Ach, ist doch alles Österreich

Wenn man bei Ebay nach klassischen Piko-Güterwagen sucht, findet man zumindest von den begehrenswerteren Typen inzwischen nicht mehr allzuviele. Dementsprechend war dieses Angebot (trotz der werkseitig verschobenen Beschriftung) …

klagenfurt-sm

… recht verlockend für 5 Euro Sofortkauf oder Preisvorschlag plus 5,50 Versand. So dachte sich auch der hier ungenannt bleibende Käufer aus des Chronisten Freundeskreis, bot 4 Euro und bekam den Zuschlag. Juchei!

So weit, so langweilig. Als das Paket kam, wurde es dann aber interessant … weiterlesen Ach, ist doch alles Österreich

Von Schietwedderoog nach Keg Harbor

Ulrich, der uns dankenswerter Weise seit Jahren immer wieder mit schönen Artikeln zum Anlagenbau versorgt, hat sich entschieden, seine norddeutsche Schietwedderooger Kleinbahn nicht fertig zu bauen.

Stattdessen wendet er sich den nordamerikanischen Schmalspurbahnen zu und zeigt uns die fiktive Keg Harbor Railroad & Navigation Company:

Wie immer garniert Ulrich seinen Artikel mit Fotos und wunderbaren Zeichnungen. Besonders die Gebäudezeichnungen zeigen, dass hier wieder eine schöne Anlage entsteht:

Fortsetzung folgt. :-)

Von Haltsignalen und Not-Aus-Schaltern

Da hier modellbahnmäßig nach wie vor nichts Berichtenswertes passiert, geb ich mal wieder einen Schwank aus alten Zeiten zum Besten. Wie schon beim letzten Mal (bei dem es auch Mecker gab deswegen) gilt, wie bei eigentlich allem Lesestoff hier: Wer es liest, ist selber schuld — Haftungsansprüche bleiben ausgeschlossen.

Auch diese Geschichte spielt zu längst vergangenen, hier insbesondere: analogen Zeiten. Das tut sie auf der Clubanlage eines hier ungenannt bleiben sollenden lokalen Modellbahnvereins. Deren zweigleisige Hauptbahn war mit einem automatischen Blocksystem ausgestattet. Woher die Belegtmeldung kam, weiß ich jetzt gar nicht, ich nehme aber an, es wurde eine Widerstandsmessung gemacht. Jedenfalls fiel nach Vorbeifahrt des Zuges ein Blocksignal auf Hp0 und ging erst wieder auf Hp1, wenn der Zug im folgenden Block war.

Ja. Und dann kam der Ermel (der auch in dieser Geschichte noch nicht so hieß) stolz wie Oskar mit seinem Roco-VT11.5 an, selbst von AC auf DC umgelötet und bei der Gelegenheit mit Achtpunkt-Stromabnahme für die beleuchteten Mittelwagen und großer Schwungmasse nebst eigens dafür von Vaddern im Betrieb ausgefrästem Fahrwerk versehen. Majestätisch glitt der prächtige Trans-Europ-Express vom Bahnsteig, beschleunigte vehement, legte sich elegant in eine weite Kurve … und passierte völlig ungerührt ein Hp0 zeigendes Blocksignal.

Warum? Na klar: Jede Menge Auslauf und immer wieder frischer Strom, der vom Streckengleis durch einen der Mittelwagen in den Haltabschnitt floß und den Triebkopf weiterversorgte.

Irgendwann, nach mehreren Schrecksekunden, drückte dann jemand den Not-Aus-Schalter. Und tief aus dem Untergrund der Anlage ertönte, während alle Mann die Luft anhielten, ein feines SurrrrrrrrrrrrrrrrKRUNSCHschepperpolterBERSTklüngel …

Stille.

Räusper. „Äh. Was fürn Zug war denn vor dem auf der Strecke?“

„Die Rollende Landstraße.“

„Au Shit.“

„Na dann bastel mal schön.“

Heute kann ich drüber lachen. Ob das für die anderen Mitglieder des besagten Vereins auch gilt? Man weiß es nicht so genau. Ich hab jedenfalls nicht alle Lastwagenteile wiedergefunden damals.

