Fahrwerke verschmälern II: Messing-Achslager

Nachdem kurz vor dem Jahreswechsel die ersten zwei Musterwagen für die Verschmälerung der alten KMB-Fahrwerke, ein Kmmks 51 und ein Kmmfks 52, entstanden waren, ging es letztes Wochenende auf dem Frokeltreffen in die Großserie: neun Omm 52 wurden zerlegt, ihre Fahrwerke halbiert und verschmälert und wie auch die der Musterwagen mit Messing-Lagerschalen von Romford versehen.

Das ginge sicher leichter mit einem 2-mm-Fräser, aber zur Not geht es auch, wenn man nur einen 2-mm-Kugelschleifer hat, es schmerzt nur mehr.  Weiterlesen »

Linz und Villach von Roco: Zwischenergebnis

Mittlerweile sind meine beiden Roco-Linze und der -Villach aus der Modellbesprechung zugerüstet, RP25-berädert, umgenummert, innen lackiert und außen mattiert und brauchen demnach nur noch Bügelkupplungen und ein paar Dreckspuren. In alter Tradition zeige ich trotzdem auch mal die Halbfertigprodukte:

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Das Bild des Fischbauchlinz ist etwas unscharf geworden und eigentlich auch überflüssig, denn er sieht ansonsten genauso aus.

Die Zurüstteile sind von sehr guter Qualität. Sie passen ohne Nacharbeit in die vorgesehenen Löcher, einige brauchen aber für festen Sitz eine Spur Sekundenkleber. Nur die Türgriffe habe ich nicht angebaut, sondern durch ein Stückchen gebogenen Bronzedraht ersetzt: sie standen doch ein wenig arg weit ab von der Tür, das gefiel mir nicht.

Die Wagenkasten-Innenseiten und Trittflächen an Bremserbühnen und Tritten habe ich nach einem Tip von Timo mit Revell 87 gestrichen; das ist nicht der normgerechte Farbton, sondern soll die Grundlage werden für eine Alterung im realistischen Farbton RAL 87-e-und-pi-zig “Holz strapaziert” ;-)  Mattiert habe ich mit Revell-Spraydosenklarlack matt.  Die dadurch leicht angelaufenen Bremserhausfenster sind ein Versehen, gefallen mir aber trotzdem gut.

Ach, ist doch alles Österreich

Wenn man bei Ebay nach klassischen Piko-Güterwagen sucht, findet man zumindest von den begehrenswerteren Typen inzwischen nicht mehr allzuviele. Dementsprechend war dieses Angebot (trotz der werkseitig verschobenen Beschriftung) …

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… recht verlockend für 5 Euro Sofortkauf oder Preisvorschlag plus 5,50 Versand. So dachte sich auch der hier ungenannt bleibende Käufer aus des Chronisten Freundeskreis, bot 4 Euro und bekam den Zuschlag. Juchei!

So weit, so langweilig. Als das Paket kam, wurde es dann aber interessant … Weiterlesen »

Kauftip: Draht-Biegelehre von Christian Kettner

Mal wieder so ein Werkzeug, das man einmal benutzt und sich dann fragt, wieso man sich jahrelang ohne es abgequält hat:

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Das ist die Griffstangen-Drahtbiegelehre © by Christian Kettner, Vertrieb über digitalzentrale.de — meine kommt allerdings von H0fine.de.

Egal woher man sie hat: damit wird das Biegen gleichlanger und damit passender Griffstangen ein Kinderspiel! Draht mit der Zange einmal abwinkeln, ins richtige Loch stecken, auf der anderen Seite in der Kerbe umbiegen, abschneiden, fertig. Geht schneller, als diesen Absatz zu lesen.

Die Abstufung beträgt 0,25 mm, der maximale Drahtdurchmesser 0,4 mm. Und das Bild ist geklaut von und damit wohl auch © by H0fine.de, ich habe es lediglich gedreht. Uneingeschränke Kaufempfehlung, das Dings gehört in jede Frokelutensiliensammlung!

