Pwgs 41 von Märklin: Autsch!

Als der Pwgs 41 von Märklin bzw. Trix im Jahre 2003 herauskam, war ich recht angetan und verfaßte eine dementsprechend recht positive Besprechung des Modells.  Kleinere Abweichungen (z.B. den zu schmalen schwarzen Streifen/Außenrahmen unten am Wagenkasten und das völlig vergeigte Fahrwerk) hatte ich bemerkt, aber nicht für so entscheidend befunden.

Damit erntete ich durchaus auch Widerspruch.

Trotzdem habe ich die Wagen gekauft, zart befrokelt, beim Fremo eingesetzt und, wenn auch nicht uneingeschränkt, weiterempfohlen.

Und heute erfahre ich bei DSO folgendes:

Lass mich raten, du hast das Vorbild noch nie “in Echt” gesehen? Da sieht der Pwgs 41 nämlich eher “plattgetreten” aus und hat eine eher tiefliegende Gürtellinie. Ganz im Gegensatz zur pummeligen, hochbeinigen Märklin-Nachempfindung. Die ist eigentlich nur als Frokelgrundlage brauchbar, und eigentlich auch nur der Wagenkasten davon. Da muss man “nur” die Fensteröffnungen um die Höhe der Abdeckleisten nach unten verlängern, die Reste der Abdeckleisten wegschleifen, neue Abdeckleisten anbringen und neu Fenster anfertigen und einsetzen.

Quelle:  “Früherwarallesbesser” bei DSO

Was, dachte ich, kann doch nicht sein. Ja von wegen: recht hat er!

pwgs41-vergleich

Von links: Vorbildfoto, Märklin-Werkfoto, Zeichnung von Frank Wieduwilt 2000, Merkbuchzeichnung. Wir erkennen: Märklin hat anscheinend die Merkbuchzeichnung nachgebaut, Frank hat drei Jahre vor Erscheinen des Märklin-Modells auch schon ein bißchen danebengelegen, und das Vorbild sieht (auch wenn wir das neue Fenster mal ignorieren) doch deutlich anders aus.

Achja: Wenn Du mir ein besseres Vorbildfoto oder ein Foto des Weinert- oder sonst eines Modells ohne diesen Fehler zukommen lassen könntest: mein Dank würde Dir ewig nachschleichen.

Was also ist zu tun? Den von “Früherwarallesbesser” angeregten Umbau nachzuvollziehen, fehlt es mir an Motivation. Da noch eher ein Komplettselbstbau, wie schon 1983 von Stefan Carstens in der Miba (Hefte 6/83, S. 626 ff., und 7/83, Seite 738 ff.) beschrieben und 2000 von uns angegangen, aber nie vollendet. Der allerdings wäre die Nummer 179 auf der nach oben offenen Projektliste …

Weinert kann und will ich mir nicht leisten, also bleibt mir nur, die Mätrix-Modelle zähneknirschend als Substitut eines besseren Pwgs 41 im Bestand zu belassen und zu hoffen, daß irgendwann mal ein Modellbahnhersteller sich dieses Vorbildes annehmen möge, der weniger mit Blindheit geschlagen ist als Märklin — und auch mit weniger Blindheit als die Modellbahnfrokler.

Wenn Du aufgrund meiner Besprechung oder persönlichen Einschätzung so ein Ding gekauft hast: Bitte entschuldige. (Die Besprechung wird demnächst wurde soeben korrigiert.)

Seufz.

7 Replies to “Pwgs 41 von Märklin: Autsch!”

  1. Hallo

    Für mich stellt sich die Frage, wo denn nun der wirkliche Fehler beim Mätrix-Modell ist? Sind die Fenster zu klein oder der Wagenkasten zu groß? Letzteres ließe sich durch Absägen und neu zusammenfrokeln kurieren. Ich habe mal Foto und Modell geschiebert. 1,06:1 ist das Verhältnis beim Vorbild, 1,25:1 beim Modell. Die Wand (ohne Rahmen) des Mätrix hat umgerechnet eine Höhe von 2,09 m. Das lässt aber schon vermuten, dass die Wagenhöhe eher knapp bemessen ist.

    Da ich aber gerade keinen Pwgs 41 zur Hand habe kann ich das nicht kotrollieren. Hat jemand mal Carstens Band 6 zur Hand, die Zeichnungen da drin sind maßstäblich.

