Messe 2018: Der Scheuklappen-Artikel

Außer der alljährlichen, in diesem Jahr erstmals aber auch hier im Blog begangenen Doppelentwicklungs-WM ist natürlich auch auf der diesjährigen Spielwarenmesse so einiges passiert, was auch mir altem Zyniker ein freudiges Lächeln abringt.  Dieser Artikel ist zwangsläufig, wie immer, sehr subjektiv, weshalb ich mich entschlossen habe, die mir darob so sicher wie das Amen in der Kirche vorgeworfenen Scheuklappen schon im Titel zu verewigen.  Diesmal gruppiert nach Produktgruppen, man soll ja immer mal was Neues ausprobieren, gell.

Gleise

  • Die für mich wichtigste Neuheit des Jahres bekommt deswegen auch ein Kapitel für sich: Weinert bringt im „Mein Gleis“-Programm ein Stahlschwellengleis!  Klar, da gibts auch schon was von RST und Tillig, aber „Rolf sein Gleis“ wird wohl auch hier die goldene Mitte treffen in Preis, Detailgestaltung und nicht zuletzt auch NEM-Kompatibilität.  Allmählich gehen mir wirklich die Ausreden aus, warum ich immer noch keine Module gebaut habe … ;-)

Rollmaterial (Epochen 2..4)

  • Im Brawa-Abschnitt bei den Doppelentwicklungen nicht erwähnt habe ich den Xr 35, einen zu einem Flachwagen mit niedrigen Bordwänden umgebauten Gms 30 (Oppeln).  Das Schema kennen wir vom nach gleichem Muster entstandenen Xlm 36 auf Basis des Roco-Gmhs 35 (Bremen) als Neusilberbausatz vom Aw Lingen; schön, daß das erste Großserienmodell eines solchen „Umbauwagens“, wenn man von allfälligen X 05 mal absieht, eine bisher noch nicht realisierte Type zum Vorbild hat, wenn auch der Wagenboden bei den Mustern großserientypisch reichlich hoch liegt.  Willkommene Varianten gibt es auch: den Cid-21 in Epoche 3a (hoffentlich zumindest, Muster und Bildtext widersprechen einander) und den G 10 als grauen SNCF-EUROP-Wagen, ein netter Farbtupfer ohne betriebliche Kopfschmerzen also.
  • Busch bringt seine erste Feldbahn-Dampflok.  Über das Vorbild, eine Decauville Typ 3, kann ich zwar genausowenig sagen wie über die Qualität der Umsetzung, aber nett sieht sie aus mit den Rädern innerhalb und den Kurbeln und der zumindest angedeuteten Steuerung außerhalb des Rahmens.  Flüchtiges Googlen bringt freilich Bilder, bei denen da wesentlich mehr „Gedöns“ ist, vielleicht macht ja mal jemand einen Zurüstsatz …
  • Fleischmann macht, wenn schon keine Formneuheiten, wenigstens ein paar nette Varianten alter, aber deswegen nicht schlechter Modelle: sowohl der Pwg pr 14 nach DR-Ost-Vorbild als auch der DB-Neubaukühlwagen Ths 50 erscheinen m.W. erstmals in Epoche 4, gut versteckt und schön preiswert im Start-Prospekt.
  • Kibris dereinst auch bei uns bejubelter Rlmms 56/58 bzw. Kbs 402/403 ist, wenn ich nicht irre erstmals, ohne preistreibende Ladung angekündigt.  Auch wenn ich keine mehr brauche: ich bin neugierig, zu welchem Preis — und ob man inzwischen auch dort die neumodische Technik der Decal-Beschriftung für sich entdeckt hat.
  • Roco macht immerhin zwei Varianten, die ich mir gut in meinem Güterwagenpark vorstellen könnte: den R 10 als Wagen der PKP, mit Bremserhaus und natürlich im hübschen alten Grau, und den G 09 ex USTC als braunen DB-Wagen.  Auch die Wiederauflage der italienischen kurzen offenen L mit Bretterwänden aus dem ehemaligen Klein-Modellbahn-Programm weiß zu gefallen, auch wenn es wieder ein doofes Dreierset ist.  Aber es besteht Hoffnung: daß der letztjährige FF gleicher Provinienz nun auch einzeln kommt statt in sinnlosen Zweier- und Dreierpackungen, finde ich sehr löblich.  Und nein, ich will die 86 nicht kleinreden, jede Allerweltslok nach heutigem Standard ist willkommen — ich brauch halt nur keine, freue mich aber darauf, damit beim Fremo herumzuhühnern.
  • Auch wenn es schon einen von Tillig gibt — der neue Verbandsbauart-Vh 14 (Altona) von RST ist keinesfalls ne Doppelentwicklung, denn erstens ist er maßstäblich und zweitens ein hochdetaillierter Kunststoff-Bausatz, aus dem man die Varianten mit und ohne Endfeldverstrebung, mit und ohne Handbremse und dann mit langem oder kurzem Bremserhaus bauen kann.  Jau, so wullt wi dat!  Meine Hauptneuheit neben Weinerts Stahlschwellengleis, Besprechung folgt nach Erscheinen.  Und das ist wohl ziemlich bald, im RST-Webshop ist er schon; keine Bange, „ausverkauft“ steht da nur für „noch nicht bestellbar“, Ihr seid nicht zu spät, das Ding soll wohl so gegen März lieferbar sein.

