Duisburg und Klagenfurt: Vergißmeinnicht

Nachdem das Projekt Omm 37 auf Roco-Basis: Augen zu und durch mal wieder ein bißchen eingeschlafen ist, entsann ich mich bei einem Händlerbesuch zweier älterer, beinahe vergessener Modelle des Duisburg und seines Vorgängers Klagenfurt, bei der DB Omm 37 und 34 geheißen:

Rechts der Klagenfurt von Piko aus den 60ern, links und hinten der Duisburg von Märklin.  Dessen Wagenkasten stammt aus den späten 80ern oder frühen 90ern, das Fahrwerk ist jünger — debütiert war das Modell dereinst im Primex-Programm mit einem Billigserien-Fahrwerk mit zuwenig Achsstand und Relex-Kupplungen …  Und um gleich bei den Fahrwerken zu bleiben: ja, die sind beide in nullter Näherung Müll und werden zumindest unter diesen Wagenkästen sehr sicher nicht bleiben dürfen, um entsprechender Kritik vorzubeugen.

Aber die Wagenkästen sind immer noch gar nicht mal so schlecht.  Besonders die hauchzarten Bretterfugen bei Piko gehören nach wie vor zum Besten, was es am Markt gibt, und die Variante mit Holztür (die beim Modell aus DDR-Zeiten leider auch die einzige war) ist mir für die Epoche 3a hochwillkommen, zumal die Piko-Tür anders (beim Vorbild: nachträglich) verstärkungsverstrebt ist als beim entsprechenden Modell aus dem Hause Klein Modellbahn.

Der Märklin-Wagenkasten kann da naturgemäß nicht ganz mithalten, aber hey, auch der ist nicht wirklich schlecht: keine rauszusägende Überbreite wie bei Roco, einfache aber ordentliche Gravuren, Bretterfugen besser als bei Roco oder Exact-Train, und außer dem Ersetzen der knubbeligen Eckgriffe und dem Ergänzen der fehlenden, aber dafür immerhin auch nicht abzuschabenden Signalhalter und stirnseitigen Tritte und Griffe an einem Wagenende fällt mir für ein Betriebsmodell kein dringender Handlungsbedarf auf.  Sogar die Beschriftung taugt was.

Detailbild. Diesmal links Märklin, rechts Piko. Bitte entschuldigt die leichte Unschärfe, in der Pikos Bretterfugen sogar vollständig „abgesoffen“ sind — so fein sind sie!

Aber Ermel, wenn das Märklin-Fahrwerk eh in den Müll kann (was übertrieben ist: für so UIC-St-Doppelschakenrollenlagermodernkram ist es sogar ganz okay gemacht, aber ich wüßte jetzt kein Vorbild mit 6 Metern Achsstand dafür, und unter diesem Wagenkasten hat es nix verloren) — warum kaufst du dann das neue Märklinmodell statt dem ollen Primex-Eimer?  Ganz einfach: zumindest diese beiden waren nicht wesentlich teurer als die Primex-Modelle, sind dafür aber schon schön lackiert und bedruckt.  Und wo wir gerade von Preisen reden: das gesamte abgebildete „Dreierpack“ in neuwertigem Zustand war gebraucht nur knapp mehr als halb so teuer wie ein Exact-Train-Modell.

Also ein Wagen, nicht ein Dreierpack.

Bleibt die Fahrwerksfrage.  Da brüte ich schon seit langem eine Idee aus, die ich hier noch nicht verraten will — die aber bei Gelingen ein großes Potential hat, dieses Problem ein für allemal zu lösen.  Mehr darüber ein andermal, und ich sage bewußt nicht wann ;-)

(Mehr zu den Modellen dieser Vorbilder gibts übrigens auch schon seit bald zwei Jahrzehnten auf der Modellbahnfrokler-Hauptseite unter der wie ich finde immer noch schönen Überschrift „Von Klagenfurt nach Duisburg, oder: Leichte Wagen für schwere Zeiten“.  Exact-Train kommt da freilich nicht vor, und das finde ich auch immer noch gut so.)

