer wie ich noch ungebremste Fleischmann-EUROP-Om 12 aus der Sonderserie hat, braucht jetzt nur noch Aufbauten zu tauschen ;-)
Ernsthaft, sonst nix? Ernsthaft. Sonst nix. Zumindest nix, was mich auch nur zögerlich hinter dem Ofen hervorlocken könnte. Seufz. (ermel)

H0fine kündigt nun offiziell die Weichen- und Signalstellhebel an, mit denen sich ein vorbildorientiertes mechanisches Stellwerk bauen läßt — für die, bei denen Vorbildbezug nicht an der Anlagen- oder Modulkante endet. (ermel)

Märklin kommt dieses Jahr weniger knapp weg in diesem Bericht als meist — ich brauche tatsächlich mehrere Absätze! Das liegt hauptsächlich an einem Modell, das nichts mit Eisenbahn zu tun hat: als Insidermodell (Nr. 18970) gibt es ein Set aus zwei Pflug-Lokomobilen und einem Kipp-Pflug. Wem das jetzt nichts sagt: so ne Dampfmaschine ist viel zu schwer zum Übers-Feld-Fahren, also hat man den Pflug am Seil zwischen zwei Dampfmaschinen hin- und hergezogen. Tolles Motiv, wollte ich immer mal bauen. Den Pflug wird man auch immer noch selbst bauen müssen, der ist nämlich trotz solch Bewerbung im Prospekt alles, aber nicht filigran. Die Pfluglokomobile hingegen gabs schon mal als Ladegutmodell, die sind gar nicht mal schlecht. Na mal kucken, was das Set kosten soll, notfalls in ein paar Jahren in der Bucht, wie sonst sollte ich auch an Insider-Modelle kommen :-)
Stichwort Insider: der diesjährige „Jahreswagen“ (Nr. 48164), ein ex-Trix-Länderbahnkesselwagen im Dekor des hannoverschen Mineralölhändlers Bolte, ist, ob authentisch oder nicht, durchaus hübsch, wie ich finde. Danach kann man ruhig mal die Augen offenhalten, wenn es in die Bucht oder in die Gebrauchtramschregale poltert irgendwann.
Der Rest ist schnell abgehakt: 41 Altbau, schön, aber nicht von Mäh. VT 95, schön, aber lieber von GFN. Vielleicht noch etwas Hohn und Spott für uralte, zu kurze Sm 24, beladen mit deutlich zu wenigen Goggo-Transportern mit z.T. offenen Türen (?!) gefällig? Oder für genauso alte Omm 37 mit völlig falschem UIC-Fahrwerk, als SNCB-EUROP-Wagen verkleidet? Oder für neumodische Triebwagen mit LC-Displays zur Darstellung sich öffnender Türen (sieht auf Nachtanlagen bestimmt noch eigenartiger aus als so schon)? Nicht? Okay, ich hör ja schon auf.
Und dann ist da noch das Set 48816, in dem zwei Geh 20 zu finden sind, bayerische Milchwagen der Austauschbauart also. Das Fahrgestell sieht aber arg nach dem altbrauchbaren G-20-Fahrgestell aus — das wäre nicht nur zu grob, sondern auch zu kurz. Man gut, daß ich das Vorbild eh nicht brauche. (ermel)

Makette bringt dieses Jahr dann hoffentlich wirklich mal die Kastenente mit Wellblechmotorhaube und außerdem einen Citroen CX Prestige sowie diverse arg durchgeknallt wirkende, aber vorbildgerechte riesige Nutzfahrzeuge auf Basis der großen Citroen-Limousinen CX und XM. Bei den Güterwagen finde ich nur den (glaubich aber schon bekannten) vierachsigen Kesselwagen der Bauart TP interessant und vielleicht die niedlichen kleinen zweiachsigen Weinkesselwagen. (ermel)

