Dachbodenfund

Was man so beim Entrümpeln des elterlichen Dachbodens alles findet:

Kibris gute alte Stadthäuserzeile, verpfuscht vom Autor ca. 1983

Die Kibri-Stadthäuser sind nochmal was älter als die wunderbaren kriegsbeschädigten Pola-Stadthäuser. Ja, auch diese Exemplare, nicht nur die Formen. Und auch wenn die Überschrift klingt wie ein Ebay-Angebot: nein, die dürfen bleiben! Zugegeben, sie sind etwas zu Epoche 4 in mehrerlei Hinsicht: von den Geschoßhöhen zumindest der linken drei, von der werkseitigen Dekoration und Farbigkeit (bis auf den Rauhputz am Eckhaus ganz rechts, den ich mit Erde aus Elterns Garten … aber lassen wir das) und nicht zuletzt auch von der Bauqualität.  Aber hey, als ich die Märklin-Anlage abgerissen habe, auf der sie standen, war ich grad mal 16 …

Etwas weniger greulich und etwas mehr gräulich, vielleicht auch mit einer kleinen Erhöhung der Stockwerke mittels Tischkreischsäge und Evergreenprofilen, auf jeden Fall aber mit epochengerechterer Gestaltung denke ich schon, daß man die auf Stadtmodulen im Fremo verwenden kann, ohne sich damit zum Horst zu machen. Natürlich nicht als ganze Zeile, sondern locker zwischen die Polas und anderen Gebäude gestreut. Echte Städte haben schließlich auch keine genormten Geschoßhöhen und Grundstücksflächen. Einen Versuch ist es jedenfalls wert, finde ich und werde gelegentlich berichten.

Quecksilberlinge

Quasi im Vorgriff auf hier irgendwann™ mal zusammenzubauende TTM-Kühlwagen zeige ich hier (in zugegebenermaßen subobtimalen Bildern, ich bitte um Nachsicht!) mal deren Vorgänger …

Hg der FS Italia in Holzbauweise mit Bremserhaus, Modell von ACME; die gleiche Bauart ohne Bremserhaus gabs mal von Piko, ein Vergleich folgt.

… und Nachfolger:

Hg der FS Italia in UIC-Bauart, Modell von Brawa. Die etwas breiten Achshalter sind ein Kritikpunkt; es handelt sich halt um eins von Brawas Frühwerken auf dem Güterwagensektor. Die krummen Tritte gehen hingegen auf mein Konto.

Beide Modelle sind kürzlicher Elektrobucht-Konvolutenbeifang, gefallen mir nicht nur (aber auch) wegen ihrer schicken Metalliclackierung sehr gut und werden demnächst™ dann auch mal durch Fremohikanien rollen.  Angesichts der Umstände habe ich ja nicht nur mehr Zeit zum Frokeln, sondern auch mehr Zeit bis ich dieses Versprechen mal einlösen muß, insofern bin ich relativ guter Dinge. :-)

Leuchtelichter

Gegen Dunkelheitsfahrten und Lichtleiter!

Zwei rot, drei weiß — geht aber natürlich auch andersrum!

Bei den 41ern habe ich beleuchtete Weinertlaternen erwähnt. Da mich einige gefragt haben, wie ich das gemacht habe, teile ich meine Erfahrungen mal mit euch.

Die Zutaten für die kleine Bastelei

Es gibt von Weinert Laternen mit LEDs und Konstantstromquelle, ob die was taugen kann ich nicht sagen.
Die sind auch nur einfarbig; ich wollte aber Weiß und Rot haben.

Is ja wie Weihnachten, auspacken und los gehts

Bei SMF-Modelle gibt es Duo-LEDs in Warmweiß/Rot als SMD in der Baugröße 0603, ideal für Dampfloks und andere Dinge, bei denen Weiß und Rot in einem Lampengehäuse untergebracht ist.
Von Weinert gibt es die durchbohrten Gußteile der beleuchteten Laternen auch ohne die LEDs und Konstandstromquelle, je nachdem was man gerne hätte als DB- oder Reichsbahn-Laternen.