Gebäudebau und Zubehör

  • Artitec versteckt seine m.E. interessanteste Neuheit weit hinten im Militärprospekt: eine Bailey-Brücke bzw. die Teile dafür.  Wer nicht weiß, was das ist (ich bis dato auch nicht): ein von den Briten entwickeltes, genial simples System für Behelfsbrücken, von denen auch heute noch einige auf der ganzen Welt stehen.  Ruhig mal wikipädieren und staunen!  Ansonsten viel netter Kleinkram, wie immer, und ein nicht besonders kleines Schiff: die Helena, ein Rheinfrachter, den man aber sicher auch an anderen Binnenwasserstraßen glaubhaft einsetzen kann.  Aber hier gilt wie so oft bei Kleinkram-Anbietern: Selber kucken — diesen Prospekt können ein paar Zeilen nicht ersetzen!
  • Auhagen erweitert den Fabrikbaukasten um ein relativ unspektakuläres Teil: ein mittelgroßes Tor, das in der Größe zwischen dem für Lastwagen schon recht knappen kleinen und dem auch für Eisenbahnfahrzeuge noch recht großzügigen großen Tor liegt und den Platz zwischen zwei Säulen voll ausnutzt.  Hoffentlich werden auch die beiliegenden hölzernen Torflügel ansehnlich — aber diese Neuheit kann man gebrauchen.  Aber auch die Bahnsteigausstattung mit zwei hübschen kleinen Gebäuden und viel Drumherum vermag zu gefallen.
  • Buschs neue Gebäude sind mir irgendwie alle zu niedlich — entweder vom Vorbild oder von den Abmessungen her –, aber sowas ist ja Geschmackssache.  Ausgesprochen erfreulich hingegen die vielen netten Kleinigkeiten, von denen ich hier nur exemplarisch die Vogelvoliere (mit Bewohnern) und den kleinen Teerkocher nebst Zubehör erwähnen möchte — hier lohnt sich das Stöbern im Neuheitenprospekt mal wirklich!
  • Faller hat zwischen einem gigantischen Empfangsgebäude und einem gigantischen Containerkran sowie viel arg verniedlichten Faller-Häuschen auch ein schickes Stellwerk mit integriertem Wasserturm versteckt, schön geziegelt im Stil der Neuen Sachlichkeit und sogar mit Vorbild: Ahlhorn heißt es, und ich bin fast ein wenig traurig, daß es nicht in meine Planungen paßt.
  • Die mächtigen Lasercut-Gebäude von Hobbytrade, MKB und Stadt im Modell aufzuzählen erspare ich mir mal, wer hat schon soviel Geld und Platz, aber schön sind sie schon, doch, ja.  Interessanter fand ich aber ein „Gebäude“ am anderen Ende der Größenskala: die Taxi-Rufsäule bei Stadt im Modell, die ich hier mal aufschreibe, damit ich sie nicht vergesse, bis ich mal eine brauche.
  • Vollmer setzt sein „Steinkunst“-Straßenprogramm mit Kopfsteinpflaster-Kurven in immerhin drei Radien sinnfällig fort, bekommt aber außerdem auch den Trollorden am Bande verliehen für ein betont martialisches Kriegerdenkmal, bei dessen Auswahl ich ziemlich sicher bin, daß der Aufschrei in den Foren mit anschließender „Diskussion“ als Werbeeffekt voll beabsichtigt war.  Was ich ehrlich gesagt zynischer finde als das Denkmal selber.
  • Weinert hat ein paar hübsche Lampen: Holzmast, Peitschenmast, Hängelampen und zur Wandmontage — alles LED-beleuchtet natürlich und alles wunderbar „normal“ vom Vorbild und fein in der Optik.  Ein paar nette Kleinigkeiten gibt es wie gewohnt auch, Zäune zum Beispiel und eine hübsche alte Handschwengelpumpe; interessant finde ich auch den Handschrapper aka Kraftschaufel.  Und in den Lasercut-Gebäudebereich steigt man auch ein mit einem ganz zauberhaften geziegelten achteckigen Kiosk/Pförtnerhäuschen. den bzw. das ich mir auch gut halbiert oder „gedreiviertelt“ als Anbau an Wand bzw. Ecke vorstellen kann.

