Büssing 12000: Jetzt fährt er sogar

Vor auch schon wieder ein paar Jahren hatte ich auf meine Modellbesprechung des Brekina Büssing 12000 (oder 12000 U) bei Mo87 hingewiesen — jetzt ist auch endlich mal wieder was am Modell passiert.

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Und nein, es geht hier nicht nur um ein bißchen Farbe … denn von vorn nimmt sich mein taubenblau umlackierter und eigenhändig chrombezitterter, da werkseitig als „Halbstarker“ undekoriert gewesener Laster zugegeben nicht viel mit dem jüngeren, vom Hersteller dunkelgrün lackierten und top-dekorierten Brekina-Modell — die im Makro auffallenden, live aber zumindest für meine trüben Augen kaum wahrnehmbaren Unsauberkeiten werden durch den angedeuteten Kühllufteinlaß, den wacheren Blick aus den sibern hintermalten Lampen und die vorhandenen Fensterdichtungen ungefähr auf, aber das alleine ist selbst mir kein Blogposting wert.

Von hinten und natürgemäß noch deutlicher von unten hat das Brekina-Modell aber ein Problem: Die Hinterachs-Differentiale sitzen so hoch, daß sie die vorbildwidrig viel zu dünne Modell-Stahlachse nicht mal berühren; das Modell rollt, aber fahren könnte es so nicht.

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Also muß es ja wohl andere Hinterachsen bekommen — so wie das im Bild obere Modell. Das stimmt zwar im Detail formal sicherlich nicht mit dem Vorbild überein, aber es ist zumindest näher dran, und auch von hinten …

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… blinkt keine blanke Stahlachse aus all dem Rot, sondern man kann zumindest ein Differentialgehäuse erahnen. Kleiner Unterschied, große Wirkung!

Und die gute Nachricht ist, daß das eigentlich auch gar nicht soo viel Arbeit ist. Zumindest deutlich weniger, als ich am Anfang befürchtet habe. (Die schlechte Nachricht ist freilich, daß man es überhaupt machen muß. Kein Ruhmesblatt für Brekina, das Ganze!)

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So schlecht ist das nämlich gar nicht, was Brekinas Chinesen da an Hinterachsantriebsgedöns abgeliefert haben, nur halt zu weit oben. Ich habe es ergo lediglich rausgesägt …

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… und weiter unten wieder angeklebt. Dazu kam etwas Evergreen: 2,5*0,5 mm als Ausgleich der Schnittverluste beim Raussägen, Röhrchen mit 1 mm Innendurchmesser als Achsen, entsprechend größere halbierte als Andeutung von Differentialgehäusen und dem tieferliegenden Teil des Getriebes und 1,0*1,0 mm zum Füllen der Aussparung für das Auspuffrohr hinten links. Dazu, weil ich schon mal dabei war, ein flaches U-Profil 1,5 mm breit, an den Enden schräg runtergefeilt, als Andeutung der Vorderachse; diese ist allerdings, wenn das Modell auf einer Fahrbahn steht, aus keinem Winkel sichtbar.

Rollen tut das natürlich nicht mehr — wer Wert darauf legt, der kann sicher mit etwas mehr Sorgfalt beim Einbau der Hinterachsrohre und des Vorderachsträgers auch erreichen, daß sich die nach wie vor vorhandenen Stahlachsen darin auch weiterhin drehen lassen, meine Modelle jedoch müssen nicht spieltauglich sein (dazu sind alte Wikinger eh besser geeignet) und sollen auch nicht vom Modul rollen —; dafür könnte das Modell jetzt fahren, wenn es ein Vorbild wäre :-)

Und damit es auch ein bißchen weiter käme als im originalen Brekina-Zustand, habe ich auch noch die klaffenden horizontalen Spalte in den Tanks verschlossen — oben schon gespachtelt, aber noch nicht geschliffen und ohne die neuen Tankbänder aus 0,5*0,25-mm-Profil.

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Insgesamt ist es schon ein bißchen enttäuschend, daß man solche Verbesserungen an einer Formneuheit des Jahres 2014 vornehmen muß — da hat Brekina schon deutlich früher deutlich Besseres abgeliefert. Insbesondere die Sache mit den Tanks geht so gar nicht; Altmeister Wiking hat selbst beim LU 7 von 1958 (!) geschicktere Lösungen gefunden, auch bei der Hinterachse. Und ja, über den wird demnächst auch hier zu berichten sein!

Aber komm, was soll’s: der 12000 ist schon eine gewaltige Wuchtbrumme, und auch wenn er nach dem gezeigten Umbau immer noch kein Supermodell heutigen Standards ist (dazu bräuchte es mindestens freistehende Hinterachsfedern, durchbrochene Felgen und weniger höhlenartige Fensteröffnungen), so gefällt er mir doch jetzt immerhin gut genug, um mich nicht zu ärgern, wenn ich ihn ansehe.  Und man braucht ja angesichts der Vorbildstückzahlen auf keinen Fall so viele, wie ich bereits mein Eigen nenne … es ist also überschaubar, die zu befrokeln, im Gegensatz zu, ach, was weiß ich, G 10 oder VW Käfern oder preußischen Abteilwagen oder so. ;-)

Zur Nachahmung jedenfalls empfohlen!

Sicherheitshinweis: Nicht zur Nachahmung empfohlen ist das Abstellen von Schwerlastwagen oder sonstigen Kraftfahrzeugen auf Spriegelgestellen von Nutzkraftwagen.  Diese sind ausschließlich fürs Tragen der Plane nebst allfälliger Schnee- und Windlasten ausgelegt.  Nichtbeachtung dieses Sicherheitshinweises kann zu erheblichen Beschädigungen beider Fahrzeuge und zu schweren, gar tödlichen Verletzungen Umstehender führen und wird von der Berufsgenossenschaft Preiser zu recht geahndet!

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