Liliput-56.2: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Normalerweise ist eine Verschiebung des angekündigten Erscheintermins einer ohnehin verspäteten Neuheit um ein weiteres knappes Jahr nach hinten ja keine Nachricht, die Freudenstürme auslöst oder zumindest Hoffnung keimen läßt. Diesmal aber schon: nach dem 56.2-Debakel neulich hat Liliput jetzt auf der eigenen Homepage den Erscheintermin auf Herbst/Winter 2012 verschoben und das alte Bild des Fleischmann-basierten Handmusters statt des völlig verkorksten Produktionsmusters wieder eingestellt. Hoffentlich ist das ein Zeichen dafür, daß sie kalte Füße gekriegt haben und das Modell jetzt nochmal überarbeiten.

Quelle: “LHB” bei DSO Stummi.

Erste Neuheiten 2012

Das Jahr ist noch nicht mal ganz um (frohe Feiertage gehabt zu haben, übrigens!), und schon gibt es die ersten Neuankündigungen.  Sind sogar schon interessante dabei:

  • Märklin bringt eine komplett neukonstruierte Baureihe 50. Warum das interessant ist? Weil dann hoffentlich mal die Preise gebrauchter Roco-50 ein wenig nachgeben — die lassen sich schließlich auch in der AC-Version genauso einfach auf DC-DCC-RP25 umbauen wie in der DC-Variante. :-)
  • Von Piko kommt die erste Generation der 26,4-m-Neubauschnellzugwagen. Auch hier ist mein Interesse vor allem ein preislich bedingtes, denn wenn Piko schlau ist, werden die genauso günstig wie die hauseigenen Silberlinge. Und da es bei *4ümg-Wagen kein Pfauenaugenmuster zu verhunzen gibt, kann ansonsten ja eigentlich nicht allzuviel schiefgehen.
  • Ein neuer Hersteller: Dreika Modellbau! Die wollen sich in Kunststoff-Großserie made in Germany “den kleinen Transportern und Lieferwagen, die automobile Geschichte schrieben” widmen. Ein mutiges Vorhaben in der heutigen Zeit, aber warum nicht — das erste ausgekuckte Vorbild, der Goliath Express, gefällt mir genauso gut wie das, was auf der Website vom Modell schon zu sehen ist. Erinnert beides ein wenig an Epoche, die ja mit sehr schönen Tempo-Modellen brillieren — warum soll Dreika nicht mit den genauso knuffigen Vorbildern aus dem Borgward-Konzern Gleiches gelingen? Ich drücke die Daumen und hoffe auf einen Goliath GD 750!
  • Und ach ja, Rolf sein “mein Gleis” ist da und sieht genauso gut aus wie erwartet. Die Weichen kommen wohl im 1. Quartal 2012.

Läßt sich doch schon ganz gut an, dieses 2012. Dafür, daß da angeblich die Welt enden soll oder zumindest der Euro … ;-)

Aber erstmal guten Rutsch allen Lesern der Frokelseiten. Bleibt uns gewogen!

Firmenanschriften im Wandel der Zeit

Bereits im Oktober bekam ich auf diesen Beitrag über die Schlabonski-Anschriften zunächst einen Kommentar und dann einige Mails von Rene, der sich sehr ausführlich über die Veränderungen von Firmenanschriften, besonders auf Lastwagen, ausließ und sogar ein paar selbstgesetzte Beispiele dazu mitschickte.  Das fand ich schon damals zu schade, um es in den Kommentaren bzw. meiner Inbox versauern zu lassen, deswegen häkele ich jetzt mal (mit der üblichen Verspätung) wenigstens ein Blogposting draus.  Der folgende Text und alle Illustrationen sind von Rene, ich hab nur ein paar Großbuchstaben drübergestreut ;-)  – Ermel

schlabonski-rene-50erAus meiner beruflichen Erfahrung sind mir die Probleme der Logo- und Markenzeichen-Findung vertraut.

