Silberling Innenbeleuchtung

Nachdem der Admin vor einiger Zeit mal mit einem Gartenzaun gewunken hatte, habe ich heute mal Zeit gefunden, einen Artikel, den ich 2013 angefangen hatte, fortzusetzen und zu beenden.

Vor ein paar Jahren bin ich günstig an 2 bereits gealterte Lima-Silberlinge gekommen. Und wenn man die 3 Hersteller von maßstäblichen Silberlingen, die erhältlich sind, nicht kombiniert, fallen die Schwächen auch nicht so auf.

Ich habe mich also für Lima/Rivarossi entschieden.

Da meine ersten Wagen auch im Innenraum aufgehübscht waren, wollte ich sie auch beleuchten. Zu der Zeit schwappte gerade die Idee einer mit Magnet schaltbaren Innenbeleuchtung in die breitere Masse des Fremo und ich schloss mich der Sammelbestellung an.

Die von Christoph Budelmann entwickelten Platinen haben eine Größe von etwa 1cm² und haben 2 schaltbare Ausgänge und einen Kondensator zur Spannungsstabilisierung.

(Zur Zeit des Schreibens läuft grade wieder eine Sammelbestellung. Inwiefern die Platinen noch bei Veröffentlichung verfügbar sind, kann ich nicht beantworten.)

Als LED-Streifen habe ich hufing-tronic gewählt. Es eignen sich aber alle Streifen ohne Dekoder, auch kann man LED (ohne Vorwiderstand) direkt anschließen. Die Platine bietet zwei Konstantstromquellen an.

Als Vorbereitung habe ich die Beleuchtungsplatinen an die LED-Streifen gelötet.

Und die Kondensatoren vorbereitet. Diese waren damals im Lieferumfang als radiale Version enthalten. Für meine Zwecke habe ich axiale genommen. (Warum genau, weiß ich mittlerweile ich nicht mehr). Der Kondensator wird nachher im Klo unterkommen.

Die Wagen habe ich dann auseinandergenommen und den Innenraum farblich angepasst und mit Figuren versehen. Da – wie bei den meisten Wagen – der Boden zu hoch ist, haben diverse Fahrgäste leider Fuß- oder Unterschenkelamputationen erleiden müssen.

(Der Farbklecks an der orangen Zwischenwand ist nicht so geblieben.)

Wenn man den Wagen nun auseinander hat, kann man sich auch um die Stromversorgung kümmen. Da dies von Lima damals nicht vorgesehen worden war, nehme ich pro Drehgestell einen Pol ab.

Die Achsschleifbleche werden dazu mit Kabel versehen und im Drehgestell festgeklebt. Beim einsetzen der einseitig isolierten Achsen ist auf die richtige Ausrichtung zu achten.

Nachdem man dann das Dach der Wagen abgenommen hat schafft man sich Platz für den LED-Streifen. Dazu müssen alle Querspanten weichen, ebenso wie am Ende etwas „Zwischendecke“ weggenommen werden.

Hier wird nun der LED-Streifen eingelegt und mittels kurzer Polystyrol-Streifen befestigt. Ich habe ihn aber nur „eingeklemmt“. Nun zeigt sich auch, warum die Beleuchtungsplatine so abstehend angelötet wurde. Sie steht nun hoch und ist damit besonders nah am Dach. Es bietet sich an, die Beleuchtungsplatine in Wagenmitte zu platzieren, damit man sie später auch sicher wiederfindet. Die Wagen sind nahezu punktsymmetrisch.

Wenn der Wagen innen soweit vorbereitet ist, kann es ans zusammenbauen gehen.

Dabei wird der Kondensator in einer der Toiletten versteckt und die Stromzuführung auch in der Toilette hochgeführt.

Wenn alles bis auf das Dach zusammen ist, sollte es so oder ähnlich aussehen.

Dann noch das Dach drauf und fertig ist der Wagen.

Die Mikados kommen

v.l.n.r. 41 019, 41 348, 41 026, 41 323

Wie kommt man auf die Idee, mehrere 41er des Bw Flensburg nachzubauen?