Frau Abels Ford

Da glänzt er im roten Licht der späten Abendsonne. Das Auto meiner Kindheit.

ford26m-hr

Nein, mein Vater fuhr damals einen Chrysler Simca 1308. Wer nicht mehr weiß, was das ist: Sowas wie ein Passat 1, nur in französisch, häßlich und grauenhaft schlecht verarbeitet. Aber meine Grundschullehrerin, Frau Abel, die fuhr einen Ford 26m P7b in gold mit Vinyldach.

Das war schon damals, Ende der 70er, kein ganz junges Auto mehr. Dafür aber ein ausgesprochen prächtiges. Gerade wenn man so sieben, acht, neun Jahre alt ist.

Und so stand ich Pöks dann oft vor dem großen, prunkvollen Wagen, sah ihm in die Doppelscheinwerfer (boah!) und schwor: Irgendwann hab ich auch mal so einen!

ford26m-vr

Hat nie geklappt. Aber jetzt hab ich trotzdem einen, von Brekina. Und er gefällt mir fast genausogut wie damals Frau Abels Ford.

Ein Schwank aus meiner Jugend

Was berichtet der Blogautor, wenn es nun mal nix Neues zu berichten gibt? Ganz einfach: was Altes. Drum folgt zum hoffentlich allgemeinen Amüsement eine kleine Geschichte aus einer Zeit, als der Ermel ein gaanz junger Frokler war (und es weder den Spitznamen „Ermel“ noch das Wort „Frokler“ gab).

Was es damals auch noch nicht gab, war der Roco-R 10.  Da ich aber trotzdem gerne R 10 haben wollte und die Alternative, der Piko-R 10 (bzw. wohl eher R 62 der DR), damals vor der Wende im Westen nicht so häufig zu bekommen war — nee, das ist schon Stoff für mehr als einen Nebensatz: wir haben damals sogar im Restpostenmarkt ganze Piko-Startpackungen für um die 50 DM gekauft, nur um an diesen R 10 zu kommen!  Gut, den OOru 47 und den Kesselwagen haben wir auch mitgenommen, und die G 8.1 (BR 55.25) kamen mit großen Plänen in die Bastelkiste, aber eigentlich ging es nur um den R 10.

Logisch: Damals gab es in H0 schlicht gar keine alten Rungenwagen. Der Leidensdruck war erheblich, nicht zuletzt deswegen entstand ja auch erst bei Stefan Carstens und dann auch bei mir der R 20 auf Roco-Billigserie-Basis.  Aber ich schweife ab.

Denn einen alten Rungenwagen gab es ja doch außer dem raren Piko-Modell: den R 10 von Trix.

Trix Express, um genau zu sein.

Sowas Verworrenes hatten die Modellbahnhändler schon damals nicht mehr vorrätig.  Denn der war nicht nur arg teuer mit wenn ich mich recht erinnere über 20 Mark (Ende der 80er, Herrschaften, war das verdammt viel Geld für einen Schöler!), sondern eben auch Express, was damals schon keiner mehr hatte, und auch gut abgehangen.

Egal.  Dann muß er mir eben einen bestellen.  Hat er auch gemacht.  Und kaum ein paar Wochen später begrüßte er mich mit den Worten: Dein Rungenwagen ist da.

Also ausgepackt und beaugapfelt, das Ding.  Es folgte die den Händler sichtlich verwirrende Bitte um einen kleinen Kreuzschraubenzieher.   Mit diesem war der Wagen flugs zerlegt.  Wagenkasten und Bremserhaus kamen in die Trix-Plastschachtel, der Rest (also Fahrwerk, Kupplungen, Radsätze) blieb auf dem Tresen. Und dann hab ich halt den Wagen und anderen Krempel bezahlt und eingetütet, die Trix-Reste aufgesammelt, freundlich tschüß gesagt und im Rausgehen die Brocken in den Papierkorb an der Treppe fallenlassen.

Mich nochmal umzudrehen, konnte ich aber nicht seinlassen.  Und es hat sich gelohnt: das verständnislos-verwirrte Gesicht vergesse ich nie mehr.