Als Hinweis für alle Leser möchte ich folgendes bemerken:

schlabonski-rene-60erJede Zeit hat ihre eigene Typographie (Schrift) und grafische Eigenheiten. Firmen haben stets Anpassungen vorgenommen, um auf der Höhe der Zeit zu sein (z.B. Agfa, C&A, BASF, BMW, …). Es gibt nur wenige, die über eine lange Zeit unverändert blieben (z.B. Friedrich Schulze Mariendorf, Alfred Talke bis etwa 2000).

schlabonski-rene-70erDies liegt vor allem an der Methode der Erstellung von Logo und Schrift für Reklame. In den 50er und frühen 60er Jahren ist Werbung vor allem handgemacht und meist monochrom, die Schrift ist dünn und schreibschiftähnlich. Es gab den Beruf des Schriftmalers.

schlabonski-rene-80erIn den späten 60er und frühen 70er Jahren wurde die Darstellung bunter und fetter. Viel Farbe mit geometrisch konstruierter Schrift und Logos angelehnt an das Space Age.

Die 80er und frühen 90er Jahre sind verspielt, der Großformatdruck in Serie ist möglich und die Computer halten Einzug in die Grafik. Alles, was geht, wird gemacht. Logos werden überladen und Schrift erhält Schatten, Verläufe und Spiegelungen und viel viel Farbe (z.B. Atari). Oft verschwand auch die Schrift aus den Logos (z.B. Fiat).

schlabonski-rene-90er

Umgebrochen auf Modellbahn-Epochen bedeutet dies:
Epoche 3 – Grundfarbe + Highlight-Farbe, Brush Script-Schriften oder Serifen
Epoche 4 – Grundfarbe + Highlight-Farbe, serifenlose Schrift
Epoche 5 – Multicolor, Logos

schlabonski-rene-00er

Soweit Rene. Nun muß man seine Entwürfe nicht unbedingt alle schön finden; trotzdem fand ich seine Ausführungen doch interessant genug, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Auf Schlabonskis Firmendesign haben sie indessen keinen Einfluß. In den 50ern wurden normale Lastwagen eh noch nicht großflächig beschriftet, da kam der Firmenname in den Leuchtkasten über der Frontscheibe und die Adresse auf die Tür, und gut war’s.  Aus dieser Zeit stammt meine Schriftart-Auswahl: Mitropa-Schrift als fette, prägnante Schrift für den Firmennamen, DIN-Engschrift für den Rest.  Und seither hat eben niemand einen Grund gesehen, das oder auch die Farben zu ändern — das mag schon ungewöhnlich sein, aber es gibt ja durchaus auch solche Beispiele aus dem wahren Leben.  Und so tragen eben auch 2011 noch neue taubenblaue Actrosse stolz ihre weißen SCHLABONSKI-Schriftzüge in dieser prägnanten, eckigen Mitropa-Schrift.  Tut mir leid :-)

R(o) 02: Fleischmann reagiert

Ein Vögelein hat mir folgende Reaktion von Fleischmann auf das Bananenrungenwagendebakel zugezwitschert (vielen Dank an den Piepmatz ;-) ):

wir haben im Zuge der laufenden Qualitätsbeobachtung nach Auslieferung unserer neuen Modelle, 520901/02 sowie 520953, leider feststellen müssen, dass bei einer gewissen Charge diese Mängel aufgetreten sind.

Aus diesem Grund haben wir uns zu einer Rückholaktion der kompletten Serie entschlossen, um die Wagen nachbessern zu können.

Interessant, oder?   “Laufende Qualitätsbeobachtung”.  Offensichtlich findet die im DSO-Forum statt und nicht im eigenen Produktionswerk.  Wie groß wohl die “gewisse Charge” sein mag? Weniger als 100%?  :-)

Naja, genug gelästert.  Hoffen wir mal, daß Fleischmann es schafft, gerade R(o) 02 in den Handel zu bringen, die der Kunde nicht erst noch zerlegen und verbiegen muß.  Daß sie das Problem mittlerweile anerkennen, ist ja schon mal was und ihnen auch hoch anzurechnen.  Insofern:  Alles wird wieder gut.  Und Daumen hoch zu Fleischmann!

Kolenvervoer in de vorige eeuw

Nicht lange überlegen. Klicken und staunen!

Danke an Paul für den Link!

Nochmal Märklin Pwgs 41

So, mit Hilfe der “Community” ;-) ist jetzt glaube ich der Kenntnisstand zum Märklin-Pwgs 41 ausreichend, um ein Fazit zu ziehen.