    Patrick

    • Daß der zu hoch ist, glaube ich nicht. Das hätte sicher jemand bemerkt in all den Jahren.

      Mit der neuen Carstens-Zeichnung aus “Güterwagen, Band 6” kann sogar ich dienen: Hier! (Mit freundlicher Genehmigung von Stefan Carstens.)

      Viel Spaß beim Nachmessen wünscht Ermel — Ergebnisse bitte immer hier abkippen!

      • Ja, danke!

        Da haben wir ja schon einen Teil der Wahrheit: Wandhöhe nach Zeichnung ist genau 2 m. Mätrix hat den Wagenkasten also um 9 cm, was genau 1 mm im Modell entspricht, zu hoch gemacht. Dadurch würde die Fensterlinie also schon ein Stückchen nach unten rutschen.

        Ob das den Aufwandt rechtfertigt den armen Wagen durchzusägen weiß ich nicht. Einfäche wäre es den gesamten Kasten herunter zu schleifen und dann den Rähmen aus Polystyrol neu aufzubauen. Dann müssen aber auch alle Beschriftungen neu.

        Fazit: Ich fand meinen okay und ich werde ihn auch weiterhin okay finden. So schlimm wie manche Interpretationen des Pwg 14(GFN alt) ist er nicht.

        Patrick

        • Danke fürs Nachmessen. Passen denn die Abstände zwischen Deckleiste und Fensteroberkante bzw. Deckleiste und Wagenkastenoberkante? Dann müßte man in der Tat nur unter der Deckleiste oder an der Unterkante was wegnehmen — das könnte sich lohnen. Meine Vermutung ist aber, daß trotzdem die Fenster auch noch zu klein sind, und das lohnt sich m.E. definitiv nicht mehr dann.

          Liebe Grüße, Ermel.

          • Jetzt wird es kompliziert. Das Maß für die Fenster ist 880 mm mit Rahmen. Die Rahmen stellt Mätrix nicht nach. Das Fenster hat umgerechnet eine Höhe von 818 mm. Bleiben 30 mm für Rahmen oben und unten.

            Der Abstand von Rahmenoberkante bis Dachkante beträgt beim Vorbild 220 mm. Beim Modell sind es umgerechnet 225 mm. Nimmt man jetzt aber die fehlenden 30 mm für den Rahmen oben weg beträgt der Abstand nur noch 195 mm. Dann kommt noch der Rahmen zwischen Fenster und Zierleiste dazu. Damit rutscht das Fenster um weitere 30 mm nach oben, 165 mm. Das sind im Modell ca. 0,63 mm.

            An der Kiste stimmt also nichts so richtig.

            Was solls?

            Patrick

  2. Moin,

    :-)
    Ein gescheiter Pwgs 41 als Großserienmodell ist sicher wünschenswert. Aber wenn ich es nun richtig interpretiere, ist die halbgare Mätrix-Karre auf jeden Fall eher hinnehmbar als die Betonklotz 56.2 von Dingsputt.

    Gruß
    Andreas

  3. Vielleicht sollte in diesem Zusammenhang noch auf den Umbauvorschlag von Jörg Chocolaty zum Pwif 41 hingewiesen werden. Im Eisenbahn Journal 4/2010 beschreibt er, wie er aus dem Mätrix Pwgs 41 einen Pwif baut. Das, was er zu Wagenkasten und Fahrgestell schreibt, ist ja auch für den Pwgs anzuwenden.

    Tatsächlich vergrößert er auch die Fenster um die Höhe der Deckleiste nach unten und fertigt anschließend eine neue, vollständig umlaufende Deckleiste an. Die Fenster samt Rahmen müssen dann natürlich auch neu angefertigt werden.

    Der Langträger wird durch PS-Streifen aufgedoppelt und mit neuen Kastenstützen und äußerem Träger ergänzt. Natürlich ist nach der gesamten Behandlung auch eine neue Beschriftung fällig.

    Im Vergleich mit dem Weinert-Modell bleibt auch der Umbau etwas hochbeinig, allerdings schaut er relativ stimmig aus. Ob der dort beschriebene Aufwand das Ergebnis rechtfertigt, mag jeder nach seinem eigenen Vermögen (bastlerisch wie finanziell) selbst einschätzen.

    Ich werde meinen Pwgs noch nicht voreilig weggeben …

    Lars.

Schreibe einen Kommentar zu Patrick Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*