DIN 605: Die perfekte Modulbeinhalterschraube

Für Modulbeine gibt es zahlreiche Lösungen. Eine, die sich im Fremo bewährt hat, sind einzelne Beine aus Aluminium-Vierkantrohr, die in passende Aufnahmen am Modul gesteckt werden. Diese Aufnahmen gab es früher über den Bauchladen als geschweißte Stahlkonstruktion mit entsprechenden Toleranzen. Mittlerweile hat sich auch hier die Lasertechnik durchgesetzt, die aktuell erhältlichen Beinhalter sind daher sehr präzise gefertigt und problemlos gegeneinander austauschbar.

Nach wie vor müssen die Beinhalter aber irgendwie am Modul befestigt werden. Da ich ein Fan glatter Modulaußenseiten bin, kommt einfaches Durchschrauben nicht in Frage. Bei vorherigen Konstruktionen habe ich einfache Inbus-Senkschrauben in eingeleimten Brettchen verwendet. Dabei verschwindet der Kopf dann zwischen dem eingeleimten Brettchen und der Modulseite, sodaß die Schrauben nicht nachgezogen werden können.

Wesentlich geeigneter, mir aber bis vor kurzem völlig unbekannt, sind Senkschrauben mit Vierkantansatz nach DIN 605. Diese Schrauben haben einen Senkkopf mit 120° Winkel, der die Schraubenkraft bei geringer Länge auf eine große Fläche verteilt, und darunter einen Vierkant, der sich ins Holz zieht und die Schraube gegen Verdrehen sichert. Die Rückseite des Kopfes ist vollständig eben. Die kleinste Größe, die ich gefunden habe, ist M8x30. Für unsere Anwendung ist sie ideal geeignet, weil die Länge gerade ausreicht und die Löcher in den Modulbeinhaltern auf M8 bemessen sind.

Die Schraube DIN 605 M8x30 einzeln.
Die Schraube DIN 605 M8x30 einzeln.

Die Senkung lässt sich mit einem Maschinensenker mit 120° Spitzenwinkel und 20,5mm Durchmesser einfach einbringen. Der Durchmesser passt dabei perfekt zu M8-Schrauben, allerdings müssen Senkungsachse und Bohrungsachse schon recht gut übereinstimmen, sonst sitzt die Schraube am Ende schief.

Zum Versenken ist eine Senkung mit 120° und 20,5mm Durchmesser notwendig
Zum Versenken ist eine Senkung mit 120° und 20,5mm Durchmesser notwendig

Die Schraube kann dann mit einem Akkuschrauber oder einer Ratsche in das Holz gezogen werden. Ich habe dabei bereits die Beinhalter montiert und werde später über die gesamte Einheit drüber lackieren. Prinzipiell ließen sich die Schrauben auch einfach nur ins Holz setzen, dann könnten die Beinhalter nach dem Lackieren montiert werden.

Unten: handfest. Oben: Vierkant vollständig ins Holz gezogen.
Unten: handfest. Oben: Vierkant vollständig ins Holz gezogen.

Nach dem Festziehen sitzt der Schraubenkopf auf der Rückseite bündig im Holz versenkt, das Brettchen kann nun vollflächig ins Modul geleimt werden.

Bündig versenkte Köpfe von der Rückseite
Bündig versenkte Köpfe von der Rückseite
Fertig montierte Modulbeinhalter
Fertig montierte Modulbeinhalter

Einzig zwei Nachteile haben die Schrauben meines Erachtens: Ich habe noch keine Quelle für verzinkte Schrauben gefunden, die sinnvolle Gebindegrößen anbietet, und daher die hier gezeigten schwarzen gewählt. Mein Schraubenhändler hätte zwar verzinkte Schrauben besorgen können, allerdings im 1000er-Paket für über 100€. Das zweite ist der ungewöhnliche Winkel des Kopfes. Durch die Wahl des mit 120° sehr flachen Winkels wird der Schraubenkopf bei gleicher Baulänge breiter gegenüber einem mit 90° abgeschrägten Kopf, was in Holz prinzipiell vorteilhaft ist. Allerdings sind die 120°-Senker recht speziell und kosten daher deutlich mehr als übliche 90°-Senker; ich habe ~25€ bezahlt.

5 Replies to “DIN 605: Die perfekte Modulbeinhalterschraube”

  1. Du schreibst, Du hast 25€ bezahlt. Aber für wieviele Schrauben?

    Gemäß dem Kommentar über die 1000er Packung gehe ich mal von deutlich weniger als 250 Schrauben für 25€.

    Entsprechend frage ich mich, ob es sich nicht gelohnt hätte, die 1000er Packung zu nehmen (die ja anscheinend genau das richtige gewesen wäre, nur zuviele) und den Rest dann annem Fremo-Treffen oder so in kleineren Chargen weiterzuverticken.

    (Nein, ich habe momentan kein Modul geplant und daher kein Bedarf. Waren nur so Gedanken, die mir beim Lesen des Artikels kamen.)

    • 25€ habe ich für den Senker bezahlt, über den Preis der Schrauben steht nichts im Text. Aber die waren in der Tat ungefähr gleich teuer: 20,22€ für 200 Stk.. Du hast recht, ich hätte die große Packung verteilen können, da bin ich ganz einfach nicht drauf genommen. Vielleicht nächstes mal, wenn ich die verbleibenden acht Module fertig habe. ;-)

      Planst du überhaupt an Modulen? Zu welchem Fremotreffen kommst du als nächstes?

      Tobi

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