Hier zunächst nochmal ein Vergleichsbild aus Bildausschnitten:

trix-pwgs41-vergleich-3

Von links: Aktuelle Zeichnung von Stefan Carstens (mit freundlicher Genehmigung übernommen aus “Güterwagen, Band 6“); Vorbildfoto von Michael O. (mit freundlicher Genehmigung); Märklin-Werksfoto; Zeichnung von Frank Wieduwilt 2000 bei Modellbahnfrokler;  Merkbuchzeichnung von 1948.

Auch wenn Bildvergleiche nicht 100% passen können, so zeigt dieser doch: Bei Märklin sitzt die Deckleiste zu hoch, dadurch sind die Fenster zu klein.  Man achte einfach mal darauf, wie groß der obere Teil mit dem Fenster in Relation zum unteren ohne Fenster wirkt.  Da zeigen, kleinere Abweichungen hin oder her, die Carstens-Zeichnung und das Vorbildfoto andere Wagen als der Rest.

Was also ist zu tun? Wenn man den Märklin-Wagen tatsächlich korrigieren will, wäre die Deckleiste um etwa einen mm nach unten zu versetzen, die Fenster entsprechend aufzufeilen und der Außenrahmen an der Wagenkastenunterkante um gefühlt etwa einen halben mm nach unten zu verbreitern. Sowohl “Früherwarallesbesser” (siehe vorheriges Posting hier) als auch Jörg Chocolaty im EJ 4/2010 (siehe Kommentar von Lars zu demselben) haben diesen Weg ebenfalls vorgeschlagen oder gewählt.

Mein Standardspruch in solchen Situationen: “Lieber die als ich!” :-)

Von mir wird’s einen solchen Umbau nicht geben. Stattdessen warte ich mal ab, bis “Güterwagen, Band 6″ hier in Papierform vor mir liegt (ich freu mich schon drauf), dann wird erstmal was übers Vorbild gelernt und der Mäh-Wagen nochmal abschließend genau vermessen — und dann werden wir wohl doch noch mal den Bastelbogen angehen, was ist schon ein Jahrzehnt unter Freunden …

Und bis dahin dürfen die Mäh-Wagen zähneknirschend im Bestand bleiben, na klar. Dran rumfrokeln werde ich aber nicht mehr, und auch der beschädigte bleibt wahrscheinlich von der Ausbesserung zurückgestellt — ich hab einfach keinen Bock mehr auf die Dinger. Zum Thema Märklin-Pwgs 41 war’s das also vermutlich von meiner Seite, aber zum Thema Pwgs 41 kommt sicher nochmal was.

Allen, die mit Rat & Tat, Fotos & Zeichnungen, Tips & Ideen beigetragen haben, sei an dieser Stelle nochmal herzlich gedankt. So macht das Spaß!

Pwgs 41 von Märklin: Autsch!

Als der Pwgs 41 von Märklin bzw. Trix im Jahre 2003 herauskam, war ich recht angetan und verfaßte eine dementsprechend recht positive Besprechung des Modells.  Kleinere Abweichungen (z.B. den zu schmalen schwarzen Streifen/Außenrahmen unten am Wagenkasten und das völlig vergeigte Fahrwerk) hatte ich bemerkt, aber nicht für so entscheidend befunden.

Damit erntete ich durchaus auch Widerspruch.

Trotzdem habe ich die Wagen gekauft, zart befrokelt, beim Fremo eingesetzt und, wenn auch nicht uneingeschränkt, weiterempfohlen.

Und heute erfahre ich bei DSO folgendes:

Lass mich raten, du hast das Vorbild noch nie “in Echt” gesehen? Da sieht der Pwgs 41 nämlich eher “plattgetreten” aus und hat eine eher tiefliegende Gürtellinie. Ganz im Gegensatz zur pummeligen, hochbeinigen Märklin-Nachempfindung. Die ist eigentlich nur als Frokelgrundlage brauchbar, und eigentlich auch nur der Wagenkasten davon. Da muss man “nur” die Fensteröffnungen um die Höhe der Abdeckleisten nach unten verlängern, die Reste der Abdeckleisten wegschleifen, neue Abdeckleisten anbringen und neu Fenster anfertigen und einsetzen.

