USA, Frankreich – Erfurt

Die USA sind das Herkunftsland dieses schönen Güterwagentyps, es handelt sich nämlich um sogenannte „TP-Wagen“, Kriegsgüterwagen aus dem 1. Weltkrieg.  Die wurden in den USA vorgefertigt, in Frankreich montiert und dann nach dem Kriege auch dort eingestellt.  Im Zuge des 2. Weltkrieges über Europa verstreut, kamen sie dann auch zur DB und wurden hier als XXto 90 eingereiht:

XXto 90 der DB, REE-Modell WB401

XXto 90 der DB, REE-Modell WB401

Die Modelle stammen von REE und sind in vier deutschen Beschriftungen erhältlich, von denen die altersmäßig mittleren beiden hier im Bild vorgestellt werden.   Außer dem gezeigten der frühen Epoche 3b bis 1960 mit altem Lastgrenzraster gibt es auch noch einen mit geschlossenem solchen (WB400), einen Wagen der Epoche 2c als Wagen der DR Pl (WB398) und diesen (natürlich vom Unterzeichneten beschafften) XXto Erfurt der DR Brit-US-Zone:

XXto Erfurt, REE-Modell WB399

XXto Erfurt der DR Brit-US-Zone, gealtertes REE-Modell WB399

Zum Vergleich nochmal der Epoche-3b-Wagen im Detail:

XXto 90 der DB, Anschriftenfeld

XXto 90 der DB, Anschriftenfeld

Die nur aufgedruckten Zettelhalter sind die einzige offensichtliche Stirnrunzeligkeit, der Beipackzettel rät zum Aufkleben eines Zurüstteils, das allerdings nicht beiliegt, und begründet dies mit der unterschiedlichen Position je nach Variante.  Das kann einen Frokler nicht erschüttern …

XXto 90 beladen mit dem Inhalt seines Zurüstbeutels

XXto 90 beladen mit dem Inhalt seines Zurüstbeutels

Es liegt auch so genug bei.  Von links nach rechts: Seilteller (die an den Wagen deutschen Vorbilds allerdings nichts zu suchen haben), Sicherungsketten zur Montage an der Pufferbohle (?), Kupplergriffe, höchst löbliche Ersatz-Signalhalter (den bereits montierten zeigt das Bild am Pufferbohlen-Eck deutlich), Bremsschläuche, Originalkupplungs-Attrappen und NEM-Bügelkupplungen, die sich freilich qualitativ dringend nach dem Abfalleimer sehnen.

Stirnseite des gealterten XXto Erfurt

Stirnseite des gealterten XXto Erfurt mit zurückgesetzter GFN-Kupplung

Bemerkenswert: die vielleicht etwas klobigen Puffer sind zwar aus Kunststoff, aber gefedert.  Gleich noch ein Praxistip: wenn man schon beim Zurüsten ist (was mein Wagen noch vor sich hat, ich brauch ne stärkere Lupenlampe, Altwerden nervt), gleich die Puffer abziehen und mit einem Tröpfchen Sekundenkleber sichern, sie sitzen nicht allzu fest.

Bemerkenswert: der linke Wagen hat zusätzliche Rungenhalter

Bemerkenswert: der linke Wagen hat zusätzliche Rungenhalter

Die Modelle WB398 (Epoche 2c) und WB400 (frühe Epoche 3b) verfügen über Rungenhalter, die die beiden anderen Modelle nicht haben.  Die dunklen Bordwand-Innenseiten des Epoche-3a-Modells sind übrigens nicht grau lackiert, das wirkt im Bild nur so wegen der etwas dunkleren Alterung.

Der Epoche-3b-Wagen sollte freilich, wenn er beim Vorbild den Rungenhalter-Umbau erhalten hat, auch deutsche Puffer haben statt der französischen.  Für den Epoche-3a-Wagen sind die französischen Puffer aber okay, für den Epoche-3b-Wagen ohne Rungenhalter geht beides.  Für den DR-Pl-Wagen der Epoche 2c sind die französischen Puffer übrigens auch falsch, die kamen nämlich aus den USA direkt nach Polen.

XXto Erfurt von unten -- am gealterten erkennt man mehr

XXto Erfurt von unten -- am gealterten erkennt man mehr

Abschließend ein Blick auf die Unterseite: Für meinen Geschmack mehr als genug Details an der nach den einfachen Bremsecken zu schließen stillgelegten Bremse, ein wunderbar feines Sprengwerk, löblicherweise angeschraubte Drehgestelle und genug Platz für ein wenig Bleiblech, das der Wagen aber m.E. nicht mal unbedingt braucht mit einem Gewicht von knapp 50 Gramm – aber wer mag, kann in die Vertiefungen satte 2 mm Bleidicke einbringen, das ist dann mit Sicherheit genug.

Alles in allem: Tolle Wagen, zum UVP von ca. 43 Euro nicht zu teuer, zum derzeitigen Sonderangebotskurs von knapp 30 Euro zum Beispiel bei Menzels Lokschuppen sogar nachgerade preiswert.  Kompliment!