Moebo ist mir eigentlich noch kein Begriff, aber ihre gelaserten Gebäude sehen zumindest auf den Prospektbildern toll aus. Hübsche geziegelte oder verputzte Häuser, jetzt auch mit „abfallendem Putz„, anscheinend auch ohne das Problem der klaffenden Spalte an den Gebäudeecken. Und auch diverse große und kleine Bretterbuden, die man in der Qualität selbstgeschnitzt auch erstmal zustandebringen muß. Und alles wohltuend „normale“ Vorbilder, die in jeder Gegend an jeder Ecke stehen könnten, ohne aufzufallen! Was u.U. einige Arbeit ersparen mag: auf Putz verlegte Stromleitungen als Ätzteile, mit Drehlichtschaltern. Schön. (ermel)

Piko ist ja schon seit Jahren eher für völlig leerdrehende Preisgestaltung bekannt als für tolle Formneuheiten. Da ich mich aber hier nicht aufregen will und auch keine E 41 brauche, sei nur das Dreierset OOru 47 (Nr. 58342) erwähnt: es enthält nämlich außer einem Blechwagen auch zwei Holzwagen mit großem Mitteltürpaar. Diese Variante ist im Gegensatz zum Holzwagen mit drei kleinen Mitteltürpaaren relativ selten geliefert worden, insofern vielleicht trotz Epoche-4-Beschriftung eine Überlegung wert, zumal das Dreierpack weniger kosten soll als ein Ot 03 (!) … und wenn man keinen Bock auf Umbeschriften hat: für immer noch faire 18 Euro gibt es den genannten Holzwagen auch einzeln in Epoche 3 (Nr. 57782).  (ermel)

Preiser macht endlich mal wieder neue Epoche-3-Figuren — zwei Packungen „Reisende“ (Nr. 10662 und 10664). Schön — Herren im Mantel sind ja sonst nicht leicht zu finden. Ebenfalls sehr Epoche 3: der Schuhputzer (Nr. 28184). Auch die Bauarbeiter beim Verputzen (Nr. 10654) gefallen mir gut, und das Zubehörset „Getränkemarkt“ mit Wasser- und Bierkästen (Nr. 17124) ist für jüngere Epochen auch prima — so ne Getränkekiste kann ja fast überall mal rumstehen, da braucht man gar keinen Getränkemarkt zu bauen, um die Packung unterzubringen. Auch Biertischgarnituren (Nr. 24707) sind in 1:87 genauso universell wie in 1:1. Nicht so universell, aber wunderschön: die Landhausmöbel (Nr. 17710). Fein fein — da vermißt man die Autos gar nicht so, aber den Ponton-Mercedes 220 dürft Ihr trotzdem gerne noch mal ausliefern nach all den Jahren! (ermel)

Rivarossi hat ein sehr DR (DDR)-lastiges Neuheitenprogamm.  Als interessant stechen für meine Augen da nur die Eals-Wagen mit den gebuckelten Blechwänden (ähnlich Omm 52) heraus, die es anscheinend schon länger gibt, die aber dieses Jahr neue oder vielmehr alte Drehgestelle der Bauart Niesky erhalten und so schon verdächtig nach Blech-OOru 47 aussehen. Welches Baujahr das nun genau ist bei Rivarossi, wird zu prüfen sein — aber da die Piko-Modelle (s.o.) ja gerade im Drehgestellbereich eher altbacken sind, eröffnen sich hier potentiell sehr nette Frokelmöglichkeiten, zumal der Rivarossi-Eals zumindest bisher auch eher freundlich bepreist zu sein scheint.
Das Drehgestell findet sich auch unter der Güterwagen-Formneuheit wieder: dem Selbstentladewagen OOtu 47 der DR. Interessiert mich jetzt weniger, freut aber die DR-Spezis vermutlich …
Sonst finde ich nur die Dampflok der Baureihe 58 (pr. G 12) erwähnenswert, von der es jetzt auch die vierdomige Variante gibt. Aber immerhin: Trotz der DR-Lastigkeit eins der interessanteren Neuheitenprogramme! (ermel)