Huch, schon wieder Messe?

Die Weihnachtsgans ist gefühlt kaum verdaut, der Böllermüll liegt noch auf der Straße, und wir können schon Messeneuheiten besprechen. Wie bewährt: die Hersteller alphabetisch — mangels spannender Neuheiten fehlende Hersteller sind unten aufgelistet —, die Auswahl streng subjektiv und die Kritik nicht hinterm Berg. Natürlich sind auch Kommentare mit Euren Highlights und Enttäuschungen weiterhin willkommen, erstens wegen der Subjektivität und zweitens weil ich ja auch mal was übersehe. Meine geschätzten Mitautoren haben sich ja durch Nichtstun aus der Affäre gezogen …

  • Artitec macht klar, wo die Epoche-2-Versionen des Roco-Linz/Villach geblieben sind: sie werden nebst allerlei mehr oder weniger militärischen Ladegütern hier vertrieben. Nunja, warum nicht — schön ist jedenfalls, daß Ladegut und Wagen hier nicht zwangsgebündelt werden! Der Villach in Epoche 2c mit braunem Langträger wäre auch für eine schnelle Epoche-3a-isierung nicht uninteressant. Die Zusammenarbeit mit Roco zeigt sich auch in vielen schönen Aufbauten für deren Armee-Dreiachser GMC 353, auch in ziviler Nachnutzung. Von den vielen neuen Kettenfahrzeugen finde ich die Planierraupe D7 der US-Army sehr interessant, die ihr Räumschild nicht hydraulisch, sondern per Flaschenzug heben und senken kann. Auch der Ruston-Bucyrus RB-17, ein britisch-amerikanischer Seilbagger bzw. Kran, könnte in der Epoche 3a mit den deutschen Mencks zusammen manch Trümmergrundstück beackern. Und last but not least seien noch der Traktor Fordson Dexta (ab 1957) und der Mähdrescher Massey-Ferguson MF 830 (ab 1958) genannt. Von den Ladegütern erscheint die Trümmerbahn aus Epoche-3a-Sicht und die doppelstöckige Verladung von VW-Schwimm- und -Kübelwagen auf O-Wagen aus historischer Sicht spannend (sowas gab es mal auf Klagenfurt von M&D auf Klein-Modellbahn-Basis, aber Artitecs Umsetzung sieht im Video viel feiner aus). Sachen wie Faß- oder gestapelte Ziegelladung oder auch VW-Käfer unter Plane sind ohnehin epochenübergreifend zu gebrauchen. Schöne Sachen mal wieder!
  • Auhagen entsinnt sich des Fabrikbaukastens und bringt vielversprechende Neuheiten: ein Sheddach, eine Brandschutzmauer zum Aufsetzen aufs Dach sowie viele neue Wandteile und “Säulen zum Bau von Obergeschossen. Alles an sich sehr begrüßenswert, aber in der Ausführung hätte ich mir etwas mehr Liebe zum Detail gewünscht; trotzdem schön, daß es da mal wieder weitergeht!
  • Brawa macht endlich einen Handbrems-Oppeln! 50 Jahre (seit der Vorstellung des Liliput Oppeln 1966) war für diese Marktlücke, die drei Hersteller mit jeweils für ihre Zeit zu schlechten Modellen zu füllen versucht haben, ja auch wirklich ein hinreichend hohes Alter. Ansonsten kommen von Brawa der Pwg pr 14 (warum kein Pwg pr 12? Sicher, 14er sind auch schön, erst recht in der DB-typischen Verstrebung, aber 12er hat noch nie jemand gemacht) und Otmm 70 (warum kein Otmm 57? Dasselbe Spiel: 70er gibt’s von Roco und Märklin, 57er noch gar nicht). Und natürlich viele viele bunte Wagen — und ein paar willkommene realistische Kesselwagen-Beschriftungsvarianten aber auch. Für die Epoche-4-Fraktion ist der MDyg 986 mit Plattenwänden höchst erfreulich. Weniger erfreulich ist, daß man als Neuentwicklung des offenen pa-Behälters mal wieder den schon von Märklin angebotenen Eoskrt 022 der Baujahre ab 1960 nimmt statt des ab 1951 gebauten, häufigeren Eoskrt 021. Angesichts von Ddikr 603, also Behältern “für genießbare Flüssigkeiten”, bleibt mir nur, den Brawa-Verantwortlichen auch weiterhin einen guten Durst zu wünschen …