Messe 2018: Der Scheuklappen-Artikel

Außer der alljährlichen, in diesem Jahr erstmals aber auch hier im Blog begangenen Doppelentwicklungs-WM ist natürlich auch auf der diesjährigen Spielwarenmesse so einiges passiert, was auch mir altem Zyniker ein freudiges Lächeln abringt.  Dieser Artikel ist zwangsläufig, wie immer, sehr subjektiv, weshalb ich mich entschlossen habe, die mir darob so sicher wie das Amen in der Kirche vorgeworfenen Scheuklappen schon im Titel zu verewigen.  Diesmal gruppiert nach Produktgruppen, man soll ja immer mal was Neues ausprobieren, gell.

Gleise

  • Die für mich wichtigste Neuheit des Jahres bekommt deswegen auch ein Kapitel für sich: Weinert bringt im „Mein Gleis“-Programm ein Stahlschwellengleis!  Klar, da gibts auch schon was von RST und Tillig, aber „Rolf sein Gleis“ wird wohl auch hier die goldene Mitte treffen in Preis, Detailgestaltung und nicht zuletzt auch NEM-Kompatibilität.  Allmählich gehen mir wirklich die Ausreden aus, warum ich immer noch keine Module gebaut habe … ;-)

Rollmaterial (Epochen 2..4)

  • Im Brawa-Abschnitt bei den Doppelentwicklungen nicht erwähnt habe ich den Xr 35, einen zu einem Flachwagen mit niedrigen Bordwänden umgebauten Gms 30 (Oppeln).  Das Schema kennen wir vom nach gleichem Muster entstandenen Xlm 36 auf Basis des Roco-Gmhs 35 (Bremen) als Neusilberbausatz vom Aw Lingen; schön, daß das erste Großserienmodell eines solchen „Umbauwagens“, wenn man von allfälligen X 05 mal absieht, eine bisher noch nicht realisierte Type zum Vorbild hat, wenn auch der Wagenboden bei den Mustern großserientypisch reichlich hoch liegt.  Willkommene Varianten gibt es auch: den Cid-21 in Epoche 3a (hoffentlich zumindest, Muster und Bildtext widersprechen einander) und den G 10 als grauen SNCF-EUROP-Wagen, ein netter Farbtupfer ohne betriebliche Kopfschmerzen also.
  • Busch bringt seine erste Feldbahn-Dampflok.  Über das Vorbild, eine Decauville Typ 3, kann ich zwar genausowenig sagen wie über die Qualität der Umsetzung, aber nett sieht sie aus mit den Rädern innerhalb und den Kurbeln und der zumindest angedeuteten Steuerung außerhalb des Rahmens.  Flüchtiges Googlen bringt freilich Bilder, bei denen da wesentlich mehr „Gedöns“ ist, vielleicht macht ja mal jemand einen Zurüstsatz …
  • Fleischmann macht, wenn schon keine Formneuheiten, wenigstens ein paar nette Varianten alter, aber deswegen nicht schlechter Modelle: sowohl der Pwg pr 14 nach DR-Ost-Vorbild als auch der DB-Neubaukühlwagen Ths 50 erscheinen m.W. erstmals in Epoche 4, gut versteckt und schön preiswert im Start-Prospekt.
  • Kibris dereinst auch bei uns bejubelter Rlmms 56/58 bzw. Kbs 402/403 ist, wenn ich nicht irre erstmals, ohne preistreibende Ladung angekündigt.  Auch wenn ich keine mehr brauche: ich bin neugierig, zu welchem Preis — und ob man inzwischen auch dort die neumodische Technik der Decal-Beschriftung für sich entdeckt hat.
  • Roco macht immerhin zwei Varianten, die ich mir gut in meinem Güterwagenpark vorstellen könnte: den R 10 als Wagen der PKP, mit Bremserhaus und natürlich im hübschen alten Grau, und den G 09 ex USTC als braunen DB-Wagen.  Auch die Wiederauflage der italienischen kurzen offenen L mit Bretterwänden aus dem ehemaligen Klein-Modellbahn-Programm weiß zu gefallen, auch wenn es wieder ein doofes Dreierset ist.  Aber es besteht Hoffnung: daß der letztjährige FF gleicher Provinienz nun auch einzeln kommt statt in sinnlosen Zweier- und Dreierpackungen, finde ich sehr löblich.  Und nein, ich will die 86 nicht kleinreden, jede Allerweltslok nach heutigem Standard ist willkommen — ich brauch halt nur keine, freue mich aber darauf, damit beim Fremo herumzuhühnern.
  • Auch wenn es schon einen von Tillig gibt — der neue Verbandsbauart-Vh 14 (Altona) von RST ist keinesfalls ne Doppelentwicklung, denn erstens ist er maßstäblich und zweitens ein hochdetaillierter Kunststoff-Bausatz, aus dem man die Varianten mit und ohne Endfeldverstrebung, mit und ohne Handbremse und dann mit langem oder kurzem Bremserhaus bauen kann.  Jau, so wullt wi dat!  Meine Hauptneuheit neben Weinerts Stahlschwellengleis, Besprechung folgt nach Erscheinen.  Und das ist wohl ziemlich bald, im RST-Webshop ist er schon; keine Bange, „ausverkauft“ steht da nur für „noch nicht bestellbar“, Ihr seid nicht zu spät, das Ding soll wohl so gegen März lieferbar sein.

