Allenstedter Strickmoden: Die erste Wand

Die erste Wand hatte schon letzte Woche ihren Auftritt, hier ist sie nun mit den inzwischen besorgten Ecksäulen, dem im Layout (nicht in der Ausführung) vermutlich endgültigen Firmenschild und in einer wie ich finde sehr viel besser gelungenen Alterung:

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Die Fenster hab ich nur mal behelfsmäßig reingeheftet, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie sie im Gebäude wirken. Ich schwanke da noch zwischen So-Lassen, Supern oder dem ersatzweisen Lasernlassen schönerer Exemplare; vermutlich kommen erstmal die Auhagenfenster rein, aber unlösbar ankleben werde ich die sicher nicht.

Was mich noch etwas betrübt hat, ist die Tatsache, daß es anscheinend keine Anreibebuchstaben mehr zu kaufen gibt. Irgendwo hab ich auch noch welche, aber ob die passende Schrifttypen und -größen haben und für einmal „ALLENSTEDTER STRICKMODEN“ ausreichen, selbst wenn ich sie finden sollte, wage ich zu bezweifeln. Weiß vielleicht einer von Euch noch ne Bezugsquelle?

Update: Wieder ist Verlaß auf die Leserschaft, danke! Nicht nur Letraset gibt’s noch, wenn auch mit einer viel kleineren Auswahl als früher und anscheinend ohne deutschen Vertrieb — auch Avery Zweckform hat noch mindestens eine Sorte Anreibebuchstaben, die Univers Bold in 4 mm. Gibt’s für nen schmalen Euro bei Amazon, sogar versandkostenfrei. Bingo!

Die ist zwar eigentlich zu modern, sie wurde erst 1957 entworfen, aber herrjeh, soo genau kuckt wohl keiner — schließlich ist es ja keine besonders auffällige Schrift, ihre Besonderheit ist eher das Gegenteil. Paßt!

8 Kommentare zu “Allenstedter Strickmoden: Die erste Wand
  1. Henning sagt:

    Moin Ermel,

    hast du es schon im örtlichen Schreibwarenhandel versucht?

    Ansonsten habe ich einfach mal Tante Gurgel bemüht…

    Als namhaften Hersteller habe ich Avery Zweckform bei amazon gefunden…

    Artikel Nummer 3764 aus der Z-Design Home Serie
    (Artikel über die Produktsuche bei avery nicht einfach zu finden.)

    Bei Amazon heißen die Dinger: „Avery Zweckform Buchstaben 4mm Univers Bold schwarz abreibbar 2 Bögen“

    Ist natürlich die Frage ob die von der Größe passen…

    mfG Henning

    • Ermel sagt:

      Heh. Glaube keinem Händler, der „sowas wird gar nicht mehr hergstellt“ sagt: es bedeutet nur, daß er es nicht hat. Letraset gibt’s übrigens auch noch, allerdings hab ich da keinen deutschen Vertrieb gefunden.

      Die Univers von Zweckform wirds aber auch tun, die Größe paßt auch — eben bestellt. Danke für den Tip, Henning!

      Liebe Grüße, Ermel.

  2. Sven Manias sagt:

    Na ja, es stimmt schon, dass Anreibebuchstaben bei weitem nicht mehr so gefragt sind wie in den 80ern oder 90ern und auch nicht mehr in der Vielfalt von Schriftarten und Schriftgrößen hergestellt werden wie damals. Das liegt daran, dass die meisten Einsatzgebiete, vor allem im professionellen Bereich (Grafikdesign, Layout), durch die Computerisierung völlig weggebrochen sind.

    Die Univers wurde 1957 veröffentlicht und gewann erst in den 60ern größere Verbreitung, für eine Fassadenbeschriftung in Epoche IIIa erschiene sie mir ein wenig zu modern.

    Eventuell kannst du mal in alteingesessenen Fachgeschäften für Stempel und/oder Schilder stöbern, ob die noch Altbestände an geeigneten Aufreibebuchstaben von Letraset oder Decadry haben.

    Alternative Idee: Firmenschild auf glänzendem Fotokarton ausdrucken und als Emailschild definieren. Da könnte man sich für die Schriftart dann an der Entstehungszeit des Gebäudes orientieren, die eine oder andere geeignete Schrift gibt es z. B. bei Peter Wiegel.

    • Ermel sagt:

      Danke für den Kommentar. Ja, ich weiß, die Univers ist eigentlich zu modern, aber nun ist sie schon (teilweise) drauf auf der Mauer, jetzt bleibt sie da auch.

      Soo verbissen brauchen wir das jetzt auch nicht zu sehen, finde ich. Denn erstens ist ja auch die Univers nicht im luftleeren Raum entstanden, sprich die erste serifenlose, schlichte Schriftart der Welt gewesen; zweitens wird der Schriftzug unter dem Ruß der Bahnseite eh mehr zu erahnen als zu erkennen sein, erst recht aus dem Mindest-Betrachtungsabstand von der anderen Modulseite aus; und drittens handelt es sich hier weder um ein wissenschaftliches Projekt noch um einen millionenschweren Hollywoodfilm, sondern nur um ein schaseliges Fremodul. :-)

      An die Stirnseiten des Gebäudes kommen in der Tat „Emailschilder“. Welchen Font ich da nehme, weiß ich noch nicht genau; das im Artikel gezeigte Probeschild habe ich in der DIN-1451-Breitschrift gesetzt, das gefällt mir eigentlich schon ganz gut so.

      Liebe Grüße, Ermel.

  3. erik sagt:

    Nene, also das geht ja gar nicht. IIIa und dann eine Schrift aus IIIb verwenden? Tztztz… :-P

  4. Ermel sagt:

    Oder ich stell eine Figur mit Fotoapparat auf die andere Seite der Gleise und behaupte, das sei der Herr Frutiger.

    Liebe Grüße, Ermel.

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