Keine Messe, kein Bericht

Nachdem meine Neuheit des Jahres, Rocos Pwgs 41, hier ja schon frohgemut verkündet worden ist, scheint die Luft raus zu sein.  Sicher, ein paar wichtige Hersteller wie Brawa und Weinert fehlen noch im Reigen der Verkündungen, auch bei Artitec bin ich auf die PDFfe gespannt, aber einen richtigen Keinemessebericht ;-) werde zumindest ich hier wohl mal wieder nicht schreiben dieses Jahr, sondern allenfalls noch ein paar Highlights herausgreifen, wenn denn genug darüber bekannt ist.

Eins davon könnte z.B. Rocos angekündigte Baureihe 38.10-40, besser bekannt als preußische P8, werden.  Ich wünsch mir da ja eine Version mit „Allradantrieb“, also mit angetriebenen Lok- und Tenderachsen — ein Konzept, das mich außer bei großrädrigen Barrenrahmenlok immer noch überzeugt.  Und für die P8 hätte man zwei der passenden Tender, den Wannentender von der 50/52 und den pr 2’2′ T 31,5 von der württembergischen C alias Baureihe 18.1, ja schon mit der nötigen Technik drin verfügbar.

Ein anderes ist spezieller: die Firma Loewe, sozusagen Nachfolger im Geiste der eingestellten Marke Heico, stellt das seinerzeit schon von denen angekündigte Löschgruppenfahrzeug „LF 8 schwer“ auf Magirus-Deutz „D“ an.  Wie überhaupt 2021 das Jahr der LF 8 zu werden scheint: Brekina kündigt gleich drei davon an, nämlich Opel Blitze der Baujahre 1952 und 1962 sowie einen 1960er Faun.  Sonst finde ich in Brekinas Liste noch den MAN MKN 26 als Rundhauber-Überlandbus und den Berliner Doppeldecker D2U von 1951 bzw. 1952 interessant; natürlich kommt da noch viel mehr, aber halt aus anderen Zeiten und Gegenden, da solltet Ihr wirklich mal selber ins PDF kucken, wenn es mal da ist.

Ohne (weitere) Nachricht verbleiben aus meiner Sicht die bereits bekannten Sachen folgender Marken: Auhagen, Faller, Märklin, Piko, Roco, Wiking.

Die Bachert-Einzelkabine

Vor einem guten Jahrzehnt hat Wiking neue Formen für Magirus-Haubenwagen der leichten Baureihe (3500, 4500, Saturn, Mercur, Sirius etc.) gebaut.  Das ist grundsätzlich eine erfreuliche Entscheidung.  Leider war man aber schlecht beraten, was die Kabinenform angeht.

Links das zeitgenössische Wiking-Modell, rechts die moderne Interpretation. Wir erkennen: die neue Kabine ist viel zu breit und zu eckig (und hat aber wunderbar klare Fenster!).
Foto mit freundlicher Genehmigung von „U 406er“

Wie das kam, ist ausnahmsweise mal gut nachvollziehbar.  Das, und was man da frokeln kann, sei deswegen in diesem Beitrag beschrieben.  weiterlesen Die Bachert-Einzelkabine

Pwg 14: Modellkritik GFN vs. Brawa

Schon wieder ein Update der Modellbahnfrokler-Hauptseite?  Nicht daß das zur Gewohnheit wird! ;-)

Pwg pr 14 von Fleischmann (links) und Brawa in Epoche 3a, von der Packmeisterseite gesehen

„Nur“ eine Modellkritik der preußischen Güterzugpackwagen von Fleischmann (GFN) und Brawa in meiner Lieblingsepoche 3a (die auch schon einige Zeit in der Mache war)?  Mitnichten: Wie das öfter so kommt, mußte ich natürlich auch gleich wieder mit Frokeltips und Links zu weiterführenden Seiten um mich werfen.  Und weil hier die Beschaffung weiterer Brawa-Pwg ansteht und ich deswegen sowieso am Varianten-Googlen war, habe ich auch gleich noch eine Tabelle sämtlicher bis dato gelieferter Brawa-Modelle dazugepackt.

Viel Spaß damit, und allfällige Korrekturen und Ergänzungen natürlich wie immer gern zu mir!

