56.2: Die Modellvergleichstabelle

Da die Informationen zu den beiden 56.2 mittlerweile in den Foren weit verstreut sind zwischen den ganzen Meinungen und Anfeindungen, dachten wir (Ermel und Erik) uns, wir tragen mal das ganze Pro und Kontra in Tabellenform zusammen. Kaum ein paar Stunden mit glühender IRC-Verbindung später waren wir uns auch schon über die nun hoffentlich einigermaßen neutralen Formulierungen einig. ;-)

Neue Erkenntnisse werden in diesen Artikel eingepflegt werden, also am besten bookmarken!

Et voilà:

Lok-Tender-Verbindung
Mätrix Liliput
Kuppelabstand zu groß, sonst aber alles okay. Korrektur einfach. Völlig unförmige, klobige Deichsel als vorbildwidrig ausschwenkender Teil des Lokrahmens. Dadurch bedingt fehlende Teile am Lokrahmen. Absolut indiskutable Optik. Korrektur schwierig.
Vordere Pufferbohle
Mätrix Liliput
Puffer märklintypisch zu hoch, Pufferbohle in sich zu flach. Die Höhe der Oberkante scheint aber zu stimmen — und entgegen ersten Meldungen auch die Höhe der Stufe im Umlauf. Dann wäre die Korrektur relativ einfach: Pufferbohle unten verlängern, Puffer nach unten versetzen. Entgegen der ursprünglichen Annahme, daß alles stimmig ist, hat eine genaue Betrachtung des Models gezeigt, daß die Pufferbohle zu dick ist. Vermutlich wurde dies so gemacht, um die Lichtleiter unterzubringen. Die Pufferbohle ist nach hinten hin fast doppelt so dick, wie sie sein sollte. Dadurch reicht sie näher an die Schutzbleche des Vorläufers heran und hängt teilweise über den Bahnräumern, welche normalerweise hinter der Pufferbohle sitzen. Korrektur relativ einfach, jedenfalls nicht schlimmer als bei Mätrix.
Vorlaufdeichsel
Mätrix Liliput
Radposition scheint stimmig. Bahnräumer an der Vorlaufdeichsel. Schutzbleche zu kurz und zu weit oben/außen. Korrektur relativ einfach. Rad scheint zu weit vorn zu stehen, Deichsel müßte gekürzt werden. Schutzbleche auch zu weit oben, aber nicht so weit wie bei Mätrix. Wenn’s einen denn stört, wäre eine Korrektur relativ einfach.
Kesselaufbauten
Mätrix Liliput
Nix zu mäkeln. Leitungen scheinen etwas weniger plastisch zu wirken als bei Liliput, aber völlig okay so. Der Schlot sitzt vorbildgerecht auf einer „Krempe“, die aber deutlich zu dick ausgefallen ist. Abziehen, feilen, einstecken — wie hier bisher angeregt — reicht nicht, da die Krempe auch im Durchmesser zu groß ist. Trotzdem ist die Korrektur relativ einfach: Schlot ab, Loch zu, Weinert-Schlot drauf. Rest wirkt aber prima, trotz Zweifeln an der korrekten Führung der Sandfallrohre, und es gibt auch schon mehrere Varianten der Dom- und Luftkesselanordnung.
Führerhaus
Mätrix Liliput
Auch hier alles okay, bis auf die fehlenden Tendertüren. Bisher nur die Version mit Dachaufsatz erhältlich, evtl. paßt aber das Runddach-Führerhaus der 55.25. Dachaufsatz zu hoch, wirkt viel zu klobig. Wegdremeln und Neubauen wäre recht heftig, aber Führerhaus tauschen oder gleich die bereits angekündigte Variante mit Tonnendach kaufen ist als „Korrektur“ einfach. Tendertüren sind vorhanden, stehen aber schräg nach innen und sollten ersetzt werden.
Räder und Steuerung
Mätrix Liliput
Feine Metallräder mit märklintypisch sehr großen Spurkränzen (wie es bei der DC-Version von Trix aussieht, bleibt abzuwarten), Fangeisen der Treibstange fehlt. Korrekturen relativ einfach, da sich die Radsätze nach unten entnehmen lassen. Feine Metallräder mit normalen NEM-Spurkränzen, Steuerung vollständig, aber vor allem wegen der mit einer Sechskantmutter alter Tradition befestigten Gegenkurbel nicht so schön wie die der Konkurrenz. Wer RP25 braucht: Korrektur einfach, da sich die Radsätze nach unten entnehmen lassen.
Betriebseigenschaften
Mätrix Liliput
Hier muß geklärt werden, ob die von einem Tester angegebene Mindestgeschwindigkeit von >1 cm/sec (!) getriebe- oder decoderbedingt ist. Endgeschwindigkeit stark überhöht (ca. 120 km/h). Korrekturaufwand undefiniert. Es scheint aber relativ wahrscheinlich, daß es sich eher um ein Decoder-„Feature“ handelt. Endgeschwindigkeit ebenfalls überhöht (die berichteten Werte liegen bei 100 bis 120 km/h). Sonst keine Klagen zum Antrieb, im Gegenteil, vom weichen und leisen Lauf wird allgemein geschwärmt — aber der Tender soll sich unter Last schrägstellen. Egal, da die Lok-Tender-Kupplung eh komplett neu muß. Langsamfahreigenschaften laut Youtube-Video okay, Auslauf aus Vorbild-Höchstgeschwindigkeit 9 cm. (Zahlen laut MEB-Test.)
Lackierung und Beschriftung
Mätrix Liliput
Während das Schwarz bis auf ein paar kleine, schnell behobene Fehlstellen, die auch nicht serientypisch sein müssen, sehr gut wirkt, gibt’s im roten Teil ein paar Unschönheiten, am schlimmsten das unlackierte und sehr plastikhaft wirkende Tenderfahrgestell. Korrektur einfach. Die Bedruckung ist tadellos. Zur Beurteilung hinreichende Bilder liegen noch nicht vor; auf den bisher verfügbaren haben wir aber immerhin noch nichts zum Mäkeln gefunden …

