Der Duisburg von Exact-Train

Was?  Ich?  Nein nein.  Natürlich habe ich mir keine Omm 37 (Duisburg) von Exact-Train gekauft, wo denkt Ihr hin?  Wohl aber unser Mitfrokler Erik, und der hat sie netterweise auch gleich mal neben einem Omm 34 (Klagenfurt) von Klein Modellbahn fotografiert:

(Das ist nun gerade ein als Omm 34 beschrifteter sprengwerkloser Exact-Train-Wagen da rechts, aber die Wagenkästen sind eh gleich und entsprechen eher dem Duisburg als dem Klagenfurt.)  Nochmal von nahem besehen:

Tja.  Ich muß die Dinger natürlich noch mal selber beaugapfeln, aber für ein vorläufiges Fazit reicht’s: für solche Bretterfugengräben geb ich keine 40 Euro je Wagen aus, da können die Fahrwerke noch so schön sein.  KMBs Maserung ist auch nicht grad gelungen, aber für Kriegswagen, die die Omm 34 ja waren, vielleicht noch gerade so akzeptabel — aber was Exact-Train da abgeliefert hat, sieht zumindest auf Bildern auch nicht besser aus als bei den uralten Roco-Billigmodellen aus den 80ern …

… aus denen ergo meine Omm 37 auch weiterhin entstehen werden.  Irgendwann mal™.

Trotzdem freue ich mich aber über jeden Exact-Train-Omm 37, der mir beim Fremo begegnen wird.  Mehr Bretterwand wagen! :-)

Bilder 1 und 2 mit herzlichem Dank an und © by Erik 2018.  Bild 3 ist von Ermel und wie alles hier CC-BY-SA.

Die Entkernung von Stuttgart

Nein, keine Bange.  Weder ist das Froklerblog tot oder verwaist, noch geht es in diesem Beitrag um die unselige 1:1-Kellerbahnhofsbaustelle.  Stattdessen machen wir heute mal wieder was, das in letzter Zeit ein wenig ins Hintertreffen geraten ist:

Güterwagen frokeln!

Und hier unser heutiges Opfer:

r10-avorher-kpl

Den kennt man: Rocos R Stuttgart der Verbandsbauart bzw. R 10 der DB.  Ein durchaus hübsches Modell, dem das Bild  nicht so ganz gerecht wird.  Eigentlich stören mich daran nur vier Sachen:

  1. die labberigen Achshalter, die eigentlich immer schleifende Radsätze zur Folge haben;
  2. der zu hohe Wagenboden, bei der abgebildeten Erstserie überdies mit sinnlosen Längs- und Querleisten auf den Brettern verunstaltet;
  3. das zu geringe Gewicht und
  4. bei der DB-Version die falschen Stirnwandrungen.

Zur Verdeutlichung von Punkt 2 hier noch ein Detailfoto:

r10-bvorher-ende

Das kann man aber alles beheben … weiterlesen Die Entkernung von Stuttgart

USA, Frankreich – Erfurt

Die USA sind das Herkunftsland dieses schönen Güterwagentyps, es handelt sich nämlich um sogenannte „TP-Wagen“, Kriegsgüterwagen aus dem 1. Weltkrieg.  Die wurden in den USA vorgefertigt, in Frankreich montiert und dann nach dem Kriege auch dort eingestellt.  Im Zuge des 2. Weltkrieges über Europa verstreut, kamen sie dann auch zur DB und wurden hier als XXto 90 eingereiht:

XXto 90 der DB, REE-Modell WB401
XXto 90 der DB, REE-Modell WB401

Die Modelle stammen von REE und sind in vier deutschen Beschriftungen erhältlich, von denen die altersmäßig mittleren beiden hier im Bild vorgestellt werden.   Außer dem gezeigten der frühen Epoche 3b bis 1960 mit altem Lastgrenzraster gibt es auch noch einen mit geschlossenem solchen (WB400), einen Wagen der Epoche 2c als Wagen der DR Pl (WB398) und diesen (natürlich vom Unterzeichneten beschafften) XXto Erfurt der DR Brit-US-Zone:

XXto Erfurt, REE-Modell WB399
XXto Erfurt der DR Brit-US-Zone, gealtertes REE-Modell WB399

Zum Vergleich nochmal der Epoche-3b-Wagen im Detail:

XXto 90 der DB, Anschriftenfeld
XXto 90 der DB, Anschriftenfeld

Die nur aufgedruckten Zettelhalter sind die einzige offensichtliche Stirnrunzeligkeit, der Beipackzettel rät zum Aufkleben eines Zurüstteils, das allerdings nicht beiliegt, und begründet dies mit der unterschiedlichen Position je nach Variante.  Das kann einen Frokler nicht erschüttern …

