Bremen liegt in Luxemburg

Der Gmhs Bremen (später Gmhs 35, noch später Glms 201) von Roco ist ja bekanntlich ein höchst erfreuliches Modell: schön detailliert und graviert, vor allem schön feine Bretterfugen, ziemlich schmales Fahrwerk, alles ganz schick und dabei enorm preiswert — aber leider gibt es außer dem genauso erfreulichen Pwgs 44 (zu dem demnächst mehr) keine weiteren Formvarianten. Tillig, vormals Sachsenmodelle, war da fleißiger und hat auch die Nachkriegsversion der DB bzw. genaugenommen DR-West und die teilmodernisierte Version der DR-Ost gemacht, dafür aber völlig anlaßlos die Proportionen versaubaddelt und sich damit ohne Not selbst disqualifiziert.

Teilmod ist ja nicht so mein Thema, aber West-Nachbauwagen will ich schon haben. Dazu mehr unten, erstmal bleibt ja der Spruch aus der Überschrift aufzulösen:

cfl-oppeln-bremen-stirn

Links der Oppeln von Klein Modellbahn als CFL-EUROP-Modell, der sich vom DB-Modell vorbildgerecht unterscheidet:

  • keine Stirnwandtritte und -griffe
  • Blechsegmente oben in den Stirnwänden, erkennbar an fehlenden Bretterfugen
  • Endfeldverstärkungen
  • Signalhalter an Stirn- und Seitenwänden (letztere erkennbar rechts vom EUROP-Rahmen)

Rechts der Roco-Bremen, ebenfalls als grauer CFL-EUROP-Wagen. Leider gibt es auch dafür keine Formvariante von Roco, also müssen die Umbauten halt selber gemacht werden: Schräge Stirnwandstreben wegschnitzen, Bretterfugen nachritzen, Blechsegment aus Cinefoil aufkleben, Signalhalter mit kleinen Stückchen aus Evergreen-T-Profil andeuten. Die Endfeldverstrebung kommt noch, wenn ich passende Profile gefunden (oder gebaut) habe. Den fehlenden Puffer habe ich erst beim Ansehen des Fotos bemerkt und bitte, ihn genau wie die noch abwesenden Türtritte und die fehlende Alterung beider Modelle wohlwollend zu ignorieren.

CFL-Bremen hätten wir also schon fast. SNCB kommt demnächst, ÖBB (wo es ebenfalls leicht abweichend aussehende Nachbauwagen, aber auch welche mit überdachtem Bremserhaus sowie teilweise auch Sprengwerk und anderen Türtritten gab) irgendwann auch mal. Bleibt die westdeutsche Nachbauserie:

gmhs-bremen-nachbau

Kein großes Meisterwerk, nur geduldiges Strebenwegschnitzen und Bretterfugenritzen — Frokelei der alten Schule also. Weg müssen die diagonalen Steben in den äußeren Feldern der Stirnwände und in den Schiebetüren; letztere werden ersetzt durch senkrechte, wie sie ja auch die meisten anderen deutschen G-Wagen hatten. Am Modell stammen die aus einem Ätzblech von Makette, vielen Dank an Timo für die edle Spende!

Was zu tun bleibt: Die Ausrüstung der Stirnwände mit Griffen und Tritten natürlich, auch hier der Ersatz für die fehlenden Puffer und Türtrittbügel und außerdem andere Bremsumsteller, weil die Nachbauserie eine andere Bremsbauart hatte (sagt Timo :-) ). Und schon wieder gibt’s einen Wagen, den nicht jeder hat. (Aber auch nicht keiner: mindestens Tobias hat schon einen gebaut.)

gmrhs30-schraeg

Und als Zugabe dann noch mein jüngst entsprechend aufgerüsteter Klein-Modellbahn-Oppeln, der ja leider ab Werk zutiefst häßlich angespritzte Stirnwandgriffe hat. An meinem Wagen sind es umfunktionierte Kupplergriffe vom Aw Lingen, das auch die Stirnwandtritte beigesteuert hat. Die Signalhalter sind wie immer bei mir Ätzteile von H0fine, an den Bremen gehören freilich eigentlich die Gußteile von Chistoph von Neumann stattdessen (hier bei EMB schön fotografiert).

2 Kommentare zu “Bremen liegt in Luxemburg
  1. Matthias Muschke sagt:

    Guck dir den Klein-Oppeln noch mal an… Die CFL baute alle G-Wagen auf stehende Türen analog den Verbandsbauarten um, auch Oppeln und Bremen…
    Und bei den DB-Nachbauwagen waren alle Profile verstärkt – sieht man an den Ecksäulen gut.

    MfG

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