Gebäudebau und Zubehör

  • Artitec versteckt seine m.E. interessanteste Neuheit weit hinten im Militärprospekt: eine Bailey-Brücke bzw. die Teile dafür.  Wer nicht weiß, was das ist (ich bis dato auch nicht): ein von den Briten entwickeltes, genial simples System für Behelfsbrücken, von denen auch heute noch einige auf der ganzen Welt stehen.  Ruhig mal wikipädieren und staunen!  Ansonsten viel netter Kleinkram, wie immer, und ein nicht besonders kleines Schiff: die Helena, ein Rheinfrachter, den man aber sicher auch an anderen Binnenwasserstraßen glaubhaft einsetzen kann.  Aber hier gilt wie so oft bei Kleinkram-Anbietern: Selber kucken — diesen Prospekt können ein paar Zeilen nicht ersetzen!
  • Auhagen erweitert den Fabrikbaukasten um ein relativ unspektakuläres Teil: ein mittelgroßes Tor, das in der Größe zwischen dem für Lastwagen schon recht knappen kleinen und dem auch für Eisenbahnfahrzeuge noch recht großzügigen großen Tor liegt und den Platz zwischen zwei Säulen voll ausnutzt.  Hoffentlich werden auch die beiliegenden hölzernen Torflügel ansehnlich — aber diese Neuheit kann man gebrauchen.  Aber auch die Bahnsteigausstattung mit zwei hübschen kleinen Gebäuden und viel Drumherum vermag zu gefallen.
  • Buschs neue Gebäude sind mir irgendwie alle zu niedlich — entweder vom Vorbild oder von den Abmessungen her –, aber sowas ist ja Geschmackssache.  Ausgesprochen erfreulich hingegen die vielen netten Kleinigkeiten, von denen ich hier nur exemplarisch die Vogelvoliere (mit Bewohnern) und den kleinen Teerkocher nebst Zubehör erwähnen möchte — hier lohnt sich das Stöbern im Neuheitenprospekt mal wirklich!
  • Faller hat zwischen einem gigantischen Empfangsgebäude und einem gigantischen Containerkran sowie viel arg verniedlichten Faller-Häuschen auch ein schickes Stellwerk mit integriertem Wasserturm versteckt, schön geziegelt im Stil der Neuen Sachlichkeit und sogar mit Vorbild: Ahlhorn heißt es, und ich bin fast ein wenig traurig, daß es nicht in meine Planungen paßt.
  • Die mächtigen Lasercut-Gebäude von Hobbytrade, MKB und Stadt im Modell aufzuzählen erspare ich mir mal, wer hat schon soviel Geld und Platz, aber schön sind sie schon, doch, ja.  Interessanter fand ich aber ein „Gebäude“ am anderen Ende der Größenskala: die Taxi-Rufsäule bei Stadt im Modell, die ich hier mal aufschreibe, damit ich sie nicht vergesse, bis ich mal eine brauche.
  • Vollmer setzt sein „Steinkunst“-Straßenprogramm mit Kopfsteinpflaster-Kurven in immerhin drei Radien sinnfällig fort, bekommt aber außerdem auch den Trollorden am Bande verliehen für ein betont martialisches Kriegerdenkmal, bei dessen Auswahl ich ziemlich sicher bin, daß der Aufschrei in den Foren mit anschließender „Diskussion“ als Werbeeffekt voll beabsichtigt war.  Was ich ehrlich gesagt zynischer finde als das Denkmal selber.
  • Weinert hat ein paar hübsche Lampen: Holzmast, Peitschenmast, Hängelampen und zur Wandmontage — alles LED-beleuchtet natürlich und alles wunderbar „normal“ vom Vorbild und fein in der Optik.  Ein paar nette Kleinigkeiten gibt es wie gewohnt auch, Zäune zum Beispiel und eine hübsche alte Handschwengelpumpe; interessant finde ich auch den Handschrapper aka Kraftschaufel.  Und in den Lasercut-Gebäudebereich steigt man auch ein mit einem ganz zauberhaften geziegelten achteckigen Kiosk/Pförtnerhäuschen. den bzw. das ich mir auch gut halbiert oder „gedreiviertelt“ als Anbau an Wand bzw. Ecke vorstellen kann.

