… and a happy new Linz!

Mist, mit ein bißchen mehr Voraussicht hätte ich den Artikel zum neuen Roco-Villach natürlich “We wish you a merry Villach …” nennen können, das hätte besser gepaßt.

happynewlinz

Aber sei’s drum — Roco hält sein Versprechen und liefert nun auch die frischen Linze noch 2016 aus. Vor (bis auf ne akademische Viertelstunde in Ehren) genau einem Jahr war so einer schon mal unser Weihnachtsmotiv (damals noch mit einer schönen Demonstration meiner Unkenntnis in Bildbearbeitung), da kann er es heute auch nochmal sein (diesmal mit einer schönen Demonstration meiner Unfähigkeit in Bildkomposition).

Und dem damaligen positiven Fazit zu dem Modell ist auch aus heutiger Sicht kein Wermutstropfen beizufügen. Kann man von seinem Erscheinungsjahr ansonsten ja eher nicht so sagen, aber das ist ein anderer Schnack und gehört auch nicht hierher.

Mir bleibt nur, eine ausführliche Modellkritik zu Linz und Villach noch in diesem Jahr anzukündigen und ansonsten der geschätzten Leserschaft ein zutiefst angenehmes und absolut katastrophenfreies Restjahr nebst reibungsarmem Übergang ins folgende zu wünschen.

Von Fensterbänken und Althippies

Es ist ja nicht so, daß Wikings Ankündigung eines T1a, also der ersten Generation des VW-Transporters aus den Jahren 1949 bis 1955, bei mir Freudentaumel ausgelöst hätte — da war ich ja von ihrem T1c, also Baujahr 1963 bis 1967, schon vorgewarnt, daß das nicht unbedingt ein Supermodell werden müsse. (Mehr zum T1c hier bei Mo87, wobei ich mit dem positiven Fazit des Autors nicht konform gehe.)

Aber es gibt ja den Brekina-T1, sowohl als T1a als auch als späten T1b (1961-63), von denen das jüngere Vorbild zwar auch das jüngere und deutlich bessere Modell, der nun immerhin auch schon im Modell 31 Jahre (!) alte T1a aber auch immer noch ganz ordentlich ist.

brekina-t1a

Auch zu dem gibt es natürlich einen Artikel bei Mo87, diesmal sogar von mir, weshalb ich mir dort auch das obige Bild ausgeborgt habe.

Trotzdem war ich als Bullifan und Epoche-3a-Modellbahner natürlich neugierig, was Wiking da nun abliefern würde nach seiner Urbulli-Ankündigung. Vorweggenommenes Fazit: Nein, ich habe mir keinen gekauft, dafür war mir das Geld selbst unter Berücksichtigung der Möglichkeit, dann einen ausführlicheren Verriß schreiben zu können, zu schade.

Deswegen hier nur diese Gegenüberstellung von Vorbild und Wiking-”Modell” aus im Netz geborgten Bildern — das Vorbildfoto ist uralt und wohlbekannt, und das Modellfoto ist nicht so toll, daß ich ihm eine nennenswerte Schöpfungshöhe zugestehe, insofern hab ich da wenig Gewissensbisse bei. Zu den bunt markierten Stellen gibt’s dann unten noch was.

wiking-t1a-kritik

Auf den ersten Blick fällt auf, daß der Wiking-T1a eine viel zu klobige Nase hat. Außerdem wirken die Scheiben und auch der ganze Wagen zu hoch und/oder zu kurz. Woran es genau liegt, kommt gleich, erstmal laßt bitte die Bilder auf Euch wirken, auch im Vergleich zum Brekina oben.

