Ach, ist doch alles Österreich

Wenn man bei Ebay nach klassischen Piko-Güterwagen sucht, findet man zumindest von den begehrenswerteren Typen inzwischen nicht mehr allzuviele. Dementsprechend war dieses Angebot (trotz der werkseitig verschobenen Beschriftung) …

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… recht verlockend für 5 Euro Sofortkauf oder Preisvorschlag plus 5,50 Versand. So dachte sich auch der hier ungenannt bleibende Käufer aus des Chronisten Freundeskreis, bot 4 Euro und bekam den Zuschlag. Juchei!

So weit, so langweilig. Als das Paket kam, wurde es dann aber interessant … Weiterlesen »

Kauftip: Draht-Biegelehre von Christian Kettner

Mal wieder so ein Werkzeug, das man einmal benutzt und sich dann fragt, wieso man sich jahrelang ohne es abgequält hat:

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Das ist die Griffstangen-Drahtbiegelehre © by Christian Kettner, Vertrieb über digitalzentrale.de — meine kommt allerdings von H0fine.de.

Egal woher man sie hat: damit wird das Biegen gleichlanger und damit passender Griffstangen ein Kinderspiel! Draht mit der Zange einmal abwinkeln, ins richtige Loch stecken, auf der anderen Seite in der Kerbe umbiegen, abschneiden, fertig. Geht schneller, als diesen Absatz zu lesen.

Die Abstufung beträgt 0,25 mm, der maximale Drahtdurchmesser 0,4 mm. Und das Bild ist geklaut von und damit wohl auch © by H0fine.de, ich habe es lediglich gedreht. Uneingeschränke Kaufempfehlung, das Dings gehört in jede Frokelutensiliensammlung!

Huch, schon wieder Messe?

Die Weihnachtsgans ist gefühlt kaum verdaut, der Böllermüll liegt noch auf der Straße, und wir können schon Messeneuheiten besprechen. Wie bewährt: die Hersteller alphabetisch — mangels spannender Neuheiten fehlende Hersteller sind unten aufgelistet —, die Auswahl streng subjektiv und die Kritik nicht hinterm Berg. Weiterlesen »

Fabrikbaukastenübersichtstabelle

Es gibt sie in ihren Anfängen schon ein paar Jahre, unsere Tabelle zum Raussuchen der passenden Wandteile aus dem Auhagen-Fabrikbaukasten. Aber bisher war sie nur inoffiziell weitergereicht worden, nie richtig verlinkt. Nach ein paar Stunden Sondereinsatz in der Bildverarbeitungsabteilung der Modellbahnfrokler GbR ;-) ist das jetzt anders.

Klick mich, ich bin ein Link!

Aber Vorsicht, Auhagen-BKS ist ein gefräßiges Monster, das Hobbybudgets gnadenlos attackiert. Unter Lebensgefahr ist uns dieses Beweisbild gelungen:

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… sagt also nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt! ;-)

Die ungeahnten Tiefen von Ludwigshafen

Die Firma Piko hat ja schon Jahrzehnte vor der Wende der westlichen Modellbahn-Industrie gezeigt, wo der Hammer hängt. Nein, nicht mit ihrer legendären Antriebstechnik, ihren serienmäßig gefederten Gummipuffern oder ihren immerhin meist ungefähr runden Radsätzen — da konnte der Westen durchaus mithalten, selbst in seinen schwächeren Momenten *hust*Lima*hust* –, sondern bei der Gestaltung von Güterwagen-Aufbauten.

Schon 1959 entstand dort das Modell des Om Essen/Breslau (DB Om 12) der zweiten, dem späteren Om Königsberg (Om 21) ähnlichen Bauform, in einer Qualität der Gravuren, die auch heute noch entspannt mithalten kann. Bis auf die Bretterfugen: die sind bei dem alten Piko-Wagen von einer Qualität, die es heute so nirgends mehr gibt. Da es auch sonst nach nunmehr 58 Jahren (!) kein besseres Modell dieses Vorbilds gibt, nur Rocos vorbildwidrig verlängerten und mit Brettergräben versehenen Piko-Nachbau (!) aus der Einfachserie, ist das Grund genug, sich mal wieder mit den ollen Piko-Wagen zu beschäftigen.

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Für den Anfang allerdings nicht mit dem Om 12, sondern mit dem gezeigten Om Ludwigshafen (Om 04). Weiterlesen »

Roco Linz und Villach: die Modellkritik

So, nun ist sie fertig, die Modellkritik zu Omm 32 (Linz) und Omm 33 (Villach) von Roco.

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Natürlich nicht ohne einen Vergleich mit den Liliput-Modellen. Und auch nicht ohne ein Fazit, das zumindest seinen Schreiber doch auch ein bißchen überrascht hat.

Damit verabschiedet sich das Froklerblog für 2016, nehme ich zumindest an (vielleicht macht einer meiner geschätzten Mitautoren ja noch was?). Wir sehen uns im neuen Jahr. Und zwar schon ziemlich zeitig, versprochen!