LED fertig eingebaut — und sie funktioniert sogar noch

Jetzt muss man das ganze nur noch kombinieren. Dazu habe ich einen Versuch unternommen, und die LED einfach hinten in das Gußteil geklebt — und siehe da: es funktioniert. Wenn man jetzt noch die Drähte etwas verzwirbelt und aufpasst, dass die Kontakte der LED nicht gegen den Gußkörper kommen, kann man die Laterne auch schon an der Lok anbauen, und die Zuleitung erfüllt auch gleich ihre originale Funktion. Damit, dass das Stromkabel jetzt an der Rückseite der Laterne beginnt und nicht an der Unterseite, kann ich leben.
Was mir eigentlich aber fast immer passiert ist, dass ich durch einen blöden Fehler einen Draht abgerissen habe, entweder hab ich ihn dann wieder angelötet oder aber, wenn es der rote war, die LED halt in das Spitzenlicht eingebaut.
Jetzt noch ein wenig weiße Farbe gegen zu grelle SMD LEDs, das mitgelieferte „Glas“ einsetzen — und fertig.

Zum Lackieren wird einfach die Öffnung abgedeckt und nach dem Lackieren wieder entfernt.

Fertige Laterne hinten am Tender für 41 323

VTG: Vernünftig, Teuer, Geil

Es gab ja lange Zeit, wenn’s um zweiachsige Leichtbaukesselwagen der Kriegsjahre ging, nur den Klein-Modellbahn-Wagen, schön einmal mit durchgehendem Rahmen als „Bauart Uerdingen“ und einmal wie im Bild mit freitragendem Kessel als „Bauart Deutz“. Alles fein, alles gut.

Klein Modellbahns Pseudodeutz* als VTG-DEA. Schön isser ja, aber halt falsch. Entsorgen aber nicht nötig, siehe weiter unten.

* Hey, Pseudokrupp gibt’s doch auch (von Brawa ;-)

Alles falsch.  Das gezeigte Modell ist weder ein Deutz noch die Variante mit durchgehendem Rahmen ein Uerdinger.  Trotzdem kann man da noch was Sinnvolles draus bauen.  Aber erstmal möchte ich Euch zwei der aktuellen Modelle dieser Wagenbauarten vorstellen — und ihren Vorläufer als Zugabe gleich mit.

Vernünftig: 22 m³ (geschweißt) von Brawa

Brawas geschweißter Kesselwagen: immer noch eins der besten H0-Modelle überhaupt!

Den kennt Ihr schon.  Also jetzt nicht von dieser Website, wir sind ja meistens etwas langsamer *hust*, aber das Modell gibt es schon ein paar Jährchen, und es ist immer noch genauso toll wie damals.  Mittlerweile ist es aber auch öfter mal billig — der VTG-Wagen im Bild hat keine 20 € gekostet, neu im Angebot beim Händler übern Tresen, nix Versand!  Und spätestens dafür, aber eigentlich auch zu den vergleichsweise moderaten Straßenpreisen von meist unter 30 €, ist das eine sehr vernünftige Anschaffung.

Es gibt dann übrigens auch noch geschweißte Kesselwagen dieser Bauartfamilie bei Liliput, erfreulicherweise aber andere Vorbildvarianten als den Brawa-Wagen: Kessel mit 20 m³ und 26,7 m³ Inhalt (letzterer war übrigens der häufigste) und auch einen wunderschönen, beim Vorbild aber raren Dreikammerwagen.

Soviel zu den „klassischen“ Vorgängern der eigentlich hier zu zeigenden Modelle, denn nun kommen wir zu den vom Vorbild her m.E. interessanteren Leichtbauwagen.  Davon gab es nämlich nicht nur zwei Sorten, eben Deutz und Uerdingen, sondern drei.  Und so geht*’s hier jetzt aus dramaturgischen Gründen auch nicht mit den Bauarten chronologisch weiter, das bleibt der endgültigen Version dieses Artikels auf der Website vorbehalten — Fortsetzung folgt.

Teuer: 24 m³ (Einheitsbauart) von Exact Train

Exact Train hat ja seinem Namen anfangs … nicht nur Ehre gemacht.  Aber ich muß anerkennen, sie haben sich gebessert.  Und da so ein Kesselwagen keine Bretterfugen hat …

Der Einheitswagen von Exact Train, wie der Chines‘ ihn schuf

… hab ich an dem auch nicht viel zu meckern.  Der eine Kritikpunkt sind die Bremsfangbänder, das sind diese komischen Schlaufen unter den Bremsbacken.  Sie dienen beim Vorbild dazu, abfallende Teile davor zu bewahren, gleich Zugunglücke durch Entgleisung zu verursachen.  Das könnten sie allerdings kaum, wenn sie so weit unten hingen wie im Modell.  Also weg damit: achtmal mit der Flachzange gerupft, schon sieht’s glaubhafter aus.

Links mit Bremsfangbändern und Bremserhaus, rechts beides „zurückgebaut“.