Dasselbe wie oben, nur von der Zugführerseite

Meine Neuheit des Jahres

Bißchen verfrüht am 12. Januar?  Kann schon sein, aber es müßte schon echt eine Sensation folgen, um Rocos Haupt-Güterwagenneuheit aus meiner Sicht diesen Titel noch abzulaufen:

Roco bringt den Pwgs 41!

Was habe ich darauf gewartet.  Seit Stefan Carstens in der Miba-Serie „Güterwagen auf Maß gebracht“ seinen Selbstbau vorgestellt hat (Hefte 6 und 7/1983), wollte ich so ein Ding haben.  Da war ich 13!  Und der Bastelbogen dafür war eine der ersten Modellbahnfrokler-Seiten überhaupt (hat den eigentlich mal irgendwer gebaut?).  Das Märklin-Modell erfüllte mich leider nur anfangs mit Enthusiasmus, bis ich den Fehler bei der Fenstergröße bemerkt hatte.  Um einen Umbau hab ich mich aber jetzt endlich lange genug gedrückt und muß auch kein dreistelliges Geld mehr für den Weinert-Bausatz ausgeben.

Nun also endlich Roco.  Und die CAD-Vorschauen sehen gut aus!  Besonders freut mich die in drei Positionen (geschlossen, halboffen, offen) einsetzbare Schiebetür, denn gerade durch die innenliegenden Schiebetüren sieht der Wagen mit geöffneten Türen sehr interessant aus — beim Märklin-Modell die Schiebetür aus dem dicken Gehäuse zu flexen hab ich trotzdem nie auch nur ernsthaft erwogen.  Auch daß gleich Modelle mit und ohne Dachkanzel kommen (wenn auch ersteres nur in einer Zugpackung), finde ich gut, ebenso wie ich den österreichischen Modellbahnern die ÖBB-Umbauversion von Herzen gönne.  Ich hoffe aber, daß das Blechdach mit Falzen der CAD-Vorschaubilder auf die DB-/DR-Versionen ein Artefakt der ÖBB-Version ist und an den fertigen Modellen verschwunden sein wird!

Schade, daß erstmal keine Epoche-3-Version und vermutlich auch keine in Flaschengrün zum einfachen Umbeschriften kommen wird, aber das wird hoffentlich ja folgen — genau wie ich mich über künftige Varianten mit dem zusätzlichen Seitenfenster am Nicht-Einstiegs-Ende und ggf. der für einen Güterzug-Packwagen wunderbar grotesken Stromlinienkanzel sehr freuen würde.

Aber ich will mal nicht unverschämt sein und freu mich erstmal auch so bärig auf meine Neuheit des Jahres!

Vier Jahre und vier Tage

… ist nichts an der Hauptseite von Modellbahnfrokler passiert.  Aber heute!

CAD-Vorschau des Kupplungsadapters für den Roco-VT 98

Aus diesem Thread bei DSO über das alte Problem, wie man einen Roco-Schienenbus vernünftig mit normalen Wagen kuppelt, entstand ein Update einer der ältesten Modellbahnfroklerseiten „öwwerhaupts“, jetzt nicht nur mit vernünftigen Bildern (nicht von mir) und dem Hinweis auf ein kommerziell erhältliches Teil zur Lösung (nicht von mir), sondern auch mit dem Angebot des kostenlosen Downloads einer 3D-Druckdatei für ebenjenes Teil (nicht von mir).

Vielen Dank an alle Beteiligten!  — Und was hab ich dazu geleistet, daß ich so stolz bin?  Hey, irgendwer muß sowas doch auch kuratieren ;-)

Volkswagen auf Maß gebracht (I)

So, nun ist es endgültig an der Zeit. Wie in meiner Ungezieferwarnung schon angedeutet, kann mich die geneigte Industrie jetzt mal gepflegt „an die Füße fassen“, ich mach mir meine Käfer jetzt selber. Und wenn es 10 Jahre dauert, dann dauert es meinetwegen 10 Jahre — eher werden uns die allseits verehrten Großserienhersteller Wiking, Praliné/Busch, Brekina, Schuco, Herpa, Schonwiederwiking und Schonwiederbusch, in der Reihenfolge ihrer bisherigen Versuche seit 1986, eh nicht mit einem weiteren Versuch enttäu beehren.