Danke fürs treue Mitlesen sagt: Euer Ermel.

Mal wieder Fahrwerke verschmälern

Der ausführliche Artikel kommt die Tage auf Modellbahnfrokler in die lang verwaiste Rubrik “Zwischendurch gepfuscht”, denn wider Erwarten war es eine Sache von 40 Minuten: Das Schmalermachen der alten, zu breiten Klein-Modellbahn-Fahrwerke unter dem Omm 53/55, Omm 52, Off 52 und 59 oder, wie hier, Kmm(fg)ks 51/52/58:

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Details wie gesagt demnächst, aber es ist auch nix dabei, was man sich nicht selber ausdenken könnte.  Am Wagen fehlen noch Rangierertritte, schönere Puffer und Farbe sowie eine stabilere Verklebung mit Stabilit statt Sekundenkleber.

Ansonsten ist das ein Umbau, der sich in Serie in deutlich unter einer halben Stunde und einem halben Zehner je Wagen realisieren lassen sollte und das Modell mal eben gefühlte 20 Jahre jünger aussehen läßt. (Vergleichsbilder mit Brawa kommen auch noch.)

Leichte Wagen für schwere Zeiten

So ist seit Oktober 2000 ein Artikel bei Modellbahnfrokler überschrieben, der sich mit den Omm-Wagen der Kriegs- und frühen Nachkriegsbauart beschäftigt und vor allem durch seine außergewöhnlich schlechten Bilder auffiel.

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Bis heute.  Jetzt sind die Bilder nur noch normalschlecht und fallen nicht mehr auf. ;-)

Natürlich blieben nach  gut 16 Jahren auch die Texte nicht komplett dieselben. Aber ich fand schon erstaunlich, wie wenig sich da geändert hat in der langen Zeit. Frei nach U2 (”how long must we sing this song?”) bin ich ja mal gespannt, wie lange wir noch predigen müssen, daß vor allem vom Omm 37 mal ein zeitgemäßes Modell hermuß. Bei der 56.2 hat es ja auch mehrere Jahrzehnte gedauert.

Viel Spaß jedenfalls damit!

… and a happy new Linz!

Mist, mit ein bißchen mehr Voraussicht hätte ich den Artikel zum neuen Roco-Villach natürlich “We wish you a merry Villach …” nennen können, das hätte besser gepaßt.

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Aber sei’s drum — Roco hält sein Versprechen und liefert nun auch die frischen Linze noch 2016 aus. Vor (bis auf ne akademische Viertelstunde in Ehren) genau einem Jahr war so einer schon mal unser Weihnachtsmotiv (damals noch mit einer schönen Demonstration meiner Unkenntnis in Bildbearbeitung), da kann er es heute auch nochmal sein (diesmal mit einer schönen Demonstration meiner Unfähigkeit in Bildkomposition).

Und dem damaligen positiven Fazit zu dem Modell ist auch aus heutiger Sicht kein Wermutstropfen beizufügen. Kann man von seinem Erscheinungsjahr ansonsten ja eher nicht so sagen, aber das ist ein anderer Schnack und gehört auch nicht hierher.

Mir bleibt nur, eine ausführliche Modellkritik zu Linz und Villach noch in diesem Jahr anzukündigen und ansonsten der geschätzten Leserschaft ein zutiefst angenehmes und absolut katastrophenfreies Restjahr nebst reibungsarmem Übergang ins folgende zu wünschen.

Von Fensterbänken und Althippies

Es ist ja nicht so, daß Wikings Ankündigung eines T1a, also der ersten Generation des VW-Transporters aus den Jahren 1949 bis 1955, bei mir Freudentaumel ausgelöst hätte — da war ich ja von ihrem T1c, also Baujahr 1963 bis 1967, schon vorgewarnt, daß das nicht unbedingt ein Supermodell werden müsse. (Mehr zum T1c hier bei Mo87, wobei ich mit dem positiven Fazit des Autors nicht konform gehe.)

Aber es gibt ja den Brekina-T1, sowohl als T1a als auch als späten T1b (1961-63), von denen das jüngere Vorbild zwar auch das jüngere und deutlich bessere Modell, der nun immerhin auch schon im Modell 31 Jahre (!) alte T1a aber auch immer noch ganz ordentlich ist.

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Auch zu dem gibt es natürlich einen Artikel bei Mo87, diesmal sogar von mir, weshalb ich mir dort auch das obige Bild ausgeborgt habe.

Trotzdem war ich als Bullifan und Epoche-3a-Modellbahner natürlich neugierig, was Wiking da nun abliefern würde nach seiner Urbulli-Ankündigung. Vorweggenommenes Fazit: Nein, ich habe mir keinen gekauft, dafür war mir das Geld selbst unter Berücksichtigung der Möglichkeit, dann einen ausführlicheren Verriß schreiben zu können, zu schade.