Straßen- und andere Radfahrzeuge

  • Artitec macht mal wieder zwei wunderschöne Baumaschinen in je zwei Varianten: den Hanomag K 50 als Raupenschlepper und Planierraupe und den Bischoff Polytrac HL 1200 (Version 1960-63) als Greifbagger und Radlader, alle als Fertigmodelle in wirklich unübertrefflichem Finish, wie man es schon von den letztjährigen kennt.  Außerdem gibt’s noch einen Opel-Subventionslaster von 1914, einen bisher unidentifizierten, aber ermutigend altmodisch wirkenden Gabelstapler und ein paar hübsch gammelige Bau- und Kirmeswagen.
  • Brekina brennt kein Neuheitenfeuerwerk ab wie in den Vorjahren, aber es sollte für fast jeden was dabei sein: Epoche 2 wird mit dem BMW 326 bedient, sicher „nur“ eine Variante des EMW 340 und außerdem (hey!) eine Doppelentwicklung mit ADP, aber in brekinatypischer Top-Dekoration bestimmt trotzdem ein Hinkucker auch noch in der Epoche 3a und bei Oldtimerveranstaltungen ab der Epoche 4; in Brekinas Leib- und Magenepoche 3 gibt es außer dem vorbildfreien, aber viele trotzdem begeisternden „Büssing 16.000“ auch einen sehr ähnlichen, aber vorbildgerechten Fiat 690 (siehe unten bei Starline), außerdem das lang erwartete Goggo-Coupé, eine Variante des bekannten Daffodils mit neuem Kühlergrill als DAF 750 und einen „geglätteten“ Nachkriegs-Jeep.  Besonders nett finde ich aber den unscheinbaren kleinen Abschlepper-Aufbau.  Epoche 4 wird mit einem formal sehr typischen, wenn man der Typbezeichung im Prospekt glaubt aber trotzdem höchst exotischen, da für die Schweiz nur 2,30 m breiten Neoplan-Reisebus bedacht sowie mit des Rezensenten Hauptneuheit, einer Metz-Drehleiter DLK 30 auf Mercedes-Benz Kurzhauber L 1519, die bereits ausgeliefert und hier auch schon besprochen wurde; auch hier ein wenig exotisch, denn der leichtere L 1313 mit dem Ovalgrill wäre typischer gewesen, aber flöt, eine tolle „Treppe“ ist das trotzdem.  Und unsere Freunde aus dem Osten bekommen einen LIAZ 706 Lastwagen und einen Ikarus 255 Reisebus.  Es ist für alle gesorgt!
  • Bei Dreika, nun im Busch-Vertrieb, geht es endlich weiter, wenn auch zunächst „nur“ mit Varianten ihres wunderschönen Goliath Express 1100.  Nach ein paar hübschen Farb- und Druckvarianten, jetzt übrigens lackiert statt durchgefärbt, ist der Luxusbus mit Dachrandverglasung bereits mit Bildern angekündigt — auch in Bremen konnte man Samba tanzen damals!  Getränke- und Tiefladepritsche sollen folgen.  Man darf gespannt sein, wie es da weitergeht.