XXto 90 beladen mit dem Inhalt seines Zurüstbeutels
XXto 90 beladen mit dem Inhalt seines Zurüstbeutels

Es liegt auch so genug bei.  Von links nach rechts: Seilteller (die an den Wagen deutschen Vorbilds allerdings nichts zu suchen haben), Sicherungsketten zur Montage an der Pufferbohle (?), Kupplergriffe, höchst löbliche Ersatz-Signalhalter (den bereits montierten zeigt das Bild am Pufferbohlen-Eck deutlich), Bremsschläuche, Originalkupplungs-Attrappen und NEM-Bügelkupplungen, die sich freilich qualitativ dringend nach dem Abfalleimer sehnen.

Stirnseite des gealterten XXto Erfurt
Stirnseite des gealterten XXto Erfurt mit zurückgesetzter GFN-Kupplung

Bemerkenswert: die vielleicht etwas klobigen Puffer sind zwar aus Kunststoff, aber gefedert.  Gleich noch ein Praxistip: wenn man schon beim Zurüsten ist (was mein Wagen noch vor sich hat, ich brauch ne stärkere Lupenlampe, Altwerden nervt), gleich die Puffer abziehen und mit einem Tröpfchen Sekundenkleber sichern, sie sitzen nicht allzu fest.

Bemerkenswert: der linke Wagen hat zusätzliche Rungenhalter
Bemerkenswert: der linke Wagen hat zusätzliche Rungenhalter

Die Modelle WB398 (Epoche 2c) und WB400 (frühe Epoche 3b) verfügen über Rungenhalter, die die beiden anderen Modelle nicht haben.  Die dunklen Bordwand-Innenseiten des Epoche-3a-Modells sind übrigens nicht grau lackiert, das wirkt im Bild nur so wegen der etwas dunkleren Alterung.

Der Epoche-3b-Wagen sollte freilich, wenn er beim Vorbild den Rungenhalter-Umbau erhalten hat, auch deutsche Puffer haben statt der französischen.  Für den Epoche-3a-Wagen sind die französischen Puffer aber okay, für den Epoche-3b-Wagen ohne Rungenhalter geht beides.  Für den DR-Pl-Wagen der Epoche 2c sind die französischen Puffer übrigens auch falsch, die kamen nämlich aus den USA direkt nach Polen.

XXto Erfurt von unten -- am gealterten erkennt man mehr
XXto Erfurt von unten -- am gealterten erkennt man mehr

Abschließend ein Blick auf die Unterseite: Für meinen Geschmack mehr als genug Details an der nach den einfachen Bremsecken zu schließen stillgelegten Bremse, ein wunderbar feines Sprengwerk, löblicherweise angeschraubte Drehgestelle und genug Platz für ein wenig Bleiblech, das der Wagen aber m.E. nicht mal unbedingt braucht mit einem Gewicht von knapp 50 Gramm – aber wer mag, kann in die Vertiefungen satte 2 mm Bleidicke einbringen, das ist dann mit Sicherheit genug.

Alles in allem: Tolle Wagen, zum UVP von ca. 43 Euro nicht zu teuer, zum derzeitigen Sonderangebotskurs von knapp 30 Euro zum Beispiel bei Menzels Lokschuppen sogar nachgerade preiswert.  Kompliment!

Pwg 14: Der Blick ins Innere

Der Brawa Pwg pr 14 ist ja nun schon ein Weilchen ausgeliefert und von außen auch erwartungsgemäß geworden, also durchschnittliche Bretterfugen und der Rest sehr fein.  Da erzähl ich Euch nix Neues — aber Mitfrokler Timo hat seinen mal zerlegt, und der Blick ins Innere ist dann doch mal einen Beitrag wert.

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Zunächst ein Blick auf den Platz des Zugführers.  Leicht vereinfacht, natürlich, man will den Inneneinrichtungs-Spritzling ja in einem Stück aus der Form bekommen — aber hier ist schon viel mehr nachgebildet, als man durch die klaren, aber kleinen Fenster sehen kann.  Klar, der unförmige Klumpen rechts sollte ein Regal mit Schreibplatte sein, wie man auf dieser Zeichnung im immer noch legendären EMB-Artikel zum Pwg 14 erkennen kann, aber für Großserie ist das schon super.

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Eigentlich noch cooler: das Sofa des Zugführers.  Hach, wer würde nicht den Sitzplatz im Doppelstockwagen eintauschen?  Aber ich schweife ab.  Auch hier ist der Regal-und-Schreibplatten-Klotz nur grob angedeutet, aber ein bißchen Farbe sollte das hinreichend zu tarnen helfen.  Freilich reizt die entsprechende Zeichnung aus dem EMB auch hier zum Feiner-Machen, und wenn man die Kiste beleuchten tät, könnt man davon im genau richtigen Winkel vielleicht auch was sehen … na mal kucken, ob mich da der Hafer stechen wird.