Alles in allem fühlte ich mich auf den ersten Blick an diesen Kameraden hier erinnert, was auch die Überschrift zu erklären helfen dürfte ;-)

Kommen wir aber zu den in den Vergleichsbildern markierten Details:

  • Die Frontwand steht entweder senkrecht oder nach vorn geneigt, sollte aber nach hinten geneigt sein. Das sorgt zusammen mit dem m.E. zu breiten “V” für den Eindruck der geschwollenen Nase.
  • Vor den Frontscheiben befindet sich eine vorbildwidrige Fensterbank, also ein horizontaler Absatz. Außerdem sind die Frontscheiben zuwenig zugepfeilt, stehen also in einem zu stumpfen Winkel zueinander. Dazu noch viel zu dicke Dachsäulen und zu tiefe Fensterhöhlen, und schon sieht es nach allem aus, aber nicht nach dem hier höchst filigranen Vorbild. Vielleicht sehen die Frontscheiben ja auch nur deshalb zu schmal und zu hoch aus?
  • Auch die Rückseite ist zu rundlich, was den cartoonhaften Eindruck noch verstärkt.
  • Unter den Seitentüren befindet sich ein völlig unerklärlicher hoher senkrechter Türschweller. Das Modell ist auch 1,5 mm zu hoch; was davon aufs Konto des Schwellers geht und was auf das des augenscheinlich zu hohen oberen Teils, kann ich mangels Modell nicht sagen, aber es spielt ja auch keine Rolle eigentlich.
  • Die umlaufende Regenrinne ist viel zu stark ausgeformt. Dadurch ist des Vorbilds charakteristische “fliehende Stirn”, eins der Hauptunterscheidungsmerkmale zum T1b ff. und Quelle seines Spitznamens “Glatzenbulli”, kaum noch zu erkennen.
  • Die Türgravur sollte eigentlich eine zusätzliche ums Türfenster umlaufende Fuge haben. So wie dargestellt wäre das ein VW-Kastenwagen-Coupé, wissenschon, mit rahmenlosen Türscheiben. Daß zusätzlich sowohl die Türfugen als auch die leidige Trennfuge zwischen den Karosseriehälften noch breiter sind als beim diesbezüglich schon grenzwertigen Brekina-Modell, sei nur am Rande erwähnt.
  • Das Modell muß die zu kleinen Felgen seiner jüngeren Geschwister auftragen. Beim Vorbild hatten T1a 16″-Felgen, T1b 15″, T1c 14″. Brekina hat das leider seit der Modellüberarbeitung genauso gemacht, aber die alte Version des Brekina-T1a hatte sehr schön riesige und schallplattenschmale Räder, die sehr gut zum T1a passen.
  • Edit(h) ergänzt: Irgendwie ist mir erst ein paar Tage später aufgefallen, daß an der vorderen Tür zwar im Gegensatz zum Brekina-Modell beide Türscharniere nachgebildet sind, dafür aber die vordere Türfuge unterhalb der Gürtellinie fehlt.  Was umso mehr auffällt, als daß sie oberhalb der Gürtellinie vorhanden ist, aber zu weit innen (Richtung Fahrzeugmitte) im Dachholm liegt und wie auch alle anderen Fugen grotesk überdimensioniert ist.

Alles in allem stellt sich mir dieselbe Frage, die auch beim Herpa-Magic-T1 schon aufkam: Hat der Konstrukteur dieses Modells jemals einen VW T1 länger als einige Sekunden betrachtet? Gibt es in Lüdenscheid kein Internet, keine Monitore, keine Digitalkameras?

Und nein, die Ausrede, es handle sich um die “traditionelle Formensprache” früherer Zeiten, auf die die Wiking-Sammler ja mit sofortigem vermehrten Speichelfluß reagieren, kann ich nicht gelten lassen, denn diese traditionellen T1-Modelle, egal ob unverglast oder verglast, sahen sehr deutlich anders aus als diese Neukonstruktion. Und sie waren auch näher am Vorbild — im Falle des unverglasten allerdings nicht an dem des realen Wagens, sondern an dem seiner zeitgenössischen Werbung.

Naja. Wenigstens ist Wiking als anerkannter Doppelentwicklungs-Weltmeister ja vom Vorwurfe befreit, interessante Vorbilder für fähigere Hersteller zu “verbrennen” … ;-)

Der neue Omm 33 (Villach) von Roco

Ohne große Wertung, aber mit einem positiven Grundgefühl zeigen wir ein paar Bilder vom neuen Omm 33 (Villach) von Roco, zunächst in der Version mit Bremserhaus.

villach-s

villach-brh

villach-achshalter

Größere Versionen aller Bilder (und zwar viel größere) gibt es wie gewohnt durch Draufklicken, weitere, darunter auch Vergleichsbilder mit anderen Modellen, hinter dem “Weiterlesen-”-Link.