  • Bei Starline überrascht der Fiat 127, ein wichtiges und bisher komplett fehlendes Epoche-4-Auto, das nach dem Einsatz als Ladegut und Postauto im Roco-Programm dann wohl irgendwann auch zivil und einzeln im Brekina-Vertrieb auftauchen wird, hoffe ich zumindest.  Bereits im Brekina-Vertrieb kommen der Steyr-Puch „Baby“ als kleiner Kastenwagen und ein uriger Elektrotransporter der österreichischen Post, der, umlackiert in RAL 1005 honiggelb, aber auch als Stellvertreter für die in 1:87 nicht erhältlichen deutschen Typen bei der Deutschen Bundespost vorstellbar wäre, auch wenn sein Vorbild, ein ÖAF ENO Typ 2 von 1951, es nicht dorthin geschafft haben dürfte.  Beeindruckender sicherlich eine der Brekina-Hauptneuheiten, eigentlich aber von Starline: der schwere Fiat-LKW 690 „Baffo“ als Vierachser mit Gitterpritsche und ebenfalls vierachsigem Anhänger — vielleicht folgen da ja in den nächsten Jahren auch kleinere, nördlich der Alpen verwendbare Konfigurationen, Vorbilder gab es ja genug.
  • Weinert, zum dritten Mal in dieser Liste vertreten (und nur deshalb nicht zum vierten, weil ich ihre neue Dampflok nicht erwähnenswert finde), widmet sich dem Thema Molkerei, was manch Mitfrokler hellhörig werden lassen sollte *zaunpfahlwiederwegpack*, und bringt einen Faun L7 nebst Anhänger mit Milchtank-Aufbau und einen landwirtschaftlichen Anhänger mit Milchkannen-Ladung.
  • Wiking überrascht nicht nur mit nur einer einzigen zwei Doppelentwicklungen, dem vielleicht sogar hochwillkommenen Henschel HS3-180 TAK Muldenkipper nebst kabinengleichen Straßenlastwagen HS-165 (es hängt alles vom gewählten Maßstab ab), sondern auch mit einem noch viel dringender fehlenden erstaunlicherweise völlig unbemerkt vom Unterzeichneten bei Epoche seit Jahren verfügbaren Modell für die Epoche 3a: dem Tempo Matador in der Urversion, besser bekannt als „Knautschgesicht“, der seit dem unverglasten Modell aus der Zeit des Vorbilds nie mehr in H0 verwirklicht wurde.  Die 3D-gedruckten „Silberlinge“ sind noch ein wenig ungeschlacht, aber hier kommt hoffentlich ein ordentliches Modell, das ich von Epoche ja lange vergeblich erhofft hatte — und gleich in drei Versionen: Hochpritsche, Tiefpritsche und Koffer.  Dagegen verblaßt der Alfa Romeo Spider „Duetto“ in meiner Wertung deutlich, nicht nur wegen der bei den Messemustern deutlich sichtbaren horizontalen Trennkante seiner Karosseriehälften.  Vielen Dank an Patrick für die Korrektur — wie ist mir der bloß all die Jahre durch die Lappen gegangen?

