Mehr Müll wagen!

Da habe ich ja wieder was angerichtet mit der Müllwagensache neulich — vor allem in meinem Hirn. Denn natürlich arbeitet sowas weiter da drin, und irgendwann stellte sich mir die Frage, ob der alte Müllwagen von Wiking — der hier …

„Alter Müllwagen“ von Wiking, hier bereits mit der verglasten Magirus-Kabine. Raus kam er so ca. ’56 noch als Unverglaster; es gab ihn aber auch mit zwei verschiedenen Mercedes-Kabinen

… denn nun frei erfunden sei oder was? Da ist man sich bei Wiking ja nie so ganz hundertprozentig sicher …  Grundsätzlich hat der alte Peltzer aber ja schon zur Inspiration aus seinem Fenster aufs Vorbild gekuckt (weshalb ja auch viele seiner Modelle ein bißchen zu platt wirken), und irgendwie kam mir der Kübel dann doch vage bekannt vor. Auf meiner neuen Lieblingsmüllwagenseite ClassicRefuseTrucks.com fand ich so manch ähnliches Fahrzeug, aber nicht genau dieses. Aber ihr Administrator Eric, von mir per Mail um Rat gefragt, konnte mir dann tatsächlich mit dem hier aushelfen:

Magirus-Müllwagen-Aufbau auf Magirus-Deutz Rundhauber S 3500, frühe 1950er Jahre. Foto mit freundlicher Genehmigung von ClassicRefuseTrucks.com

Paßt, tät ich mal behaupten.  Und der Vorbildaufbau wirkt auch ermutigend klein — das könnte auch hinter einer maßstäblichen Rundhauber-Hütte einigermaßen stimmig aussehen.  Die oben verlinkten von Wiking verbauten Mercedes-Fahrgestelle, vor allem den L 5000, der übrigens der Form nach sogar ein L 5500 ist, glaube ich allerdings nicht.  Es gab so viele Müllwagenhersteller, und ausgerechnet ein Magirus-Aufbau auf einem Mercedes?  Und dann noch so ein winziger auf einem veritablen Fünfeinhalbtonner?  Hier zum Vergleich ein Mercedes-Fünftonner mit Kuka-Aufbau — schon erheblich voluminöser, gell?  Da sollte man für den kompakten Wiking-Aufbau doch lieber beim Magirus-Dreieinhalbtonner bleiben, wenn man schon Vorbildfotos hat.

Natürlich ist bei Wiking-Modellen dieses Alters so manches, bzw. alles, reliefartig angespritzt, am auffälligsten wohl das oben auf dem Kasten verlaufende Stahlseil, das beim Vorbild dazu dient, bei gekipptem Aufbau dessen hinteren Teil anzuheben.  (Das waren beim Vorbild ohnehin zwei, da hat der Formenbauer bei Wiking sich damals verkuckt oder wegen der Entformbarkeit keine zwei angravieren können.  Auf der im Bildtext verlinkten Seite sind Bilder davon.)  Manch anderes Detail wie die Leitungen im hinteren Teil fehlt dafür komplett.  Aber die Form paßt fast perfekt — es ist wieder mal ein Kompliment an Wiking fällig!  Und der Kleinkram ist ja nix, was man nicht umfrokeln könnte.

Also auf zu einem Bad in der elektrischen Bucht!

3, 2, 1 … meins. Wer sagt eigentlich, daß alte Wikingautos ein unbezahlbares Hobby wären?

Und das sei dann auch gleich die Antwort an die sich wohl schon formierenden Wikingsammler auf den absehbaren Vorwurf, wie ich es denn wagen könne, ein so uraltes Sammlerstück zu zerstören: Hey, wenn Ihr meint, die seien zu schade für sowas, dann bietet halt nen Zehner oder zwei dafür, dann kauf ich sie nicht.  Die Bucht ist voll von den Dingern, und der von mir ersteigerte ist auch leicht angestoßen, also bitte. ;-)

Und ein leicht verkürztes und hinten amputiertes Brekina-Rundhauber-Modell später sieht das dann schon so aus:

Behelfsmäßig zusammengesetztes Modell aus Brekina-Kabine und -Chassis mit unverändertem Wiking-Aufbau. Vorbildfoto wieder von ClassicRefuseTrucks.com

Kann sogar noch ein bißchen kürzer und tiefer, man achte auf die Einbeulung im Aufbau für den hinteren Kotflügel.  Dazu noch etwas kleinere Räder und eine minimale Tieferlegung vorn, dann paßt das und darf der weiteren Detaillierung und Lackierung harren.

Aber ich würd sagen, Wiking ist hier mal wieder besser als sein Ruf!

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