Roco-Gms 54: Schmaleres Fahrwerk

Nur weil Brawa einen Gms 54 herausgebracht hat, gehört das alte Roco-, vormals Röwa-Modell ja nun noch nicht zum alten Eisen. Da nicht alle so denken, hat es mir neulich zwei lächerlich billige der Roco-Wagen in die Bastelkiste gespült. Schon angefrokelt, aber das macht ja nichts.

Das einzige wirklich störende optische Problem an diesen Wagen ist ihr zu breites Fahrwerk: zwischen Achshalter und Radscheibe paßt locker ein Preiserfigurenbein, selbst mit NEM-Rädern. Also hab ich mal wieder einen der Wagen experimentell zerlegt und frei nach Tobias Meyers Anleitung die Rahmenaußenträger vom Rest abgeschnitten:

gms54-teile

Übrigens mit dem Stechbeitel, rechts im Bild — ein geniales Werkzeug, das vom Griffstangenabschaben bis zu solch groben Aktionen wie dieser unschätzbare Dienste leistet. Kauft Euch aber einen guten — zweistellige Euros sollte der schon kosten, wenn er Freude machen soll.

Allerdings hab ich im Gegensatz zu Tobias nicht einfach den Rahmen bündig zur Innenseite der Außenlangträger gekappt, sondern möglichst viel vom Originalteil stehenlassen — der stumpfen Verklebung mit der neuen Bodenplatte trau ich nämlich nicht so recht. Die beiden Fahrwerkshälften habe ich sodann auf die originale Bodenplatte geklebt.

Eigentlich wollte ich zu diesem Behufe ja die Öffnungen für die sechs Rastnasen, die die Teile zusammenhalten, nach innen auffeilen, um den dann weiter innen liegenden Rastnasen Platz zu schaffen — es stellte sich jedoch heraus, daß das nicht mal nötig ist: Die Öffnungen bieten genug Spiel, so daß das Rahmenteil, wenn es an der Innenseite der Öffnungen anliegt, genau an der richtigen Stelle landet, um dann statt der Roco-Radsätze mit 25 mm Achslänge die schmalsten erhältlichen Nicht-Finescale-Radsätze, die von Brawa  mit 22,9 mm Achslänge, einzubauen.

gms54-radsatzvergleich

Im Bild allerdings nun doch wieder Finescale-Räder im umgebauten Wagen, denn RP25 Code 110 gibt’s mit dieser Achslänge nur von Weinert, und die hab ich mir noch nicht bestellt. (Muß ich eh, für die Brawa-Wagen halt.) Die Lücke zwischen Ecksäule und Pufferbohlen-Rest am umgebauten Wagen zeigt, wie weit der Langträger und damit die Achshalter nach innen wandern; bei genauem Hinsehen erkennt man auch die Öffnung der Rastnase außen neben dem Langträger.

Bevor allerdings die Räder in den Wagen kommen, müssen die Rahmenteile an die Bodenplatte. Dazu muß noch ein Stückchen PS-Profil auf die Bodenplatte, 0,5 mal 2,5 mm paßt wie dafür gemacht:

gms54-streifen

Die Breite ist indes unkritisch, wichtig ist die Stärke von 0,5 mm. Grund des Ganzen: das abgeschnittene Rahmenteil stützt sich mit dem inneren Längsträger auf den erhabenen Rippen der Bodenplatte ab — da es aber nun weiter nach innen rückt, „trifft“ der Längsträger „seine“ Rippe nicht mehr, sondern die Lücke zwischen den Rippen. Deshalb muß diese Lücke aufgefüttert werden, damit man das stabil verkleben kann.

Außerdem muß leider ein Teil des kultigen alten Roco-Symbols weg (im Bild oben schon passiert), weil da der Außenlangträger zu liegen kommt:

gms54-rocoweg

Wer mag, kann entweder das mittlere Rahmenteil nach Beschnippeln der Schnittstellen an den äußeren wieder einpassen oder auch neue Innenlängsträger bauen. Die Pufferbohlen müssen auf jeden Fall neu, dazu gehören beim Gms 54 Puffer mit großem Pufferteller-Durchmesser (5,2 mm statt der üblichen 4,3). Wer eine Kurzkupplungskinematik braucht, ist vermutlich mit dem Einbau einer Nachrüstkinematik am besten bedient; ich werde in bewährter Weise die originalen NEM-Schächte fest am Boden verkleben und verstiften. Daß man bei der Gelegenheit einem Teil der Wagen die Bremserbühne rauben sollte, sei nur am Rande erwähnt. Und Bremsbacken braucht er ja auch noch — die beiliegenden kommen bei meinen nicht mehr dran, nicht nur weil sie nicht beilagen, sondern vor allem weil sie potthäßlich sind.

Es kommt schon noch einiges an Arbeit zusammen, bis der Wagen fertig ist — aber er steht nach einer halben Stunde schon mit schmalem Fahrwerk auf seinen neuen Rädern, das motiviert ungemein!

gms54-vergleich

Erst recht, wenn man noch einen alten Vergleichswagen hat. :-)

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