Der entbremsfanggebänderte Wagen hat auch kein Bremserhaus mehr, und zwar aus epochalen Gründen — er soll nämlich in den 60er Jahren bei Frala leben und nicht 1955 bei Ermel wie der noch naturbelassene. Außerdem ist, wie ein Maßvergleich von Andreas B im Projekte-Lokbahnhof-Forum ergab, das „Exact“-Train-Bremserhaus eh zu hoch, da man offensichtlich den Aufwand zum Nachbau der verschieden hohen Bühnengeländer bei Wagen mit und ohne Bremserhaus scheute.  Schwacher Trost: Fralas Wagen ist also jetzt richtig, meiner nicht ;-)

Umgefrokelter Exact-Train-Wagen mit Bremserbühne

Das mit der Bremserbühne ist jetzt nix, was groß zu erklären wäre, bis auf die Kurbel aus Draht.  Bremsfangbänder haben die anderen paar hundert Wagen in meinem Bestand auch keine, und da ich die dort nicht anbringen werde, kann ich ihr Fehlen auch hier verschmerzen.

Sonst ist der Exact-Train-Wagen aber schon ein sehr erfreuliches Modell, wenn auch leider mit Listenpreis knapp 50 € eindeutig viel zu teuer.  Einer mußte trotzdem her — der Rest kommt irgendwann hoffentlich aus dem Ramsch.

Geil: 30 m³ (Bauart Deutz) von ESU/Pullman

Kesselwagen bauchfrei. Rrrrrrr! Der Deutz von ESU

Das in meinen Augen interessanteste Vorbild hier ist natürlich der Deutz mit seinem zwischen den Rahmenteilen mit den Achshaltern freitragendem Kessel.  Und wenn man das Foto mit dem Bild des KMB-Pseudodeutz vom Artikelanfang vergleicht, stellt man fest: Es reicht halt nicht, ein Stück Rahmen wegzulassen, um einen Deutzkesselwagen zu bauen.  Die Rahmenenden bauen deutlich höher als bei der Einheitsbauart.  Das und auch alles andere hat ESU (die den Wagen unter der Marke Pullman vertreiben) super hingekriegt, so daß der Wagen mit Listenpreisen um 35 € durchaus nicht billig, aber noch preiswert ist — denn er ist nun mal geil!

Und was ist jetzt mit Uerdingen?

Die Uerdinger Bauart ist quasi der Vorgänger der Einheitsbauart, von dieser zu unterscheiden am deutlich flacheren Rahmen.  Hier ein Bild des seit Veröffentlichung dieses Artikels ausgelieferten Modells von Exact Train, dankenswerterweise zugeliefert von Timo:

Der 30 m³-Uerdinger von Exact Train. Im Vergleich mit dem 24 m³-Einheitswagen desselben Herstellers weiter oben erkennt man deutlich den flacheren senkrechten Teil des Langträgerblechs. Foto (und noch unbefrokeltes Modell): Timo Günther.

Als Exact Train seine Leichtbaukesselwagen angekündigt hat, hieß es, es würden beides Uerdinger werden. Diese Aussage wurde ein bißchen stirnrunzelig, als durchsickerte, daß es zwei verschiedene Kesselgrößen, 24 und 30 m³, geben werde — das gab’s nämlich beim Uerdinger Vorbild nicht.  Als dann der 24 m³-Wagen rauskam (s.o.), Erleichterung: es war ein Einheitswagen und als solcher völlig korrekt.  Wohl also die übliche Sprachverwirrung, auch Klein Modellbahn hatte ja seinen Einheitswagen (s.u.) fälschlich als Uerdinger bezeichnet.  Kämen also nun beide Einheitswagen von Exact Train.  Schön!

Und dann kam von Brawa die Ankündigung des 30 m³-Uerdingers.  Noch schöner!  Alles komplett!  Yippie!

Und dann kam das Handmusterbild des 30 m³-Wagens von Exact Train.  Und es zeigte — einen 30 m³-Uerdinger.  What the fuck?!  Die bauen tatsächlich statt zweier Varianten derselben Konstruktion, halt nur mit verschiedenen Kesseln, zwei komplett verschiedene Wagen!  Und der, den sie als zweites bauen, wird dann auch noch eine Doppelentwicklung mit einem anderen neuangekündigten Modell.

Seufz.

Meinen Erfahrungen mit Kesselwägen beider Hersteller nach wird der Uerdinger von Exact Train wohl kein Bombenerfolg werden.  Mein Favorit jedenfalls ist Brawa — nicht nur, aber auch wegen der zu erwartenden Preise.  Das auch beim Uerdinger zu hohe Bremserhaus des „Exact“-Train-Wagens ist ein weiteres Argument für Brawa.

