Keine Messe, kein Bericht (III): Automobile

Jeweils einen eigenen Beitrag über diese Neuheiten wollte ich der Leserschaft dann doch nicht antun.  Meine Begeisterung über die neuen Automodelle auf der Nichtmesse hält sich ohnehin ziemlich in Grenzen, aber einen gemeinsamen Artikel sollen die wenigen aus meiner Sicht interessanten solchen dann doch wert sein. 

Brekina hatte mit dem Fahrplan für seine „Neuheitenoffensive“ große Erwartungen geweckt.  Auf einige der dort genannten, aber nicht gezeigten Neuheiten war der Rezensent sehr gespannt, aber nur eine davon hat es tatsächlich ins PDF der „Messeneuheiten“ geschafft: der Opel Blitz von 1952, der sog. „Weichblitz“, als Löschgruppenfahrzeug LF 8.  Man entschied sich für einen relativ kleinen Aufbau von Magirus mit Heckbeladung, der den zu findenden Vorbildfotos auch ganz gut entspricht; leider macht aber die Verglasung zumindest des Messemusters keinen guten Eindruck, ähnlich übrigens beim ebenfalls neuen Heckmotor-Stadtbus Magirus Saturn II von 1960.  Man wird sehen, wie die Modelle bei Auslieferung wirken.

Und es soll wohl weiterhin monatlich Neuheiten geben, hoffentlich kommt der MAN MKN 26 als Rundhauber-Überlandbus der frühen 1950er dann auch bald und wird genauso gut wie der schon lange im Brekina-Programm verfügbare Postbus auf demselben Chassis.  Bei Stadt im Modell wurde übrigens neben Varianten des genannten Magirus Saturn II und des letztjährigen Büssing Senator eine weitere Busneuheit von Brekina für die späten 1960er angekündigt: der Mercedes O 302, nach den diversen Überland- und Reisebussen endlich einmal in einer Version als Stadtbus mit mittlerer, vierteiliger Falttür.  So einen habe ich mir vor knapp 40 Jahren schon mal aus dem Wiking-Modell gefrokelt; schön, daß ich das nicht nochmal machen muß.

Busch nimmt sich nach seinem verkorksten Brezel- und Ovalkäfer nun den anderen Kult-Volkswagen der Deutschen vor: den Trabant 601 in einer früheren Ausführung als die zahlreichen Modelle der Konkurrenz.  Man wird sehen, was sie da falschmachen; mir kommt das Heck etwas lang vor, aber ich bin gewiß kein Trabi-Experte und überlasse deswegen Berufeneren das Urteil.  (Wenn das jetzt etwas verbittert klingt, dann hat das durchaus seinen Grund.)

Rietze kündigt nach dem Mercedes-VÖV-Standardgelenkbus O 305 G (ab 1977) auch das optisch sehr ähnliche Konkurrenzprodukt MAN SG 192 an.  Das ist aber schon mehr, als es jetzt klingt, denn im Gegensatz zu den normalen Bussen unterscheiden sich die Gelenkbusse deutlicher: Während der Mercedes ein Schubgelenkbus mit Motor und Antrieb im Nachläufer ist, ist der MAN mit Unterflur-Mittelmotor und Antrieb auf die Hinterachse des Vorderwagens traditioneller aufgebaut.  Deswegen sieht sein Nachläufer mit leicht „hechtartig“ zulaufendem Ende und einzelbereifter Lenkachse auch deutlich altertümlicher und damit unterschiedlicher aus als der Vorderwagen.  Mit immerhin 10 Jahren Bauzeit von 1970 bis 1980 war der SG 192 (anfangs unter der Bezeichnung 890 SG) der häufigste deutsche Gelenkbus der frühen Epoche 4.

SAI hat nach seinen wunderbaren Citroën Traction Avant- und Peugeot-403-Modellen nun in Großserie auch einen 1968er Peugeot 204 und einen 1958er Citroën 2CV AZLP angekündigt.  Die Wellblechente war da natürlich spannender; die ersten Bilder lassen zwar gelungene Proportionen erkennen, aber der Bereich um die Fenster erscheint mir zu massiv, denn der ist beim Vorbild wirklich beängstigend filigran, was m.E. bis heute Herpa und Wiking noch am besten getroffen haben — aber deren 2CV sind halt moderneren Vorbildern aus den 70er bzw. 60er Jahren nachgebaut.  Beim Googlen habe ich eine noch frühere Wellblechente von Norev/Universal Hobbies gefunden, die der SAI-Ente in diesem Punkt zumindest ebenbürtig scheint, mir bisher aber völlig entgangen war.  Daran müßte sich SAI also messen lassen — zumindest in punkto Preis/Leistung sieht das gar nicht gut für sie aus.  Aber mit der Blech-Kofferraumklappe hat SAIs Ente ja auch ein anderes Vorbild als Norev/UH, wo das Verdeck noch bis zur hinteren Stoßstange reicht, und ist deswegen nicht ganz überflüssig. Trotzdem ärgerlich — Enten sind in 1:87 fast so ein Trauerspiel wie Käfer …

Wikings Magirus-Pritschenkipper und das LF 8 schwer auf Magirus D-Frontlenker von Loewe wurden schon in früheren Artikeln erwähnt.  Der hier anfangs zu findende Abschnitt zu Weinert kommt im folgenden Artikel über Kleinigkeiten wieder, denn meine favorisierte Weinert-Neuheit mit Gummirädern ist im engeren Sinne ja gar kein Auto.

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