Es begann damit, dass ich ein Vorbild für eine günstig erworbene Roco 41 suchte.  Ich fand ein Bild von 41 019 im Bw Hmb-Eidelstedt.  Die Lok hatte es mit sofort angetan, mit Lampenbügeln und 32er Niettender alter Ausführung hob sie sich von Einheitsbrei der Neubaukessel-41er ab.  weiterlesen Die Mikados kommen

Fenster zu Schießscharten, Vol. II

Wer mich kennt, weiß um das ewige Gegreine ob der zu großen Seitenscheiben bei allen Modellen von VW-Käfern vor Baujahr ’65.  Langjährige Blogleser kennen den hier vielleicht auch noch:

Mein erster Versuch zum Fensterkleinermachen, 2009.

Das verlief dann, wie so vieles hier, im Sande, hauptsächlich wegen des gigantischen Aufwands (in der Zeit hätte man auch einen 1:1-Käferfensterrahmen entrosten und grundieren können).  Und so dachte ich dann immer mal wieder auf dem Thema herum nebenbei.  Heute kam mir dann mal wieder eine neue Idee.

Riesig ist der Effekt zugegebenermaßen nicht.

Bei scharfem Hinsehen erkennt man: das Modell hat schwarzgraue Fenstergummis.  Das ist bei meinen Modellen Pflicht, normalerweise durch Anmalen der Fensterhöhlungen in der Karosserie — aber gerade beim Brezelkäfer würden dadurch die Fenster optisch noch größer, das will man dann ja schon gar nicht.

Es geht aber auch einfacher als durch Verkleinern der Fensteröffnungen … weiterlesen Fenster zu Schießscharten, Vol. II

Die Entkernung von Stuttgart

Nein, keine Bange.  Weder ist das Froklerblog tot oder verwaist, noch geht es in diesem Beitrag um die unselige 1:1-Kellerbahnhofsbaustelle.  Stattdessen machen wir heute mal wieder was, das in letzter Zeit ein wenig ins Hintertreffen geraten ist:

Güterwagen frokeln!

Und hier unser heutiges Opfer:

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Den kennt man: Rocos R Stuttgart der Verbandsbauart bzw. R 10 der DB.  Ein durchaus hübsches Modell, dem das Bild  nicht so ganz gerecht wird.  Eigentlich stören mich daran nur vier Sachen:

  1. die labberigen Achshalter, die eigentlich immer schleifende Radsätze zur Folge haben;
  2. der zu hohe Wagenboden, bei der abgebildeten Erstserie überdies mit sinnlosen Längs- und Querleisten auf den Brettern verunstaltet;
  3. das zu geringe Gewicht und
  4. bei der DB-Version die falschen Stirnwandrungen.

Zur Verdeutlichung von Punkt 2 hier noch ein Detailfoto:

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Das kann man aber alles beheben … weiterlesen Die Entkernung von Stuttgart

Büssing 12000: Jetzt fährt er sogar

Vor auch schon wieder ein paar Jahren hatte ich auf meine Modellbesprechung des Brekina Büssing 12000 (oder 12000 U) bei Mo87 hingewiesen — jetzt ist auch endlich mal wieder was am Modell passiert.

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Und nein, es geht hier nicht nur um ein bißchen Farbe … weiterlesen Büssing 12000: Jetzt fährt er sogar

Büssing-NAG 4500 S oder: Aus eins mach zwei

Naja, ich hab den Büssing-Bausatz aus dem letzten Posting dann doch behalten.  Aber nicht so gebaut, wie der Hersteller sich das dachte, sondern gleich zwei Büssing-NAG 4500 S daraus gefrokelt:

4500-cw-beide-sw

Links: Baujahr 1946, noch stark „entfeinerter“ Wagen der frühen Nachkriegszeit mit Einfachkotflügeln, Holzkabine, einfachen Lüftungsschlitzen an den Haubenseiten und fehlender Büssing-„Spinne“.  Kabine und Kotflügel sind aus dem Artmaster/CMK-Bausatz, das Fahrgestell und die Pritsche hat ein Büssing 8000 von Wiking spendiert, und die Haube ist ein Komplettselbstbau aus PS-Platten und -Profilen sowie viel Spachtelmasse.