Silberling Innenbeleuchtung

Nachdem der Admin vor einiger Zeit mal mit einem Gartenzaun gewunken hatte, habe ich heute mal Zeit gefunden, einen Artikel, den ich 2013 angefangen hatte, fortzusetzen und zu beenden.

Vor ein paar Jahren bin ich günstig an 2 bereits gealterte Lima-Silberlinge gekommen. Und wenn man die 3 Hersteller von maßstäblichen Silberlingen, die erhältlich sind, nicht kombiniert, fallen die Schwächen auch nicht so auf.

Ich habe mich also für Lima/Rivarossi entschieden.

Da meine ersten Wagen auch im Innenraum aufgehübscht waren, wollte ich sie auch beleuchten. Zu der Zeit schwappte gerade die Idee einer mit Magnet schaltbaren Innenbeleuchtung in die breitere Masse des Fremo und ich schloss mich der Sammelbestellung an.

Die von Christoph Budelmann entwickelten Platinen haben eine Größe von etwa 1cm² und haben 2 schaltbare Ausgänge und einen Kondensator zur Spannungsstabilisierung.

(Zur Zeit des Schreibens läuft grade wieder eine Sammelbestellung. Inwiefern die Platinen noch bei Veröffentlichung verfügbar sind, kann ich nicht beantworten.)

Als LED-Streifen habe ich hufing-tronic gewählt. Es eignen sich aber alle Streifen ohne Dekoder, auch kann man LED (ohne Vorwiderstand) direkt anschließen. Die Platine bietet zwei Konstantstromquellen an.

Als Vorbereitung habe ich die Beleuchtungsplatinen an die LED-Streifen gelötet.

Und die Kondensatoren vorbereitet. Diese waren damals im Lieferumfang als radiale Version enthalten. Für meine Zwecke habe ich axiale genommen. (Warum genau, weiß ich mittlerweile ich nicht mehr). Der Kondensator wird nachher im Klo unterkommen.

Die Wagen habe ich dann auseinandergenommen und den Innenraum farblich angepasst und mit Figuren versehen. Da – wie bei den meisten Wagen – der Boden zu hoch ist, haben diverse Fahrgäste leider Fuß- oder Unterschenkelamputationen erleiden müssen.

(Der Farbklecks an der orangen Zwischenwand ist nicht so geblieben.)

Wenn man den Wagen nun auseinander hat, kann man sich auch um die Stromversorgung kümmen. Da dies von Lima damals nicht vorgesehen worden war, nehme ich pro Drehgestell einen Pol ab.

Die Achsschleifbleche werden dazu mit Kabel versehen und im Drehgestell festgeklebt. Beim einsetzen der einseitig isolierten Achsen ist auf die richtige Ausrichtung zu achten.

Nachdem man dann das Dach der Wagen abgenommen hat schafft man sich Platz für den LED-Streifen. Dazu müssen alle Querspanten weichen, ebenso wie am Ende etwas „Zwischendecke“ weggenommen werden.

Hier wird nun der LED-Streifen eingelegt und mittels kurzer Polystyrol-Streifen befestigt. Ich habe ihn aber nur „eingeklemmt“. Nun zeigt sich auch, warum die Beleuchtungsplatine so abstehend angelötet wurde. Sie steht nun hoch und ist damit besonders nah am Dach. Es bietet sich an, die Beleuchtungsplatine in Wagenmitte zu platzieren, damit man sie später auch sicher wiederfindet. Die Wagen sind nahezu punktsymmetrisch.

Wenn der Wagen innen soweit vorbereitet ist, kann es ans zusammenbauen gehen.

Dabei wird der Kondensator in einer der Toiletten versteckt und die Stromzuführung auch in der Toilette hochgeführt.