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Pessimistische Prognosen

Nun, wo sich das Jahr gen Ende neigt und die Messe in Nürnberg schon bald beginnen wird, in Form vorabveröffentlichter PDFfe und hochglanzbedruckten Papiers Jubelmeldungen und verfrühte Diskussionen um die Qualitäten des Dargestellten zu generieren, gestattet mir bitte meine üblichen Prognosen. {Ihre Richtigkeit (oder auch nicht) trage ich bei Bekanntwerden in dieser Schrift nach. Am Ende wird man dann sehen, ob das Rot (ich hatte leider recht) oder das Grün (ich war zu pessimistisch) überwiegt.}

  • Wieder wird niemand eins der drei am schmerzlichsten fehlenden Autos der 50er Jahre — VW 1200, Mercedes-Benz 170 V, Borgward Hansa 1500/1800 — als zeitgemäße Neukonstruktion bringen. {So ist es.}
  • Und auch Büssing-Lastwagen dieser Epoche, ob mittelschwere Haubenwagen 4500..7500, leichte Unterflurwagen 4000..4500 U oder schwere Unterflurwagen 7500 U bzw. LU 7/LU 11, werden uns auch weiterhin abgehen. {Die genannten Typen glänzen mit Abwesenheit. Aber Brekina bringt immerhin den 12000er nun auch als Bus, aber dazu s.u. nochmal.}
  • Außer den aus mehreren Gründen unbefriedigenden Modellen von “Exact”-Train wird es weder vom Gms 30 (Oppeln) mit Handbremse noch vom Omm 37 (Duisburg) oder Omm 34 (Klagenfurt) neue Modelle geben. {Doch, der Handbrems-Oppeln kommt von Brawa. Doch schon. Vom Klagenfurt/Duisburg jedoch keine Spur.}
  • Auch in diesem Jahr wird Preiser vielleicht einen formneuen, aber ganz sicher keine Wiederauflage eines seit Jahrzehnten vergriffenen Last- oder Feuerwehrwagen-Bausatzes vorstellen.  Und ausliefern werden sie keines der im letzten Jahrzehnt angekündigten und bisher noch nicht gelieferten Automodelle. {Preiser kündigt gar keine Autos an, und auch sonst nichts aus der Epoche 3.}
  • Falls Brawa oder Fleischmann neue preußische Fernbahn-Abteilwagen bringen sollten, werden es auch weiterhin solche Vorbilder sein, die es von Roco schon seit Jahrzehnten gibt, keinesfalls aber gemischtklassige etwa oder solche der frühen Bauformen mit mehreren Aborten auf einer Seite. {Trifft zu: es gibt gleich gar keine.}
  • Auch zu dieser Messe wird Auhagen keine neuen Bauteile des famosen Fabrikbaukastens vorstellen. {Da lag ich erfreulicherweise voll daneben, sehr schön!}
  • Neue PKW älterer Vorbilder von Herpa werden nur dann was taugen, wenn sie nach Ost-Vorbildern gestaltet sind; bei Brekina ist es umgekehrt, da wird man wenn, dann nur West-Vorbilder brauchbar hinkriegen. Was beide freilich nicht davon abhalten wird, sich an dem, was sie erwiesenermaßen nicht (mehr) können, zu versuchen. {Brekina kündigt vorsichtshalber schon gar keine Ost-PKW mehr an.}
  • Fleischmann wird sich auch weiterhin beharrlich weigern, seinem typisch DR-Ost-mäßig verstrebten Pwg pr 14 ein entsprechendes West-Modell oder gar einen Pwg pr 12 als Formvariante zur Seite zu stellen. {Trifft leider zu.} {Der Pwg 14 mit A-Streben kommt aber von Brawa.}
  • Das Wiking-Neuheitenprogramm wird auch im kommenden Jahr zu mindestens 60% aus Doppelentwicklungen bestehen. {Das war noch zu optimistisch!}
  • Neu vorgestellte schwere Transporter oder leichte LKW von Brekina werden genau wie neue Wiking-PKW auch weiterhin viel zu kleine Felgendurchmesser haben. {Bei Brekina ist dazu keine Aussage möglich, da keine neuentwickelten Fahrgestelle dabei.} Neue Wiking-LKW älterer Vorbilder hingegen werden wie schon seit den 60er Jahren die unseligen Einheitsräder tragen. {Da kommen bis jetzt nur Magirus-Varianten, bei denen das natürlich zutrifft.}
  • Auf alle neuen Lastwagen der 50er Jahre wird mindestens eins der folgenden Attribute zutreffen: 1. ausländisches Vorbild, 2. schwerste Baureihe ihres jeweiligen Herstellers, 3. untypische Chassis-, Kabinen- oder Aufbauvariante. {Trifft beim Brekina-Büssing 12000T, Modell eines Einzelstücks aus einer “Serie” von acht Wagen in sechs Varianten, definitiv zu — außer daß es ein Bus ist und kein Lastwagen. Weiterer Zu-Treffer, allerdings aus den 60ern: Scania LB 76 von VK, überdies eine Doppelentwicklung.}
  • Niemand hat die Absicht, gute Fertigmodelle typischer Kräder der 50er Jahre zu bauen. {Bei Roco kommt immerhin eine Puch SG 250 mit Paket-Seitenwagen der österreichischen Post, das war’s dann aber auch.}