Straßen- und andere Radfahrzeuge

  • Artitec macht mal wieder zwei wunderschöne Baumaschinen in je zwei Varianten: den Hanomag K 50 als Raupenschlepper und Planierraupe und den Bischoff Polytrac HL 1200 (Version 1960-63) als Greifbagger und Radlader, alle als Fertigmodelle in wirklich unübertrefflichem Finish, wie man es schon von den letztjährigen kennt.  Außerdem gibt’s noch einen Opel-Subventionslaster von 1914, einen bisher unidentifizierten, aber ermutigend altmodisch wirkenden Gabelstapler und ein paar hübsch gammelige Bau- und Kirmeswagen.
  • Brekina brennt kein Neuheitenfeuerwerk ab wie in den Vorjahren, aber es sollte für fast jeden was dabei sein: Epoche 2 wird mit dem BMW 326 bedient, sicher „nur“ eine Variante des EMW 340 und außerdem (hey!) eine Doppelentwicklung mit ADP, aber in brekinatypischer Top-Dekoration bestimmt trotzdem ein Hinkucker auch noch in der Epoche 3a und bei Oldtimerveranstaltungen ab der Epoche 4; in Brekinas Leib- und Magenepoche 3 gibt es außer dem vorbildfreien, aber viele trotzdem begeisternden „Büssing 16.000“ auch einen sehr ähnlichen, aber vorbildgerechten Fiat 690 (siehe unten bei Starline), außerdem das lang erwartete Goggo-Coupé, eine Variante des bekannten Daffodils mit neuem Kühlergrill als DAF 750 und einen „geglätteten“ Nachkriegs-Jeep.  Besonders nett finde ich aber den unscheinbaren kleinen Abschlepper-Aufbau.  Epoche 4 wird mit einem formal sehr typischen, wenn man der Typbezeichung im Prospekt glaubt aber trotzdem höchst exotischen, da für die Schweiz nur 2,30 m breiten Neoplan-Reisebus bedacht sowie mit des Rezensenten Hauptneuheit, einer Metz-Drehleiter DLK 30 auf Mercedes-Benz Kurzhauber L 1519, die bereits ausgeliefert und hier auch schon besprochen wurde; auch hier ein wenig exotisch, denn der leichtere L 1313 mit dem Ovalgrill wäre typischer gewesen, aber flöt, eine tolle „Treppe“ ist das trotzdem.  Und unsere Freunde aus dem Osten bekommen einen LIAZ 706 Lastwagen und einen Ikarus 255 Reisebus.  Es ist für alle gesorgt!
  • Bei Dreika, nun im Busch-Vertrieb, geht es endlich weiter, wenn auch zunächst „nur“ mit Varianten ihres wunderschönen Goliath Express 1100.  Nach ein paar hübschen Farb- und Druckvarianten, jetzt übrigens lackiert statt durchgefärbt, ist der Luxusbus mit Dachrandverglasung bereits mit Bildern angekündigt — auch in Bremen konnte man Samba tanzen damals!  Getränke- und Tiefladepritsche sollen folgen.  Man darf gespannt sein, wie es da weitergeht.
  • Bei Starline überrascht der Fiat 127, ein wichtiges und bisher komplett fehlendes Epoche-4-Auto, das nach dem Einsatz als Ladegut und Postauto im Roco-Programm dann wohl irgendwann auch zivil und einzeln im Brekina-Vertrieb auftauchen wird, hoffe ich zumindest.  Bereits im Brekina-Vertrieb kommen der Steyr-Puch „Baby“ als kleiner Kastenwagen und ein uriger Elektrotransporter der österreichischen Post, der, umlackiert in RAL 1005 honiggelb, aber auch als Stellvertreter für die in 1:87 nicht erhältlichen deutschen Typen bei der Deutschen Bundespost vorstellbar wäre, auch wenn sein Vorbild, ein ÖAF ENO Typ 2 von 1951, es nicht dorthin geschafft haben dürfte.  Beeindruckender sicherlich eine der Brekina-Hauptneuheiten, eigentlich aber von Starline: der schwere Fiat-LKW 690 „Baffo“ als Vierachser mit Gitterpritsche und ebenfalls vierachsigem Anhänger — vielleicht folgen da ja in den nächsten Jahren auch kleinere, nördlich der Alpen verwendbare Konfigurationen, Vorbilder gab es ja genug.
  • Weinert, zum dritten Mal in dieser Liste vertreten (und nur deshalb nicht zum vierten, weil ich ihre neue Dampflok nicht erwähnenswert finde), widmet sich dem Thema Molkerei, was manch Mitfrokler hellhörig werden lassen sollte *zaunpfahlwiederwegpack*, und bringt einen Faun L7 nebst Anhänger mit Milchtank-Aufbau und einen landwirtschaftlichen Anhänger mit Milchkannen-Ladung.
  • Wiking überrascht nicht nur mit nur einer einzigen zwei Doppelentwicklungen, dem vielleicht sogar hochwillkommenen Henschel HS3-180 TAK Muldenkipper nebst kabinengleichen Straßenlastwagen HS-165 (es hängt alles vom gewählten Maßstab ab), sondern auch mit einem noch viel dringender fehlenden erstaunlicherweise völlig unbemerkt vom Unterzeichneten bei Epoche seit Jahren verfügbaren Modell für die Epoche 3a: dem Tempo Matador in der Urversion, besser bekannt als „Knautschgesicht“, der seit dem unverglasten Modell aus der Zeit des Vorbilds nie mehr in H0 verwirklicht wurde.  Die 3D-gedruckten „Silberlinge“ sind noch ein wenig ungeschlacht, aber hier kommt hoffentlich ein ordentliches Modell, das ich von Epoche ja lange vergeblich erhofft hatte — und gleich in drei Versionen: Hochpritsche, Tiefpritsche und Koffer.  Dagegen verblaßt der Alfa Romeo Spider „Duetto“ in meiner Wertung deutlich, nicht nur wegen der bei den Messemustern deutlich sichtbaren horizontalen Trennkante seiner Karosseriehälften.  Vielen Dank an Patrick für die Korrektur — wie ist mir der bloß all die Jahre durch die Lappen gegangen?