Rechts: Baujahr 1943, trotz Kriegsproduktion noch nahezu „friedensmäßig“ ausgestatteter Wagen mit breiter Kabine, einer eher seltenen Schlitzanordnung in den Haubenseiten und Büssing-„Spinne“ in der Vorkriegsausführung mit vielen schmalen Zierleisten.  Die Haube ist aus dem Bausatz, die Kabine (vorn und hinten-unten verschmälert) vom Wiking-8000, das Fahrgestell mit innen kräftig rundgefeilten Kotflügeln vom Wiking-Mercedes L 2500 und die Pritsche von Brekina.

Ja, es fehlt noch ein bißchen Kleinkram: Winker, Spiegel, Scheibenwischer, Rückleuchten, Glas in den Fenstern und Dreck an den Fahrgestellen.  Und schönere Räder, die Wiking-Trilexfelgen sind nur Platzhalter (aber Trilex bekommen sie wieder).

4500-cw-vs-7000-roh

Hier nochmal zur Verdeutlichung mit einem Büssing-NAG 7000 S (aus Wiking- und Brekina-Teilen, dazu später mehr), damit klar wird, warum es ein Wiking-Büssing 8000 einfach nicht tut, obwohl er zu kleine Räder und Kotflügel hat.  4500er sind doch eine ganze Klasse kleiner — und es gibt, wie schon erwähnt, keine.  Gar keine.

Naja, bei der Spedition Schlabonski in Allenstedt gibt es jetzt ja schon mal zwei. :-)

Omm 37 auf Roco-Basis: Augen zu und durch

Nachdem mir das Schicksal in Form des Gebrauchtmarktes mal wieder einen Schwung der alten Roco-Billigmodelle des Omm 37 (Duisburg) in den Arbeitsvorrat gespült hatte und mir gleichzeitig mal wieder bewußt geworden war, wie verdammt häufig dieser Wagen beim Vorbild war — nämlich mal eben der häufigste O-Wagen der DB bis 1964, und zwar mit komfortablem Vorsprung, zu meinem Stichjahr 1955 etwa genauso häufig wie die beiden anderen in nennenswerter Menge vertretenen hochbordigen Bretterwand-Omm (Villach und Klagenfurt) zusammen und natürlich auch viel häufiger als der gesamte neumodische Blechwandkrempel —, fiel dann neulich endlich mal der seit Jahrzehnten überfällige Startschuß zum Umbau einer noch nicht angemessenen, aber zumindest mal den nötigsten Bedarf deckenden Serie.

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Leider habe ich allerdings das Motto aus der Überschrift, „Augen zu und durch“, mal wieder zu wörtlich genommen. Erstens bei der Beschaffung, denn wenn mir vorher aufgefallen wäre, daß der Roco-Wagen satte 2 mm zu breit ist, hätte ich vielleicht doch eher KMB-Klagenfurte umgebaut stattdessen — und zweitens dann beim Schmalersägen des ersten Wagens, denn wenn ich da vorher Vorbildfotos gekuckt, mit gewissen Leuten geredet und/oder ein bißchen im Carstens geblättert hätte, hätte ich woanders gesägt.

Der erste Wagen ist darob aber nicht verloren — wird der eben ein Nicht-Handbremswagen, denn auch das gehört zu dieser Umbauaktion: das Enthandbremsen einiger Roco-Wagen, um mit den abfallenden Teilen dann auch mal KMB-Klagenfurte mit Handbremse zu versehen.

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Freilich geht aber auch das nicht ohne eine größere Portion Frokelei ab. Das im Bild gezeigte Verlängern des zu kurz geratenen Roco-Bremserhauses ist dabei, und auch das war mir vorher so nicht bewußt, der wesentlich weniger aufwendige Part.

