Märklin-G 10: Die Sache mit der Schiebetür

Hier liegen mittlerweile einige Märklin-G 10 rum (über die Gründe mehr ein andermal), und ich dachte mir: Wenn Mäh sich schon die Mühe macht, den Wagen bewegliche Schiebetüren zu verpassen, könnt man ja mal versuchen, die bei der (nötigen) optischen Verbesserung dieses Bereichs mal nicht, wie üblich, einfach einzukleben, sondern beweglich zu belassen. Bzw. wieder beweglich einzubauen, denn von der Mäh-Konstruktion bleibt dabei nicht viel übrig.

Getreu dem Motto „das beste Vorbild ist das Vorbild“ hängt meine G 10-Tür nun oben an einer Stange (naja, einem 0,4er Draht) und steht unten mit den von Mäh angespritzten Laufröllchen auf der von Mäh angespritzten Türlaufschiene:

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Die Spachtelspuren bitte nicht beachten; die haben nix mit dem Umbau zu tun, sondern sind der Tatsache geschuldet, daß diese alten Mäh-Wagen spröde sind wie Keramik und deswegen gern zersplittern. Für meinen „nullten Umbau“ der Schiebetüren hab ich natürlich den schlechtesten Wagen aus der Kiste geklaubt, war ja nicht klar ob’s funktionieren würde …

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… aber es funktioniert! (Scheiß-Bildqualität, ich weiß.)

Unten mußte ich ein schmales PS-Profilchen vor die Türlaufschiene kleben, damit die Tür nicht „flügeltürmäßig“ aufgehen kann. Und oben erkennt man den 0,4er Messingdraht, an dem sie hängt. Das Weiße oben ist ein PS-L-Profil, das das Regenschutzblech darstellt. Und wie hängt die Tür am Draht? So:

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Der schwarze „Knubbel“ ist ein Stückchen schwarz lackierter 0,25er Messingdraht (Quelle: Bastel- und Deko-Laden, Floristikabteilung), anderthalbmal um einen 0,4er Bohrer gewickelt, abgelängt und in ein Loch geklebt, das von der Türoberkante schräg nach unten/innen durch die Tür führt. An der anderen oberen Türecke ist natürlich noch so ein Halter.

Ja. Der proof of concept ist damit wohl vollbracht. Die verbleibenden Problemchen — zu weicher Draht, bißchen hakelig und nicht ganz sauber schließende Tür, nicht gerade zum Sterben schöne untere Türlaufschiene, zu dickes Regenschutz“blech“ (in dieser Form ist das eher ein Rahmenträger) — sollten behebbar sein oder egal.

Bleibt die Frage: Lohnt das? Einfach die Tür einkleben, die obere Mäh-Türlaufschiene abschneiden (als Regenschutzblech über der Tür taugt sie ganz gut) und die Haltestange rechts mit Draht andeuten geht wesentlich schneller — für meine „nullte“ Tür hab ich mehr als ne Stunde gebraucht — und sieht auch besser aus.

Warum überhaupt bewegliche Türen? Weil ich so „Universal-G-Wagen“ bauen könnte: mit geschlossener Tür für Wagenladungs- und Stückgutverkehr, mit offener und dahinter eingesetztem Gatter für Viehtransporte. Das würde den häufigen G-Wagenmangel im Fremo lindern helfen. Aber wenn das so viel Aufwand ist, könnt man in der Zeit auch einfach einen Wagen mehr fertigfrokeln … ;-)

Naja. Erstmal besseren Draht und besseres Regenschutzblechmaterial besorgen und dann noch ein paar Versuche machen. Und bessere Bilder … Und dann auch mal kucken, wie es an einem fertig gefrokelten Wagen wirkt.

Was haltet Ihr davon?

6 Replies to “Märklin-G 10: Die Sache mit der Schiebetür”

  1. Coole Sache, gefällt mir gut!

    Vielleicht ist es eine Möglichkeit statt der Drahtösen oben zwei Abschnitte eines dünnen PS Röhrchens zu nehmen (Gibt’s die in so klein?) Ich denke wenn die Führung etwas breiter ist, hakelt es eventuell nicht mehr so und schneller gebaut ist es auch.