Mein Messefazit ist eigentlich dasselbe wie immer in den letzten Jahren: wo die Großen enttäuschen und sowieso kaum neues Rollmaterial zum Kaufe reizt, reißen es die Kleinen mit wunderbarem Zubehör einmal mehr raus und machen auch 2018 zu einem sehr erfreulichen Neuheitenjahr.  Trotz Doppelentwicklungs-WM.  :-)

Doppelentwicklungs-WM 2018: Ferner liefen …

Wie bei jeder WM gibt es auch bei der diesjährigen Weltmeisterschaft der Doppelentwicklungen bei den Neuheiten in H0 Teilnehmer, denen man bisher keine Hoffnung auf einen Treppchenplatz eingeräumt hätte, die wir als verantwortungsvolle Berichterstatter gleichwohl nicht unerwähnt lassen wollen.  Als da wären:

  • Brawa, die mit der Altbaukessel-01 eine echte Überraschung lancieren und ihr mit dem 1928er Rheingold auch gleich einen genauso überraschenden Reisezug verpassen.  Bei den Güterwagen kündigt der Hersteller einen Säuretopfwagen und einen Ktmmvs 69/Tds 930 als Formneuheit an, bzw. drei Ktmmvs, denn es gibt nur ein Dreierpack davon.  Respektabel: alle vier sind nach der Wertung dieser WM Doppelentwicklungen, wenn auch die Qualität hoffentlich den Aufwand rechtfertigen wird — man hat die Latte mit der Wahl einer Weinert-01 als Prospektmuster wahrlich nicht eben niedrig gehängt.  Trotzdem, die Sensation ist perfekt: Brawa überflügelt Mätrix und ist nach Piko und ROFL, die sich den ersten Platz teilen, der Träger der Bronzemedaille — eine Riesenüberraschung und eine Gratulation nach Remshalden!
  • Schuco, die in unserem Maßstab zwar sehr mit Formneuheiten geizen, aber die wenigen sind immerhin ausnahmslos Porsche 911, von denen es gefühlt ja schon so ziemlich jede Variante geben dürfte — ich bin allerdings zu faul, mich da ins Detail einzulesen.
  • Tillig, deren ELNA 6 ebenfalls eine Riesenüberraschung ist — aber für die WM sind Doppelentwicklungen mit Weinertbausätzen nicht hilfreich, auch wenn man sich preislich schon in deren Nähe befindet.
  • Wiking, die eigentlich einer der Favoriten dieser WM waren, aber erstaunlicherweise sehr schwächeln — nur der Henschel HS3-180 TAK Muldenkipper ist als Weinert-Bausatz schon bekannt, und falls das Wiking-Modell maßstäblich werden sollte, hätte es mit den korrekten Wölbungen in den Türen sogar einen Vorteil gegenüber seinem Artgenossen aus Weyhe.  Auf einen Hinweis von Patrick muß Wiking mit dem Tempo Matador „Knautschgesicht“ eine weitere Doppelentwicklung zugestanden werden; damit bleiben sie aber immer noch weit hinter den Erwartungen zurück.

Im Fazit muß ich zugeben, daß ich mir von dieser Idee der Messeberichterstattung mehr und bessere Gags erhofft hatte.  Wiking und MäTrix haben mir das ein wenig verhagelt.  Was aber, sieht man es mit etwas mehr Abstand, natürlich eine gute Nachricht ist.

Pwg 14: Der Blick ins Innere

Der Brawa Pwg pr 14 ist ja nun schon ein Weilchen ausgeliefert und von außen auch erwartungsgemäß geworden, also durchschnittliche Bretterfugen und der Rest sehr fein.  Da erzähl ich Euch nix Neues — aber Mitfrokler Timo hat seinen mal zerlegt, und der Blick ins Innere ist dann doch mal einen Beitrag wert.

brawa-innen-vr

Zunächst ein Blich auf den Platz des Zugführers.  Leicht vereinfacht, natürlich, man will den Inneneinrichtungs-Spritzling ja in einem Stück aus der Form bekommen — aber hier ist schon viel mehr nachgebildet, als man durch die klaren, aber kleinen Fenster sehen kann.  Klar, der unförmige Klumpen rechts sollte ein Regal mit Schreibplatte sein, wie man auf dieser Zeichnung im immer noch legendären EMB-Artikel zum Pwg 14 erkennen kann, aber für Großserie ist das schon super.

brawa-innen-ol

Eigentlich noch cooler: das Sofa des Zugführers.  Hach, wer würde nicht den Sitzplatz im Doppelstockwagen eintauschen?  Aber ich schweife ab.  Auch hier ist der Regal-und-Schreibplatten-Klotz nur grob angedeutet, aber ein bißchen Farbe sollte das hinreichend zu tarnen helfen.  Freilich reizt die entsprechende Zeichnung aus dem EMB auch hier zum Feiner-Machen, und wenn man die Kiste beleuchten tät, könnt man davon im genau richtigen Winkel vielleicht auch was sehen … na mal kucken, ob mich da der Hafer stechen wird.