Und wo kriegen wir jetzt 30 m³-Einheitswagen her?

Erstens mal brauchen wir die gar nicht so dringend, denn im Gegensatz zu allen gezeigten Bauarten, deren Stückzahlen im vierstelligen Bereich lagen, gab es vom großen Einheitswagen grad mal 180 Exemplare.  Und zweitens gibt’s den ja schon — siehe ganz oben, falls sich noch wer erinnert.  Klein Modellbahn hat nämlich einen für die damalige Zeit durchaus sehr ordentlichen 30 m³-Einheitswagen gebaut, nur haben sie ihn halt als Uerdinger verkauft.  Macht nix!  Und für die Handvoll Exemplare, die man davon angesichts der Vorbildstückzahl höchstens braucht, kann man ja auch mal etwas mehr Frokelarbeit investieren, um sie in die Nähe des Standes der neueren Modelle zu bringen.

Übrigens lohnt sich das Investieren der Frokelarbeit auch in die KMB-Pseudodeutzens. Denn das Stück fehlenden Rahmens da reinzuflicken, ist dann auch keine Raketentechnik mehr.  Und so wird dann am Ende doch wieder alles gut und alle glücklich.

Hach.  Ich freu mich :-)

Der Messebericht

… kommt dieses Jahr wegen Motivations- und Begeisterungsmangel der traditionnellen Autoren von Steffen, der hiermit sein Debüt gibt. Willkommen!  (Anmerkung von ermel — wie auch im Folgenden an der kursiven Schrift zu erkennen –, der aber verspricht, einen Artikel über die neuen Autos alsbald nachzuschieben.)

Ganz kleiner (güterwagenlastiger) Rückblick auf die Messe 2020

Nun liegt die Nürnberger Spielwarenmesse bereits drei Wochen zurück. Man hatte genug Zeit, die diversen Prospekte zu durchstöbern und sich Gedanken zu machen.

Hier deshalb in aller Kürze mein persönliches Fazit mit Schwerpunkt DB, Epoche 3 und 4:

Ein Hoch auf Brawa!

Im Prinzip läuft das seit fast 10 Jahren gleich: Brawa haut eine Neuheit nach der anderen raus und zeigt Weitblick für echte Lücken und moderne Neuauflagen.

Ein echtes Volumenmodell ist sicher der Gmmhs 56 / Gs 211+212 in diversen Varianten der DB und nahezu aller europäischen Nachbarn – große Klasse! (Wobei abzuwarten bleibt, inwieweit Brawa die Bauartunterschiede der verschiedenen Staatsbahnen berücksichtigen wird.)

Mit dem 30 m³ Leichtbaukesselwagen der Uerdinger Bauart konnte man wiederum eine Lücke füllen, die durch die zahlreichen Kesselwagen-Neuheiten der letzten Jahre weniger werden. (Das war die letzte größere Lücke bei den Zweiachsern. Uerdinger von Brawa, Deutze von ESU, Einheitswagen von Exacttrain und Roco-ex-KMB, geschweißte von Brawa und Liliput und genietete von Fleischmann selig — hach, es ist prachtvoll!)

Der Kkds 55 ist ein Wunschmodell vieler Modellbahner, vermutlich aufgrund des betagten Fleischmann-Modells. Die Ankündigung in verschiedenen Varianten von Epoche 3 bis 5 zeigt die Vielfältigkeit trotz der sehr geringen Stückzahl.  (Einziger Wermutstropfen ist, daß Brawa als Messemuster einen Bausatz von bengelsven verarbeitet hat, ohne um Erlaubnis zu fragen oder auch nur den Hersteller zu nennen — ein schwaches Bild!)

Abseits der Güterwagen sind sicher die Donnerbüchsen das Highlight, auch wenn der Preis selbst für Brawa-Verhältnisse heftig ist.

Bei Roco habe ich eigentlich nur eine Frage: kam nach dem Linz/Villach anno 2016 überhaupt noch eine echte Güterwagenformneuheit für die Epochen 3 und 4? (Ja, der FF der FS kam danach, und der ist auch wirklich klasse, da kann man nicht meckern.)  Ich konnte auch dieses Jahr keine relevante Güterwagen-Neuheit entdecken. (Roco scheint das nur alle paar Jahre mal zu wagen — ich freue mich aber auf ihren Omm Duisburg (Omm 37) für 2023! ;-))

Exacttrain kündigt als sinnvolle Ergänzung den Glmms 61 / Gbs 254 mit Bremserbühne an.