Mein Messefazit ist eigentlich dasselbe wie immer in den letzten Jahren: wo die Großen enttäuschen und sowieso kaum neues Rollmaterial zum Kaufe reizt, reißen es die Kleinen mit wunderbarem Zubehör einmal mehr raus und machen auch 2018 zu einem sehr erfreulichen Neuheitenjahr.  Trotz Doppelentwicklungs-WM.  :-)

Ab wann ist es irreführende Werbung?

Trara, trara, die Post war da und brachte unter anderem einen Bausatz eines Büssing-NAG 4500 mit Bilstein-Kran von Artmaster (bei Panzerfux nicht mehr lieferbar, aber den Pritschenwagen gibt’s noch).

An dem reizte mich vor allem die sehr schön nachgebildete Kabine (der Kran hat aber auch was, so ist das nicht).  Zumindest ist das auf dem Modellfoto im Shop und auch auf der Packung so:

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Leider  hält das Modell nicht, was die Verpackung verspricht.  Die Kabinenteile mal lose zusammengestellt — das Dach wollte ich nicht vom Anguß trennen, weil ich noch beinahe unschlüssig bin, den Kram zurückzuschicken:

kabinenvergleich

Die Kabine ist definitiv nicht dieselbe.  Man beachte die Proportionen des Fensters, die fehlende Zierleiste, die ausgepägten Türscharniere und vor allem die umlaufende Regenrinne am Dach.  Das sieht aber sowas von nicht nach ner Büssingkabine aus …

Ja klar, es gibt auch Nachkriegsbilder von Büssing-NAG 4500 mit so einer Kabine.  Aber das sind Ausnahmen, vermutlich handgeschnitzte Holzhütten (denn nein, die serienmäßige „Einheitskabine“ aus Holz gab es bei Büssing m.W. nicht).  Auf dem Bild ist etwas zu sehen, was einer gut gemachten Serienkabine nahekommt.

Hinzu kommen die vereinfachten, zur Haube hin offenen Kriegskotflügel, was auf dem Shopfoto zugegebenermaßen nicht zu erkennen ist, und eine vordere Stoßstange aus einfachem Rohr statt der zumindest schwach erkennbaren friedensmäßigen Blechstoßstange.  Beides ist für das Vorbild nicht falsch, aber ich wollte eigentlich eine typischere Optik mit den schöneren Teilen haben …

Alles in allem ist das ungefähr so, als hätte man eine 50 mit Wannentender bestellt und eine 52 geliefert bekommen.  Panzerfux kann da ausdrücklich nix für — die nehmen die Bilder und die Bausätze halt so, wie Artmaster sie liefert.

Eine vollständige Bausatzbesprechung ist in der Mache.  Einen Baubericht wird es von diesem Modell — zumindest in der gelieferten Form — aber nicht geben.  Falls es hier überhaupt gebaut wird … da muß ich nochmal drüber schlafen.

Kann nicht bitte mal wer einen richtig guten mittelschweren Büssinghauber machen?

Nachtrag, später am selben Tag: Mittlerweile ist klar: das Modell auf dem Deckelbild ist ein komplett anderes als das Modell in der Schachtel.  Ich habe im Netz gefundene Fotos beider (als zusammengebaute Pritschenwagen), zusammen mit Bildern des kompletten Bausatzes, ins Web gestelltden hier hatte ich erwartet, diesen hier habe ich bekommen.

Und genervt und frustiert bin ich immer noch.