Roco ist, wie sein Konzernbruder Fleischmann, einmal mehr enttäuschend. Die 50 mit ÜK-Kessel, ÜK-Führerhaus und Kabinentender (Nr. 62248), meinetwegen, wenn man sich Neulok leisten kann … Die S160 des USTC (Nr. 72150), also eine in Europa eingesetzte amerikanische Kriegslok, ist zwar sehr interessant, aber selbst für mich als Epoche-3a-Fan zu früh weggeschmissen worden beim Vorbild. Und auch nicht günstiger, natürlich.
Bei den Reisezugwagen fiel mir nur der 28er als F-Zug-Wagen (Nr. 64890 und, löblicherweise, mit anderer Wagennummer als 64891) auf, dem man vorbildentsprechend einen im Unterschied zu den D-Zug-Varianten blechverkleideten Langträger spendiert hat. Die bei Fleischmann angekündigten 35er F-Zug-Wagen habe ich dort nicht genannt, weil die diese Formvariante nicht nötig haben, erwähne sie aber dafür hier, weil sie gut zum Roco-28er passen (sollten).
Und bei den Güterwagen? Ein Klagenfurt (DB Omm 34) als grüner SNCB-EUROP-Wagen (Nr. 66868) ist eine Überlegung wert, so er denn wirklich aus der ex-Klein Modellbahn-Form kommt (bei Roco weiß man das ja nie so genau). Und die Wiederauflage des 80er-Jahre-Einfachmodells des Omm 37 (Duisburg) mit Bremserhaus (Nr. 67374) ist grundsätzlich nicht unerfreulich, aber m.E. mit den aufgerufenen knapp 16 Euro, auch wenn das heutzutage lächerlich billig klingt, deutlich zu teuer bezahlt. Alles andere kommt mir beim ersten Durchsehen aus vergangenen Messeberichten bekannt vor.
Insgesamt ist der Prospekt geradezu grotesk lokomotivlastig. Und wenn das so weitergeht, dauert es nicht mehr lange, und ich finde bei Märklin mehr spannende Neuheiten als bei Roco. Wenn mir das vor 10 Jahren einer prophezeit hätte … (ermel)

Tillig wäre fast (und verdientermaßen) unten in der Liste der ignorierten Firmen gelandet, aber auf die Wiederauflage des (3 mm zu langen, aber anderswo nun mal gar nicht realisierten) Vh 14 als DB-Wagen mit Endfeldverstrebungen (Nr. 76621) wollte ich denn doch mal hinweisen. Für diejenigen, die nicht so geizig sind wie ich. :-) (ermel)

Trix ist ja unter Märklin schon weitgehend abgehakt. Bis auf den horizontal außenverbretterten Tnfhs 38 (Nr. 24036), von dem ich nicht so ganz sicher bin, ob das eine Formneuheit ist oder nicht. Eine reizvolle Variante jedenfalls ist es, auch schön in Ep3-Seefische-Beschriftung (oder auch wahlweise in Ep4, Nr. 24035) — aber leider beide nur mit rotem Schlußlicht zu haben. Ach menno. Ist natürlich ne Preisfrage, klar, aber ich vermute mal, ich werd ihn nicht kaufen. Und auch sonst nix von Trix. (ermel)

Veit Modellbau kündigt, bis dato nur mit Vorbildfoto, eine hübsche Gleissperre „Steinbach“ (Nr. 78016) an. (ermel)

VK-Modellbau macht einen weiteren Epoche-3-Bus, den Setra S12, leider (aus meiner Sicht) in der letzten Bauform ab 1965. Außerdem gibt es den vergleichbar „modernen“ MAN-Metrobus jetzt auch als Krauss-Maffei-Version. Fast noch wichtiger: das lobenswerte Angebot an einzelnen Bus- bzw. LKW-Radsätzen wird ausgebaut, und es gibt jetzt auch Trolleybus-Stromabnehmer einzeln. (ermel)