Aber ich will ja nicht schon wieder das Klagelied des Käferfans anstimmen. Getreu meinem Neujahrsvorsatz — weniger jammern, mehr frokeln — habe ich beschlossen, die Sache jetzt wirklich mal selbst in die Hand zu nehmen. Und weil das hier ein ziemlicher Sermon werden wird, können alle Interessierten nach einem Klick … weiterlesen Volkswagen auf Maß gebracht (I)

Ungezieferwarnung

Hach ja. Busch hat einen komplett neuen Brezel- und Ovalkäfer gemacht. Das war dringend nötig, wenn man sich das alte Busch-ex-Praliné-Modell ankuckt, und ja, ich war hoffnungsfroh, was bei mir altersstarrsinnigem Pessimisten ja einiges heißen will.

Und deswegen gab es angesichts der CAD-Vorschauen und ersten Mustermodelle auch hier keinen Verriß. Vielleicht korrigieren sie ja die Fehler noch. Kann doch sein. So ein wichtiges Modell werden die doch nicht versemmeln.

Ja. Arschlecken.

Sorry, aber freundlicher kann ich es nicht formulieren: Dieses Modell ist Grütze. Besser detailliert und dekoriert, ja, aber formal eher schlechter als das alte Wiking-Modell des Brezelkäfers. Von 1986Von fucking 1986!

Sorry. Geht gleich wieder.

Die Bilder stammen nicht von mir, alldieweil ich gerade krankheitsbedingt nicht daheim weile und auch noch keinen Buschkäfer habe. Geborgt habe ich sie mir bei Mo87.de.

Oben Busch, unten Wiking.

Auf den ersten Blick sieht der Buschkäfer natürlich besser aus als der von Wiking. Fein bedruckt, schicker Chrom, zwar keine zweifarbigen aber immerhin wagenfarbige Felgen, sicher auch ein schönerer Innenraum als der wikingsche. Keine Frage. Aber wenn man genauer hinkuckt, fallen einem am Buschkäfer viele unschöne Details auf. Zu denen gleich, aber erstmal zum wichtigsten Merkmal überhaupt:

Die. Seitenfenster. Sind. Schon. Wieder. Zu. Groß.

Echt. Ich fasse es nicht. Wozu rede ich mir denn jahrzehntelang den Mund fusselich, wenn jeder einzelne verfluchte Hersteller wieder und wieder und wieder denselben Fehler macht? Ist heute Murmeltiertag oder was? Zum Mitmeißeln: Käfer bis 1964 hatten kleinere Seitenscheiben als Käfer ab 1965. Da, kuck:

Rechts ein Dickholmer (also Soll), links angeschnitten ein Dünnholmer (also so wie die H0-Modelle).

Ja, auf dem Bild ist kein Brezelkäfer, danke für die Aufmerksamkeit. Für die Seitenfenster macht das aber genau keinen Unterschied. So wie am rechten hätten die Modelle aussehen sollen. So wie am linken sehen sie aus.

Und damit wäre der Buschkäfer an sich auch schon erledigt, denn ein Modell mit so einem Fehler, aus brandneuen Formen, zu Preisen auf Starmada-Niveau (vor der momentanen Ramschphase wohlgemerkt) — wer das kauft, ist echt selber schuld. Aber wo ich gerade so schön in Fahrt bin, rante ich gleich noch ein bißchen weiter, denn nein, das war nicht das einzige Problem. Die Aussage „schlechter als das Wiking-Modell“ war schon bewußt so gewählt oben. Zur Erinnerung nochmal das Vorbild? Gern:

So sieht ein alter Käfer von vorne aus. Von 1938 bis 1967.

So. Und hier Buschs Interpretation

„Aber Volkswagen, warum hast du denn so große Augen?“ — „Hau ab, ich bin am Kacken!“

Da ist beim Vorbild jede Menge mehr Luft zwischen Stoßstange und Scheinwerfer. Bei Busch liegt die Oberkante des Stoßstangenhorns, wie das erste Bild noch deutlicher zeigt, höher als die Scheinwerferunterkante! Aber die Position der Scheinwerferoberkante haut hin, und die der Stoßstange auch. Was bitte ist da passiert, Busch? Habt Ihr den Scheinwerferdurchmesser an der Außenkante Chromring gemessen und dann die Streuscheibe so groß gemacht und dazu noch den Chromring zu breit oder was? Irgendwer gehört für diesen Fehler fürchterlich aufs Maul gehauen. Die Formtrennkante ist da nur noch eine zusätzliche Beleidigung.