Das Fazit bleibt dasselbe: Ob die Modelle zurückgehen, ist noch nicht raus, und es wird dringend Zeit für ein richtiges Großserienmodell dieses wichtigen Lastwagens.

Nachtrag am 31. Juli: Mittlerweile ist beschlossen: die Modelle dürfen bleiben.  Bei Panzerfux habe ich mich trotzdem höflich beklagt und eine sehr freundliche Antwort bekommen, man werde sich diesbezüglich mit Artmaster in Verbindung setzen und bis zur Klärung auf der Shop-Seite darauf hinweisen.  Dafür schon mal ein großes Lob, und ich werde weitere Entwicklungen natürlich hier nachtragen.

Neue alte schwere Hauber

Nein, neu im Sinne von Neuheiten sind diese beiden Haubenlaster wirklich nicht, aber sie kommen einem auch gebraucht recht selten unter, und deswegen wollte ich sie hier mal zeigen:

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Es handelt sich um den MAN F8 (Baujahre 1951-63) und den Büssing 8000 S13 (Baujahre 1952-56) von Herpa.  Da war mal was, gell?  Herpas Oldtimer-Laster sind ein wenig verkannt in der Szene, teilweise auch durchaus zu recht (Michael Scheel fand z.B. bei seinem Vergleichstest der Krupp-Titan-Modelle auf Mo87 nur wenig Positives zum Herpa-Modell zu sagen) — aber hey, die beiden hier waren gebraucht sehr günstig.  Dafür kann man auch mal einen genaueren Blick riskieren … weiterlesen Neue alte schwere Hauber

Fabrikbaukastenübersichtstabelle

Es gibt sie in ihren Anfängen schon ein paar Jahre, unsere Tabelle zum Raussuchen der passenden Wandteile aus dem Auhagen-Fabrikbaukasten. Aber bisher war sie nur inoffiziell weitergereicht worden, nie richtig verlinkt. Nach ein paar Stunden Sondereinsatz in der Bildverarbeitungsabteilung der Modellbahnfrokler GbR ;-) ist das jetzt anders.

Klick mich, ich bin ein Link!

Aber Vorsicht, Auhagen-BKS ist ein gefräßiges Monster, das Hobbybudgets gnadenlos attackiert. Unter Lebensgefahr ist uns dieses Beweisbild gelungen:

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… sagt also nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt! ;-)

Die ungeahnten Tiefen von Ludwigshafen

Die Firma Piko hat ja schon Jahrzehnte vor der Wende der westlichen Modellbahn-Industrie gezeigt, wo der Hammer hängt. Nein, nicht mit ihrer legendären Antriebstechnik, ihren serienmäßig gefederten Gummipuffern oder ihren immerhin meist ungefähr runden Radsätzen — da konnte der Westen durchaus mithalten, selbst in seinen schwächeren Momenten *hust*Lima*hust* –, sondern bei der Gestaltung von Güterwagen-Aufbauten.

Schon 1959 entstand dort das Modell des Om Essen/Breslau (DB Om 12) der zweiten, dem späteren Om Königsberg (Om 21) ähnlichen Bauform, in einer Qualität der Gravuren, die auch heute noch entspannt mithalten kann. Bis auf die Bretterfugen: die sind bei dem alten Piko-Wagen von einer Qualität, die es heute so nirgends mehr gibt. Da es auch sonst nach nunmehr 58 Jahren (!) kein besseres Modell dieses Vorbilds gibt, nur Rocos vorbildwidrig verlängerten und mit Brettergräben versehenen Piko-Nachbau (!) aus der Einfachserie, ist das Grund genug, sich mal wieder mit den ollen Piko-Wagen zu beschäftigen.

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Für den Anfang allerdings nicht mit dem Om 12, sondern mit dem gezeigten Om Ludwigshafen (Om 04). weiterlesen Die ungeahnten Tiefen von Ludwigshafen

Roco Linz und Villach: die Modellkritik

So, nun ist sie fertig, die Modellkritik zu Omm 32 (Linz) und Omm 33 (Villach) von Roco.