Eine echte Überraschung ist die spanische Firma Mabartren. Ein Fährbootwagen Hfs/Hfhs in Ausführung der Transfesa und DB wird hier angekündigt. Das wird sicherlich mein erster Spanier auf der Anlage werden.

Liliput feiert 2020 die Rückkehr der Jedi… ähhh Kesselwagen. Das ist dermaßen überfällig und zeugt davon wie schlafmützig das Produktmanagement in den letzten Jahren war. Diese Serie gut detailierter und (damals noch) günstiger Kesselwagen hätte in den letzten 10 Jahren viele Varianten verdient gehabt. Hoffentlich unterstützt Stefan Carstens hier bei der Realisierung, damit uns zukünftig Spielereien wie grüne BP-Wagen erspart bleiben. (Da wünscht man sich die Variantenreitereivielfalt von ESU!)

Die Freunde aus den Niederlanden werden den Artitec Käsewagen inkl. passendem Ladegut sicher begrüßen. (Abseits der Güterwagen ist der Artitec-Prospekt aber wie immer auch einen dritten bis achtzehnten Blick wert!)

Spannend finde ich die Variante des ehemaligen FS-Spitzdachwagen der CFR von Amintiri Feroviari. Muränische Güterwagen fehlen bei mir bislang auch völlig ;-)

Soweit meine Eindrücke zu den Wagen hinter den Loks.

Apropos Loks: nachdem gefühlt nahezu alle Lücken gefüllt sind und man sich mit Doppelentwicklungen gegenseitig den rückläufigen Markt begrenzt, bleiben kaum noch Wünsche offen.

Eine 50.40 (DB) von Roco vielleicht oder eine überarbeitete 93.5 (die Hoffnung auf die 93.0 bei Rivarossi habe ich nicht ganz aufgegeben). Beim Blick auf die Doppelseite mit den Brawa-Donnerbüchsen ließen schon viele an eine 93.5 von Brawa glauben. Möglich (und wünschenswert) wäre es, dass diese massenhaft gebaute Maschine nach fast 25 Jahren auch im Modell neu entsteht.

200 richtig schöne Teile

Wir (Frala und der Unterzeichnete) haben mal wieder ein bißchen Geld beim Händler unseres Vertrauens gelassen:

Wie unschwer zu erkennen, ein Produkt aus dem Hause Weinert.  Nein, nicht was Ihr denkt.  Keine 56.2 ;-)

Radsätze! Jede Menge Radsätze.  Passend für Brawa-Güterwagen (und Ermels Roco-Gms 54-Umbau), schön in RP25, aber halt nicht Finescale mit „Spurführung durch Wegsehen“, sondern so richtig fein normgerecht für Fremo-H0RE, wie sich das gehört.

Nur die Verpackung sah dann doch ein klein wenig aufwendiger aus als im gestellten Bild oben.  Nämlich so:

Zweihundert Radsätze, paarweise fein säuberlich in Plast eingetütet und mit zwei, in Worten: zwei (in Zahlen auch) Heftklammern an eine zweifarbig bedruckte, der Recyclingherkunft gänzlich unverdächtige, da reinweiße Pappkarte getackert.  Macht also 937.500 mm² bedruckte Pappe, 900.000 mm² Plastfolie und 2.400 lfd. mm Stahldraht 0,35 mm.  Was man da alles Nettes draus hätte bauen können …

Und genug Zeit zum Bauen hätte man auch gehabt, denn nach nur knapp zwei Stunden incl. dem nervennahrungsmangelbedingten Leeren der mitabgebildeten Behältnisse sah es dann so aus: Vorn die begehrten Radsätze, mittig das Häuflein Altklammer und hinten links Altplast und rechts Altkarton.  Die schiere Sinnlosigkeit dieser jahreszeitlich leicht verfrühten Auspackorgie führte zu mehrfachen Anfällen leicht irren Gelächters bei beiden Protagonisten.

Und es ist ja nun auch nicht so, daß wir der Firma Weinert nicht mitgeteilt hätten, daß wir die Radsätze liebend gern unverpackt in loser Schüttung (s. a. Bild 2) entgegengenommen hätten.  Nicht mal einen Preisnachlaß hätten wir dafür haben wollen (haben wir aber trotzdem gekriegt, Mengenrabatt halt ;-)  Und ja, klar ist das verglichen mit dem, was die durchschnittliche Imbißbude am Tag an Müll generiert, eher ein Hühnerfurz, aber hey, sinnlos bleibt sinnlos.  Warum gibt’s nicht wenigstens 20er-Packungen wie bei den Puffern?  Es ist ja auch nicht so, daß der normale Modellbahner nur ein oder zwei Brawa-Güterwagen hätte — selbst Ermel, einer ihrer profiliertesten Kritiker, hat mittlerweile genug davon, um 100 Radsätze dafür zu bestellen.