Hübsch auch der immerhin als solcher erkennbare Ofen im Packraum, wo auch Tisch, Bänke und Werkzeugablage angedeutet sind — hier ist wieder die Zeichnung dazu.  Der Wagenboden liegt allerdings etwas hoch — macht nix, da die Schiebetüren leider eh nicht zu öffnen sind.

brawa-innen-glas

Die Verglasung ist etwas unorthodox nicht unterm Dach, sondern unter dem Wagenboden zusammengespritzt.  Das eröffnet freilich die Chance, die Dachteile (ja, es sind zwei) abnehmbar zu machen (gehalten z.B. mit Neodym-Magnetchen), wenn man sich von EMB angespornt so sehr detailverzettelt hat (vielleicht mit einer Bremskurbel neben dem Sofa?), daß man es nicht übers Herz bringt, das alles zu verstecken.

brawa-innen-r

Der Blick von der anderen Seite offenbart eigentlich nur, daß die Toiletteneinrichtung fehlt (macht nix, reinkucken kann man eh nicht).  Lustig finde ich aber das Klofenster — weiß hinterlegt, mit aufgedruckter Strebe, aber auch eingebuchtet, um der darüber verlaufenden schrägen Kastenstrebe Platz zu verschaffen.  Eigenartig, dafür eine andere Verglasungsform zu bauen, aber bei zusammengebautem Modell kein Problem.

Einen Wermutstropfen gibt’s allerdings auch: Timo berichtet, die Inneneinrichtung lasse sich kaum lackieren.  Es sei also angeraten, sie vor dem Lackieren gründlich zu entfetten und anzuschleifen; ich werde diesen Artikel ergänzen, wenn er, ich oder ein anderer Leser es geschafft haben, da haltbar Farbe aufzutragen.  Und welche Farben so?  Das kann man sich hier abkucken (bißchen runterscrollen).

Nuja.  Man hat ja noch nicht genug Projekte.

An Metz mechat i a!

Ja, normalerweise gehört mein Herz eher den Drehleitern des Konkurrenten Magirus – wenn auch eher wegen derer in meinen Augen hübscheren Trägerfahrzeuge –, aber wenn die geschätzte Modellfahrzeugindustrie derart feine Großserienmodelle liefert wie diese beiden Metz-Drehleitern hier, dann ist mir der Vorbildhersteller genauso egal wie gewisse unwesentliche *hust* Abweichungen zwischen meinem Epochen-Stichjahr und ihrem Vorbildbaujahr.

l-lp-vr

Vorn die flammneue Brekina-DLK 30 auf Mercedes-Benz L 1519 (Baujahr ab 1972), dahinter die 2016er DL 30 auf Mercedes-Benz LP 329 (oder LPKo 329, oder LP 338, die Experten sind sich da uneins; Baujahre 1959 bis 1964 je nach Vorbild).  Zwei, um das Fazit vorwegzunehmen, wunderschöne Exoten auf Augenhöhe … Weiterlesen »

Doppelentwicklungs-WM 2018, dritter Spieltag: ROFL!

Heute, meine sehr verehrten Damen und Herren, geht nun also der dritte große Hersteller ins Rennen um die begehrte Auszeichnung als Doppelentwicklungs-Weltmeister 2018!  Es handelt sich um ROFL, also Roco und Fleischmann, die ja schon länger keine zwei Hersteller mehr sind, ist Fleischmann doch nurmehr ein Schatten seiner selbst — die seligen GFN-Zeiten sind vorbei, da beißt die Maus den Faden nicht ab.

Und so tut sich die Jury dann auch schwer bei der Bewertung von Rocos Triebfahrzeug-Hauptneuheit, der Dampflok Baureihe 86 — die gibt es schon, natürlich, außer bei Gützold und Märklin ausgerechnet auch bei Fleischmann.  Im Prinzip also eine Vierfachentwicklung, nur daß die alten Modelle wirklich nicht mehr zeitgemäß sind — Fleischmann seins noch am ehesten.  Aber egal, das hat uns bei den Piko-Neuheiten auch nicht gestört, also werten wir es mal.

Mit den restlichen drei Neukonstruktionen aus vergangener Zeit — Re 4/4 der BLS, Reihe 1041 der ÖBB, Baureihe V 180 der DR-Ost — schließt Roco dann mächtig an den bisherigen Spitzenreiter Piko an, zumal zwei der Vorbilder sich bereits in deren Programm finden: ein Kopf-an-Kopf-Rennen also, aber natürlich ist auch die BLS-Lok, bisher bereits von HAG erhältlich, ein schöner Beitrag zur Erfüllung der Doppelentwicklungs-Quote.  Der Triebwagen Baureihe 628.4 der DB AG hingegen ist da weniger hilfreich, außerdem zumindest für meine ewigvorgestrigen Augen ohnehin nur eine (wenn auch, wie ich höre, sehnlich erwartete) Variante des schon genauso lange wie sein Vorbild bei Roco verfügbaren 628.2.