Soweit meine Glaskugel.  Daß ich mich arg freuen würde, ausnahmsweise mal danebenzuliegen, muß ich glaube ich nicht extra erwähnen …

Bremen liegt in Luxemburg

Der Gmhs Bremen (später Gmhs 35, noch später Glms 201) von Roco ist ja bekanntlich ein höchst erfreuliches Modell: schön detailliert und graviert, vor allem schön feine Bretterfugen, ziemlich schmales Fahrwerk, alles ganz schick und dabei enorm preiswert — aber leider gibt es außer dem genauso erfreulichen Pwgs 44 (zu dem demnächst mehr) keine weiteren Formvarianten. Tillig, vormals Sachsenmodelle, war da fleißiger und hat auch die Nachkriegsversion der DB bzw. genaugenommen DR-West und die teilmodernisierte Version der DR-Ost gemacht, dafür aber völlig anlaßlos die Proportionen versaubaddelt und sich damit ohne Not selbst disqualifiziert.

Teilmod ist ja nicht so mein Thema, aber West-Nachbauwagen will ich schon haben. Dazu mehr unten, erstmal bleibt ja der Spruch aus der Überschrift aufzulösen:

cfl-oppeln-bremen-stirn

Links der Oppeln von Klein Modellbahn als CFL-EUROP-Modell, der sich vom DB-Modell vorbildgerecht unterscheidet:

  • keine Stirnwandtritte und -griffe
  • Blechsegmente oben in den Stirnwänden, erkennbar an fehlenden Bretterfugen
  • Endfeldverstärkungen
  • Signalhalter an Stirn- und Seitenwänden (letztere erkennbar rechts vom EUROP-Rahmen)

Rechts der Roco-Bremen, ebenfalls als grauer CFL-EUROP-Wagen. Leider gibt es auch dafür keine Formvariante von Roco, also müssen die Umbauten halt selber gemacht werden: Schräge Stirnwandstreben wegschnitzen, Bretterfugen nachritzen, Blechsegment aus Cinefoil aufkleben, Signalhalter mit kleinen Stückchen aus Evergreen-T-Profil andeuten. Die Endfeldverstrebung kommt noch, wenn ich passende Profile gefunden (oder gebaut) habe. Den fehlenden Puffer habe ich erst beim Ansehen des Fotos bemerkt und bitte, ihn genau wie die noch abwesenden Türtritte und die fehlende Alterung beider Modelle wohlwollend zu ignorieren.

