Mal wieder was zur 56.2

Die gute alte G8.1 mit Vorlaufachse, also eine 56.2, hat uns hier bei Modellbahnfrokler schon öfters beschäftigt.

Die 2012 fast zeitgleich erschienen Modelle von Liliput und MäTrix haben beide ihre Stärken und Schwächen und konnten uns hier leider nicht ganz überzeugen. Noch bevor diese Modelle überhaupt angekündigt wurden hat sich Tobias schon seit Jahren mit einem Selbst-/Umbau auf Basis der Fleischmann-55 beschäftigt die nach gut 10 Jahren jetzt endlich fast fertig ist.

Und bei mir liegt seit 2011 ein Umbau auf Basis des MäTrix-Modells der BR55, welches ich halbfertig von einem Modellbauer via DSO erstanden habe. Der Umbau konnte zwar technisch überzeugen (unter anderem Dreipunkt-Lagerung), aber optisch gab es doch ein paar Fehler die ich zu beheben wünschte. Die Trümmer lagen jetzt lange genug in der Kiste und ich habe mich in den letzten Tagen ein wenig damit beschäftigt.

Ich habe mich im wesentlichen mit dem leider nicht sehr schön gelungenen Umlaufblech beschäftigt. Dieses hatte der Vorbesitzer zersägt und passend neu zusammen gestückelt. Wegen der Schnitte sah das nicht so gut aus und ich habe mich daher dazu entschlossen den Umlauf inkl. Führerhausboden aus Messing komplett neu zu bauen.

Das heißt im Wesentlichen:

  • Laufbleche aus Weinert-Riffelblech mit untergelöteten Verstärkungen aus 0,6mm dicken Messing-Streifen
  • Führerhausboden aus 2mm dickem Messing mit 2x2mm Messingleisten für den Absatz zum Umlaufblech
  • diverse angesetze Teile aus Messingblech

Wer mehr zu dem Umbau wissen möchte, möge im Frokelwiki im Umbaubericht nachlesen.

Hier noch ein paar Fotos dazu, die den aktuellen Stand zeigen.

Umlaufblech aus Messing gelötet

Ansicht seitlich

Ansicht schräg von vorne

Text und Bilder (c) by Erik Streda. Alle Rechte vorbehalten.

Prellbock aus Schienenprofilen

Inspiriert von Eriks Prellbock bin ich daran gegangen, für einen geplanten Industrieanschluss drei Prellböcke zu bauen. Das Vorbild ist bei mir das gleiche wie bei ihm, die Bautechnik nicht ganz.

Prellböcke dieser Bauform wurden wohl um 1930 aus alten Schienen zusammengesetzt und zahlreich aufgestellt. Bei mir sollen sie als Gleiabschluss im Anschluss dienen, unterschiedliche Bauarten Prellböcke sollen (neben unterschiedlichen Schotterfarben) die unterschiedlichen Entwicklungsstufen hervorheben. In der nächsten Erweiterung wurden daher vermutlich Rawie-Prellböcke verwendet, doch dazu ein andermal mehr…

Erik hat bei seinem Bau den Bogen als Polygonzug angenähert und das Schienenprofil im ~0,8mm-Abstand eingesägt und dann geknickt. Die Fugen wurden bei ihm danach mit Lotzinn gefüllt. Ich wollte die zahlreichen Sägeschnitte vermeiden und dachte, dass, was in 1:1 aus Stahl gebogen werden konnte, doch auch in 1:87 aus Neusilber zu biegen sein muss.

Das Problem beim Biegen eines Schienenprofils nach oben ist, dass dies genau der Richtung entspricht, in der das Profil am stabilsten ist. Es wird daher immer in einer anderen Richtung ausknicken, was sich insbesondere darin äußert, dass im Bogen der Schienenkopf seitlich wegkippt.

Die ersten Versuche, das Schienenprofil über einen Bohrerschaft zu biegen, waren daher auch entsprechend ernüchternd. Auch Ausglühen bringt nichts: Das Profil knickt immer wieder aus und der Schienenkopf läuft in Wellen hin und her. Das Profil muss also seitlich gestützt werden.