Schön isses ja schon.

Nett dann auch die Frage der Dame an der Kasse, was um Himmels willen wir denn mit 200 Weinert-Radsätzen wollten.  Wenn Dich Dein Händler sowas fragt, dann hast Du es geschafft :-)  Wir meinten dann nur, das sei die lange vor uns herprokrastinierte Bestellung für die Brawa-Wagen der letzten zehn und nächsten paar Jahre, und in zehn Jahren kämen wir dann wohl mit der nächsten.  Sie antwortete trocken, aber mit deutlich sichtbarer Erleichterung im Blick: „Dann bin ich nicht mehr hier.“ :-)

Wir sind dann mal weg, Radsätze lackieren.  Bis nächstes Jahr oder so!

Duisburg und Klagenfurt: Vergißmeinnicht

Nachdem das Projekt Omm 37 auf Roco-Basis: Augen zu und durch mal wieder ein bißchen eingeschlafen ist, entsann ich mich bei einem Händlerbesuch zweier älterer, beinahe vergessener Modelle des Duisburg und seines Vorgängers Klagenfurt, bei der DB Omm 37 und 34 geheißen:

Rechts der Klagenfurt von Piko aus den 60ern, links und hinten der Duisburg von Märklin.  Dessen Wagenkasten stammt aus den späten 80ern oder frühen 90ern, das Fahrwerk ist jünger — debütiert war das Modell dereinst im Primex-Programm mit einem Billigserien-Fahrwerk mit zuwenig Achsstand und Relex-Kupplungen …  Und um gleich bei den Fahrwerken zu bleiben: ja, die sind beide in nullter Näherung Müll und werden zumindest unter diesen Wagenkästen sehr sicher nicht bleiben dürfen, um entsprechender Kritik vorzubeugen.

Aber die Wagenkästen sind immer noch gar nicht mal so schlecht.  Besonders die hauchzarten Bretterfugen bei Piko gehören nach wie vor zum Besten, was es am Markt gibt, und die Variante mit Holztür (die beim Modell aus DDR-Zeiten leider auch die einzige war) ist mir für die Epoche 3a hochwillkommen, zumal die Piko-Tür anders (beim Vorbild: nachträglich) verstärkungsverstrebt ist als beim entsprechenden Modell aus dem Hause Klein Modellbahn.

Der Märklin-Wagenkasten kann da naturgemäß nicht ganz mithalten, aber hey, auch der ist nicht wirklich schlecht: keine rauszusägende Überbreite wie bei Roco, einfache aber ordentliche Gravuren, Bretterfugen besser als bei Roco oder Exact-Train, und außer dem Ersetzen der knubbeligen Eckgriffe und dem Ergänzen der fehlenden, aber dafür immerhin auch nicht abzuschabenden Signalhalter und stirnseitigen Tritte und Griffe an einem Wagenende fällt mir für ein Betriebsmodell kein dringender Handlungsbedarf auf.  Sogar die Beschriftung taugt was.

Detailbild. Diesmal links Märklin, rechts Piko. Bitte entschuldigt die leichte Unschärfe, in der Pikos Bretterfugen sogar vollständig „abgesoffen“ sind — so fein sind sie!

Aber Ermel, wenn das Märklin-Fahrwerk eh in den Müll kann (was übertrieben ist: für so UIC-St-Doppelschakenrollenlagermodernkram ist es sogar ganz okay gemacht, aber ich wüßte jetzt kein Vorbild mit 6 Metern Achsstand dafür, und unter diesem Wagenkasten hat es nix verloren) — warum kaufst du dann das neue Märklinmodell statt dem ollen Primex-Eimer?  Ganz einfach: zumindest diese beiden waren nicht wesentlich teurer als die Primex-Modelle, sind dafür aber schon schön lackiert und bedruckt.  Und wo wir gerade von Preisen reden: das gesamte abgebildete „Dreierpack“ in neuwertigem Zustand war gebraucht nur knapp mehr als halb so teuer wie ein Exact-Train-Modell.

Also ein Wagen, nicht ein Dreierpack.