CFL-Bremen hätten wir also schon fast. SNCB kommt demnächst, ÖBB (wo es ebenfalls leicht abweichend aussehende Nachbauwagen, aber auch welche mit überdachtem Bremserhaus sowie teilweise auch Sprengwerk und anderen Türtritten gab) irgendwann auch mal. Bleibt die westdeutsche Nachbauserie:

gmhs-bremen-nachbau

Kein großes Meisterwerk, nur geduldiges Strebenwegschnitzen und Bretterfugenritzen — Frokelei der alten Schule also. Weg müssen die diagonalen Steben in den äußeren Feldern der Stirnwände und in den Schiebetüren; letztere werden ersetzt durch senkrechte, wie sie ja auch die meisten anderen deutschen G-Wagen hatten. Am Modell stammen die aus einem Ätzblech von Makette, vielen Dank an Timo für die edle Spende!

Was zu tun bleibt: Die Ausrüstung der Stirnwände mit Griffen und Tritten natürlich, auch hier der Ersatz für die fehlenden Puffer und Türtrittbügel und außerdem andere Bremsumsteller, weil die Nachbauserie eine andere Bremsbauart hatte (sagt Timo :-) ). Und schon wieder gibt’s einen Wagen, den nicht jeder hat. (Aber auch nicht keiner: mindestens Tobias hat schon einen gebaut.)

gmrhs30-schraeg

Und als Zugabe dann noch mein jüngst entsprechend aufgerüsteter Klein-Modellbahn-Oppeln, der ja leider ab Werk zutiefst häßlich angespritzte Stirnwandgriffe hat. An meinem Wagen sind es umfunktionierte Kupplergriffe vom Aw Lingen, das auch die Stirnwandtritte beigesteuert hat. Die Signalhalter sind wie immer bei mir Ätzteile von H0fine, an den Bremen gehören freilich eigentlich die Gußteile von Chistoph von Neumann stattdessen (hier bei EMB schön fotografiert).

Büssing 8000 Kipper: Jetzt auch mit Spachtel

So, weiter gehts mit dem Büssing-Kipper aus Resten. Erstmal ein Bild des aktuellen Zustands:

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Außer dem Grundieren der Aufbauten und dem Lackieren der Chassis, letzteres zunächst mit Rallyeschwarz aus der Spraydose und dann mit Glanzlack auf dem Pinsel für die Teile, die beim Vorbild gelegentlich mal geputzt werden, ist eigentlich nur eine größere Sache passiert: der Übergang zwischen den vorderen Kotflügeln und den Trittbrettern.

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Büssing 8000 Kipper (Basis Wiking)

Da muß ich wohl mal wieder Abbitte leisten. Der Büssing 8000, der gute alte Veteran aus dem Hause Wiking, kam mir immer vor wie ein viel zu kümmerlich geratenes Spielzeugauto. Alte Wiking-Laster sind 1:90, so “weiß” man ja. Stimmt ja auch — meistens.

zug-roh-l-full

Beim 8000 stimmt es aber nicht. Der Vergleich mit Vorbildfotos und -Maßen sowie mit dem Brekina-Modell ergibt zwar ein paar Abweichungen, aber wie man sehen wird, keine dramatischen:

  • Die Motorhaube ist ein bißchen kürzer.
  • Die Kabine ist hinten ein bißchen schmaler.
  • Die Räder, und in der Folge auch die Kotflügel, sind deutlich kleiner.
  • Die Breite über alles ist deutlich geringer.
  • Der Radstand und die Länge ist deutlich geringer.

Das klingt zugegebenermaßen jetzt nicht sooo toll. Aber wenn man dann noch weiß (oder wie ich neulich gelernt hat), daß es zwei verschiedene Büssing-8000-Serien gab, daß Wiking die ältere und Brekina die neuere nachgebaut hat, und daß die ältere tatsächlich eine etwas kürzere Motorhaube hatte — dann reift schnell der Entschluß, daß man aus dem Wiking-Modell was bauen muß.

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Fraktur ist Glückssache

Nein, natürlich ist Fraktur bzw. ihr korrekter Satz keine Glückssache.  Aber man könnte es meinen, wenn man die Regeln dafür kennt und dann offenen Auges durch die Welt läuft.