Biegen des Schienenprofils über eine Lehre
Biegen des Schienenprofils über eine Lehre

Dazu habe ich eine Lehre aus 16mm-Aluminium gedreht. Eigentlich ist das überhaupt nicht kompliziert: Es müssen nur ein Einstich mit der Breite des Schienenkopfes (0,9mm) und der Tiefe der Profilhöhe (2mm) sowie an gleicher Position einer mit der Breite und Höhe des Schienenfußes (1,8mm breit, 0,4mm tief) eingestochen werden. Das Profil wird nun einmal zum Glühen gebracht, um es weich zu kriegen, und in der Lehre gebogen. Dabei wird es wieder hart, also wieder glühen, biegen, glühen, biegen. Dreimal, teilweise auch zweimal glühen hat bei mir für einen 90°-Bogen ausgericht. Beim Biegen darf man nicht am Schienenende anfassen, sonst knickt das Profil am Austritt aus der Lehre, sondern man muss mit den Daumen Druck nahe des Radius aufbringen.

Auf diese Weise habe ich mir sechs Bögen für meine drei Prellböcke vorbereitet. Dazu kamen gerade Stücke, 29mm lang, als untere Verstärkung, und zweifach im Abstand von 14mm eingeknickte diagonale Stützen. Der Knick ließ sich gut mit einer Laubsäge einbringen: Einmal bis zum Schienenfuß gesägt, danach die beiden ‚Ecken‘ abgeschrägt. Die Sägeflächen lassen sich mit einer Dreikantfeile noch glätten, indem der Knick etwas aufgebogen wird. Danach einmal zubiegen und auf 45° einstellen, dann den doppelten Knick auf 90°. An dieser Stelle darf man nicht zu häufig biegen: Zweimal aufbiegen, nachfeilen und schließen und die Grenze zum Bruch ist schon erschreckend nahe.

Fertig vorbereitete Bauteile für drei Prellböcke
Fertig vorbereitete Bauteile für drei Prellböcke

Die drei Bauteile werden dann an den Verbindungsstellen mit Lötpaste eingestrichen, mit Klammern aneinandergeheftet und einmal mit dem Lötbrenner erhitzt. Sie haben dann eine erstaunliche Stabilität! Dabei haben sich bei mir Haarklammern mit doppelten Enden bewährt, die im Gegensatz zu denen mit einem Ende nicht seitlich wegkippen.

Verlöten der ausgerichteten Bauteile
Verlöten der ausgerichteten Bauteile
Die fertig verlöteten, aber noch nicht gekürzten seitlichen Baugruppen
Die fertig verlöteten, aber noch nicht gekürzten seitlichen Baugruppen

Nach dem Löten habe ich die Bauteile noch auf identische Maße gekürzt: 20mm von der Unterkante des Verstärkungsprofils bis zum oberen Abschluss, 35mm von der Pufferbohlenanlagestelle bis zum hinteren Gleisende, 75mm Gesamtlänge. Mit einigen Schwellen ergibt sich dann schon ein richtiger Prellbock. Jetzt fehlt nur noch die Holzbohle, die ich aber erst an Ort und Stelle ankleben werde. Dabei werde ich auch das Verstärkungsprofil massiv mit dem Trassenbrett verkleben, eventuell sogar mit 2K-Kleber, damit der Prellbock auch wirklich schützen kann. Selbst wenn mal eine Lok ungebremst darauf fährt, soll er das nicht nur aushalten, sondern vor allem auch die Lok vor einem eventuellen Absturz bewahren!

Drei fertige Prellböcke
Drei fertige Prellböcke

Die drei Prellböcke ließen sich sehr efektiv an zwei Abenden fertigen. Dabei war die Zeitaufteilung ungefähr zu gleichen Teilen experimentieren, wie es klappt, und die sechs Stück anzufertigen. Ein dritter Abend ging für Biegeexperimente drauf.