Quelle:  “Früherwarallesbesser” bei DSO

Was, dachte ich, kann doch nicht sein. Ja von wegen: recht hat er!

pwgs41-vergleich

Von links: Vorbildfoto, Märklin-Werkfoto, Zeichnung von Frank Wieduwilt 2000, Merkbuchzeichnung. Wir erkennen: Märklin hat anscheinend die Merkbuchzeichnung nachgebaut, Frank hat drei Jahre vor Erscheinen des Märklin-Modells auch schon ein bißchen danebengelegen, und das Vorbild sieht (auch wenn wir das neue Fenster mal ignorieren) doch deutlich anders aus.

Achja: Wenn Du mir ein besseres Vorbildfoto oder ein Foto des Weinert- oder sonst eines Modells ohne diesen Fehler zukommen lassen könntest: mein Dank würde Dir ewig nachschleichen.

Was also ist zu tun? Den von “Früherwarallesbesser” angeregten Umbau nachzuvollziehen, fehlt es mir an Motivation. Da noch eher ein Komplettselbstbau, wie schon 1983 von Stefan Carstens in der Miba (Hefte 6/83, S. 626 ff., und 7/83, Seite 738 ff.) beschrieben und 2000 von uns angegangen, aber nie vollendet. Der allerdings wäre die Nummer 179 auf der nach oben offenen Projektliste …

Weinert kann und will ich mir nicht leisten, also bleibt mir nur, die Mätrix-Modelle zähneknirschend als Substitut eines besseren Pwgs 41 im Bestand zu belassen und zu hoffen, daß irgendwann mal ein Modellbahnhersteller sich dieses Vorbildes annehmen möge, der weniger mit Blindheit geschlagen ist als Märklin — und auch mit weniger Blindheit als die Modellbahnfrokler.

Wenn Du aufgrund meiner Besprechung oder persönlichen Einschätzung so ein Ding gekauft hast: Bitte entschuldige. (Die Besprechung wird demnächst wurde soeben korrigiert.)

Seufz.

Schlabonski: Finale Schriftart

Nachdem ein wohlmeinender Leser (huhu, Axel!) sich beschwert hatte, er habe bei meinem tollen neuen SCHLABONSKI-Schriftzug erst “SCHLABONSHI” gelesen und was mit Sushi geparst, dachte ich mir, nee, bei dem K mußte dann wohl wirklich mal bei.

Hier das Ergebnis meiner Bemühungen:

schlabonski-k

Gerade im direkten Vergleich muß ich zugeben, daß mein neues K (unten) mir besser gefällt als das originale (oben). Und ja, na klar fällt einem dann auch noch der etwas dicke untere Querstrich des L auf oder sonst irgendwas, aber ich möchte den unregelmäßigen, irgendwie schriftenmalerischen Charakter des Fonts nicht verändern, und deswegen bleibt das jetzt so. Basta! ;-)

Geändert habe ich den Font mit FontForge. Das ist freie Software aus dem Unix-Lager, die Windows-Usern nicht so locker auf die Platte plätschert wie manch andere; wenn man sich nicht mit Cygwin herumplagen mag, sei diese inoffizielle Version aus Japan empfohlen. Die braucht man nur auszupacken, das enthaltene fontforge.bat zu starten und loszulegen. Auch dafür gebührt Axel der Dank, alleine hätte ich die nie gefunden. (Das Programm ist nicht japanisch, sondern in einer recht amüsanten Mischung aus Deutsch und Englisch gehalten.)

Der Originalfont ist nach wie vor “Midroba” von Peter Weigel. Der kriegt dann auch die Tage Post von mir, vielleicht findet er mein K ja auch schöner … :-)

Der Otmm 61 von Piko

Beim Ot 03/Otm 07 neulich hab ich noch über Standard-Otmm gemeckert, und nun hab ich selber welche. Wieder von Piko, wieder im Dreierpack, wieder mit werkseitiger Alterung:

piko-otmm61-3

Im Wesentlichen gilt das zu den Ot 03 Gesagte auch hier: zum Listenpreis wären mir die viel zu teuer gewesen, zum bezahlten Gebrauchtpreis von 20 Euro das Stück incl. GFN-Bügelkupplungen und RP25-Radsätzen hab ich nix zu meckern. Da kann ich sogar das eigentlich nicht eingeplante Gebastel akzeptieren, das notwendig werden wird, um die blöden fest einkonstruierten “Ladungs”-Einsätze zu entfernen und dann aber doch noch genug Gewicht in den Wagen zu haben.