  • Brekina brennt mal wieder ein Neuheiten-Feuerwerk vom Feinsten ab. Für meine Leib- und Magenepoche 3a am spannendsten sind der Hanomag L28 als Kastenwagen und der mächtige dreiachsige “Trambus” Büssing 12000 T, aber auch für spätere Epochen sind einige tolle Formneuheiten zu erwarten: Daf “Daffodil” (ab 1958), Mercedes /8 Krankenwagen “hoch-lang”, IFA 4000 S-1 als Feuerwehr-Drehleiter, Setra S 12 (war schon mal bei VK-Modelle angekündigt, ist aber keine Doppelentwicklung — man hat sich laut Aussage von Brekina geeinigt, sehr löblich!) und Jeep Grand Wagoneer dürften die Hauptneuheiten sein, neben natürlich unzähligen Varianten. Runde Sache!
  • Busch zeigt neben seinem US-Schwerpunkt ein paar neue Fachwerkhäuser und viel netten Kleinkram vom Parkpavillon und Säulenbogen über Werkstatteinrichtungen und Faßtankstelle bis hin zur Friedhofsmöblierung. Hübsch auch der kleine Eimerkettenbagger. Bei den Autos ist mein Highlight der Mercedes L 3000 A Kriegsdreitonner, aber auch die lange Mercedes G-Klasse, die Nagetusch Wohn- und Verkaufswagen und der angekündigte Garant-Halbbus werden ihre Freunde finden. Feldschmiede und Lanz-Motor als Fuhrwerke sind auch schöne Zutaten für die älteren Epochen — bei Busch ist tatsächlich für jeden was dabei dieses Jahr.
  • Dreika Modellbau, die Älteren werden sich erinnern, hat vor Jahren einen wunderbaren Goliath Express geliefert und verfiel dann in krankheitsbedingte Funkstille. Dieses Jahr kommen sie im Vertrieb von Busch wieder, was allein schon eine Meldung wert ist — auch wenn es da erstmal noch keine Formneuheiten geben wird.
  • Fleischmann bringt E 52 und modernisierte E 60 und fällt ansonsten nur durch teilweise eher obsure Variantenreiterei auf. Noch am bemerkenswertesten die Chutzpe, die zur Tarnung der KKK-Federn wüst in den Laderaum geschmissenen Kisten auf dem Wagenboden des Gl 11 als “Mit Laderaumeinrichtung” zu bewerben. Aber die Preise werden wieder realistischer — der X Erfurt (später X 05) mit neuer (bzw. vom Om 12 geerbter) Druckluftbremse für 15,90 Euro zum Beispiel ist gefühlt nachgerade preiswert und bietet sich, da Erfurts meist ungebremst waren, als Bremsenspender für die vielen ungebremsten Om im Arbeitsvorrat an. Interessant auch der preußische G Hannover (später G 02) in einer Formvariante mit Fenstern als grüner Bahndienstwagen der DB.
  • Heris hat aus dem Modern-Gala-Debakel anscheinend die Formen des “Zickzack-Schlafwagens” WLAs4ü(e)-50 übernommen und will den wieder auf den Markt bringen, allerdings (noch?) nicht in der hier schon 2012 ersehnten Ursprungsausführung als WLB4ü(e)-50. Und von Makette erbt Heris den zweiachsigen französischen Doppelstock-Autotransporter. Wäre ja schön, wenn das dann auch mal alles in die Läden käme — allein, der neue Hersteller gibt da mit seinem bisherigen Ankündigungs-zu-Lieferungs-Verhältnis nur wenig Anlaß zur Euphorie. Die Hoffnung stirbt zuletzt …