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Natürlich nicht ohne einen Vergleich mit den Liliput-Modellen. Und auch nicht ohne ein Fazit, das zumindest seinen Schreiber doch auch ein bißchen überrascht hat.

Damit verabschiedet sich das Froklerblog für 2016, nehme ich zumindest an (vielleicht macht einer meiner geschätzten Mitautoren ja noch was?). Wir sehen uns im neuen Jahr. Und zwar schon ziemlich zeitig, versprochen!

Danke fürs treue Mitlesen sagt: Euer Ermel.

Leichte Wagen für schwere Zeiten

So ist seit Oktober 2000 ein Artikel bei Modellbahnfrokler überschrieben, der sich mit den Omm-Wagen der Kriegs- und frühen Nachkriegsbauart beschäftigt und vor allem durch seine außergewöhnlich schlechten Bilder auffiel.

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Bis heute.  Jetzt sind die Bilder nur noch normalschlecht und fallen nicht mehr auf. ;-)

Natürlich blieben nach  gut 16 Jahren auch die Texte nicht komplett dieselben. Aber ich fand schon erstaunlich, wie wenig sich da geändert hat in der langen Zeit. Frei nach U2 („how long must we sing this song?“) bin ich ja mal gespannt, wie lange wir noch predigen müssen, daß vor allem vom Omm 37 mal ein zeitgemäßes Modell hermuß. Bei der 56.2 hat es ja auch mehrere Jahrzehnte gedauert.

Viel Spaß jedenfalls damit!

Die Kraft, die aus dem Keller kommt

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Nein, es geht nicht nur um Unterflur in den neuesten überflüssigen Artikeln bei Modellbahnfrokler.  Es gibt dort je eine Übersichtsseite zu Büssing-Haubenwagen und –Frontlenkern, soweit sie für die Epoche 3 von Bedeutung sind.  Natürlich mit Frokeltips und illustriert mit Modellfotos, wenn auch noch mit viel zu wenigen — Ergänzungen folgen immer dann, wenn mal wieder ein Büssing-Modell fertig wird, also immer mal wieder über die kommenden paar Jahrzehnte ;-)

Zu Besuch in Murnau

Vor Jahren zeigte Johannes Auerbacher im DSO-Forum eine beeindruckende Artikelserie mit zahllosen tollen Bildern seines nicht minder tollen Bahnhofes Murnau und der Heimanlage, die er um dieses Fremodul gebaut hat.

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Das fanden wir damals schon zu schade, um den üblichen DSO-Forumstod — verlinkt auf Seite drölf, ohne Bilder dank verrotteter Links zu kostenlosen Bilderhostern — zu sterben.

Deswegen habe ich damals schon klargemacht, was ab heute Wirklichkeit wird: die Serie kommt auf Modellbahnfrokler! Allerdings nicht alles auf einmal, sondern heute erstmal nur der erste Teil: In Murnau wird Ng 8013 zu Ng 8014.

Fortsetzung folgt.  Hach, ick freu mir. :-)

Feldgrau? Das ist doch nur Grundierung!

Bitte keinen Schreck kriegen …

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… wir machen jetzt nicht in Wehrmacht! (Also keiner der mir bekannten Modellbahnfrokler jedenfalls.) Solch feldgraue Lasterchen verschwanden aber genau wie die Nazis nicht 1945 spurlos von der Erdoberfläche, sondern suchten sich, im Regelfall natürlich umgefärbt, in der neuen Zivilgesellschaft eine Wirkungsstätte. Zumindest bei den Lastern ist dagegen ja auch nicht viel zu sagen, und so verdienen sie schon einen zweiten bis dreiundzwanzigsten Blick, die Wehrmachts-Dreitonner aus dem Vertrieb von Herpa und Busch — jetzt neu in unserer Rubrik Modellkritik!