Genauso schlimm verkorkst: Felge und Radkappe. Hier stimmt formal nichts. Gut, Wikings Räder sind viel zu breit, aber Form und Durchmesser mögen für die 16″-Felgen des Wiking-Vorbilds gut hinkommen. Vernünftige 15″-VW-Räder gibt es bei Brekina, übrigens. Diese Buschdinger hingegen sind alles, aber nicht VW.

Busch von hinten: Ovali und Brezel. Leider beide falsch.

Am Heck fallen zunächst die fehlenden Auspuffendrohre auf. Beim Brezel, und auch bei der ersten Generation Ovali 1953-54, gehört da eh nur eins dran, und das hat Wiking auch richtig zumindest angedeutet. Bei Busch: Völlige Abwesenheit. Über die zu grobe Struktur der Kühlluftschlitz-„Orgelpfeifen“ sehe ich mal gnädig hinweg, das hat noch keiner richtig hinbekommen, wahrscheinlich geht es in Spritzguß auch gar nicht.

Was nur Käferkenner sehen, ist aber der Baujahresmix. Klar, wenn man Brezel und Ovali aus derselben Form bauen will? Mitnichten: 52er Brezel und 53/54er Ovalis sahen bis auf die Heckscheibe(n) genau gleich aus. Nur halt nicht wie die Busch-Modelle. Zum einen hatten sie die berühmten „Herzchen“-Rückleuchten mit dem Extrafenster fürs Bremslicht (ein Bild davon kommt unten). Zum zweiten gehören die viel weiter unten an die Kotflügel — und auch die sämtlich herzlosen kleineren, vorherigen Brezel- wie größeren, späteren Ovali-Rückleuchten. Die einzigen Käfer, für die die Rücklichtposition in etwa hinkommen mag, sind noch spätere Dickholmer wie im ersten Vorbildfoto oben, wenn sie mit den sogenannten Export-Bügelstoßstangen ausgestattet sind.

Quasi als Ausgleich für die zu neuen Rückleuchten, zumindest für den Brezel, hat die Motorhaube eine Kennzeichenprägung. Das gab es beim Vorbild auch — bis 1948. „Aber Ermel, das soll keine Prägung sein, sondern ein Kennzeichen!“ Ah, achso. Warum ist dann vorne keins?

Nee, Busch, tut mir vermutlich mehr leid als Euch, denn natürlich werden die Leute Eure Käfer trotzdem kaufen, aber das war ein Satz mit X. Wieder einmal wurde ein Käfer-Großserienmodell mit Anlauf vor den Ofen gesetzt, in einer Zeit, wo es dank Foren, Käferclubs und einem Internet, in dem es fast so viele Käfer- wie Katzenbilder geben dürfte, auch bei wohlwollendster Betrachtung nicht mal den Hauch einer Ahnung für eine valide Ausrede dafür mehr gibt. Null Punkte, aber nur, weil ich keine negativen vergeben kann.

Das kann doch nicht so schwer sein?

Seufz.

Mikados, die zweite

Nach dem doch recht langen „Einführungsteil“ gibt’s jetzt nur noch kleinere Happen.

Neue Häuser für die Arbeitenden

Das das Roco Führerhaus nicht so ganz das wahre ist, ist ja bekannt. Mit ein paar neuen Griffstangen und Dachhaken wird es zwar schon mal deutlich besser, aber das das Bessere ist der Feind des Guten: Nach einer längeren Unterhaltung über eine gebraucht erworbene Altbaukessel-41 bei einem Fremo-Treffen habe ich mich entschlossen, zumindest auf den beiden entstehenden 41ern Führerhäuser von der Fleischmann 03/41 unterzubringen – oder doch lieber von der Roco 50?