  • H0fine bringt geätzte Fenster für den Auhagen-Fabrikbaukasten, allerdings “nur” richtige Fabrikfenster mit vielen kleinen Scheiben in Metallrahmen (beim Vorbild), nicht die Standard-Holzfenster. Trotzdem spätestens bei beleuchteten Gebäuden im Vordergrund eine interessante Alternative, wenn auch logischerweise nicht ganz günstig.
  • Märklin wollte ich ja eigentlich weglassen hier, aber okay, die Baureihe 42 ist nicht komplett uninteressant, jetzt wo ich nochmal im EMB nachgelesen habe, was man an der Liliput-Maschine gleichen Vorbilds alles so zu ändern hätte, bis man sie ein Modell nennen kann. Und OOtz 44 (Erz Id, die ganz flachen) fast auf dem Niveau der Klein-Modellbahn-Modelle sind ja auch nicht schlecht — mit Sicherheit leichter zu finden als jene jedenfalls, wenn man angesichts von nicht mal 50 Vorbildwagen einen zu brauchen meint.
  • Piko bekommt schon mal den Preis für den unübersichtlichsten Neuheitenprospekt. Mitteleinstiegswagen, insbesondere der Steuerwagen ohne Gepäckabteil, sind aber keine schlechte Idee, und der D-Zug der 54er Bauarten in Epoche 3 ist auch lang erwartet — hoffentlich sind die Wagen nicht chromoxidgrün! Ob die Welt indes eine zweite E 52 (neben der schon länger in der Luft liegenden Fleischmann-Neuheit), eine weitere Bügelfalten-E 10 (wer hat noch keine?) und einen dritten VT 98 (nach Roco und Mätrix) gebraucht hat, bleibt offen.
  • Preiser nimmt sich spürbar weniger vor als in den Vorjahren, vielleicht kommen dann ja auch mal ein paar Rückstände in die Läden? Neben allerlei modernen Figuren ist aus “ewigvorgestriger” Sicht ;-) das Treiben auf dem Mittelaltermarkt noch eher brauchbar, Mönche und Marktfrauen zum Beispiel haben sich ja nicht so sehr verändert seither. Auch die Apfelpflücker gehen als 50er-Jahre-Personal durch, und das NSU-Kettenkrad wurde hier und da auch noch ein paar Jahre zivil weitergenutzt.
  • Rietze bringt nur eine Epoche-4-Formneuheit: Mercedes O 305 G kommt in beiden Front-Varianten, also mit Stadtbus- und StÜLB-Front.
  • Roco bringt den FF (bzw. EE) der FS Italia, also den langen metallenen Spitzdachwagen. Löblicherweise mit je zwei Varianten beim Wagenkasten (vier vs. acht Lüfterschieber je Seite), Federpaketen (ein vs. drei Pakete je Rad) und Achslagern (Gleit- vs. Rollenlager), aber leider in ziemlich dämlichen Sets — als hätte es in der Epoche 3 nur Wagen mit vier Lüfterschiebern gegeben! Bei den Vorbildstückzahlen im knapp vierstelligen Bereich und der Nicht-EUROP-Tauglichkeit des Vorbilds sind Sets aber eh sinnfrei. Ansonsten noch interessant: ein abgebordeter Linz als Xfm-Wagen. Für die Epoche 4 sei der Tombereau UIC I der SNCF anempfohlen: in UIC-Rot ein toller Farbtupfer, im EUROP-Park und damit universell einzusetzen — und sonst das wohlbekannte, sehr gute und sehr preiswerte Modell. Und, ach ja, die 85 kommt dieses Jahr anscheinend wirklich. Doch, echt! Es ist sogar ein Handmuster im Prospekt, nach den paar Jährchen schon! Noch älter, aber sehr willkommen, sind Wiederauflagen einiger ziviler Straßenfahrzeuge und, wichtiger fast noch, der zugehörigen Lenkungsteile.