Bei den Reisezugwagen gibt es außer Reko-Wagen der DR-Ost, wiederum eine Doppelentwicklung mit Piko, nur den TEE-Barwagen ARDmh 105 der DB als Neukonstruktion: hier bleibt der Doppelentwicklungs-Zähler unberührt.  Eine Erwähnung ehrenhalber gibt es aber für die Wiederauflage der Eilzugwagen-Bauart E 36, die ja gerade von Brawa und ESU neu und korrekter geliefert wird — hier kann man Rocos Angebot getrost als Versuch auffassen, mit etwas günstigeren Preisen nochmal den Markt der kostenbewußten Käufer abschöpfen zu wollen, bevor diese Fehlkonstruktionen auf dem Müllhaufen der Geschichte oder, wahrscheinlicher, im eigenen Start-Programm landen.

Die Güterwagen sind, für Roco erstaunlicherweise, ein Trauerspiel: außer einem Epoche-6-Doppeltaschenwagen der AAE, über dessen Doppelentwicklungs-Potential Berufenere urteilen mögen, gibt es genau null Formneuheiten.  Enttäuschend, sowohl für die WM-Wertung als auch für den Modellbahner!  Noch enttäuschender freilich ist die Tatsache, daß das mit den null Formneuheiten sich im Fleischmann-Programm, wenn man es denn so nennen möchte, wiederholt.  Vielleicht sollte man das Label Fleischmann für H0 genauso einstellen wie das Label Roco für N vor ein paar Jahren — es ist ja offensichtlich kein Herzblut mehr dahinter, diesem Schrecken ohne Ende kann man dann auch ehrlicherweise mal ein Ende bereiten, erschrecken wird das niemanden mehr.

Doch zurück zur Doppelentwicklungs-WM: ROFL geht hier nach meiner Wertung mit vier Lokomotiven und einer Reisezugwagen-Serie auf gleiche Höhe mit dem bisherigen Spitzenreiter Piko, der zwar fünf doppelentwickelte Lok auffährt, aber die Wagen ganz untypisch vernachlässigt hat in diesem Jahr.  Das ist ein durchaus beeindruckendes Ergebnis, denn zu den Favoriten zählte der Anbieter bisher nicht.  Gut möglich, daß ROFL und Piko sich am Ende den Titel teilen werden — aber noch steht ja der Wettbewerbsbeitrag des absoluten Favoriten, des Modellauto-Herstellers Wiking, aus.  Wir bleiben dran!

Doppelentwicklungs-WM 2018, zweiter Spieltag: Mätrix

Ja, was soll man da sagen? Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet, so zeigt sich der „Marktführer“ und amtierende Weltmeister bei der diesjährigen Doppelentwicklungs-WM. Konnte man sich in den Vorjahren stets auf mehr oder weniger gelungene Neuinterpretationen neuer wie alter Modelle der DC-Hersteller freuen verlassen, so glänzen die diesjährigen Neuheiten-Kataloge der Marken Märklin, Trix und auch LGB außer durch die üblichen opulenten Fotos und nicht minder opulente Prosa vor allem durch eins: einen Mangel an Formneuheiten.

Wiederauflage reiht sich an Wiederauflage, stellenweise mit durchaus sinnvoll erscheinenden Verbesserungen wie einer optimierten Lok-Tender-Kupplung, teilweise mit vorbildgerechten Formvarianten, oft auch mit Spielereien wie angetriebenen Pantographen oder neckischen „Umgebungsgeräuschen“, immer natürlich anders lackiert oder beschriftet, sonst wären es ja keine Neuheiten. Einziges formneues H0-Triebfahrzeug ist eine aktuelle Ellok des Typs Škoda 109 E, zu der ich indes nix weiter sagen kann. Oder will.

Doch halt, da ist noch eine Formneuheit: ein 57-Tonnen-Dampfkran der DB aus den späten 40ern, natürlich nach Art des Hauses digital fernsteuerbar und mit Sound, dementsprechend mit einer nur äußerst knapp noch dreistelligen UVP und somit zumindest für den Unterzeichneten denkbar uninteressant. Aber hier findet sie sich endlich, die ersehnte Formneuheit und Doppelentwicklung, ein Güterwagen sogar, voll meine Kragenweite und so überflüssig, wie man sie sich nur wünschen kann: der komplett neuentwickelte derzeit noch Kranschutz-, demnächst dann sicherlich auch Rungenwagen Rms 31!

Sie können es also doch noch.

Doppelentwicklungs-WM 2018, erster Spieltag: Piko

Herzlich willkommen, meine sehr verehrten Damen und Herren, zur Weltmeisterschaft im Doppelt-Entwickeln 2018! Auch in diesem Jahr erwarten uns wieder spannende Spiele, bis nach der Spielwarenmesse der Sieger feststehen wird.

Traditionell ist der Sonneberger Hersteller Piko derjenige, der sich als erster aus der Deckung wagt.  So auch 2018, bzw. genaugenommen sogar noch 2017, nämlich heute. Piko ist ja schon seit etlichen Jahren ein solider Anwärter auf die Spitzengruppe bei den Doppelentwicklungs-WM, aber diese Saison hat man wirklich mächtig vorgelegt, sogar das Wort „Favorit“ macht schon jetzt hinter vorgehaltener Hand die Runde.

Immerhin fünf neuentwickelte Lokomotiven bringen die Sonneberger ins Rennen: die Baureihen 118, 151 und 363 der DB, die V 200 der DR und die Reihe 1041 der ÖBB. Und jawohl, meine Damen und Herren, die Sensation ist perfekt: wir haben hier eine Doppelentwicklungs-Trefferquote von vollen 100%! Da wird sich die Konkurrenz ganz schön anstrengen müssen, um mitzuhalten!