Weinerts „Mein Gleis“ bekommt weitere Weichen, nämlich etwas verkürzte Versionen der Weichen. Es gibt 333 mm lange Weichen mit 8,6° Abzweigwinkel. Die kann man sicherlich insbesondere für Industrie-Anschlüsse brauchen, oder wenn man partout nicht den Platz für die langen Weichen aufbringen kann.
Sehr erfreut bin ich über die jetzt auch einzeln verfügbaren Schotterimitationen zur Abdeckung des Lochs für den Stelldraht unter der Stellschwelle. Nehm ich. ;-)
Auch der „Kleinkram“ bietet ein paar schöne Dinge: z.B. die Brückenlaufstege zum seitlichen Ansetzen. Und ein paar Bauteile, die es bei Weinert schon lange gibt, die aber nie einzeln erhältlich waren, etwa die runden Sanddome für die BR93. Die gibt es auch schon ewig von Reitz, aber Weinert hat sie ja seit über 15 Jahren an der (nicht mehr erhältlichen) 3-domigen 93.5 auch schon lange im Programm. Man ist aufgewacht …
Last but not least für mich das eigentliche Highlight der Weinert-Neuheiten: die bekannten Loklaternen aus Messing-Guss jetzt schon fertig mit Bohrung zum Einsetzen von LEDs. Klasse! Muß man nicht mehr selbst aufbohren. :-) (erik)
Da muß ich noch was ergänzen: zum einen den schon bekannten Büssing-NAG-Kipper, den es jetzt auch mit einem wunderschön filigranen Schneeräumschild gibt, und zum anderen den O&K-Autobagger mit nicht minder filigranem Gitterausleger, der endlich den für Epoche 3a zu modernen, im Modell dank Kibri allgegenwärtigen Fuchs 301 ablösen mag. (ermel)

Wiking ist auch in diesem Jahr mal wieder Doppelentwickungsmeister. Gut, den R4 Fourgonette darf man da nicht mitzählen, gleichzeitige Neuentwicklungen (hier mit Brekina) kommen leider immer mal vor. Auch der Citroen HY „Wellblechlieferwagen“ ist nur eine Fast-Doppelentwicklung, weil Wiking sich zum einen für die eckigen Hinterradkästen der letzten Serie entschieden hat und zum anderen auch einen Verkaufswagen macht. Aber Volvo F88/89 gibt’s doch schon seit Äonen, einst bei Albedo, heute bei RK-Modelle — wenn auch nicht passend zu den alten Wiking-Lastern, weswegen das neue Wiking-„Modell“ denn auch im „angenäherten H0-Maßstab“, also ca. 1:90, kommen wird. Man muß es nicht verstehen.
Gespannt sein darf man auf die neuen Trilex-Felgen für LKW — vielleicht endlich mal vorbildgerechte? Die alten aus den 60er Jahren, die damals schon schlechter waren als ihre einteiligen Vorgänger aus den 50ern, gehen ja gar nicht; schön, daß auch Wiking das mal merkt.
Auch spannend, wenn auch für die Modernfraktion: ein neuer, kippbarer Siloauflieger und ein 30-Fuß-Containerchassis mit neuem Tankcontainer. Sie können ja was bei Wiking, wenn sie dürfen — mal sehen, ob sie bei den neuen Aufliegern dürfen, wie sie können. Die „Silberling“-Messemuster sehen vielversprechend aus. Mal sehen, ob vielleicht auch noch eine passende moderne Zugmaschine kommt — Auswahl gibt’s beim Vorbild ja derzeit genug an Neuheiten. (ermel)

Das war’s wohl — Fortsetzung folgt vermutlich nicht mehr.