  • SAI macht ein zwar französisches, aber wohltuend schlichtes Automobil der 1930er Jahre: den Renault Vivaquatre KZ 9.  Man ist ja nicht verwöhnt mit Autos aus dieser Zeit, meistens sind die erhältlichen Modelle ja seltene oder ultraseltene Luxuswagen und damit für Sammler, aber nicht als Modellbahnausstattung interessant. Siehe zu diesem Thema auch VV Models!
  • VK-Modelle kündigt zumindest im Prospekt immer noch den Setra S 12 an, von dem Brekina behauptet, man habe sich geeinigt, daß VK ihn nicht mehr bringen wolle. Man wird sehen, was da rauskommt. Außerdem gibt es bei VK eine neue Hamburger Tram vom Typ V6E, ein Umbau auf Einmannbetrieb aus den späten 60er Jahren eines Wagens aus den frühen 50ern; ich hoffe natürlich auf die Ursprungsversion als Variante. Eine weitere Hamburger Neuheit von VK findet sich exklusiv bei Stadt im Modell: der Magirus Saturn II in der Hamburg-Version mit großen Zielschildern und hochgelegtem Auspuff; auch hier steht zu hoffen, daß die Standardversion irgendwann bei VK selber erscheinen wird. Last but not least kündigt VK auch noch einen Scania LB 76 als Sattelschlepper an, wiederum eine Doppelentwicklung mit dem letztjährigen Brekina-Modell, wobei der VK aber deutlich detaillierter und variantenreicher zu werden verspricht — schade und unsinnig finde ich sowas aber trotzdem.
  • VV Models kümmert sich wie schon SAI um den Bedarf an “ganz normalen Vorkriegsautos” und bringt den Adler Standard 6S von 1927. Sicher schon ein Oberklassewagen damals, aber er lief (und kommt) auch als Kraftdroschke, und auch für den zivilen braucht man jedenfalls keine Ausrede wie für die vielen mächtigen Maybachs, Cadillacs und wie sie alle heißen, die uns die Industrie aus dieser Ära üblicherweise so anbietet.
  • Weinert bringt zu seinem “Mein Gleis” jetzt auch wirklich verkürzte Weichen mit nur noch 1450 mm Radius und 8,6°, aber optisch auf dem gleichen hohen Niveau wie die bekannten maßstäblichen. Für Nebengleise sicher eine Option und ein deutliches Zeichen, daß man damit ernsthaft und langfristig konkurrieren können will. Sinnvolle Ergänzungen wie einzelne Weichen-Kleineisen und eine Lackierschablone für Betonschwellengleis runden das Programm weiter ab. Sonst gibt es ungewohnt wenig: Wiederauflagen des (Günther-)VT 86.9 und der BR 87 und ein paar hübsche Kleinigkeiten wie Milchtanks und Ölkannen, Kabelrollen-Anhänger, Schub- und Sackkarren etc., aber keine großen Formneuheiten.
  • Wiking konzentriert sich wie angesagt hauptsächlich auf Doppelentwicklungen, von denen das Magirus-Hauber-LF 16 angesichts der Ebay-Preise für den lange vergriffenen Preiser-Bausatz noch die erfreulichste ist. Als komplette Neuentwicklung kommt aber die seit nunmehr 50 Jahren vermißte VW-T2-Doppelkabine — allerdings erscheint mir nach Betrachten der Werksfotos des “Silberlings” ein Jubeln noch verfrüht, aber gespannt darf man wohl sein. Unimog 401 “Froschauge” und noch einen langen Land Rover Defender hätte man sich hingegen sparen können. Das aktuelle Mercedes E-Klasse T-Modell war nach der Limousine zu erwarten.