So entsteht eine Posse: wenn man zu einem Händler geht, der fast nur Märklin verkauft — der wollte mir nicht glauben, dass ich ein Führerhaus für eine Lok haben wollte, von der ich die Artikelnummer nicht wusste. Noch verdutzter guckte er mich an, als ich erzählte, dass ich nichtmal die Lok zu dem Führerhaus hätte, aber nach einigem Überreden bestellte er mir dann trotzdem eines. Ich vermisse meine Fachhändlerin aus Hamburg.

Ich hatte nun also ein original Roco-41-Führerhaus, eines von der Roco-50 und eines der GFN-03. So viel kann ich schon mal verraten: auf die 41er kommt das der Fleischmann-03, es gefällt mir einfach am besten und hat auch die für meine beiden richtige Indusikiste. Das der Roco-50 soll in der Dachrundung nicht ganz passend sein — ich konnte da allerdings kein Unterschied feststellen. Aber dafür hab ich auch noch eine Verwendung: In den Tiefen der Bastelkiste liegt 44 552, eine Öl-44 mit Schürze, aber mehr dazu irgendwann anders mal.

So ganz kann man das Führerhaus dann doch nicht direkt benutzen: Es müssen noch Windstauschuten dran, und im Weinert-Katalog habe ich endeckt, dass es Tendertüren für Einheitsloks gibt. Also probieren wir das doch mal …

41 026 oben und 41 323 unten

Wer gut schmiert, der gut fährt

Alles wäre so schön einfach, wenn Roco unterm Führerhaus nicht auch totale Grütze abgeliefert hätte. Die Seite vom Chef mag ja noch durchgehen, aber die unterm Heizer hat sich ein Konstrukteur bei Roco völlig frei ausgedacht. Bei 41 019 hab ich das Teil noch versucht zu retten, aber das war auch mehr schlecht als recht. Bei den beiden anderen habe ich es komplett neu gebaut. Dazu entstand der Speisewassermischbehälter (der große Kasten, in dem sich das Kondenswasser vom Mischvorwärmer und das aus dem Tender angesaugte Speisewasser vermischen) aus einem Stück PS Profil und die Leitungen wie immer aus Messingdraht. Der kleine Haltewinkel war mal ein Stück Umrandung eines Ätzteils.

Da wir schon mal auf dieser Seite der Lok sind, da ist ja auch noch der Antrieb für den Boschöler. Leider ist das bei der unsäglichen Knickrahmenkonstruktion nicht funktionsfähig hinzukriegen, aber zumindest kann man es andeuten. Dazu fix ein bisschen Ätzteilerahmen und einen kleinen Draht zusammengelötet und fertig. Fertig? Nein, nicht ganz! Sowohl 41 026 als auch 41 323 hatten Spurkranzschmierung. Bei den 01 oder 44 war die Pumpe im Steuerungsträger eingebaut, bei den 41 hingegen zwischen der letzen Kuppelachse und dem Nachläufer. Das wurde vom Antrieb des Boschölers mitangetrieben, da muss also noch ein Drähtchen dran.

Was sonst noch so geschah

Wie ihr auf den Bildern seht fehlt eigentlich nur noch eine ganze Menge Farbe auf den Loks, und dann war’s das mit dem Thema Flensburger 41. Danach gibt’s noch einiges andere zu frokeln, z.B. mischende Schnellzugloks oder ehemalige Schnellfahr-Zweizylinder-Loks …

Fortsetzung folgt.

So sehen Sieger aus

Darf ich vorstellen? Ein Audi Typ C 14/35 PS „Alpensieger“ der Baujahre 1912-21.

Audi Alpensieger von Artitec. Die Bildqualität bitte ich zu entschuldigen, …

Was ich damit will?  Nun, zu meiner Zweitepoche 2a-b, Stichjahr 1928, waren diese Kisten ältliche Gebrauchtwagen, das paßt schon — allenfalls muß ich mal eruieren, ob die zu der Zeit echt noch naturfarbene Reifen hatten oder ab wann da Schwarz aufkam.

Aber kuckt Euch mal das Modell an! Vor allem die Räder mit zwei geätzten Lagen Speichen pro Rad sind umwerfend. Auch vordere Blattfedern, Kotflügel, Hupe und Lenkrad sind Ätzteile; die Scheibe mit bedrucktem Rahmen ist wohl Kunststoffspritzguß, der Rest Resin. Und das kommt so wie es da steht, also zusammengebaut und bemalt bis hin zum Schlußlicht, zart gealtert und mit Schiebebild-Kennzeichen, von Artitec zum Preis eines nicht ganz billigen Güterwagens.