Artikelpflege

Wie (fast) jedes Jahr stehen die diversen Güterwagenmodell-Übersichtsartikel zur Ergänzung und Überarbeitung angesichts der Neuheiten an. Diese Jahr habe ich mal mit der Bleiwüste „Güterwagentypen“ im Wiki begonnen. Das sollte ja eigentlich mal ein mit Modellfotos bebilderter Artikel auf der Website werden … na, vielleicht komm ich ja dieses Jahr mal dazu.

Vielleicht. :-)

Frokelwiki-Benutzer-Neuanmeldungs-Spam

Vielleicht habt Ihr’s schon gemerkt: die Neuanmeldung von Benutzern im Frokelwiki ist abgeschaltet, weil sich eigentlich nur noch Spambots neu angemeldet haben. Wer also da mitschreiben will, der maile bitte an Webmaster. Das sind Frank und ich, und die Chancen stehen nicht schlecht, daß einer von uns zeitnah nen Account einrichtet.

Eine etwas automatischere Lösung ist geplant, aber eine vollautomatische ohne menschliches Approval wird es voraussichtlich nicht wieder geben. Tut uns leid, aber Euch hoffentlich nicht allzu weh.

— Ermel

Epoche-3a-Treffen in Groß Brunsrode

Nun ist also „unser“ erstes Fremo-Epoche-3a-Treffen in Groß Brunsrode am letzten Wochenende Vergangenheit, und ich muß sagen: es war spitze!

gbr-p8-thw
Timo hat einen wirklich feinen Fahrplan gebastelt mit einigen Spezialitäten wie Stückgutkurswagen (natürlich ne Leigeinheit), Schi-Stra-Bus etc., der außerdem auch noch ziemlich gut funktioniert hat. Trotz teilweise anspruchsvollen Aufgaben kam kaum Streß und kein Streit auf, alles lief, wie man es von Groß Brunsrode (und eigentlich auch sonst beim Fremo) kennt, in ruhigen und entspannten Bahnen ab.

Klar war beim Fahrzeugpark noch keine 100%ige Epochenreinheit zu vermelden, besonders einige Dampflok trugen noch drei Spitzenlichter und/oder DB-Kekse, und auch klassenreformierte Wagen waren vereinzelt zu sehen; trotzdem waren m.E. weniger Anachronismen unterwegs als bei den üblichen Ep-3b-bis-4a-Treffen.  Ich war beeindruckt, was da für Schätze zum Vorschein kamen!

Positiv auch: der übliche wilde Baureihenmix glänzte weitgehend durch Abwesenheit. Neben den Stammbaureihen 38.10, 64 und vor allem natürlich 50 (wir hatten acht davon, glaube ich) gaben nur noch 56.2, 56.20, 58.10, 62 und 74 Gastspiele. Das wirkte sehr harmonisch! Die Dieseltraktion war mit VT 62.9, ein paar Köf sowie jeweils für einen Fahrplan als Gast-Eilzug VT 12.5 und VT 10.5 „Senator“ (!) angenehm zurückhaltend vertreten. Und mit ETA 177 und dem oben schon genannten Schi-Stra-Bus sind dann auch schon alle Triebfahrzeug-BR aufgezählt. So soll es sein!

Meines Erachtens hat „unsere“ Epoche ihre erste Bewährungsprobe jedenfalls glänzend bestanden. Als nächstes brauchen wir unbedingt gelbe Beschriftungen für ein paar typische Wagentypen, bei mir warten Donnerbüchsen, preußische Abteilwagen und diverse Altbau-D-Zug-Wagen auf ihre Rückdatierung … und es müssen ein paar großohrige Dampflok auf die Schiene, kann ja nicht angehen, daß Eriks 50 2602 die einzige war!

gbr-50-thw
Ich freu mich jedenfalls auf unser nächstes Epoche-3a-Treffen! Und auch bei den Nicht-Epoche-3a-Fans unter den Teilnehmern schien mir bei der Abschlußbesprechung wie vorher die Stimmung recht wohlwollend zu sein. Gelästert hat jedenfalls kaum einer ;-)

Beide Bilder sind von Thomas Woditsch; hier geht’s zu seiner Bildergalerie.