Kommen wir zum Kleingedruckten. Letzte Änderungen:

  • 16. Februar: pa-Behälter bei Brawa ergänzt
  • 10. Februar: SAI und VV Models
  • 1. Februar: Artitec, Busch, Preiser, Weinert, Wiking; Dreika aktualisiert
  • 26. Januar: Rietze (nur Stadt im Modell-Exklusivmodell), VK-Modelle
  • 25. Januar: Heris, Text bei Auhagen aktualisiert
  • 24. Januar: H0fine
  • 20.Januar: Brawa
  • 18. Januar: Auhagen und Brekina
  • 16. Januar: Dreika; bei Roco SNCF UIC 1 und bei Piko E 52 ergänzt
  • 15. Januar: Märklin (und Trix)
  • 12. Januar: Vorlage mit Fleischmann, Piko und Roco

Wegen aus Autorensicht uninteressanter Neuheiten nicht aufgelistete Hersteller (ohne Anspruch auf Vollständigkeit: die kleinen sind zu zahlreich, sie alle hier aufzulisten): Bemo, ESU, Exact-Train, Herpa, Kibri, NMJ, NPE, Lemke/Hobbytrain, Lenz, Liliput, Rivarossi, Schuco, Tillig, Trix, Viessmann, Vollmer.

Fabrikbaukastenübersichtstabelle

Es gibt sie in ihren Anfängen schon ein paar Jahre, unsere Tabelle zum Raussuchen der passenden Wandteile aus dem Auhagen-Fabrikbaukasten. Aber bisher war sie nur inoffiziell weitergereicht worden, nie richtig verlinkt. Nach ein paar Stunden Sondereinsatz in der Bildverarbeitungsabteilung der Modellbahnfrokler GbR ;-) ist das jetzt anders.

Klick mich, ich bin ein Link!

Aber Vorsicht, Auhagen-BKS ist ein gefräßiges Monster, das Hobbybudgets gnadenlos attackiert. Unter Lebensgefahr ist uns dieses Beweisbild gelungen:

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… sagt also nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt! ;-)

Die ungeahnten Tiefen von Ludwigshafen

Die Firma Piko hat ja schon Jahrzehnte vor der Wende der westlichen Modellbahn-Industrie gezeigt, wo der Hammer hängt. Nein, nicht mit ihrer legendären Antriebstechnik, ihren serienmäßig gefederten Gummipuffern oder ihren immerhin meist ungefähr runden Radsätzen — da konnte der Westen durchaus mithalten, selbst in seinen schwächeren Momenten *hust*Lima*hust* –, sondern bei der Gestaltung von Güterwagen-Aufbauten.

Schon 1959 entstand dort das Modell des Om Essen/Breslau (DB Om 12) der zweiten, dem späteren Om Königsberg (Om 21) ähnlichen Bauform, in einer Qualität der Gravuren, die auch heute noch entspannt mithalten kann. Bis auf die Bretterfugen: die sind bei dem alten Piko-Wagen von einer Qualität, die es heute so nirgends mehr gibt. Da es auch sonst nach nunmehr 58 Jahren (!) kein besseres Modell dieses Vorbilds gibt, nur Rocos vorbildwidrig verlängerten und mit Brettergräben versehenen Piko-Nachbau (!) aus der Einfachserie, ist das Grund genug, sich mal wieder mit den ollen Piko-Wagen zu beschäftigen.