… die Bilder werden bei Gelegenheit durch bessere ersetzt!

Meine Bilder werden dem Modell nicht gerecht (ich muß mir mal wieder ne funktionierende Digitalkamera zulegen, die Schlaufonkäm kommt an ihre Grenzen bei sowas). Aber die wunderbar strukturierten Polster, die feinen Ätzteile und die absolut plane, klare und dünne Scheibe sieht man hoffentlich auch so.  Der Lack ist nicht perfekt, aber ordentlich — und bei mir soll es ja auch keinen Neuwagen darstellen, das ist schon okay so.

Und vor allem ist dieser Audi trotz seines stolzen Namens eben kein Renn-, Spocht- oder Luxuswagen, sondern ein ganz normaler Mittelklasse-Phaeton. Das ist zu betonen, denn normale Autos aus diesen Epochen sind selten am Modellmarkt. (Natürlich konnten sich damals nur reiche Leute einen Mittelklassewagen leisten — auch das war aus der Sicht des Durchschnittsbürgers, der mit Glück vielleicht ein kleines Motorrad sein Eigen nannte, schon unvorstellbarer Luxus.)

Das einsame Schlußlicht dürfte vorbildgerecht sein, aber mal sehen, 1928 hatte man vielleicht ja auch schon ein zweites montiert. Oder vielleicht auch eine Kofferbrücke?

Wenn man partout was dran verbessern will: Die Hupe ist etwas zweidimensional geraten so als Ätzblech, die vier Scheinwerfer könnten mehr Glanz in den Reflektoren und Bondic als Scheibenimitat vertragen, und die evtl. Epochenanpassungen bei Schlußlichtern und Reifenfarbe habe ich ja schon erwähnt.  An möglichen Zubehörteilen fällt mir außer der genannten Kofferbrücke noch ein Scheibenwischer ein, da muß ich mich mal schlaulesen.  Der größte Aufwand dürfte aber das Einpassen einer Preiser-Reisegesellschaft werden …

Großes Kompliment also an die Firma Artitec. Und ja, ich gebe zu: ich hätte ihn auch gekauft, ohne die passende Epoche im Portfolio zu haben — dann stünde er halt stark patiniert und auf platten Reifen auf irgendeinem 1955er Allenstedter Hinterhof.  Solch Schicksal bleibt ihm aber nun erspart — was ich damit vorhabe, wird noch nicht verraten, aber ein prominenter Platz ist ihm sicher!

Dachbodenfund

Was man so beim Entrümpeln des elterlichen Dachbodens alles findet:

Kibris gute alte Stadthäuserzeile, verpfuscht vom Autor ca. 1983

Die Kibri-Stadthäuser sind nochmal was älter als die wunderbaren kriegsbeschädigten Pola-Stadthäuser. Ja, auch diese Exemplare, nicht nur die Formen. Und auch wenn die Überschrift klingt wie ein Ebay-Angebot: nein, die dürfen bleiben! Zugegeben, sie sind etwas zu Epoche 4 in mehrerlei Hinsicht: von den Geschoßhöhen zumindest der linken drei, von der werkseitigen Dekoration und Farbigkeit (bis auf den Rauhputz am Eckhaus ganz rechts, den ich mit Erde aus Elterns Garten … aber lassen wir das) und nicht zuletzt auch von der Bauqualität.  Aber hey, als ich die Märklin-Anlage abgerissen habe, auf der sie standen, war ich grad mal 16 …

Etwas weniger greulich und etwas mehr gräulich, vielleicht auch mit einer kleinen Erhöhung der Stockwerke mittels Tischkreischsäge und Evergreenprofilen, auf jeden Fall aber mit epochengerechterer Gestaltung denke ich schon, daß man die auf Stadtmodulen im Fremo verwenden kann, ohne sich damit zum Horst zu machen. Natürlich nicht als ganze Zeile, sondern locker zwischen die Polas und anderen Gebäude gestreut. Echte Städte haben schließlich auch keine genormten Geschoßhöhen und Grundstücksflächen. Einen Versuch ist es jedenfalls wert, finde ich und werde gelegentlich berichten.