Wenn alles bis auf das Dach zusammen ist, sollte es so oder ähnlich aussehen.

Dann noch das Dach drauf und fertig ist der Wagen.

Doch ein kurzes Messefazit

Die 2019er Ausgabe der Spielwarenmesse in Nürnberg läuft, die Neuheiten sind verkündet.

Tja. Mir geht es ähnlich wie Ermel, es gibt nicht viel zu berichten. Dachte ich bis gestern.

Von den „großen“ Herstellern kam dieses Jahr nichts überraschendes oder besonders interessantes. Nachdem RoFl seine Programme jetzt konsequent aufgeteilt hat (Roco H0, Fleischmann N), brauche ich nur noch bei Roco hinschauen. Der Akkutriebwagen BR 515 / Eta150 ist eine schöne Neuigkeit, auch wenn ich da selbst keinen besonderen Bedarf habe. Mal abwarten wie der wird, zumal wir schon lange auf ein zeitgemäßes Modell warten mußten.
Die Köf3 mit digitalem Schnick-Schnack und Licht könnte auch ganz gut werden. Meine „alte“ darf dennoch bleiben.

Bei MäTrix war gar nichts für mich dabei. Nullnummer.

Dafür kündigt ExactTrain neue Kesselwagen „24m³-Einheitsbauart“ an. Wenn die so gut werden wie das, was in letzter Zeit von denen auf den Markt kam… :-)

Von Brawa kommen Silberlinge. Somit besteht die Ausicht auf wirklich gute Modelle, die möglicherweise auf ADE-Niveau sein können. Nicht daß die Roco-Silberlinge schlecht sind. Aber das Bessere ist des Guten Feind. Mal sehen was da kommt.

Last but not least für mich das Highlight und lange herbei gesehnt: die DKW 190 1:9 von Weinert!

Und Rolf Weinert hat sich da eine sehr ausgeklügelte technische Umsetzung ausgedacht, damit diese DKW auch betriebssicher ist. Und das gleich mit dem Spagat für NEM, RP25-C110 und RP25-88 / fine. Der Preis dafür ist nicht so hoch, wie ich es befürchtet hätte. Ich habe mir jedenfalls schon eine bestellt. :-D

Die Servoantriebe für die Signale sind auch interessant. Erinnern doch stark an die „Wattenscheider“-Lösung aus den Reihen des Fremo…

Tja, mehr gab es nicht an Neuheiten, die für mich interessant sind. Von daher wird es ein recht „preiswertes“ Modellbahnjahr, welches mein Budget nicht besonders hoch belasten wird. Naja. Die DKW. ;-)

 

 

Hundertdreiundzwanziger Hochlang

Der lange, hohe Mercedes-Krankenwagen gehörte zum Straßenbild meiner Kindheit und Jugend — anscheinend waren die Bullis der damaligen Zeit nicht flott genug für Alarmfahrten über längere Distanzen?  Jedenfalls war das entsprechende Siku-Druckgußmodell ein wesentlicher Bestandteil meiner Sandkastenflotte.

In H0 hingegen gab es damals nix, nur einen beim Vorbild raren hochkurzen /8 von Wiking — das mit den Hochlang-KTW fing in unserem Maßstab erst mit dem W 124 aka „Plastikbenz“ von Wiking und Herpa an, und der war mir damals zu häßlich.  (Das Vorbild, nicht das zumindest bei Herpa sehr gelungene Modell.  Heut mag ich beide gut leiden, was wohl an den seither stetig häßlicheren neuen E-Klassen liegt.)  Und so spielte der „Hochlang“ für mich im Modell keine Rolle mehr.