Hübsch auch der immerhin als solcher erkennbare Ofen im Packraum, wo auch Tisch, Bänke und Werkzeugablage angedeutet sind — hier ist wieder die Zeichnung dazu.  Der Wagenboden liegt allerdings etwas hoch — macht nix, da die Schiebetüren leider eh nicht zu öffnen sind.

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Die Verglasung ist etwas unorthodox nicht unterm Dach, sondern unter dem Wagenboden zusammengespritzt.  Das eröffnet freilich die Chance, die Dachteile (ja, es sind zwei) abnehmbar zu machen (gehalten z.B. mit Neodym-Magnetchen), wenn man sich von EMB angespornt so sehr detailverzettelt hat (vielleicht mit einer Bremskurbel neben dem Sofa?), daß man es nicht übers Herz bringt, das alles zu verstecken.

brawa-innen-r

Der Blick von der anderen Seite offenbart eigentlich nur, daß die Toiletteneinrichtung fehlt (macht nix, reinkucken kann man eh nicht).  Lustig finde ich aber das Klofenster — weiß hinterlegt, mit aufgedruckter Strebe, aber auch eingebuchtet, um der darüber verlaufenden schrägen Kastenstrebe Platz zu verschaffen.  Eigenartig, dafür eine andere Verglasungsform zu bauen, aber bei zusammengebautem Modell kein Problem.

Einen Wermutstropfen gibt’s allerdings auch: Timo berichtet, die Inneneinrichtung lasse sich kaum lackieren.  Es sei also angeraten, sie vor dem Lackieren gründlich zu entfetten und anzuschleifen; ich werde diesen Artikel ergänzen, wenn er, ich oder ein anderer Leser es geschafft haben, da haltbar Farbe aufzutragen.  Und welche Farben so?  Das kann man sich hier abkucken (bißchen runterscrollen).

Nuja.  Man hat ja noch nicht genug Projekte.

Erste Bilder des Carro FF von Roco …

… finden sich, nein, nicht hier, woher denn, als ob wir Besprechungsmuster bekämen bei unserem ewigen Gemäkel und unserer bescheidenen Reichweite, aber sie finden sich hier, bei Duegi Editrice, hier wohl bekannter als Hersteller der TTM-Bausätze.

Vielversprechend, finde ich.  Interessanterweise stellt Roco die unteren Lüftungsklappen wieder teilweise geöffnet dar — so wird man die Wagen von den TTM-Umbauten auch ohne Umdrehen unterscheiden können, die Gravuren scheinen ja ähnlich filigran zu werden.

Eingesendet wurde dieser Link übrigens von Norbert Bank, aktiv in der DR-Güterwagen-Szene und manchem vielleicht bekannt vom Fotobildband über die JHMD.  Vielen Dank dafür!

Omm 37 auf Roco-Basis: Augen zu und durch

Nachdem mir das Schicksal in Form des Gebrauchtmarktes mal wieder einen Schwung der alten Roco-Billigmodelle des Omm 37 (Duisburg) in den Arbeitsvorrat gespült hatte und mir gleichzeitig mal wieder bewußt geworden war, wie verdammt häufig dieser Wagen beim Vorbild war — nämlich mal eben der häufigste O-Wagen der DB bis 1964, und zwar mit komfortablem Vorsprung, zu meinem Stichjahr 1955 etwa genauso häufig wie die beiden anderen in nennenswerter Menge vertretenen hochbordigen Bretterwand-Omm (Villach und Klagenfurt) zusammen und natürlich auch viel häufiger als der gesamte neumodische Blechwandkrempel —, fiel dann neulich endlich mal der seit Jahrzehnten überfällige Startschuß zum Umbau einer noch nicht angemessenen, aber zumindest mal den nötigsten Bedarf deckenden Serie.

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Leider habe ich allerdings das Motto aus der Überschrift, „Augen zu und durch“, mal wieder zu wörtlich genommen. Erstens bei der Beschaffung, denn wenn mir vorher aufgefallen wäre, daß der Roco-Wagen satte 2 mm zu breit ist, hätte ich vielleicht doch eher KMB-Klagenfurte umgebaut stattdessen — und zweitens dann beim Schmalersägen des ersten Wagens, denn wenn ich da vorher Vorbildfotos gekuckt, mit gewissen Leuten geredet und/oder ein bißchen im Carstens geblättert hätte, hätte ich woanders gesägt.