Die einfachste und zugleich wichtigste Regel des Fraktursatzes lautet: Am Wortanfang, außer bei Großschreibung, und im Wort wird aus dem “runden” s, das wir heute als das normale empfinden, ein “langes” s.  Das sieht dann so aus (oben falsch, unten richtig):transportgesellschaft-fraktur

Man sehe aber bitte genauer hin: außer den langen s unterscheiden sich die beiden Wörter auch durch einige Ligaturen.  Das sind zusammengegossene Buchstaben, oben im Beispiel ll, sch und ft. Und das muß auch so sein! Ligaturen wurden immer verwendet, wenn es sie gab.  Damals haben Laien keine Schriften gesetzt, und die Profis kannten die Regeln.

Ein Profi-Schriftenmaler hätte allerdings auch das obige Schild anders gemalt: um die a herum, zwischen s und p sowie zwischen ll und sch ist ein bißchen zu viel Platz.  Solche Schilder wird man also im Modell nicht wie ich das Beispiel oben mit dem Textverarbeitungsprogramm, sondern mit dem CAD- oder zumindest Malprogramm zusammenbasteln und dabei die Buchstaben an diesen Stellen enger zusammenschieben:  transportgesellschaft-fraktur-eng

Für die seltene Gelegenheit, daß man keine gemalten, sondern gesetzte und gedruckte Texte mit dem Computer nachbilden will, reicht freilich auch die Textverarbeitung: Buchstaben enger zusammensetzen, als die Lettern nun mal breit sind, kann man im Bleisatz halt nicht — genau deswegen gibt es ja Ligaturen.

Sehr schöne Frakturschriften mit allen nötigen Ligaturen, aber auch Antiquaschriften mit langem s und viele andere schöne Fonts findet man z.B. bei CAT-Fonts.

Der eigentliche Auslöser für diesen Artikel war aber ein anderer.  Die einfachste Regel von oben hat nämlich noch einen zweiten Teil: am Wortende, und auch in zusammengesetzten Wörtern am Teilwort-Ende, wird nämlich ein rundes s gesetzt:vereinsheim-fraktur Für irgendwas muß “s” ja gut sein :-)

So.  Und jetzt seht Euch mal diese Tür des Märklin-Büssing 650 an:

buessing-650-maeh-berufffeuerwehr

Einmal mit Profis …

Okay.  Eigentlich ist es mir egal, denn die Lackierung, die ja eher an eine Tauchlackierung erinnert, kommt eh runter — in der Hoffnung, daß darunter etwas weniger seifenschnitzereimäßige Gravuren versteckt sind.  Aber trotzdem finde ich diesen Fauxpas zu etwa gleichen Teilen amüsant und peinlich für den Hersteller.

Mehr zum Büssing 650 von Märklin dann demnächst …

Die Kraft, die aus dem Keller kommt

buessing-commodore-lu-11-60-r

Nein, es geht nicht nur um Unterflur in den neuesten überflüssigen Artikeln bei Modellbahnfrokler.  Es gibt dort je eine Übersichtsseite zu Büssing-Haubenwagen und -Frontlenkern, soweit sie für die Epoche 3 von Bedeutung sind.  Natürlich mit Frokeltips und illustriert mit Modellfotos, wenn auch noch mit viel zu wenigen — Ergänzungen folgen immer dann, wenn mal wieder ein Büssing-Modell fertig wird, also immer mal wieder über die kommenden paar Jahrzehnte ;-)

Zu Besuch in Murnau

Vor Jahren zeigte Johannes Auerbacher im DSO-Forum eine beeindruckende Artikelserie mit zahllosen tollen Bildern seines nicht minder tollen Bahnhofes Murnau und der Heimanlage, die er um dieses Fremodul gebaut hat.

murnau1

Das fanden wir damals schon zu schade, um den üblichen DSO-Forumstod — verlinkt auf Seite drölf, ohne Bilder dank verrotteter Links zu kostenlosen Bilderhostern — zu sterben.

Deswegen habe ich damals schon klargemacht, was ab heute Wirklichkeit wird: die Serie kommt auf Modellbahnfrokler! Allerdings nicht alles auf einmal, sondern heute erstmal nur der erste Teil: In Murnau wird Ng 8013 zu Ng 8014.

Fortsetzung folgt.  Hach, ick freu mir. :-)