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Für den Anfang allerdings nicht mit dem Om 12, sondern mit dem gezeigten Om Ludwigshafen (Om 04). Das ist beim Vorbild der Vor-Vorgänger quasi, der Kokswagen der preußischen Länderbauart. Im Modell scheint Piko leider die Om-12-Form in diese umgebaut zu haben, zumindest habe ich noch nie einen Piko-Nachwende-Om 12 gesehen — die ersten Ludwigshafen kamen noch vor der Wende, in preußischer Beschriftung, auf den Markt. Und auch die Bretterfugen sind bei diesem Modell — und den anderen Überarbeitungen in dieser Zeit — leider nur noch Durchschnitt. Aber was soll’s, Durchschnitt ist ja genug, und Om 04 ohne Verstärkungsstreben hat sonst auch keiner.

Diese Modelle — und auch die anderen offenen Piko-Wagen aus Vorwendezeiten, also Omm 33 (Villach), Omm 34 (Klagenfurt), Omm 39 (Duisburg), Omm 42/43/44/49 (UIC-Umbau Linz/Villach/Klagenfurt/Duisburg), Ommp 50 (ex SAAR Ommpu 49), italienische L, (leider unmaßstäbliche) Schweizer L6 und L7 und auch der R 10 (Stuttgart) — haben leider alle dasselbe optische Problem: einen viel zu hoch liegenden Wagenboden, unter dem sich das großzügig bemessene Blechgewicht versteckt. Das muß alles ersatzlos weg! Tarnen hat keinen Zweck, es sei denn, man klebt eine bodenbedeckende Ladung ein, aber wer will das schon? Wir beim Fremo jedenfalls nicht.

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Das Raussägen ist dann auch gar nicht so der Akt. Kreissägeblatt in die Kleinbohrmaschine und von unten, die Seiten-/Stirnwand mit dem Sägeblatt berührend, möglichst einigermaßen senkrecht nach oben durchschneiden. In die Ecken kommt man so natürlich nicht, aber wenn alle vier Wände vom Boden abgesägt sind, kann man den Boden relativ gefahrlos herausbrechen — wer sich nicht traut, kann auch ein Bohrloch in jede Ecke setzen. Es folgt eine kleine Feilorgie, mindestens bis man die Sägespuren an den Wänden nicht mehr sieht; wer mag, kann sie freilich auch noch dünner feilen, ich hab es dann gut sein lassen.

Wagenboden und Gewicht entstehen wieder aus Modellbahnfroklers Allheilmittel: Bleiblech. Bei meinem Wagen 0,5 mm, aber 1,0 wäre eigentlich besser. Das kommt direkt aufs Fahrwerk, mit Außenmaßen gleich den Wagenkasteninnenmaßen und mit eingeritzten Bretterfugen. Der Wagenkasten liegt mit den Stirnwänden auf den Pufferbohlen auf, eine stabile Verklebung ist also kein Problem.

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Naja, der Kenner hat’s bemerkt: meines Wagens Chassis stammt nicht von Piko, sondern von Fleischmann (vom Om 12). Grund dafür ist, daß mein Modell ein Nachwende-Exemplar ist und deswegen diese unsäglich klobigen Austauschbau-Achshalter hatte, mit denen sie es nach der Wende verschlimmbessern mußten. Das alte Piko-Chassis, rechts im Bild, ist zwar auch nicht gerade ein modellbauerisches Kabinettstückchen, aber, wie das Bild zeigt, auch nicht höher oder wesentlich breiter als das von GFN und darob durchaus zu gebrauchen — auch und gerade für den Om Ludwigshafen, den man dann allerdings wegen der schmaleren Federpakete vielleicht eher als Oc Münster (DB Oc 01, aber davon gab’s nur noch homöopathische Stückzahlen) beschriften sollte. Dafür erlaubt das Piko-Fahrwerk mit seinen Blech-Achshalterbrücken aber den einfachen Umbau auf Fachwerkachshalter.