Letztes Jahr kam dann der /8-Hochlang als Brekina/Starmada-Modell.  Den habe ich mir bisher auch noch nicht gekauft, weil er mir von der Farbanmutung nie recht gefallen wollte und die schiefe Kante der weißen Fläche in der Verglasung mich störte.  Aber ich glaube, der Hochlang wird künftig denn doch eine Rolle spielen müssen im Sankra-Park der Feuerwehr Allenstedt.

Warum der plötzliche Sinneswandel?  Deshalb:

Busch bringt den Hochlang auf 123er-Basis, mit vollem Namen den Mercedes-Benz VF 123 — genau das Vorbild meines Siku-Autos von damals!  Das gezeigte Modell ist eins von zwei marmorierten Vorserien-Modellen, die Busch und Mo87 zu wohltätigem Zwecke bei Ebay versteigern; das Bild ist mit freundlicher Genehmigung © Busch.  Aber ich werde natürlich keinen marmorierten zum Umlackieren in RAL 3000 feuerrot ersteigern, sondern eins der Serienmodelle dann — ab März.  Und /8, W 124 und W 210 müssen dann natürlich auch her — neuere nicht unbedingt, die Bullis sind ja heutzutage flott genug. ;-)

Versöhnlicher Verriß zum Jahresende

So, nun hat Wiking also auch die VW-Doppelkabine der zweiten Transporter-Generation, kurz die T2-Doka, einigermaßen vergurkt.  Seufz.

Den Modellbericht aus meiner Tastatur gibt es, einer alten Tradition folgend, bei Mo87.  Und irgendwann im neuen Jahr kümmer ich mich dann auch mal um den Bau einer richtigen T2-Doka in H0, wenn die in Lüdenscheid es schon nicht hinkriegen — ein paar Baugruppen des grünen Etwas‘ werden da aber natürlich Verwendung finden.

Euch jedenfalls schöne Feiertage und einen erfreulichen Jahreswechsel!

Die Mikados kommen

v.l.n.r. 41 019, 41 348, 41 026, 41 323

Wie kommt man auf die Idee, mehrere 41er des Bw Flensburg nachzubauen?

Es begann damit, dass ich ein Vorbild für eine günstig erworbene Roco 41 suchte.  Ich fand ein Bild von 41 019 im Bw Hmb-Eidelstedt.  Die Lok hatte es mit sofort angetan, mit Lampenbügeln und 32er Niettender alter Ausführung hob sie sich von Einheitsbrei der Neubaukessel-41er ab.  weiterlesen Die Mikados kommen

Der Duisburg von Exact-Train

Was?  Ich?  Nein nein.  Natürlich habe ich mir keine Omm 37 (Duisburg) von Exact-Train gekauft, wo denkt Ihr hin?  Wohl aber unser Mitfrokler Erik, und der hat sie netterweise auch gleich mal neben einem Omm 34 (Klagenfurt) von Klein Modellbahn fotografiert:

(Das ist nun gerade ein als Omm 34 beschrifteter sprengwerkloser Exact-Train-Wagen da rechts, aber die Wagenkästen sind eh gleich und entsprechen eher dem Duisburg als dem Klagenfurt.)  Nochmal von nahem besehen:

Tja.  Ich muß die Dinger natürlich noch mal selber beaugapfeln, aber für ein vorläufiges Fazit reicht’s: für solche Bretterfugengräben geb ich keine 40 Euro je Wagen aus, da können die Fahrwerke noch so schön sein.  KMBs Maserung ist auch nicht grad gelungen, aber für Kriegswagen, die die Omm 34 ja waren, vielleicht noch gerade so akzeptabel — aber was Exact-Train da abgeliefert hat, sieht zumindest auf Bildern auch nicht besser aus als bei den uralten Roco-Billigmodellen aus den 80ern …

… aus denen ergo meine Omm 37 auch weiterhin entstehen werden.  Irgendwann mal™.

Trotzdem freue ich mich aber über jeden Exact-Train-Omm 37, der mir beim Fremo begegnen wird.  Mehr Bretterwand wagen! :-)

Bilder 1 und 2 mit herzlichem Dank an und © by Erik 2018.  Bild 3 ist von Ermel und wie alles hier CC-BY-SA.