Bleibt die Fahrwerksfrage.  Da brüte ich schon seit langem eine Idee aus, die ich hier noch nicht verraten will — die aber bei Gelingen ein großes Potential hat, dieses Problem ein für allemal zu lösen.  Mehr darüber ein andermal, und ich sage bewußt nicht wann ;-)

(Mehr zu den Modellen dieser Vorbilder gibts übrigens auch schon seit bald zwei Jahrzehnten auf der Modellbahnfrokler-Hauptseite unter der wie ich finde immer noch schönen Überschrift „Von Klagenfurt nach Duisburg, oder: Leichte Wagen für schwere Zeiten“.  Exact-Train kommt da freilich nicht vor, und das finde ich auch immer noch gut so.)

Silberling Innenbeleuchtung

Nachdem der Admin vor einiger Zeit mal mit einem Gartenzaun gewunken hatte, habe ich heute mal Zeit gefunden, einen Artikel, den ich 2013 angefangen hatte, fortzusetzen und zu beenden.

Vor ein paar Jahren bin ich günstig an 2 bereits gealterte Lima-Silberlinge gekommen. Und wenn man die 3 Hersteller von maßstäblichen Silberlingen, die erhältlich sind, nicht kombiniert, fallen die Schwächen auch nicht so auf.

Ich habe mich also für Lima/Rivarossi entschieden.

Da meine ersten Wagen auch im Innenraum aufgehübscht waren, wollte ich sie auch beleuchten. Zu der Zeit schwappte gerade die Idee einer mit Magnet schaltbaren Innenbeleuchtung in die breitere Masse des Fremo und ich schloss mich der Sammelbestellung an.

Die von Christoph Budelmann entwickelten Platinen haben eine Größe von etwa 1cm² und haben 2 schaltbare Ausgänge und einen Kondensator zur Spannungsstabilisierung.

(Zur Zeit des Schreibens läuft grade wieder eine Sammelbestellung. Inwiefern die Platinen noch bei Veröffentlichung verfügbar sind, kann ich nicht beantworten.)

Als LED-Streifen habe ich hufing-tronic gewählt. Es eignen sich aber alle Streifen ohne Dekoder, auch kann man LED (ohne Vorwiderstand) direkt anschließen. Die Platine bietet zwei Konstantstromquellen an.

Als Vorbereitung habe ich die Beleuchtungsplatinen an die LED-Streifen gelötet.

Und die Kondensatoren vorbereitet. Diese waren damals im Lieferumfang als radiale Version enthalten. Für meine Zwecke habe ich axiale genommen. (Warum genau, weiß ich mittlerweile ich nicht mehr). Der Kondensator wird nachher im Klo unterkommen.

Die Wagen habe ich dann auseinandergenommen und den Innenraum farblich angepasst und mit Figuren versehen. Da – wie bei den meisten Wagen – der Boden zu hoch ist, haben diverse Fahrgäste leider Fuß- oder Unterschenkelamputationen erleiden müssen.

(Der Farbklecks an der orangen Zwischenwand ist nicht so geblieben.)

Wenn man den Wagen nun auseinander hat, kann man sich auch um die Stromversorgung kümmen. Da dies von Lima damals nicht vorgesehen worden war, nehme ich pro Drehgestell einen Pol ab.

Die Achsschleifbleche werden dazu mit Kabel versehen und im Drehgestell festgeklebt. Beim einsetzen der einseitig isolierten Achsen ist auf die richtige Ausrichtung zu achten.

Nachdem man dann das Dach der Wagen abgenommen hat schafft man sich Platz für den LED-Streifen. Dazu müssen alle Querspanten weichen, ebenso wie am Ende etwas „Zwischendecke“ weggenommen werden.

Hier wird nun der LED-Streifen eingelegt und mittels kurzer Polystyrol-Streifen befestigt. Ich habe ihn aber nur „eingeklemmt“. Nun zeigt sich auch, warum die Beleuchtungsplatine so abstehend angelötet wurde. Sie steht nun hoch und ist damit besonders nah am Dach. Es bietet sich an, die Beleuchtungsplatine in Wagenmitte zu platzieren, damit man sie später auch sicher wiederfindet. Die Wagen sind nahezu punktsymmetrisch.

Wenn der Wagen innen soweit vorbereitet ist, kann es ans zusammenbauen gehen.

Dabei wird der Kondensator in einer der Toiletten versteckt und die Stromzuführung auch in der Toilette hochgeführt.

Wenn alles bis auf das Dach zusammen ist, sollte es so oder ähnlich aussehen.

Dann noch das Dach drauf und fertig ist der Wagen.

Doch ein kurzes Messefazit

Die 2019er Ausgabe der Spielwarenmesse in Nürnberg läuft, die Neuheiten sind verkündet.