Und auch bei der Variantenreiterei begegnen dem Modellbahnfrokler viele auch aus anderen Herstellerprogrammen bekannte Lokomotivgesichter, die zu der Vermutung Anlaß geben, daß Pikos Produktplaner viele alte Roco-Kataloge auf den Nachttischen zu liegen haben.

Schwerer tun sich die Sonneberger freilich bei den Wagen. Hier muß man ihnen aber auch zugutehalten, daß sie viele effektvolle Doppelentwicklungen im Reisezugwagenbereich bereits in den Vorjahren ins Rennen gebracht haben — seien es Silberlinge, -üm-Wagen, Mitteleinstiegswagen oder TEE-/IC-Wagen der Achtziger. Da ist eine Verschnaufpause nichts, wofür man sich schämen müßte –vielleicht schafft man es ja im nächsten Jahr wieder, eine vorhandene Wagenserie auch ins eigene Portfolio aufzunehmen. Ein heißer Kandidat wäre die Eilzugwagenserie E 36, die ja bisher von nur drei Herstellern verfügbar bzw. angekündigt ist — eine Lücke, die geschlossen werden will!

Nur bei den Güterwagen ist es seit vielen Jahren dasselbe Trauerspiel mit Piko: keine Formneuheiten, brauchbare Nachwendemodelle und heute indiskutable Modelle aus DDR-Zeiten bunt gemischt und preislich ununterscheidbar — wenn ihnen bei dieser WM etwas das Genick brechen sollte, dann dieser Wettbewerb. Da wäre mehr drin — ein weiterer Linz, Otmm 70 oder Gbs 254 hätte es schon sein dürfen, um hier keine offene Flanke zu bieten!

Aber warten wir mal ab, wie die Mitbewerber sich schlagen werden. Allen voran natürlich Märklin/Trix, der amtierende Doppelentwicklungs-Weltmeister — aber auch Roco/Fleischmann hat ja schon vielversprechende Ansätze erkennen lassen in letzter Zeit, und auf dem Nebenschauplatz der Modellautos scharrt auch Altmeister Wiking hörbar mit den Hufen. Es wird eine spannende WM — und wir werden selbstverständlich weiter berichten …

Büssing 12000: Jetzt fährt er sogar

Vor auch schon wieder ein paar Jahren hatte ich auf meine Modellbesprechung des Brekina Büssing 12000 (oder 12000 U) bei Mo87 hingewiesen — jetzt ist auch endlich mal wieder was am Modell passiert.

12000-vs-brekina-vr

Und nein, es geht hier nicht nur um ein bißchen Farbe … Weiterlesen »

Büssing-NAG 4500 S oder: Aus eins mach zwei

Naja, ich hab den Büssing-Bausatz aus dem letzten Posting dann doch behalten.  Aber nicht so gebaut, wie der Hersteller sich das dachte, sondern gleich zwei Büssing-NAG 4500 S daraus gefrokelt:

4500-cw-beide-sw

Links: Baujahr 1946, noch stark „entfeinerter“ Wagen der frühen Nachkriegszeit mit Einfachkotflügeln, Holzkabine, einfachen Lüftungsschlitzen an den Haubenseiten und fehlender Büssing-„Spinne“.  Kabine und Kotflügel sind aus dem Artmaster/CMK-Bausatz, das Fahrgestell und die Pritsche hat ein Büssing 8000 von Wiking spendiert, und die Haube ist ein Komplettselbstbau aus PS-Platten und -Profilen sowie viel Spachtelmasse.

Rechts: Baujahr 1943, trotz Kriegsproduktion noch nahezu „friedensmäßig“ ausgestatteter Wagen mit breiter Kabine, einer eher seltenen Schlitzanordnung in den Haubenseiten und Büssing-„Spinne“ in der Vorkriegsausführung mit vielen schmalen Zierleisten.  Die Haube ist aus dem Bausatz, die Kabine (vorn und hinten-unten verschmälert) vom Wiking-8000, das Fahrgestell mit innen kräftig rundgefeilten Kotflügeln vom Wiking-Mercedes L 2500 und die Pritsche von Brekina.

Ja, es fehlt noch ein bißchen Kleinkram: Winker, Spiegel, Scheibenwischer, Rückleuchten, Glas in den Fenstern und Dreck an den Fahrgestellen.  Und schönere Räder, die Wiking-Trilexfelgen sind nur Platzhalter (aber Trilex bekommen sie wieder).

4500-cw-vs-7000-roh

Hier nochmal zur Verdeutlichung mit einem Büssing-NAG 7000 S (aus Wiking- und Brekina-Teilen, dazu später mehr), damit klar wird, warum es ein Wiking-Büssing 8000 einfach nicht tut, obwohl er zu kleine Räder und Kotflügel hat.  4500er sind doch eine ganze Klasse kleiner — und es gibt, wie schon erwähnt, keine.  Gar keine.

Naja, bei der Spedition Schlabonski in Allenstedt gibt es jetzt ja schon mal zwei. :-)