Versionsgeschichte dieses Beitrags

  • 16.1.: ermel legt vor mit Brekina, Exact Train, Märklin, Piko und Trix.
  • 16.1.: ermel ergänzt Fleischmann und Roco.
  • 18.1.: ermel hatte den Brekina-VT 95 vergessen.
  • 20.1.: ermel ergänzt Rivarossi (und fixt einen Typo bei Piko). Außerdem mehr Fettdruck.
  • 24.1.: ermel ergänzt Brawa (und zwar selber, trotz eines fertig zugesendeten Abschnitts von Steffen — sorry, aber ich hatte meinen Beitrag schon halbfertig, als Deine Mail kam)
  • 24.1.: ermel ergänzt Tillig.
  • 24.1.: Busch in die Ignorier-Liste zu tun war verfrüht, findet ermel.
  • 2.2.: erik ergänzt noch Faller und Weinert.
  • 8.2.: Endspurt von ermel: A.C.M.E., Artitec, Auhagen, der Rest von Busch, eine Ergänzung zu Faller, H0fine, Makette, Moebo, Preiser, Veit, VK-Modellbau, noch eine Ergänzung zu Weinert und Wiking.

Ignoriert, weil (bisher) niemand von den Autoren Begeisterung verspürte angesichts ihrer Neuheiten, haben wir in diesem Bericht folgende Hersteller: Busch hat nachgelegt, Jägerndorfer, Herpa, Hobbytrain, Kato, Kibri, Lemke, Lenz, L.S. Models, Mehano, MTH, Noch, PMT, Siku, Viessmann, Vitrains.

Schön, wenn wenigstens die Leser frokeln

Und wenn die Leser und Fremokollegen dann auch noch eigene Frokelideen nachfrokeln, ist das noch viel schöner. So schön, daß mir das einen Link wert ist:

Patrick Voelkers flachergeschnitzte Roco-G 10 mit Bremserhaus!

(Mein Artikel von damals ist hier. Und demnächst zeig ich wenigstens mal die beiden inzwischen doch schon fertigen Pwg pr 14, versprochen.)

Leser fragen: Farbe von Güterwagen

Eine neue Rubrik im Froklerblog!  Hier werde ich (oder werden wir, je nachdem) Sachfragen von Lesern beantworten, so wir es können und die Antwort von allgemeinem Interesse ist. Das ist auch ausdrücklich eine Ermunterung, solche Fragen zu stellen — am besten per Mail, aber auch in den Kommentaren gestellte Fragen werden gelesen und wenn möglich beantwortet werden, klar.

Fangen wir gleich mal mit der ersten Frage an. Simon L. fragte:

Nun habe ich einige gedeckte Güterwägen von Roco und Fleischmann erstanden. Laut Literatur wurden bei der DB diese ja wohl alle mit RAL 8012 (rotbraun) lackiert. Bei meinen 6 Wägen habe ich leider 5 verschiedene Brauntöne im Programm. Selbst beim gleichen Hersteller (Roco) sind die Farbtöne z.B. des Gms 54 und des Gmms 60 ziemlich unterschiedlich. Sieht in der Vitrine recht bescheuert aus. Oder gab es in Wirklichkeit bei der DB doch unterschiedliche Brauntöne?

Zunächst einmal ist es richtig, daß alle deutschen Güterwagen seit etwa Ende des ersten Weltkrieges und bis zur Einführung des Farbtons „verkehrsrot“, wenn sie denn braun waren, auch rotbraun waren. (Nicht von Anfang an rotbraun RAL 8012, das gab es damals noch nicht, aber der Farbton hat sich nicht geändert.)

Allerdings waren sie nicht alle lackiert. Insbesondere die von Dir genannten Um- und Neubauwagen mit Wandverkleidungen aus sogenannten „Kunstharzholzplatten“ (heute heißt sowas Spanplatte) waren nicht lackiert, sondern aus in diesem Farbton beschichteten Platten gebaut. Damit einher gingen schon im Neuzustand Abweichungen im Glanzgrad, die leicht als verschiedene Farbtöne erscheinen.