Mehr dann also demnächst — dies hier nur als kurze Meldung, warum der Ermel denn schon wieder auf die Fertigstellung seiner offenen Baustellen warten läßt. Man nannte mich schon damals, als die ersten dieser Duisburgs in den Bestand kamen, den „König der halbangefangenen Projekte“ — und irgendwie ist es doch schön, daß es noch andere Konstanten gibt als die Abwesenheit brauchbarer käuflicher Omm 37 in unserer so schnelllebigen Zeit. ;-)

Fahrwerke verschmälern II: Messing-Achslager

Nachdem kurz vor dem Jahreswechsel die ersten zwei Musterwagen für die Verschmälerung der alten KMB-Fahrwerke, ein Kmmks 51 und ein Kmmfks 52, entstanden waren, ging es letztes Wochenende auf dem Frokeltreffen in die Großserie: neun Omm 52 wurden zerlegt, ihre Fahrwerke halbiert und verschmälert und wie auch die der Musterwagen mit Messing-Lagerschalen von Romford versehen.

Das ginge sicher leichter mit einem 2-mm-Fräser, aber zur Not geht es auch, wenn man nur einen 2-mm-Kugelschleifer hat, es schmerzt nur mehr.  weiterlesen Fahrwerke verschmälern II: Messing-Achslager

Linz und Villach von Roco: Zwischenergebnis

Mittlerweile sind meine beiden Roco-Linze und der -Villach aus der Modellbesprechung zugerüstet, RP25-berädert, umgenummert, innen lackiert und außen mattiert und brauchen demnach nur noch Bügelkupplungen und ein paar Dreckspuren. In alter Tradition zeige ich trotzdem auch mal die Halbfertigprodukte:

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Das Bild des Fischbauchlinz ist etwas unscharf geworden und eigentlich auch überflüssig, denn er sieht ansonsten genauso aus.

Die Zurüstteile sind von sehr guter Qualität. Sie passen ohne Nacharbeit in die vorgesehenen Löcher, einige brauchen aber für festen Sitz eine Spur Sekundenkleber. Nur die Türgriffe habe ich nicht angebaut, sondern durch ein Stückchen gebogenen Bronzedraht ersetzt: sie standen doch ein wenig arg weit ab von der Tür, das gefiel mir nicht.

Die Wagenkasten-Innenseiten und Trittflächen an Bremserbühnen und Tritten habe ich nach einem Tip von Timo mit Revell 87 gestrichen; das ist nicht der normgerechte Farbton, sondern soll die Grundlage werden für eine Alterung im realistischen Farbton RAL 87-e-und-pi-zig „Holz strapaziert“ ;-)  Mattiert habe ich mit Revell-Spraydosenklarlack matt.  Die dadurch leicht angelaufenen Bremserhausfenster sind ein Versehen, gefallen mir aber trotzdem gut.

Die ungeahnten Tiefen von Ludwigshafen

Die Firma Piko hat ja schon Jahrzehnte vor der Wende der westlichen Modellbahn-Industrie gezeigt, wo der Hammer hängt. Nein, nicht mit ihrer legendären Antriebstechnik, ihren serienmäßig gefederten Gummipuffern oder ihren immerhin meist ungefähr runden Radsätzen — da konnte der Westen durchaus mithalten, selbst in seinen schwächeren Momenten *hust*Lima*hust* –, sondern bei der Gestaltung von Güterwagen-Aufbauten.

Schon 1959 entstand dort das Modell des Om Essen/Breslau (DB Om 12) der zweiten, dem späteren Om Königsberg (Om 21) ähnlichen Bauform, in einer Qualität der Gravuren, die auch heute noch entspannt mithalten kann. Bis auf die Bretterfugen: die sind bei dem alten Piko-Wagen von einer Qualität, die es heute so nirgends mehr gibt. Da es auch sonst nach nunmehr 58 Jahren (!) kein besseres Modell dieses Vorbilds gibt, nur Rocos vorbildwidrig verlängerten und mit Brettergräben versehenen Piko-Nachbau (!) aus der Einfachserie, ist das Grund genug, sich mal wieder mit den ollen Piko-Wagen zu beschäftigen.

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Für den Anfang allerdings nicht mit dem Om 12, sondern mit dem gezeigten Om Ludwigshafen (Om 04). weiterlesen Die ungeahnten Tiefen von Ludwigshafen