Vorgeschmack auf 2012

Die Lok ist eigentlich schon weitgehend fertig, zumindest betriebsbereit …

502602-kessel-roh

… aber mehr als dieses Kesselbild hat Erik noch nicht rausgerückt. Sei’s drum: Bald kommt dazu ein Artikel — nicht nur hier im Blog, sondern richtig auf der Website unter Umbau! Und auch sonst habe ich einiges vor für 2012, aber das wird hier natürlich noch nicht alles verraten. Ein bißchen was davon steht ja schon im Wiki … wie auch der Artikel über die 50 2602, zu der der oben gezeigte Kessel gehört.

Also: guten Rutsch und frohes 2012, bleibt uns gewogen, bis die Tage!

Mal wieder was neues von Argenthal

Nachdem es im März hier schonmal einen Hinweis auf mein Projekt Argenthal gab, war ich in der Zwischenzeit nicht untätig (was man auch im Frokel-Wiki verfolgen kann).

In den letzten Tagen habe ich die 4 geraden Kästen gebaut und gestern abend war ich dann soweit, daß ich diese in der Garage zum ersten mal probeweise zusammenbauen konnte. Davon gibt es heute 2 Bilder:

Die 4 geraden Kästen zum ersten mal vereint.
Die 4 geraden Kästen zum ersten mal vereint.
Anzeichnen der Gleisverläufe - beginnend mit der Weiche an der Simmerner Einfahrt.
Anzeichnen der Gleisverläufe - beginnend mit der Weiche an der Simmerner Einfahrt.

Was jetzt noch fehlt und dieses Wochenende entstehen soll ist das Bogenmodul (15°), daß an der linken Seite die Ausfahrt nach Ellern darstellen wird. Ich bin dann mal wieder weg. Kasten bauen. :-)

Text und Bilder (c) by Erik Streda. Alle Rechte vorbehalten.

Argenthal

Huch, hier ist ja auch schon wieder ne ganze Weile nix passiert. Hm. Was machen wir denn da mal? Selber wie immer nix geleistet, die anderen Autoren sind auch ruhig … ah, im Wiki tut sich was: Loki plant Argenthal.

argenthal

Und diese kleine Werbung hier erfüllt sogar einen guten Zweck, denn auf der Diskussionsseite bittet der Autor sogar gelegentlich mal die Leserschaft um Hilfe und Vorschläge. Momentan gehts da um Weichenschlösser und wie die beim Vorbild angeordnet und logisch verknüpft gehören. Wer da Ahnung hat …

(Im Übrigen sei angemerkt, daß Loki unter anderem Namen auch hier Schreibrechte hat und diesen Artikel auch gut hätte selbst verfassen können. :-))

Und noch eine aktualisierte Übersicht

Im FrokelWiki gibt es ja auch noch einen relativ unbekannten Grundlagenartikel über Güterwagen, den ich seit Jahren immer mal bebildern und auf die Website hieven will.  Das läßt, wie zu erwarten war, auf sich warten; aber immerhin ist sie mal wieder auf dem aktuellen Stand der Dinge, die Güterwagentypen-Übersicht.

Das Ende der Farben-AG

Dreißig Jahre sind genug. Oder sind es schon 35? Die Farben-AG von Kibri ist ein wunderschönes Fabrik-Ensemble, aber inzwischen haben wir uns gründlich dran sattgesehen, oder?

Es wird Zeit für was Neues.

Eintritt Auhagen. Deren letztjährige Neuheit „Maschinenfabrik“ war ja schon ein schönes Ding, aber dieses Jahr zur Messe präsentieren sie etwas, was ich nicht mehr zu hoffen gewagt habe: einen darauf basierenden, wirklich universellen Fabrikhallenbaukasten. Kuckt Euch am besten mal den Neuheitenprospekt selber an; hier gibts ein PDF.

Für mich die Gebäude-Neuheit der letzten Jahre. Das Hoenerwerk wird da sicher nicht unberührt von bleiben …