Deswegen hier nur diese Gegenüberstellung von Vorbild und Wiking-”Modell” aus im Netz geborgten Bildern — das Vorbildfoto ist uralt und wohlbekannt, und das Modellfoto ist nicht so toll, daß ich ihm eine nennenswerte Schöpfungshöhe zugestehe, insofern hab ich da wenig Gewissensbisse bei. Zu den bunt markierten Stellen gibt’s dann unten noch was.

wiking-t1a-kritik

Auf den ersten Blick fällt auf, daß der Wiking-T1a eine viel zu klobige Nase hat. Außerdem wirken die Scheiben und auch der ganze Wagen zu hoch und/oder zu kurz. Woran es genau liegt, kommt gleich, erstmal laßt bitte die Bilder auf Euch wirken, auch im Vergleich zum Brekina oben.

Alles in allem fühlte ich mich auf den ersten Blick an diesen Kameraden hier erinnert, was auch die Überschrift zu erklären helfen dürfte ;-)

Kommen wir aber zu den in den Vergleichsbildern markierten Details:

  • Die Frontwand steht entweder senkrecht oder nach vorn geneigt, sollte aber nach hinten geneigt sein. Das sorgt zusammen mit dem m.E. zu breiten “V” für den Eindruck der geschwollenen Nase.
  • Vor den Frontscheiben befindet sich eine vorbildwidrige Fensterbank, also ein horizontaler Absatz. Außerdem sind die Frontscheiben zuwenig zugepfeilt, stehen also in einem zu stumpfen Winkel zueinander. Dazu noch viel zu dicke Dachsäulen und zu tiefe Fensterhöhlen, und schon sieht es nach allem aus, aber nicht nach dem hier höchst filigranen Vorbild. Vielleicht sehen die Frontscheiben ja auch nur deshalb zu schmal und zu hoch aus?
  • Auch die Rückseite ist zu rundlich, was den cartoonhaften Eindruck noch verstärkt.
  • Unter den Seitentüren befindet sich ein völlig unerklärlicher hoher senkrechter Türschweller. Das Modell ist auch 1,5 mm zu hoch; was davon aufs Konto des Schwellers geht und was auf das des augenscheinlich zu hohen oberen Teils, kann ich mangels Modell nicht sagen, aber es spielt ja auch keine Rolle eigentlich.
  • Die umlaufende Regenrinne ist viel zu stark ausgeformt. Dadurch ist des Vorbilds charakteristische “fliehende Stirn”, eins der Hauptunterscheidungsmerkmale zum T1b ff. und Quelle seines Spitznamens “Glatzenbulli”, kaum noch zu erkennen.
  • Die Türgravur sollte eigentlich eine zusätzliche ums Türfenster umlaufende Fuge haben. So wie dargestellt wäre das ein VW-Kastenwagen-Coupé, wissenschon, mit rahmenlosen Türscheiben. Daß zusätzlich sowohl die Türfugen als auch die leidige Trennfuge zwischen den Karosseriehälften noch breiter sind als beim diesbezüglich schon grenzwertigen Brekina-Modell, sei nur am Rande erwähnt.
  • Das Modell muß die zu kleinen Felgen seiner jüngeren Geschwister auftragen. Beim Vorbild hatten T1a 16″-Felgen, T1b 15″, T1c 14″. Brekina hat das leider seit der Modellüberarbeitung genauso gemacht, aber die alte Version des Brekina-T1a hatte sehr schön riesige und schallplattenschmale Räder, die sehr gut zum T1a passen.
  • Edit(h) ergänzt: Irgendwie ist mir erst ein paar Tage später aufgefallen, daß an der vorderen Tür zwar im Gegensatz zum Brekina-Modell beide Türscharniere nachgebildet sind, dafür aber die vordere Türfuge unterhalb der Gürtellinie fehlt.  Was umso mehr auffällt, als daß sie oberhalb der Gürtellinie vorhanden ist, aber zu weit innen (Richtung Fahrzeugmitte) im Dachholm liegt und wie auch alle anderen Fugen grotesk überdimensioniert ist.

Alles in allem stellt sich mir dieselbe Frage, die auch beim Herpa-Magic-T1 schon aufkam: Hat der Konstrukteur dieses Modells jemals einen VW T1 länger als einige Sekunden betrachtet? Gibt es in Lüdenscheid kein Internet, keine Monitore, keine Digitalkameras?

Und nein, die Ausrede, es handle sich um die “traditionelle Formensprache” früherer Zeiten, auf die die Wiking-Sammler ja mit sofortigem vermehrten Speichelfluß reagieren, kann ich nicht gelten lassen, denn diese traditionellen T1-Modelle, egal ob unverglast oder verglast, sahen sehr deutlich anders aus als diese Neukonstruktion. Und sie waren auch näher am Vorbild — im Falle des unverglasten allerdings nicht an dem des realen Wagens, sondern an dem seiner zeitgenössischen Werbung.

Naja. Wenigstens ist Wiking als anerkannter Doppelentwicklungs-Weltmeister ja vom Vorwurfe befreit, interessante Vorbilder für fähigere Hersteller zu “verbrennen” … ;-)