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Aber für den 20-Tonner, also den Om, ist das GFN-Fahrwerk schon prima. Und es paßt auch wirklich schön unter den Piko-Wagenkasten, auch alle Kastenstützen sind da, wo sie hingehören. Wenn zwei das Gleiche tun, kommt eben doch was hinreichend Ähnliches bei raus, wenn beide ihre Arbeit gut machen :-)

Was zu tun bleibt, ist Kosmetik: Eck- und Stirngriffe am Wagenkasten (hat bei meinem der Vorbesitzer schon erledigt — hallo Friedel! ;-) ), Signalhalter, die Kastenstütze unter der Tür, der Tritt dortselbst zur Türbetätigung, mehr ist das gar nicht. Und das fertige Modell wird dann auch nicht mehr als alter Piko-Wagen auffallen, denn sein Laderaum ist sogar ein wenig tiefer als bei guten Großserienmodellen neuerer Machart.

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Die Modelle sind leider, wie ich feststellen mußte, längst nicht mehr so billig gebraucht zu ergattern wie noch vor fünf Jahren, als ich mich blöderweise nicht mit einem Lebensvorrat eingedeckt habe. Aber sei’s drum — für einstelliges Geld sind sie immer noch nicht zu teuer, wenn man das Stündchen Frokelei nicht scheut und die richtigen Vorbildtypen nimmt. An erster Stelle natürlich den Om 12, aber auch für Omm 34, Omm 39 und Ommp 50 lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall!

Roco Linz und Villach: die Modellkritik

So, nun ist sie fertig, die Modellkritik zu Omm 32 (Linz) und Omm 33 (Villach) von Roco.

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Natürlich nicht ohne einen Vergleich mit den Liliput-Modellen. Und auch nicht ohne ein Fazit, das zumindest seinen Schreiber doch auch ein bißchen überrascht hat.

Damit verabschiedet sich das Froklerblog für 2016, nehme ich zumindest an (vielleicht macht einer meiner geschätzten Mitautoren ja noch was?). Wir sehen uns im neuen Jahr. Und zwar schon ziemlich zeitig, versprochen!

Danke fürs treue Mitlesen sagt: Euer Ermel.

Mal wieder Fahrwerke verschmälern

Der ausführliche Artikel kommt die Tage auf Modellbahnfrokler in die lang verwaiste Rubrik “Zwischendurch gepfuscht”, denn wider Erwarten war es eine Sache von 40 Minuten: Das Schmalermachen der alten, zu breiten Klein-Modellbahn-Fahrwerke unter dem Omm 53/55, Omm 52, Off 52 und 59 oder, wie hier, Kmm(fg)ks 51/52/58:

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Details wie gesagt demnächst, aber es ist auch nix dabei, was man sich nicht selber ausdenken könnte.  Am Wagen fehlen noch Rangierertritte, schönere Puffer und Farbe sowie eine stabilere Verklebung mit Stabilit statt Sekundenkleber.

Ansonsten ist das ein Umbau, der sich in Serie in deutlich unter einer halben Stunde und einem halben Zehner je Wagen realisieren lassen sollte und das Modell mal eben gefühlte 20 Jahre jünger aussehen läßt. (Vergleichsbilder mit Brawa kommen auch noch.)

Leichte Wagen für schwere Zeiten

So ist seit Oktober 2000 ein Artikel bei Modellbahnfrokler überschrieben, der sich mit den Omm-Wagen der Kriegs- und frühen Nachkriegsbauart beschäftigt und vor allem durch seine außergewöhnlich schlechten Bilder auffiel.

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Bis heute.  Jetzt sind die Bilder nur noch normalschlecht und fallen nicht mehr auf. ;-)

Natürlich blieben nach  gut 16 Jahren auch die Texte nicht komplett dieselben. Aber ich fand schon erstaunlich, wie wenig sich da geändert hat in der langen Zeit. Frei nach U2 (”how long must we sing this song?”) bin ich ja mal gespannt, wie lange wir noch predigen müssen, daß vor allem vom Omm 37 mal ein zeitgemäßes Modell hermuß. Bei der 56.2 hat es ja auch mehrere Jahrzehnte gedauert.

Viel Spaß jedenfalls damit!