Der erste Wagen ist darob aber nicht verloren — wird der eben ein Nicht-Handbremswagen, denn auch das gehört zu dieser Umbauaktion: das Enthandbremsen einiger Roco-Wagen, um mit den abfallenden Teilen dann auch mal KMB-Klagenfurte mit Handbremse zu versehen.

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Freilich geht aber auch das nicht ohne eine größere Portion Frokelei ab. Das im Bild gezeigte Verlängern des zu kurz geratenen Roco-Bremserhauses ist dabei, und auch das war mir vorher so nicht bewußt, der wesentlich weniger aufwendige Part.

Mehr dann also demnächst — dies hier nur als kurze Meldung, warum der Ermel denn schon wieder auf die Fertigstellung seiner offenen Baustellen warten läßt. Man nannte mich schon damals, als die ersten dieser Duisburgs in den Bestand kamen, den „König der halbangefangenen Projekte“ — und irgendwie ist es doch schön, daß es noch andere Konstanten gibt als die Abwesenheit brauchbarer käuflicher Omm 37 in unserer so schnelllebigen Zeit. ;-)

Fahrwerke verschmälern II: Messing-Achslager

Nachdem kurz vor dem Jahreswechsel die ersten zwei Musterwagen für die Verschmälerung der alten KMB-Fahrwerke, ein Kmmks 51 und ein Kmmfks 52, entstanden waren, ging es letztes Wochenende auf dem Frokeltreffen in die Großserie: neun Omm 52 wurden zerlegt, ihre Fahrwerke halbiert und verschmälert und wie auch die der Musterwagen mit Messing-Lagerschalen von Romford versehen.

Das ginge sicher leichter mit einem 2-mm-Fräser, aber zur Not geht es auch, wenn man nur einen 2-mm-Kugelschleifer hat, es schmerzt nur mehr.  weiterlesen Fahrwerke verschmälern II: Messing-Achslager

Linz und Villach von Roco: Zwischenergebnis

Mittlerweile sind meine beiden Roco-Linze und der -Villach aus der Modellbesprechung zugerüstet, RP25-berädert, umgenummert, innen lackiert und außen mattiert und brauchen demnach nur noch Bügelkupplungen und ein paar Dreckspuren. In alter Tradition zeige ich trotzdem auch mal die Halbfertigprodukte:

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Das Bild des Fischbauchlinz ist etwas unscharf geworden und eigentlich auch überflüssig, denn er sieht ansonsten genauso aus.

Die Zurüstteile sind von sehr guter Qualität. Sie passen ohne Nacharbeit in die vorgesehenen Löcher, einige brauchen aber für festen Sitz eine Spur Sekundenkleber. Nur die Türgriffe habe ich nicht angebaut, sondern durch ein Stückchen gebogenen Bronzedraht ersetzt: sie standen doch ein wenig arg weit ab von der Tür, das gefiel mir nicht.

Die Wagenkasten-Innenseiten und Trittflächen an Bremserbühnen und Tritten habe ich nach einem Tip von Timo mit Revell 87 gestrichen; das ist nicht der normgerechte Farbton, sondern soll die Grundlage werden für eine Alterung im realistischen Farbton RAL 87-e-und-pi-zig „Holz strapaziert“ ;-)  Mattiert habe ich mit Revell-Spraydosenklarlack matt.  Die dadurch leicht angelaufenen Bremserhausfenster sind ein Versehen, gefallen mir aber trotzdem gut.

Ach, ist doch alles Österreich

Wenn man bei Ebay nach klassischen Piko-Güterwagen sucht, findet man zumindest von den begehrenswerteren Typen inzwischen nicht mehr allzuviele. Dementsprechend war dieses Angebot (trotz der werkseitig verschobenen Beschriftung) …

klagenfurt-sm

… recht verlockend für 5 Euro Sofortkauf oder Preisvorschlag plus 5,50 Versand. So dachte sich auch der hier ungenannt bleibende Käufer aus des Chronisten Freundeskreis, bot 4 Euro und bekam den Zuschlag. Juchei!

So weit, so langweilig. Als das Paket kam, wurde es dann aber interessant … weiterlesen Ach, ist doch alles Österreich

Huch, schon wieder Messe?

Die Weihnachtsgans ist gefühlt kaum verdaut, der Böllermüll liegt noch auf der Straße, und wir können schon Messeneuheiten besprechen. Wie bewährt: die Hersteller alphabetisch — mangels spannender Neuheiten fehlende Hersteller sind unten aufgelistet —, die Auswahl streng subjektiv und die Kritik nicht hinterm Berg. weiterlesen Huch, schon wieder Messe?