    Bin immernoch am Grübeln, was man da nehmen könnte, eventuell gehen auch die dickeren Spritzenkanülen? Soll ich mal schauen, ob ich noch welche finde wenn ich das Paket an Dich schicke?

    Bin gespannt, wie es weitergeht!
    Hans

  2. Hallo Erik,
    wäre es da machbar und zweckmäßig im Zuge des Umbaus die Wandstärke um die Türöffnung von innen her zu reduzieren (durch vorsichtiges Befeilen / -schleifen)? Mir erscheint sie im 2. Foto eher die Dicke einer Trockenbauwand zu haben als die einer Bretterwand von 40 mm Dicke (im Original)

  3. Hallo Ermel,

    ich hab hier ein Heft von der Modellbahnschule genauer Heft 7 Titel Begrünen heute. Dieses Heft gibt es nicht mehr aber auf den Seiten 74 bis 79 wird vom Herrn Chocholaty genau dein Wagen umgebaut incl. der Schiebetüren.

    Wenn du etwas Geduld hast kann ich dir dann diesen Beitrag als PDF senden.

    Ich muss zuerst das Heft auseinander nehmen zumindest den Rest da sich schon einige Seiten herausgelöst haben und einscannen um es wenigstens als PDF zu sichern.

    Der Modelleisenbahner Verlag hat es leider bis heute noch nicht für nötig gesehen, die Modellbahnschule auf CD bzw als DVD herauszubringen.

    Gerade die Hefte welche sehr gut sind, findet sich nicht mehr im Programm (Heft 17 Stein, Land, Fluss als Beispiel).

    Sag bescheid ob du den Bericht haben willst wegen deinen Märklin G10

    Gruß Iris

  4. Vielen Dank für die Kommentare und Ideen!

    Der „nullte“ Probewagen hat sich allerdings mittlerweile erledigt. Nicht wegen der Türbastelei, aber der Rest war halt, da es ein zusammengestoppelter Unfallwagen war, nicht mehr wirklich brauchbar. Immer wieder brachen beim Frokeln Brocken ab, der Wagen bestand zum Schluß zu einem erheblichen Anteil aus Sekundenkleber und Spachtelmasse, und irgendwann hatte ich keinen Bock mehr auf diese Scheiße und hab ihn rituell zerbröselt.

    Aber es wird einen zweiten Anlauf geben … mit der oberen Laufschiene aus Federbronze statt Messing, mit der unteren Laufschiene aus Messing statt Plastik, mit dünneren Wänden (danke Edgar), dünneren Türen (danke Hans) und eventuell weiteren guten Ideen von Jörg Chocolaty (danke Iris), mit feinen Ätzteilen aus dem Aw Lingen (danke Jochen) und einem ordentlichen Fahrwerk (danke Roco).

    Nächstes Jahr in diesem Theater!

    Bis dahin zeigt uns dieses Bild, daß ein gesuperter Mäh-G 10 durchaus neben dem Brawa-G 10 bestehen kann. Es stammt von Johannes Auerbacher, genauer aus seinem neuesten Murnau-Beitrag im DSO-Forum. Leseempfehlung — und unten im Beitrag die Links zu den vorhergehenden beachten, die sind genauso lesens- und betrachtenswert!

    Frohes Fest wünscht: Ermel.

  5. Wie Du auf dem Bild vielleicht erkennen kannst, habe auch ich die Abdeckung der oberen Türlaufschiene verkürzt. Ich habe aber nicht alles weggeschnittene in den Müll geschmissen, sondern das allerletzte Stückchen der Abdeckung als Halter für den Rundstab missbraucht und so auch das Loch in der Seitenwand mit dem gleichen Teil wieder verschlossen, das da vorher auch war.

    Das hilft Dir natürlich nur bedingt, denn die Türen meiner Märklin-G-10 liegen jetzt allesamt fest.

    • Vielen Dank für die Mail, aus der ich mal einen Kommentar gebastelt habe, damit alle was davon haben. Das mit der Türlaufschiene ist ne schlaue Idee und auch für mich nicht irrelevant, denn diese Werbe-G 10 habe ich auch hier liegen und werde die wohl nicht mit zu öffnenden Türen bauen — im Viehverkehr durften die ja laut beiliegender Werbebroschüre eh nicht eingesetzt werden.

      Vielen Dank nochmal!

      Liebe Grüße, Ermel.

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