Fazit

Haben wir noch keins, aber mittlerweile tendiert Erik deutlich Richtung Mätrix und Ermel genauso deutlich Richtung Liliput. Es bleibt also spannend — und wenn wir uns, was nicht unwahrscheinlich ist, nicht einigen, profitiert Ihr, liebe Leser: dann bekommt Ihr Frokeltips zu beiden Lok — is doch schön, oder? :-)

Updates

  • 2.12.12: Hinweis zur zu dicken Pufferbohle bei Liliput (erik)
  • 3.12.12: Hinweise zur Schlotkorrektur und den Sandfallrohren bei Liliput und zum Antrieb bei Mätrix  (ermel)
  • 7.12.12: Hinweise zur Schlotkorrektur bei Liliput korrigiert; Hinweise zur Steuerung bei Liliput; neuer Abschnitt zu Lackierung und Beschriftung (ermel)

4 Replies to “56.2: Die Modellvergleichstabelle”

  1. Liebe Frokler, danke für die Mühe. Insgesamt ist für mich keines der beiden Modelle eine dikutable Belohnung für die doch übermäßig lange Vorfreude. Herr Lenz (oder früher Gebrüder FLEISCHMANN) hätte das eventuell doch besser gemacht. Gewonnen hat bei mir am vorletzten Donnerstag auf der IMA in Köln WEINERT und das Bausatz-Modell geht hoffentlich bald fertiggestellt dem Vitrinen-Bw Lübeck zu. In Unterfranken kann ich diese Bauart nicht gebrauchen, da keucht inzwischen tatsächlich die endlich vollendete 98.11.

    • Ich kann diese vergleiche mit Weinert langsam nicht mehr hören. Entweder man vergleicht Großserienmodelle oder Messingbausätze. Zu mal sich nicht jeder in der Lage sieht Weinert Modelle zu kaufen oder gar zu bauen.

  2. Moin Ihr Eriks, vielen Dank für die schöne Tabelle. Hinsichtlich der Minimalgeschwindigkeit des Trix-Modells: Aus meiner Erfahrung mit Trix‘ 218 und 290 einerseits und dem Verhalten der Märklin-Modelle in den bekannten Drehteller-Videos andererseits ziehe ich den Schluß, dass die hohe Minimalgeschwindigkeit der Märklin 56 sehr wahrscheinlich nur ein Decoderfeature ist. Wenn die Lok bei Volldampf „nur“ 120 km/h läuft (und nicht 220), könnte ich mir gut vorstellen, dass sie bei Langsamfahrt durchaus zu gefallen wissen wird. Aber: Bisher ist das nur Spekulation.

  3. Zum Schlot der Liliput-Maschine sei gesagt, daß eine Korrektur mit „ein bißchen abschleifen“ nicht getan ist, wie mir eine Inaugenscheinnahme am Modell zeigte. Das Hauptproblem ist, daß der Fuß des Schlots fast doppelt so breit ist, wie er maßstäblich sein müßte.

    Man sollte an dieser Stelle also das Loch im Kessel verschließen, verspachteln und anschließend einen Weinert-Schlot verbauen. Dann paßt die Optik.

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