Vor allem aber bedeutet die gleiche Farbe ab (Ausbesserungs- oder Hersteller-) Werk nicht, daß die Wagen dann auch im Betrieb die gleiche Farbe hatten. Verschmutzung und Verwitterung sorgten schnell dafür, daß es ein weites Spektrum an Rotbraun-Schattierungen gab und keine zwei Wagen wirklich gleich aussahen.

Wenn Deine Wagen also nicht gerade das Ausfahrgleis eines Aw oder eine Fahrzeugschau darstellen sollen, sondern einen Güterzug — dann mach Dir keinen Kopp um den richtigen Farbton! Paßt schon.

Ansonsten sei noch ein Blick in das Alterungstutorial auf Modellbahnfrokler.de angeraten — entgegen seinem Namen geht’s darin nicht nur um Alterung, sondern auch um die richtige Farbe von neuwertig dargestellten Wagen.

Gllvweh … was?

Erstmal allerseits ein frohes 2013 und vielen Dank für die ähnlichlautenden Wünsche per Mail, die ich nicht alle persönlich beantworten kann will ;-)

Nun zur Überschrift. Was ist denn nun schon wieder ein Gllvweh? Gedeckt, klar. Dann ll — aha, mal wieder eine Leigeinheit. Das eh ist eh klar :-) — aber w, wenig Ladegewicht, ein uralter Rumpelwagen oder was? Und v, wieso v? Das steht eigentlich doch für Stallungswagen — also Wagen mit besonderen Belüftungsöffnungen in Bodennähe –, was haben die in einer Leigeinheit verloren? Nach längerem Grybeln erhellte mich Timo (danke! Auch für die Megabytes an Bildern und Dokumenten und die gefühlten 98265 anderen Antworten, die er im Lauf dieser Frokelei für mich parat hatte natürlich!), daß es sich wohl um das Zeichen für ein Begleiterabteil handelt, wie es Stallungswagen mitunter hatten — und eben auch der Gllvweh 08 hat. Links im Bild ist er:

gllvweh-links

Wir erkennen: ein ganz normaler Pwg pr 14. Naja, fast. Das Loch an der niedrigen Stirnwand haben normale Pwg nicht, klar, und auch sonst so ein paar Kleinigkeiten. Die sind dann auch der Grund, warum die abgebildete Leigeinheit — die in diesem Post übrigens im Originalzustand zu besichtigen war — dann doch ungefähr den halben Silvestertag und die ganze Silvesternacht an Frokelzeit verschlungen hat. Davon wird nach Erledigung der Restarbeiten dann drüben auf der Modellbahnfrokler-Website unter „Umbau“ zu berichten sein; die Arbeitsschrittbilder sind alle schon im Kasten, immerhin.

Ansich ist aber auch nix bahnbrechend Neues dabei. Gut, für mich schon; ich hab zum ersten Mal in etwas größerem Stil Ätzteile von AW Lingen alias Jochen Leisner und H0fine alias Mathias Hellmann verbaut, und ich glaube, ich werde süchtig …

gllvweh-gllstirn

Hier sind die Kupplergriffe unter den Puffern und die Stirnwandgriffe vom AW Lingen (übrigens dasselbe Bauteil) und die Signalhalter (ebenfalls in Ätztechnik, einmal gefaltet) von H0fine. Schön zu erkennen die für in Großserie angespritzte Teile noch ganz guten, im Vergleich aber doch arg klobigen Eckgriffe des Fleischmann-Modells; der im Bild vordere hat sich auch schon verabschiedet, was endgültig den Ausschlag dazu gab, diese auch noch ersetzen zu wollen. Die Tritte dürfen hingegen bleiben — sage ich jetzt, mal sehen wie ich dann rede, wenn ich erstmal an einem anderen Wagen AW-Lingen-Tritte verbaut haben werde …