Fenster zu Schießscharten, Vol. II

Wer mich kennt, weiß um das ewige Gegreine ob der zu großen Seitenscheiben bei allen Modellen von VW-Käfern vor Baujahr ’65.  Langjährige Blogleser kennen den hier vielleicht auch noch:

Mein erster Versuch zum Fensterkleinermachen, 2009.

Das verlief dann, wie so vieles hier, im Sande, hauptsächlich wegen des gigantischen Aufwands (in der Zeit hätte man auch einen 1:1-Käferfensterrahmen entrosten und grundieren können).  Und so dachte ich dann immer mal wieder auf dem Thema herum nebenbei.  Heute kam mir dann mal wieder eine neue Idee.

Riesig ist der Effekt zugegebenermaßen nicht.

Bei scharfem Hinsehen erkennt man: das Modell hat schwarzgraue Fenstergummis.  Das ist bei meinen Modellen Pflicht, normalerweise durch Anmalen der Fensterhöhlungen in der Karosserie — aber gerade beim Brezelkäfer würden dadurch die Fenster optisch noch größer, das will man dann ja schon gar nicht.

Es geht aber auch einfacher als durch Verkleinern der Fensteröffnungen … weiterlesen Fenster zu Schießscharten, Vol. II

Die Entkernung von Stuttgart

Nein, keine Bange.  Weder ist das Froklerblog tot oder verwaist, noch geht es in diesem Beitrag um die unselige 1:1-Kellerbahnhofsbaustelle.  Stattdessen machen wir heute mal wieder was, das in letzter Zeit ein wenig ins Hintertreffen geraten ist:

Güterwagen frokeln!

Und hier unser heutiges Opfer:

r10-avorher-kpl

Den kennt man: Rocos R Stuttgart der Verbandsbauart bzw. R 10 der DB.  Ein durchaus hübsches Modell, dem das Bild  nicht so ganz gerecht wird.  Eigentlich stören mich daran nur vier Sachen:

  1. die labberigen Achshalter, die eigentlich immer schleifende Radsätze zur Folge haben;
  2. der zu hohe Wagenboden, bei der abgebildeten Erstserie überdies mit sinnlosen Längs- und Querleisten auf den Brettern verunstaltet;
  3. das zu geringe Gewicht und
  4. bei der DB-Version die falschen Stirnwandrungen.

Zur Verdeutlichung von Punkt 2 hier noch ein Detailfoto:

r10-bvorher-ende

Das kann man aber alles beheben … weiterlesen Die Entkernung von Stuttgart

USA, Frankreich – Erfurt

Die USA sind das Herkunftsland dieses schönen Güterwagentyps, es handelt sich nämlich um sogenannte „TP-Wagen“, Kriegsgüterwagen aus dem 1. Weltkrieg.  Die wurden in den USA vorgefertigt, in Frankreich montiert und dann nach dem Kriege auch dort eingestellt.  Im Zuge des 2. Weltkrieges über Europa verstreut, kamen sie dann auch zur DB und wurden hier als XXto 90 eingereiht:

XXto 90 der DB, REE-Modell WB401
XXto 90 der DB, REE-Modell WB401

Die Modelle stammen von REE und sind in vier deutschen Beschriftungen erhältlich, von denen die altersmäßig mittleren beiden hier im Bild vorgestellt werden.   Außer dem gezeigten der frühen Epoche 3b bis 1960 mit altem Lastgrenzraster gibt es auch noch einen mit geschlossenem solchen (WB400), einen Wagen der Epoche 2c als Wagen der DR Pl (WB398) und diesen (natürlich vom Unterzeichneten beschafften) XXto Erfurt der DR Brit-US-Zone:

XXto Erfurt, REE-Modell WB399
XXto Erfurt der DR Brit-US-Zone, gealtertes REE-Modell WB399

Zum Vergleich nochmal der Epoche-3b-Wagen im Detail:

XXto 90 der DB, Anschriftenfeld
XXto 90 der DB, Anschriftenfeld

Die nur aufgedruckten Zettelhalter sind die einzige offensichtliche Stirnrunzeligkeit, der Beipackzettel rät zum Aufkleben eines Zurüstteils, das allerdings nicht beiliegt, und begründet dies mit der unterschiedlichen Position je nach Variante.  Das kann einen Frokler nicht erschüttern …

XXto 90 beladen mit dem Inhalt seines Zurüstbeutels
XXto 90 beladen mit dem Inhalt seines Zurüstbeutels

Es liegt auch so genug bei.  Von links nach rechts: Seilteller (die an den Wagen deutschen Vorbilds allerdings nichts zu suchen haben), Sicherungsketten zur Montage an der Pufferbohle (?), Kupplergriffe, höchst löbliche Ersatz-Signalhalter (den bereits montierten zeigt das Bild am Pufferbohlen-Eck deutlich), Bremsschläuche, Originalkupplungs-Attrappen und NEM-Bügelkupplungen, die sich freilich qualitativ dringend nach dem Abfalleimer sehnen.

Stirnseite des gealterten XXto Erfurt
Stirnseite des gealterten XXto Erfurt mit zurückgesetzter GFN-Kupplung

Bemerkenswert: die vielleicht etwas klobigen Puffer sind zwar aus Kunststoff, aber gefedert.  Gleich noch ein Praxistip: wenn man schon beim Zurüsten ist (was mein Wagen noch vor sich hat, ich brauch ne stärkere Lupenlampe, Altwerden nervt), gleich die Puffer abziehen und mit einem Tröpfchen Sekundenkleber sichern, sie sitzen nicht allzu fest.

Bemerkenswert: der linke Wagen hat zusätzliche Rungenhalter
Bemerkenswert: der linke Wagen hat zusätzliche Rungenhalter

Die Modelle WB398 (Epoche 2c) und WB400 (frühe Epoche 3b) verfügen über Rungenhalter, die die beiden anderen Modelle nicht haben.  Die dunklen Bordwand-Innenseiten des Epoche-3a-Modells sind übrigens nicht grau lackiert, das wirkt im Bild nur so wegen der etwas dunkleren Alterung.

Der Epoche-3b-Wagen sollte freilich, wenn er beim Vorbild den Rungenhalter-Umbau erhalten hat, auch deutsche Puffer haben statt der französischen.  Für den Epoche-3a-Wagen sind die französischen Puffer aber okay, für den Epoche-3b-Wagen ohne Rungenhalter geht beides.  Für den DR-Pl-Wagen der Epoche 2c sind die französischen Puffer übrigens auch falsch, die kamen nämlich aus den USA direkt nach Polen.

XXto Erfurt von unten -- am gealterten erkennt man mehr
XXto Erfurt von unten -- am gealterten erkennt man mehr

Abschließend ein Blick auf die Unterseite: Für meinen Geschmack mehr als genug Details an der nach den einfachen Bremsecken zu schließen stillgelegten Bremse, ein wunderbar feines Sprengwerk, löblicherweise angeschraubte Drehgestelle und genug Platz für ein wenig Bleiblech, das der Wagen aber m.E. nicht mal unbedingt braucht mit einem Gewicht von knapp 50 Gramm – aber wer mag, kann in die Vertiefungen satte 2 mm Bleidicke einbringen, das ist dann mit Sicherheit genug.

Alles in allem: Tolle Wagen, zum UVP von ca. 43 Euro nicht zu teuer, zum derzeitigen Sonderangebotskurs von knapp 30 Euro zum Beispiel bei Menzels Lokschuppen sogar nachgerade preiswert.  Kompliment!