Eine Idee dazu hab ich schon; wenn die umgesetzt ist, melde ich mich wieder und liefere dann auch Vergleichsbilder zu meinem Kleinbahn-Umbau von anno knack nach.

piko-otmm61-1

Modernes Gerümpel. Aber schön sind sie schon, doch, ja :-)

Der Weg zum geraden R(o) 02

So, Freunde, Teilentwarnung. Ganz gerade R 02 oder Ro 02 habe ich bei meinem Lieblingshändler (Train & Play in Hannover) zwar auch keine bekommen, aber immerhin je einen nicht allzu krummen.

Hier mal ein Bild des R 02 im Lieferzustand:

gfn-r02-banane

Gar nicht soo schlimm, finde ich. Aber trotzdem habe ich das Ding natürlich auseinandergepflückt, um zu kucken, woran es liegt. (Das geht ganz einfach: die Teile sind nur zusammengerastet, mit Vorsicht und einem feinen Schraubendreher ist der Wagen in wenigen Sekunden zerlegt.) Eine Theorie zur Ursache der Krümmung, daß es nämlich nur ein nicht entgrateter Anguß sei, der die Teile auseinanderdrücke, bewahrheitete sich nicht. Nein, der Wagenkasten ist schon in sich krumm. Hier meiner auf einer geschliffenen Stahlplatte, die roten Kreise markieren das Problem:

gfn-r02-richtstahl

Die äußeren Rungenhalter liegen auf der Stahlplatte auf, innen klafft ein Spalt. Wie behebt man sowas? Warmmachen, vielleicht. Wenn aber nicht das Teil alleine, sondern nur der ganze Wagen gerade werden muß, geht es auch einfacher. Viel einfacher. Dazu klauben wir einfach das Ballastblech aus dem Fahrwerk …

gfn-r02-fahrwerk

… und biegen seine Enden ein wenig nach oben:

gfn-r02-gewicht

Und siehe da, nach dem Zusammenbau ist der Wagen gerade:

gfn-r02-gerade

Aber Obacht: ich bin mir einigermaßen sicher, daß das nur bei ab Werk schon leidlich geraden Exemplaren so einfach funktioniert. Also die Wagen trotzdem nicht blind kaufen, sondern die geradesten aussuchen! Meine waren in der Mitte vielleicht einen Millimeter hochgebogen; bei deutlich mehr als dem bin ich ob der Erfolgsaussichten skeptisch.

Dank geht noch an Train & Play für die Geduld beim Raussuchen der zwei geradesten Wagen aus immerhin neun Exemplaren und an diverse Mitfrokler hier auf dem Fremotreffen, die Ideen und Werkzeug beigesteuert haben.

Nachtrag 1: Auch der Ro 02 ist inzwischen gerade:

gfn-ro02-gerade

Nachtrag 2: Noch ein Problem mit dem Spritzguß, gottseidank kein besonders schlimmes, aber doch bezeichnend: einige Kastenstützen reichen nicht vom Längsträger bis zur Kastenrunge am Wagenkasten. Nein, das ist kein Formfehler, ein anderer daraufhin überprüfter Wagen derselben Form war diesbezüglich in Ordnung:

gfn-r02-kastenstuetze

Wirft nicht das beste Licht auf Fleischmanns Qualitätskontrolle, das Ganze. Ich bin einigermaßen sicher, daß die Formen an sich in Ordnung sind, aber eben die Fehlspritzungen nicht oder nicht konsequent genug im Shredder landen.

Nachtrag 3: Ein Vergleichsbild mit einem Roco-R 10:

gfn-r02-roco-r10

Harmoniert ganz gut, Fleischmanns Rungenhalter sind allerdings viel filigraner. Kunststück, bei angespritzten Rungen. Bemerkenswert: die inneren Bordwände sind bei Roco trotz Metallboden deutlich niedriger als bei Fleischmann, wo der Wagenboden mit dem Wagenkasten ein Teil ist.

Fazit: Sie können es doch noch. Schade, daß der Wagen wegen Pfusch bei der Herstellung so einen schweren Start hat; hoffen wir mal, daß sie das noch in den Griff kriegen.