Die aufwendigste Baustelle waren aber die Fenster in den Schiebetüren des Glleh 12, also des ex-Dresden. Mit denen bin ich auch nicht 100% zufrieden, in Makroaufnahmen wirken die eher gruselig, aber wenn der Wagen so als Ganzes vor einem steht, geht’s. Neben dem aufwendigen Fensterrahmenbau (das nächste Mal gibts Laser- oder Ätzteile, nochmal mach ich das nicht!) war auch das Vergittern nicht trivial. Dazu hab ich mir folgendes Spezialwerkzeug zusammenimprovisiert:

gllvweh-tuer-gitterwickeln

Der Orregenool-Modellbahnfrokler-Gitterwickler [tm]! Er besteht aus dem Unterteil einer Brekina-Modellautoverpackung (hellgrau mit Farbschmierereien, da vorher als Mischpalette verwendet), zwei Auhagen-Ziegelfriesteilen (rot), drei ihrer Enden beraubten Wattestäbchen (durchsichtig) zur Aussteifung und viel Sekundenkleber. Da fädelt man dann den Draht (bei mir schwarz lackierter 0,25er aus dem Bastelladen) im Zickzack drauf, klebt mit noch mehr Sekundenkleber die Querstreben aus PS drauf, beschwert das Ganze ein bißchen, wartet ein paar Stunden, und schon kann man die Gitter rausknipsen, …

gllvweh-tuer-gitter

… ablängen und hinter die Fenster kleben. Klar, Löten wär eleganter, aber dazu muß man sich wohl erstmal ne Lötlehre nageln oder so, die Hitze werden die Auhagendinger sicher nicht so gern ertragen. Außerdem hatte ich so dünnen Draht eh nur in lackiert da, also bitte. :-)

Das obige Bild zeigt übrigens auch ein Detail, das ich bei allen meinen Leigeinheiten bisher vergessen hatte: den zweiten Tritt unter der Schiebetür, direkt unterhalb der Kastensäulen. Den hatten zwar nicht alle, aber immerhin die meisten Gllh 12, wenn ich mal die mir vorliegenden Bilder so durchkucke.

Aber wie gesagt, mehr zu diesem Umbau demnächst, ich wollt ihn eigentlich nur mal kurz zeigen hier. Zum Abschluß noch die andere Seite:

gllvweh-rechts

Und nochmal ein frohes, glückliches und gesundes neues Jahr Euch allen! Bleibt mir bitte gewogen :-)

56.2: Nun endlich ein Test der Liliput-Lok

liliput56kritik-lokfuehrerseite-sm

So, nachdem Fremo-Kollege Andreas Boecker freundlicherweise seine neue Liliput-56.2 vermessen, fotografiert, getestet und zerlegt hat, ist sie zwar noch nicht fertig, aber in alter Tradition trotzdem online, unsere Modellkritik. Wer da noch was beizusteuern hat — oder ein ähnliches Traktat über die Märklinlok –, der sei dazu herzlich eingeladen!

Housekeeping auf der Website

Wie jedes Jahr (naja *räusper*, zumindest ist das der Plan) hab ich auch das Ende von 2012 damit eingeleitet, die Güterwagenmodellübersicht upzud… zu updat… auf den aktuellen Stand zu bringen. Hoffentlich hab ich nicht allzuviel vergessen. Es wurden diesmal einige Modelle abgewertet — teils wegen neuer Erkenntnisse, teils weil es Besseres gibt, teils aber auch nur wegen langsam, aber unerbittlich steigender Ansprüche.

In dem Zusammenhang: einige Wagengruppen, etwa moderne Kesselwagen oder Schiebewandwagen, sind in der Übersicht nicht aufgedröselt, weil ich schlicht zu wenig Ahnung habe von dem modernen Gerümpel. Wenn sich einer von Euch berufen fühlt, da seine Einschätzung beizutragen, wäre ich ein dankbarer Abnehmer!