Tja. Mir geht es ähnlich wie Ermel, es gibt nicht viel zu berichten. Dachte ich bis gestern.

Von den „großen“ Herstellern kam dieses Jahr nichts überraschendes oder besonders interessantes. Nachdem RoFl seine Programme jetzt konsequent aufgeteilt hat (Roco H0, Fleischmann N), brauche ich nur noch bei Roco hinschauen. Der Akkutriebwagen BR 515 / Eta150 ist eine schöne Neuigkeit, auch wenn ich da selbst keinen besonderen Bedarf habe. Mal abwarten wie der wird, zumal wir schon lange auf ein zeitgemäßes Modell warten mußten.
Die Köf3 mit digitalem Schnick-Schnack und Licht könnte auch ganz gut werden. Meine „alte“ darf dennoch bleiben.

Bei MäTrix war gar nichts für mich dabei. Nullnummer.

Dafür kündigt ExactTrain neue Kesselwagen „24m³-Einheitsbauart“ an. Wenn die so gut werden wie das, was in letzter Zeit von denen auf den Markt kam… :-)

Von Brawa kommen Silberlinge. Somit besteht die Ausicht auf wirklich gute Modelle, die möglicherweise auf ADE-Niveau sein können. Nicht daß die Roco-Silberlinge schlecht sind. Aber das Bessere ist des Guten Feind. Mal sehen was da kommt.

Last but not least für mich das Highlight und lange herbei gesehnt: die DKW 190 1:9 von Weinert!

Und Rolf Weinert hat sich da eine sehr ausgeklügelte technische Umsetzung ausgedacht, damit diese DKW auch betriebssicher ist. Und das gleich mit dem Spagat für NEM, RP25-C110 und RP25-88 / fine. Der Preis dafür ist nicht so hoch, wie ich es befürchtet hätte. Ich habe mir jedenfalls schon eine bestellt. :-D

Die Servoantriebe für die Signale sind auch interessant. Erinnern doch stark an die „Wattenscheider“-Lösung aus den Reihen des Fremo…

Tja, mehr gab es nicht an Neuheiten, die für mich interessant sind. Von daher wird es ein recht „preiswertes“ Modellbahnjahr, welches mein Budget nicht besonders hoch belasten wird. Naja. Die DKW. ;-)

 

 

Hundertdreiundzwanziger Hochlang

Der lange, hohe Mercedes-Krankenwagen gehörte zum Straßenbild meiner Kindheit und Jugend — anscheinend waren die Bullis der damaligen Zeit nicht flott genug für Alarmfahrten über längere Distanzen?  Jedenfalls war das entsprechende Siku-Druckgußmodell ein wesentlicher Bestandteil meiner Sandkastenflotte.

In H0 hingegen gab es damals nix, nur einen beim Vorbild raren hochkurzen /8 von Wiking — das mit den Hochlang-KTW fing in unserem Maßstab erst mit dem W 124 aka „Plastikbenz“ von Wiking und Herpa an, und der war mir damals zu häßlich.  (Das Vorbild, nicht das zumindest bei Herpa sehr gelungene Modell.  Heut mag ich beide gut leiden, was wohl an den seither stetig häßlicheren neuen E-Klassen liegt.)  Und so spielte der „Hochlang“ für mich im Modell keine Rolle mehr.

Letztes Jahr kam dann der /8-Hochlang als Brekina/Starmada-Modell.  Den habe ich mir bisher auch noch nicht gekauft, weil er mir von der Farbanmutung nie recht gefallen wollte und die schiefe Kante der weißen Fläche in der Verglasung mich störte.  Aber ich glaube, der Hochlang wird künftig denn doch eine Rolle spielen müssen im Sankra-Park der Feuerwehr Allenstedt.

Warum der plötzliche Sinneswandel?  Deshalb:

Busch bringt den Hochlang auf 123er-Basis, mit vollem Namen den Mercedes-Benz VF 123 — genau das Vorbild meines Siku-Autos von damals!  Das gezeigte Modell ist eins von zwei marmorierten Vorserien-Modellen, die Busch und Mo87 zu wohltätigem Zwecke bei Ebay versteigern; das Bild ist mit freundlicher Genehmigung © Busch.  Aber ich werde natürlich keinen marmorierten zum Umlackieren in RAL 3000 feuerrot ersteigern, sondern eins der Serienmodelle dann — ab März.  Und /8, W 124 und W 210 müssen dann natürlich auch her — neuere nicht unbedingt, die Bullis sind ja heutzutage flott genug. ;-)