Enten, die die Welt (nicht) braucht

Während im Bereich der H0-Käfer zumindest bei den älteren Vorbildern weiterhin die Finsternis vorherrscht, gibt es bei den Enten einen Lichtblick: Bei Makette wird eine Kastenente Typ AU der Modelljahre 1951-54 angekündigt, und zwar nicht als sündteure Kleinserie, sondern als durchaus bezahlbare (Semi-) Großserie — zwar in Metall, aber das muß ja nicht gleich heißen, daß es nix taugt.

Die Ankündigung bei Mo87 und die Website des Herstellers zeigen bei Entstehen dieses Artikels nur Zeichnungen, aber bei dem, was Makette bislang so abgeliefert hat, sind Vorschußlorbeeren sicher angemessen und das Modell auf jeden Fall der Beobachtung würdig.

Vielleicht gibt es mit der Wellblechmotorhaubenfront ja dann auch endlich mal die Möglichkeit, eine gescheite Nicht-Kastenente (um das hier arg irreführende Wort “Cabrio-Limousine” zu vermeiden) der Baujahre vor 1960 zu frokeln. Denn sowas gab’s bis dato nur bei Norev/Atlas (als Normalente) und Eko (als Kastenente), und die sehen beide nicht wirklich toll aus.

Die Rezeptur zum Bau einer Wellblechente ist dieselbe wie die, nach der Tobias Meyer seine “moderne” Kastenente aus einer Wiking-Schnauze und einem Brekina-Kastenheck gefrokelt hat: Makette-Schnauze mit Normalentenheck eines anderen Anbieters — hoffentlich paßt eins. Etwa abweichende Breitenmaße sind jedenfalls unkritisch, Enten bestanden damals von der Windschutzscheibenoberkante bis knapp über die hintere Stoßstange eh aus Stoff. Außer dem Rolldach noch die Rückleuchten (eher: Rückleuchtelchen) neubauen und die hinteren Seitenfenster zuspachteln,  fertig.

Bei der Gelegenheit bliebe zu erwähnen, daß Schuco mal wieder eine Chance verkackt hat: die haben nämlich auch gerade eine Ente rausgebracht, aber abgesehen von der eher zweifelhaften Optik mit allzu offensichtlich angegossenen Lampen und Baumarktradkappen sowie deutlich mißratenem Kühlergrill ist es mal wieder das altbekannte Vorbild ab ’64 mit vorn angeschlagenen Vordertüren, Fenstern im hinteren Seitenteil und natürlich der “modernen” Motorhaube, das es schon von Wiking (mit altem Grill und runden Scheinwerfern) und Herpa (mit neuem Grill und eckigen Scheinwerfern) gibt. Vermutlich wollte man sich das Geschäft mit den Charleston-, Dolly- etc. -Sondermodellen nicht verbauen; schade ist es trotzdem.

Makette sei dank ist der Weg zur Epoche-3a-Ente aber demnächst wohl trotzdem einigermaßen frei, was höchst erfreulich ist, aber — klar, die Frage muß auch hier nochmal kommen — “was is mit Käfers”?

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